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Ubaldo Terzanis Schreibstube Volume 2

Hier polemisiert der Meista!




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FEE, LA



FEE, LA Vielleicht geben sich die Filmemacher (die gleichzeitig die Hauptdarsteller sind) tatsächlich zu viel Mühe, dem Zuschauer gefällig zu sein. Ich kann jedenfalls verstehen dass manche Zuschauer den ein oder anderen Gag und die ein oder andere charmante oder emotionale Situation als zu gewollt und zu anbiedernd empfinden. Aber ich finde, wer so viel Kreativität und Phantasie an den Tag legt wie die Truppe von LE FEE, dem sei die ein oder andere nervige Szene verziehen. Insgesamt ist der Film nämlich genau das: bezaubernd.

Der Nachtportier eines heruntergekommenen Hotels in Le Havre trifft eine Frau namens Fiona, die sich als Fee ausgibt und ihm 3 Wünsche erfüllen will. Sie verlieben sich, doch sie wird wieder in die Psychatrie eingewiesen. Er will sie befreien. Gleichzeitig sucht ein britischer Gast des Hotels seinen entlaufenen Hund, und 3 junge Schwarzafrikaner wollen illegal nach England.
Das klingt simpel erzählt, ist in der Ausführung aber sehr stark. Erstmal kommt dieser Film mit sehr wenigen Dialogen aus. Die Interaktion der Figuren findet hauptsächlich durch Gestik und Mimik, durch Slapstick, durch Ausdruckstanz und Pantomime statt, und Zuschauer die sich in der Filmgeschichte mehr auskennen als ich, können auf Entdeckungsreise gehen, welche Slapstick-Künstler und Filme hier reminisziert werden. Der ganze wortlose Gefühlsausdruck versprüht schon sehr viel Charme, wie auch die altertümlichen Filmtricks und Spezialeffekte von LE FEE, die an längst vergangene Filmtage gemahnen. Die Macher von THE ARTIST müssten angesichts LE FEE eigentlich vor Scham im Boden versinken. >>

Eingefügtes Bild

Charmante Filmtricks von anno dazumal im Jahre 2012


>> Überhaupt ist in diesem körperbetonten Film sehr viel in Bewegung. Sehr stark ist beispielsweise die ausgedehnte Verfolgungsjagd zu Fuß, als Fiona durch die Fußgängerzone verfolgt wird vom Sicherheitspersonal gleich mehrerer Geschäfte, und immer mehr dazu kommen. Das ist schon sehr witzig. Richtig wahnwitzig ist aber erst das Katz und Maus-Spiel mit den Bullenschweinen oder auch die Verfolgungsjagd zwischen Roller und Mercedes.

Die herunterkommenen Gegenden von Le Havre lässt LA FEE geradezu poetisch wirken, und innerhalb der Erzählung verschwimmen ständig die Grenzen zwischen Realität und Phantasie. Manche Szenen sind surreal, andere schlicht unreal bis magisch. Das hat schon Flair und Stil. Und ob die selbsternannte Fee Fiona nun wirklich eine Fee ist oder nur eine Kranke, weiß der Kuckuck. Hauptsache, sie ist eine herzliche, liebenswerte Person. >>

Eingefügtes Bild

Manche Liebe können nicht mal die Bullenschweine auseinanderbringen


>> Summa Summarum also ein Film, in dem es viel zu sehen und zu staunen gibt. Ein sehr bezaubernder Film, mit viel Humor und einer anrührenden, herzlichen Liebesgeschichte. Ein Film, der respektvoll, aber witzig, mit seinen Vorbildern umzugehen scheint. Und zu guter letzt: Ein Film, der seinen Darstellern mimisch und vor allem körperlich sehr viel abverlangt. Ubaldo zufrieden ist.

knapp 8/10

hirnfurz nicht korrekturgelesen

Komödie Drama Slapstick Tanz Liebe Verfolgungsjagden Baby Hund




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