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Ubaldo Terzanis Schreibstube Volume 2

Hier polemisiert der Meista!

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CARA OCULTA, LA


CARA OCULTA, LA Es beginnt wie ein Spukhaus-Film, aber durch eine Reihe von Twists in der Mitte des Films bekommen die Ereignisse eine ganz in der Realität verankerte Erklärung, die es in sich hat. In der zweiten Hälfte, wenn alles klar ist, geht es erst so richtig ab und der Fokus richtet sich auf die Tortur des Eingesperrtseins und der nicht vorhandenen Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, um Eifersucht, Angst und Egoismus. Das war jetzt nicht nur wage, sondern auch unvollständig beschrieben, denn: Mehr zum Inhalt sollte man nicht schreiben.

Die Struktur ist sehr effektiv. Der Film spielt auf zwei Zeitebenen, die nach der Hälfte der Laufzeit zusammengeführt werden. Später gibt es dann noch Rückblenden, die bereits vorher gezeigte Ereignisse aus einer zweiten Perspektive beleuchten und ihnen so eine neue Bedeutung verleihen. Und genau wegen diesem geschickten Aufbau, dem Spiel mit Information und Vorenthaltung, funktioniert der Film überhaupt erst als spannender psychologischer Thriller. Über einige Logikschwächen und Konstruiertheiten kann man hinwegsehen, zumal das Ganze sehr schön gefilmt ist - gleicht bisweilen einer Innenarchitektur-Schau im kolumbianischen Landhaus - und die Thriller-Szenen ordentlich getimt sind.

Weil der Geschcihte eine sehr kreative Plottwist-Idee zugrunde liegt und weil der Film für einen Plottwist-Thriller durchaus komplex und psychologisch zudem hefig ist, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Amerikaner ein Remake dieses kreativen kolumbianischen Films drehen (das dürfte dann sexuell weniger explizit ausfallen).

7/10 (noch gut)

Thriller Plottwists Drama Psychologie gebrochenes Herz


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RAZEND


Schlecht ausgearbeitet ist das alles nicht. Es besteht halt bloß aus hinlänglich bekannten Versatzstückchen (nerdiger, hobbyfilmender Schüler mit gewalttätigem Vater; vom Lehrer sexuell belästigte Schülerin, der keiner glaubt; unausgesprochene Geheimnisse in der Familiengeschichte; etc.). Neues wird hier also nicht geboten. Im Prinzip ist dieser Film ein Cautionary Tale für Schüler und sagt aus: wenn sich jemand in deinem Freundeskreis komisch und abweisend benimmt, wende dich nicht von ihm ab, denn hinter seinem Verhalten mag was Dramatisches stecken und vielleicht braucht er deine Hilfe.

Enttäuschend fand ich dass obwohl der Protag ein Hobby-Filmer ist, der Film es versäumt, etwas übers Filmemachen zu erzählen, oder besser noch etwas übers Filmemachen zu zeigen, was über das eh Offensichtliche hinaus ginge.

Wirklich prickelnd sind letztendlich bloß die mit subjektiver Kamera gefilmten Freestyler-Szenen. Aber wie in den meisten Filmen trauen sich die Macher nicht, die subjektive Kamera etwas länger auszukosten und den Zuschauer in einen Geschwindigkeitsrausch zu versetzen.

5/10 (kann man sich ansehen, muss man aber nicht)

text nicht korrekturgelesen

Jugend Drama




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