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In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0





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SRPSKI FILM (Srdjan Spasojevic/CS 2010)



Zitat entfällt.

Srpski Film (A Serbian Film) ~ CS 2010
Directed By: Srdjan Spasojevic


Um seine Familie finanziell absichern zu können, geht der für seine Standhaftigkeit berühmte Ex-Pornodarsteller Miloš (Srdjan Todorovic) auf das so verlockende wie seltsame Angebot des offenbar wohlhabenden Vukmir (Sergej Trifunovic) ein: Einen pornographischen Film auf höchster Kunstebene will dieser schaffen; einen, der nichts weniger abbilden soll als das Leben selbst. Ein Exposé oder gar Script existiert nicht, der etwas misstrauische Miloš nimmt angesichts der ihm in Aussicht gestellten, astronomischen Gage jedoch trotzdem an. Schon nach den ersten paar Drehtagen entdeckt Miloš, dass er einem gefährlichen Psychopathen aufgesessen ist und will kündigen - doch der Teufel besteht nunmal auf die gänzliche Erfüllung mit ihm abgeschlossener Verträge...

"Srpski Film" ist eines der leuchtendsten Beispiele für bakterielles - Verzeihung - virales Internet-Marketing der unfreiwilligen Sorte, auf dass ich (ich muss es zähneknirschend zugeben) selbst ziemlich entflammt ansprang und es nun mit dem vorliegenden Bericht fortpflanze. Empört und entsetzt viele Aussagen betreffs des Films - eine Wichsvorlage für Perverse sei er, die am besten aus dem Verkehr gezogen gehörte, so die einen. Andere glauben, ein sensationelles kleines Kunstwerk aus filmisch benachteiligter Region gesehen zu haben. Nicht minder interessant die emotionalen Reaktionen: da ist zu lesen, wie schwarzhumorig der Film doch sei und dass die Effekte ja jederzeit als solche erkennbar wären; überhaupt rege das Ganze mehr zum Lachen an als dass es schockieren könne. Dann wird moniert, dass die innerpolitischen Implikationen ein Witz seien und dem Renommee der Region alles andere als zuträglich, nachdem unflätiger Stoff wie die beiden "Hostel"-Filme die slawischen Teile Europas bereits aufs Heftigste diskreditiert hätten. Wie meistens bewegt sich die Wahrheit irgendwo dazwischen, zumindest was mich und meine Eindruckswelten anbelangt. Zunächst einmal erreicht der Darstellungsradius tatsächlich Sphären, in die der kommerzielle Spielfilm bislang selten vorgestoßen sein dürfte, so er sie überhaupt jemals angekratzt hat. Natürlich sind die betreffenden Szenen des im Ganzen nicht nur außerordentlich professionell und stilsicher gefertigten, sondern zudem ästhetisch erlesenen Films bewusst provokant und zweckmäßig angelegt und ganz eindeutig Teil einer mit dem Entsetzen Business treibenden, spekulativen Art des Filmemachens. Es obliegt wie immer jedoch dem Verantwortungs- und Aufgabenbereich des mündigen Rezipienten, ob und in welcher Form er sich davon blenden, instrumentalisieren oder affizieren lässt. Die meisten "abgehärtet" erscheinenden respektive der Inszenierung abseitige Komik unterstellenden Reaktionen wirken auf mich jedenfalls eher wie rührende Selbstschutzgestaden denn wie authentische Gleichgültigkeitsbekundungen. Es verhält sich wohl so: wer mit dem Genre vertraut ist und bisher dessen Auswürfe ertragen konnte, ohne den Blick abzuwenden, der wird jedenfalls auch mit "Srpski Film" fertig werden, irgendwie. Immerhin transportiert das Werk einen gewichtigen Teil des Wesens radikaler Kunst: Es taugt vortrefflich (und natürlich vorsätzlich) dazu, Diskussionen zu entfachen. Im Bereich des transgressiven Kinos ist Spasojevics Film aus vielerlei Gründen eine Entdeckung und der vielversprechende Regisseur jemand, den man gewiss im Auge behalten sollte. In jedem Falle lohnt es sich, eigene Impressionen walten zu lassen.

7/10

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Wo haste den denn sehen können?! :blink:
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Pssst! Über so was spricht man nicht... :kork:
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Verstehe B)
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Guter Bericht zum Film. Wäre froh ihn nicht gesehen zuhaben, da ich weiß, dass dieses Leid, diese Gewalt nicht nur in diesem Film sondern in einigen Teilen unserer Erde Wirklichkeit ist. Wenn Kinder Videos auf ihren Handys haben, wo einem Mann die Kehle durchgeschnitten wird und jabsend nach Luft ehlendisch verblutet, dann hat es auch kein Sinn mehr darüber nachzudenken, warum Mensche solche Filme sehen und auch noch als Kunst ansehen. Ich bin fassungslos. Habe selber eine Sohn der 4Monate alt ist. Das was in dem Film gezeigt wurde ...unbeschreiblich grausam. Es gibt keine Worte für so einen Film...
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Gast sagte am 27. Juli 2011, 01:54:

Guter Bericht zum Film.

Schankedön :)

Wenn du übrigens namentlich mitdiskutieren oder vielleicht selbst mal deine Filmeindrücke abfassen möchtest, melde dich doch einfach an bei uns im Forum. Kostet nichts und kann sehr unterhaltsam sein :D
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der größte dreck aller zeiten....der autor oder besser alle die, die beteiligt sind an diesem film gehören in den knast....
dreck
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Gast sagte am 03. Juli 2012, 07:07:

der größte dreck aller zeiten....

Ups! Jetzt dachte ich zuerst ernsthaft, das Urteil bezöge sich auf das Forum. Ich wollte schon ernsthaft zur Verteidigung à la Maximilian Schell ansetzen. :el_schwitzo:
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Gast sagte am 03. Juli 2012, 07:07:

der größte dreck aller zeiten....der autor oder besser alle die, die beteiligt sind an diesem film gehören in den knast...

... und der öffentlichen Sicherheit zuwillen gleich auch noch alle, die ihn sich - beabsichtigt oder unbeabsichtigt - angeschaut haben. Schließlich taugt der Konsum derart verrohenden Medienmaterials wie wir alle wissen bestens dazu, Freiheitsgegner, Attentäter und Amokläufer heranzuziehen. Da sollte man unbedingt präventiv handeln. Vielleicht kommen wir ja beide zusammen in eine Zelle, lieber hans, dann können wir uns jahrelang über die Vorzüge und Nachteile von Augenhöhlenpenetration austauschen... :love:
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ich habe mir den Film bewusst nicht angesehen. Dafür geht mir der Inhalt (habe ausführliche Berichte gelesen um mir ein Bild machen zu können) am Allerwertesten vorbei und außerdem brauche ich auch nicht sehen, was mir dort geboten wird. Ich bin jetzt keinesfalls ein flammender Verfechter, die Verantwortlichen in irgendeiner Weise zu ächten, verdammen oder sonst was. Allerdings kann ich es auch nicht mehr hören, jeden Mist mit künstlerischer Entfaltung und Freiheit zu rechtfertigen. Das ist ein Totschlagargument und passt m.E. nicht immer.
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Umgekehrt wird'n Schuh draus ;)
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umgekehrt??

Ich habe mir den Film unbewusst angeschaut. Der Inhalt interessiert mich brennend (ich habe keine Berichte im Vorfeld gelesen) und ich musste einfach sehen, welche obskuren Bilder mir der Film zu bieten hat. Ich bin dafür, die Macher des Films zu lynchen. Und ich stimme vollkommen zu, dass man mit dem Argument der künstlerischen Freiheit alles nur erdenkliche rechtfertigen kann und sollte. Das ist ein sehr innovatives und zur Diskussion einladendes Argument und immer gültig.

Ne, für mich ist kein Schuh zu erkennen... :D
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Da muss ich jetzt nicht ernsthaft weiter drauf eingehen, oder...? :unsure:
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Es war auch eher spaßig gemeint.

Wobei ich nicht wirklich verstehe, auf welchen inhaltlichen Aspekt meiner Äußerung sich dein Post bezieht und was du genau meinst.
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Einfach angucken, Dexter lan, und erkennen dass der Film gut und alles andere als dumm ist. Trau Dich!! :)
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Das hat weniger was mit trauen zu tun. Ich weiß einfach, dass diese Art von Film (wie man ihn auch immer kategorisieren möchte) nichts für mich ist.
Ich möchte auch niemandem absprechen, ihn gut zu finden. Auch wollte ich Funxton überhaupt nicht ans Bein pissen, was er hoffentlich auch nicht so aufgenommen hat.

Ich habe einfach einen Gedanken aufgegriffen, der genannt wurde. Das einige die gezeigten drastischen Bilder einfach mit künstlerischer Freiheit, Entfaltung, Kreativität oder what the fuck... rechtfertigen. Das finde ich langweilig und einfallslos.

Das ist eigentlich schon alles.
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Dexter Morgan sagte am 05. Juli 2012, 21:18:

[...]Ich habe einfach einen Gedanken aufgegriffen, der genannt wurde. Das einige die gezeigten drastischen Bilder einfach mit künstlerischer Freiheit, Entfaltung, Kreativität oder what the fuck... rechtfertigen.[...]

Auf welchen Gedanken beziehst du dich da genau?
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Dexter, die Diskussion, die Du anstrebtest, ist schwer zu führen, da Du den Film nicht gesehen hast. Funxton weist explizit auf die Kontextualisierung der Bilder hin und verleiht damit nicht jedem Fick-und-Gekröse-Gewürge künstlerische Weihen.
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The Critic sagte am 07. Juli 2012, 14:06:

Dexter, die Diskussion, die Du anstrebtest, ist schwer zu führen, da Du den Film nicht gesehen hast. Funxton weist explizit auf die Kontextualisierung der Bilder hin und verleiht damit nicht jedem Fick-und-Gekröse-Gewürge künstlerische Weihen.

Ich habe auch den leisen Verdacht, hier ging es eher um die brüske Äußerung eines persönlichen Statements an nicht ganz passender Stelle.
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@ Funxton und Critic

Zunächst mal tut es mir leid, dass ich mich erst jetzt melde. Ich war die letzten Tage viel auf Achse.

Um ehrlich zu sein wollte ich gar keine Diskussion vom Zaun reißen. Ich wollte einfach nur meinen generellen Gemütszustand hinsichtlich einer bestimmten Argumentationslinie (unter dem Deckmantel der Kunst ist alles erlaubt) loswerden. Das es ausgerechnet hier dazu kam, ist eher Zufall.

Ich las in Funxton's Text Sätze wie :"Andere glauben, ein sensationelles kleines Kunstwerk aus filmisch benachteiligter Region gesehen zu haben." oder "Immerhin transportiert das Werk einen gewichtigen Teil des Wesens radikaler Kunst" underinnerte mich an andere Foren. Wie oft das Wort Kunst mit solchen Erzeugnissen in Verbindung gebracht wird, nimmt schon inflationäre Ausmaße an. In keinem anderen Kontext hörte ich in den letzten Wochen und Monaten das Wort Kunst so häufig wie bei Filmen mit sehr drastischen und schwer zu erklärenden Inhalten und Szenen (was den Härtegrad angeht).

Sorry, wenn ihr euch von mir angepöbelt oder ähnliches fühltet. Das war nicht meine Absicht. Und auch ist es nicht meine Absicht, über den Film zu diskutieren, da ich ihn, wie ihr schon richtig gesagt habt, nicht gesehen habe und auch nicht sehen werde.
Insofern sorry für das Missverständnis.
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Alles klar :)
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Funxton, du hast dir doch auch LIFE AND DEATH OF A PORNO GANG zugelegt. Haste den schon geschaut? Wäre sehr an deiner Meinung interessiert. Ich wünschte, ich hätte ihn nie gesehen, aber was einmal im Kopp drin ist... :(
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Habe ich leider noch nicht. Ist aber im Urlaubsgepäck und wird in Kürze nachgelegt. Hattest du den nicht abgebrochen?
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Ja, hab ich. War meine persönliche Grenzerfahrung.
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Wo sind die ganzen Kommentare hin?
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Ach du je. bekay, hilf!
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Jetzt sind sie wieder da :el_schwitzo:
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ich sehe nicht alle Kommentare. Wie kann ich die denn herzaubern?
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Einfach den Eintragslink über dem FTB-Titel anklicken, dann geht's :)
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besten Dank, Funxton!
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