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One Night Stands und wahre Liebe





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BREWSTER'S MILLIONS



BREWSTER'S MILLIONS BREWSTER'S MILLIONS (DVD: Universal, USA)
(OT: Brewster's Millions | USA 1985 | Regie: Walter Hill)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Der erfolglose Baseballspieler Montgomery Brewster (Richard Pryor) hat die Chance, eine Erbschaft über $ 300 Mio. Dollar einzustreichen. Einziges Problem: um die Erbschaft zu bekommen, muss Brewster innerhalb von 30 Tagen die stolze Summe von $ 30 Mio. Dollar verschwenden und dies gestaltet sich weitaus schwieriger als zunächst angenommen…

Im Schaffen von Regisseur Walter Hill, der ja doch eher im Bereich des Actionfilms (Nur 48 Stunden, Red Heat, Streets of Fire, Die letzten Amerikaner, usw.) tätig war bzw. tätig ist, fällt diese lupenreine Komödie doch ziemlich aus der Reihe. Insbesondere in der ersten Hälfte seines Films über den erfolglosen Baseball-Spieler Montgomery Brewster, der - wie oben schon erwähnt - innerhalb von 30 Tagen die stolze Summe von 30 Mio. Dollar verprassen muss um eine Erbschaft über 300 Mio. Dollar einstreichen zu können, legt Hill ein ganz schön hohes Tempo vor und die Art und Weise, wie der vollkommen überforderte Brewster verzweifelt versucht, das Geld unter die Leute zu bringen, ist definitiv für so manchen Lacher gut. Leider kann Hill weder das hohe Tempo noch die Qualität der Gags bis zum Ende aufrecht halten und so geht dem Streifen mit zunehmender Laufzeit dann doch immer mehr die Luft aus. Als sonderlich tragisch empfand ich das allerdings nicht. Das mag vor allem auch mit nostalgischen Gründen zu tun haben. Zum Teufel mit den Kohlen - so der deutsche Titel - gehört zu den Filmen, die ich in den 80er Jahren praktisch rauf und runter geschaut habe und das jetzige Wiedersehen mit Hills Film hat mir trotz einiger Schwächen richtig viel Spaß bereitet. Zum Teufel mit den Kohlen ist sicher kein absolutes Komödien-Highlight aus der damaligen Zeit, ein Neu- bzw. Wiederentdecken des Films lohnt sich in meinen Augen trotzdem. Und wenn es nur wegen dieser einfach nur grandiosen Sequenz mit Rick Moranis als Morty King ist.
Schade, dass die Karriere des im Dezember 2005 verstorbenen Richard Pryor Ende der 80er bzw. Anfang der 90er Jahre ein so jähes Ende gefunden hat. Ich habe seine Filme früher immer gerne gesehen und werde versuchen, in der nächsten Zeit meine Erinnerungen an den einen oder anderen weiteren Film mit ihm in der Hauptrolle ebenfalls aufzufrischen.

TRAILER:


Walter Hill Richard Pryor John Candy 1980er New York



Eigentlich ist ZUM TEUFEL MIT DEN KOHLEN ja ein ganz typischer Hill. Die Umkehrung der Verhältnisse, der Afro-Amerikaner und seine Parallelgesellschaft (wird in nahezu jedem Hill thematisiert), der hier sogar Direktbezug zum WASP-Universum hat. So ausführlich wie hier hat Hill das noch nie ausgewalzt. Auch ein passender Kommentar zur Prosperität der 80er.

Richard Pryors Rollen in den 80ern kamen übrigens vorrangig wegen seiner Selbstmordgefahr zustande. Er war und gilt auch heute noch für viele als der größte Stand-Up-Comedian aller Zeiten. Mit Preisen überhäuft bis zum Abwinken und das übergroße Vorbild nachfolgender Generationen (schwarzer) Stand-Up-Comedians. Er revolutionierte in den 70ern die Comedy-Landschaft in den USA. Dort wird er wie ein Gott verehrt. Hier kennt man ihn kaum. Er litt unter Depressionen und war schwer kokainabhängig. Beim basen von Koks steckte er Anfang der 80er seine Bude in Brand. Vermutlich ein weitere Selbstmordversuch, aber man tarnte es damals als Unfall. Weil Pryor so viele Förderer hatte, brachte man ihn verstärkt beim Film unter, in der Hoffnung, dass ihm das wieder Lebensmut geben würde. Seinen Lebensmut bekam er allerdings erst wieder, als bekannt wurde, dass er unter Multipler Sklerose litt. In DIE GLÜCKSJÄGER und vor allem in DAS ANDERE ICH sind die körperlichen Vorboten gut zu erkennen.
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Dankeschön für diese interessanten Informationen. Man lernt doch nie aus. :cheers:

Pryor war einer meiner Lieblinge in den 80ern. Insbesondere CRITICAL CONDITION fand ich damals einfach nur grandios. War mir gar nicht bewusst, dass er so stark selbstmordgefährdet war.
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Muss ein ziemlich schwieirger Mensch gewesen sein. Auch hochneurotisch und paranoid-phobisch wegen seiner Hautfarbe. Er witterte überall Rassismus. Gene Wilder erzählt in seinen Memoiren was darüber. Auch wie schwierig das Arbeiten mit ihm war.

Und CRITICAL CONDITION: :cheers:
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