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Ubaldo Terzanis Schreibstube Volume 2

Hier polemisiert der Meista!

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IRON LADY, THE


IRON LADY, THE Hört, hört. Die privatisierungswütige, gewerkschaftsbrechende, kriegstreibende gläubige Kapitalistin hat also auch menschliche Gefühle und seelische Wehwehchen und familiäre Probleme wie du und ich? Das hätte ja niemand für möglich gehalten. Wie bereichernd also dass der Film so ausgiebig die Leiden und seelischen Buhbuhs der Frau zur Schau stellt. Darauf hat die Welt gewartet: 100 Minuten senil-sentimentales Rumgemenschel mit M. Thatcher. Ach wie herrlich, sie ist auch nur ein Mensch mit Gefühlen. Mich deucht die Tränen kommen mir gleich. Und bei der nächsten Bundestagswahl wähle ich CDU.

Was will dieser Film von mir? Soll ich jetzt berührt sein, oder was? :immo:
Oder soll ich dieses arg einseitige und unvollständige Persönlichkeits-Porträt bereichernd finden? Soll ich es informativ finden wie der Film mehrere Jahrzehnte persönlicher und britischer Geschichte in 100 Minuten durch den Fleischwolf dreht, bis das Ganze so löchrig ist wie schweizer Käse und keine genügende Korrelation zwischen Protagonistin und gesellschaftlichem/historischen Kontext geschaffen wird, die ihr Handeln, ihren Antrieb nachvollziehbar machen würde?
Oder soll ich die Regisseurin loben, weil sie so strebsam ist und sich wirklich jeden einzelnen ihrer inszenatorischen Kniffe aus anderen Biopics und Historienfilmen abgeguckt hat?
Ehrlich: Was will dieses Filmchen von mir?


3/10 (kolossal gutes OSCAR-Material)

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Drama Biopic weinerliches Rumgemenschel


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PUSSIKALJAELOKUVA


PUSSIKALJAELOKUVA Der Film zeigt einen Tag im Leben von 3 arbeitsfaulen Männern, die mit ihren 30 Jahren bloß rumgammeln und sich "organisieren", was sie dringend zum Leben brauchen. In dieser Apaption von Mikki Rimminens gefeiertem Roman passiert wenig klassische Erzählung und wenig Entwicklung, sondern tatsächlich nur das: ein Tag im Leben von 3 "Losern", die am Ende des Tages dort stehen, wo sie schon am Anfang des Tages standen -- nur dass sie sich nicht mehr in die Tasche lügen, was ihr Unglücklichsein betrifft.

Was "PUSSIKALJAELOKUVA" erstmal auszeichnet, ist dass er ein sehr menschlicher Film über Freundschaft ist, der zudem ein Herz für seine Außenseiter-Figuren hat. Toll gelungen an diesem Film sind auch die präzisen Beobachtungen der finnischen Gesellschaft durch die Augen der am sozialen Rand stehenden Protagonisten; da gibt es sowohl lustig skurrile als auch traurige Alltags-Momente.

Neben reichlich Situations-Komik dominiert vor allem Melancholie und Nachdenklichkeit, was die Filmbetrachtung zu einer gleichermaßen lustig-charmanten wie auch anrührenden Sache macht. Habe ich sehr gerne gesehen und die 3 Typen sehr gerne bei ihrem Ausflug durch Helsinki begleitet.

8/10 /gut)

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P.S.: Eines der Mädels, die die Drei im Park treffen, erinnert von den Gesichtszügen her entfernt an Natalie Portman - nur halt wesentlich schöner, sympathischer und charismatischer.

Komödie Drama Gesellschaftskommentar Melancholie Freundschaft Bier Dope Polizeibrutalität


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1920 BITWA WARSZAWSKA


1920 BITWA WARSZAWSKA Nur kurz:

Das beste das man über dieses Erster Weltkrieg-Epos sagen kann ist dass es historisch akkurat ist. Ansonsten fällt diese Mischung aus Drama, Kriegsactionfilm und Musical jedoch vor allem durch unangenehme Extravaganz auf. Die Personenregie ist überkandidelt, das Schauspiel gekünstelt, die Handlung schräg, ohne cool zu sein, der visuelle Stil exzentrisch, besonders die krass übersättigten Farben und die permanente Grünfilterei will sich mir vom Sinn her nicht erschließen, wenngleich die Kameraführung an sich ordentlich ist. Es ist im Prinzip ein hoch budgetiertes B-Movie. Die Filmemacher haben sichtlich ordentlich auf die Kacke gehauen, ohne dass dabei jedoch etwas für mich Bereicherndes herausgekommen wäre. Bis auf wenige Szenen, bis auf einige Einstellungen hat mich das Ganze nicht so recht tangiert.

4/10 (submedioker)

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Krieg Drama Musical überkandidelt


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FAUST


FAUST Nur kurz, weil keine Lust:

Ich bin faszinierter von diesem Film. Anfangs wirkte Vieles auf mich überkandidelt - besonders was die Personenregie angeht- , aber nach einiger Zeit wurde ich sehr in Beschlag genommen von diesem formal interessanten und atmosphärisch fesselnden Film mit all seinen makabren und ekeligen Elementen, mit seinen weichgezeichneten, entstellten und räumlich untiefen kalten Bildern. Besonders der sehr pessimistische Blick auf die Menschheit und das Menschsein hat mich voll erwischt. Ein hypnotisierender Film. Goethes Faust habe ich natürlich nicht gelesen, denn schließlich bin ich Proll -- also weiß ich nicht, was der literarischen Vorlage und was diesem Film geschuldet ist. Aber das ist für meine Rezeption des Films ja eh egal. Wirklich herausragend fand ich den Film allerdings nicht. Es fehlt einfach etwas.

7/10 (noch gut)

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Drama


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TAKE SHELTER


TAKE SHELTER Funktioniert einerseits als psychologisches Drama über die Krise eines Mannes, funktioniert andererseits als Metapher auf den katastrophalen Zustand der USA, ist also kein unkluger Film. Besonders zu loben ist die Inszenierung, welche von Beginn an eine bleischwere Atmosphäre der fürchterlichen Bedrohung und der schieren Depression kreiiert, teils hervorragend komponierte rauhe Bilder hat, welche die Themen der Erzählung wunderbar bereichern, sowie eine ausdrucksstarke Farb-Regie, die tatsächlich was erzählt. Der Film hätte mich ja völlig in Beschlag genommen, wenn doch nur manche Einstellungen von bedeutungsschwangeren Gesichtsausdrücken etwas kürzer ausgefallen wären. Aber auch so ist "Take Shelter" ein sehr beklemmender, leicht depressiv stimmender Film, der vor allem viele Elemente und Details besitzt, über deren Bedeutung man lang und breit diskutieren könnte, was ich in diesen paar Zeilen jetzt aber nicht tun werde. Auf jeden Fall ein sehr interessanter, atmosphärisch starker und nicht unkluger Film.

8/10 (gut)

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Drama Horror Gesellschaftskommentar


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RUM DIARY, THE


RUM DIARY, THE Die Buchvorlage kenne ich nicht, aber der Film sieht so aus:

einfache und offensichtliche Imperialismus- und Kapitalismus-Kritik, zudem noch ein bisschen Reflexion über journalistischen Ethos, ein paar Randnotizen zur Eisenhower-Erä, ansonsten viel Sand und Palmen und Meer, übermäßig viel - teils wirklich lustiger - Humor, zumindest etwas Charme und Esprit, eine sinnliche Amber Heard, ein mediokrer Johnny Depp mit den seit Jahren ewig gleichen Ticks und Manierismen seiner Filmrollen, eine unfokussierte Erzählung, eine ideenlose Inszenierung, und in JEDER Szene spiegelt sich die Film-Crew in Johnny Depps übergroßer und horizontal gewölbter Sonnenbrille, manchmal spiegeln sich auch Tageslicht-Diffusoren und während einer Autofahrt-Szene spiegelt sich sogar das Studio-Interieur in der Sonnenbrille, damit jeder Zuschauer gleich merkt dass diese Autofahrt vor nem Blue Screen aufgenommen wurde. Dilettantismus pur.

4/10 (submedioker)

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Komödie Drama




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