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ICH UND DIE KAISERIN

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ICH UND DIE KAISERIN
(alt. Titel: DAS STRUMPFBAND DER KAISERIN; DER HANDSCHUH DER KAISERIN; DAS VERMÄCHTNIS DER MARQUISE VON S.)
Deutschland, 1933
Universum Film (UFA)
Regie: Friedrich Hollaender
Produktion: Erich Pommer
Buch: Robert Liebmann, Walter Reisch, Felix Salten, Paul Frank
Kamera: Friedl Behn-Grund
Schnitt: Heinz G. Janson, Rene Metain
Musik: Franz Waxman
Darsteller: Lilian Harvey (Juliette), Conrad Veidt (Marquis de Pontignac), Mady Christians (Kaiserin), Heinz Rühmann (Didier), Hubert von Meyerinck (Flügeladjutant), Julius Falkenstein (Offenbach), Paul Morgan (Erfinder des Fahrrades), Hans Hermann Schaufuss (Doktor), Käte Kühl (Marianne), Heinrich Gretler (Sanitäter), Eugen Rex (Etienne, Diener des Marquis), Hans Deppe, Hans Nowack (Erfinder des Telefons), Margot Höpfner, Robert Liebmann (Autor), Walter Reisch (Autor)
Erstaufführuung: 22. Februar 1933

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Inhalt: Ein'im Wald gefundenes Strumpfband wird für den Marquis de Pontignac (Conrad Veidt) zum Verhängnis. Bei der Suche nach seiner Besitzerin (Lilian Harvey) stürzt er vom Pferd und verletzt sich schwer. Das ist der Auftakt einer Reihe von Verwechslungen und Verwicklungen.


Eine romantische Verwechslungskomödie im Operettengewand. Ein Film, der für mich nur ganz schwer zu ertragen war. Fand ich den ähnlich gelagerten Vorgängerfilm DER KONGRESS TANZT streckenweise noch recht amüsant, bleibt mir die Seele von ICH UND DIE KAISERIN unter der dicken Staubschicht verborgen.

Angesichts der politischen Realität in Deutschland anno 1933 ist solch ein triviales Lustspiel natürlich nichts weiter als eine winzige Nebensache. Am 30. Januar wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Als Nachfolger des „Übergangskanzlers“ Kurt von Schleicher wurde er von dessen Kontrahenten Franz von Papen dort installiert, eingebettet von einem konservativen Kabinett, dem außer Hermann Göring kein weiteres Mitglied der NSDAP angehörte, in dem Irrglauben Hitler so unter Kontrolle zu haben.

Kaum in der Position nutzt Hitler Notstandsgesetze, um sich selbst mehr Macht einzuverleiben und das Kabinett aufzulösen und den Weg für Neuwahlen frei zu machen, die zu einem Triumph für die Nationalsozialisten wurden, die nach den Verlusten der vorangegangenen Wahlen schon abgeschrieben wurden. Inwieweit die Wahlen mit rechten Dingen zugingen kann man nur spekulieren. Fest steht, dass Deutschlands dunkelstes Kapitel begonnen hat. Die Weimarer Republik war Vergangenheit. Hitler rief das Dritte Reich aus.

Wer konnte, floh so schnell es ging vor der braunen Gewaltdiktatur und Deutschland verlor seine größten Künstler. So auch Conrad Veidt, der noch im selben Jahr nach England emigrierte, wo er 1938 schließlich die englische Staatsbürgerschaft annahm. Er setzte seine Karriere erfolgreich im Ausland fort und ihm gelang auch der Sprung nach Hollywood. In CASABLANCE spielte er 1942 eine seiner letzten großen Rollen. Im April 1943 verstarb Veidt im Alter von 50 Jahren an einem Herzschlag und so wurde ihm nicht vergönnt mitzuerleben, wie seine Heimat (und die Welt) von der braunen Brut befreit wurde.

MYSTERY OF THE WAX MUSEUM (DAS GEHEIMNIS DES WACHSFIGURENKABINETTS)

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MYSTERY OF THE WAX MUSEUM
(dt. Titel: DAS GEHEIMNIS DES WACHSFIGURENKABINETTS)
USA, 1933
Warner Bros. Pictures / The Vitaphone Corporation
Regie: Michael Curtiz
Produktion: Henry Blanke
Buch: Don Mullaly, Carl Erickson, nach dem Theaterstück Mystery of the Wax Museum von Charles Belden
Kamera: Ray Rennahan
Schnitt: George Amy
Darsteller: Lionel Atwill (Ivan Igor), Fay Wray (Charlotte Duncan), Glenda Farrell (Florence Dempsey), Frank McHugh (Jim), Allen Vincent (Ralph Burton), Gavin Gordon (George Winton), Edwin Maxwell (Joe Worth), Holmes Herbert (Dr. Rasmussen), Claude King (Mr. Galatalin), Arthur Edmund Carewe (Sparrow), Thomas E. Jackson (Detective), DeWitt Jennings (Police Captain), Matthew Betz (Hugo), Monica Bannister (Joan Gale), Bull Anderson (Hausmeister), Frank Austin (Winstons Diener), Max Barwyn (Museumsbesucher), Sidney Bracey (Leichenhallenangestellter), Harry C. Bradley (Reporter), Wallis Clark (Leichenbeschauerassistent), Frank Darien (Leichenbeschauer), William B. Davidson (Detective), James Donlan (Leichenhallenaufseher), Frank Fanning (Polizist), Otto Hoffman (Assistent von Igor), Robert Homans (Sergeant), Perry Ivins (Editor), Edward Keane (Arzt), Milton Kibbee (Reporter), Margaret Mann (Wachsfigur von Queen Victoria), Robert Emmett O'Connor (Joe), Pat O'Malley (Zivilpolizist), Walter Percival (Winstons Anwalt), Lon Poff (Handlanger), Dick Rush (Polizist), Lee Shumway (Polizist), Guy Usher (Detective), Willam Wagner (Leichenhallenangestellter)
Erstaufführung: 17. Februar 1933

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Inhalt: Durch einen Brand verliert der Künstler Ivan Igor (Lionel Atwill) sein Lebenswerk – täuschend echt wirkende Wachsfiguren historischer Persönlichkeiten. Ein Jahrzehnt später macht sich der durch das Feuer verkrüppelte Igor wieder an die Arbeit, indem er andere für sich werkeln lässt. Dabei verbergen seine neuen Schöpfungen ein düsteres Geheimnis, das eine findige Reporterin (Florence Dempsey) neugierig werden lässt.


Auch der Regisseur von CASABLANCA hat sich zu Beginn seiner Karriere im Horrorkino als Genreregisseur verdingt. Der am 24. Dezember 1886 im Österreich-Ungarischen Budapest als Manó Kertész Kaminer geborene Michael Curtiz legte bereits im Jahr 1912 mit MA ES HOLNAP sein Regiedebüt vor. Er drehte in seiner Heimat zunächst ausschließlich ungarisch- später auch deutschsprachige Filme. 1926 ging er dann wie viele seiner Kollegen nach Hollywood, wo er Dutzende Filme verschiedener Genres drehte, bevor er 1932 mit dem Horrorfilm DOCTOR X seinen großen Durchbruch feiern konnte. Mit seinem nächsten Horrorwerk, MYSTERY OF THE WAX MUSEUM konnte er diesen Erfolg noch übertrumpfen.

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Michael Curtiz


MYSTERY OF THE WAX MUSEUM ist einer der frühesten Horrorfilme, die in schönster Farbenpracht daherkommen. Angewandt wurde das schon wiederholt eingesetzte Technicolor-Zweifarbverfahren, was zur Folge hatte, dass die Wachsfiguren von lebenden Menschen dargestellt wurden. Die eigentlich für den Film angefertigten Puppen schmolzen nämlich unter den für die Farbe notwendigen Scheinwerfern. Für Warner war es der dritte und letzte Featurefilm, der mit dem Two-Color Technicolor System entstand, nachdem es vom Publikum nicht so angenommen wurde, wie erhofft. Danach wurde es von keinem Studio mehr benutzt.

Mit an Bord bei MYSTERY OF THE WAX MUSEUM war wieder ein Teil des Casts von DOCTOR X, insbesondere Fay Wray, die kurz darauf in KING KONG den wohl größten Filmerfolg ihrer Karriere verbuchen konnte.

1953 entstand mit Vincent Price in der Hauptrolle das Remake HOUSE OF WAX, das einen noch größeren Bekanntheitsgrad erreichen konnte als das Original, das bis in die Sechziger als verschollen geglaubt war. Dabei ist Curtiz' Werk durchaus noch ansehnlich. Etwas angestaubt freilich, dafür aber angenehm altmodisch und mit für die Entstehungszeit unerwarteten Schockmomenten und Maskeneffekten.

CAVALCADE (KAVALKADE)

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CAVALCADE
(dt. Titel: KAVALKADE)
USA, 1933
Fox Film Corporation
Regie: Frank Lloyd
Produktion: Frank Lloyd, Winfield R. Sheehan
Buch: Reginald Berkeley, nach dem Theaterstück Cavalcade von Noel Coward
Kamera: Ernest Palmer
Schnitt: Margaret Clancey
Musik: Peter Brunelli, Louis De Francesco, Arthur Lange, J.S. Zamecnik
Darsteller: Diana Wynyard (Jane Marryot), Clive Brook (Robert Marryot), Una O'Connor (Ellen Bridges), Herbert Mundin (Alfred Bridges), Beryl Mercer (Koch), Irene Browne (Margaret Harris), Tempe Pigott (Mrs. Snapper), Merle Tottenham (Annie), Frank Lawton (Joe Marryot), Ursula Jeans (Fanny Bridges), Margaret Lindsay (Edith Harris), John Warburton (Edward Marryot), Billy Bevan (George Grainger), Desmond Roberts (Ronnie James), Dickie Henderson (Master Edward), Douglas Scott (Master Joey), Sheila MacGill (junge Edith), Bonita Granville (junge Fanny), Harry Allen (Straßenmusiker), Frank Atkinson (Onkel Dick), Lionel Belmore (Onkel George), Adele Crane (Ada), Howard Davies (Hetzer), Mary Forbes (Herzogin von Churt), Dannie Mac Grant, Lawrence Grant (Mann am Mikrophon), Stuart Hall (Lieutenant Edgar), Winter Hall (Minister), Brandon Hurst (Schauspieler), Claude King (Sprecher), Wilfrid North (Mann), Tom Ricketts (Kellner), John Rogers (Straßenmusiker), Ann Shaw (Mirabelle), C. Montague Shaw (Major Domo), Yorke Sherwood (Taxifahrer), Pat Somerset (Mann am Ring), Will Stanton (Tommy Jolly), Mary Stewart (Tänzerin), Gelai Talata (Sängerin), David Torrence (Mann), Douglas Walton (Soldat), Marguerite Warner (Sängerin), Eric Wilton (Butler)
Erstaufführuung: 05. Januar 1933

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Inhalt: Vom Burenkrieg bis zum 1. Weltkrieg wird die wohlhabende Londoner Familie Marryot von geschichtsträchtigen Ereignissen in Mitleidenschaft gezogen.


CAVALCADE ist ein ausuferndes Familienepos, das sich über die ersten drei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts erstreckt. Ein reicher englischer Clan streift mehr oder weniger zufällig, ähnlich wie FORREST GUMP die signifikantesten Wendepunkte der jüngeren Zeitgeschichte. Dabei wird mit Austattung und Statisten nur so geprotzt.

Das Melodram nach Noel Coward war der Gewinner der Oscarverleihung1934 und gewann in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Beste Ausstattung. Obendrein war noch Diana Wynyard als beste Hauptdarstellerin nominiert.

THE MUMMY (DIE MUMIE)

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THE MUMMY
(dt. Titel: DIE MUMIE)
USA, 1932
Universal Pictures
Regie: Karl Freund
Produktion: Carl Laemmle Jr.
Buch: John L. Balderston
Kamera: Charles J. Stumar
Schnitt: Milton Carruth
Musik: James Dietrich
Darsteller: Boris Karloff (Imhotep), Zita Johann (Helen Grosvenor), David Manners (Frank Whemple), Arthur Byron (Sir Joseph Whemple), Edward Van Sloan (Dr. Waldman), Bramwell Fletcher (Ralph Norton), Noble Johnson (Nubier), Kathryn Byron (Frau Muller), Leonard Mudie (Prof. Pearson), James Crane (Pharao), Leyland Hodgson (Gentleman), Eddie Kane (erster Doktor), Tony Marlow (Polizeiinspektor), C. Montague Shaw (Gentleman), Pat Somerset (Helens Tanzpartner), Arthur Tovey (Nubier)
Erstaufführung: 22. Dezember 1932

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Inhalt: Ein britischer Expeditionstrupp entdeckt 1922 im ägyptischen Wüstensand die Mumie des Imhotep (Boris Karloff). Die erweist sich als gar nicht so tot wie angenommen und möchte eine verflossene Liebe zurückgewinnen, wofür sie auch über Leichen geht.


Ein sensationeller archäologischer Fund war die Entdeckung der Grabkammer des Tut-Ench-Amun am 4. November 1922 durch den Briten Howard Carter. Die Meldung ging um die Welt und sorgte für großes Aufsehen. Allerdings beschäftigte die Öffentlichkeit im Anschluß weniger die erfreuliche Seite der Expedition, sondern eine Reihe merkwürdiger Zufälle und unglückseliger Unfälle, die im Zusammenhang mit der Öffnung des Grabes standen und schnell vom einem Fluch gesprochen wurde.

Erstes Opfer des „Fluchs“ war ein Kanarienvogel, der von einer Kobra gefressen wurde. Was einige, vor allem der einheimischen, Schatzgräber als Vorbote einer größeren Katastrofe deuteten. Doch Carter glaubte nicht an übersinnliches Treiben und brach die Expedition nicht ab. In der darauffolgenden Zeit starben immer mehr direkt an der Ausgrabung beteiligten Archäologen und Helfer unter verschiedensten mysteriösen Umständen. Noch heute hält sich der Glaube an einen Fluch weitverbreitet, nicht nur in Ägypten.

Stoff für einen gediegenen Horrorfilm war dies allemal. So dachten auch die findigen Universal-Produzenten, die sich bisher vor allem aus literarischen Quellen speisten, um den Menschen das Fürchten zu lehren. THE MUMMY sollte sich also bei weitaus realeren Ängsten bedienen. Auf dem Regiestuhl nahm Kameralegende Karl Freund Platz, der hier nach seiner inoffiziellen Co-Regie bei DRACULA (1931) sein Hollywoodregiedebüt gab. Übung darin hatte er ja schon aus seiner Zeit beim deutschen Stummfilm, wo er bereits zwei Filme eigenverantwortlich inszenierte.

Für die Rolle als Imhotep drängte sich geradezu Boris Karloff auf, der mit FRANKENSTEIN zum Superstar wurde und dessen Name nun in ebenso großen Lettern auf den Plakaten prangte wie der eigentliche Titel. Ohne ihn ist der Film kaum vorstellbar und wäre sicher nicht halb so gut, wie er letztendlich geworden ist. Freund und seinem Kameraman Charles Stumar gelingt es, Karloffs Augen so eindringlich erscheinen zu lassen, dass sie sich dem Zuschauer ins Gedächtnis brennen.

Wie ein roter Faden durch die klassischen Universal-Horrorfilme zieht sich Edward Van Sloan, der in DRACULA, FRANKENSTEIN und THE MUMMY einen fast exakten Rollentypus gibt, der sich mit Weisheit und wissenschaftlem Fachwissen dem Filmmonster entgegenstellt.

Mag THE MUMMY heute auch stark angestaubt wirken und keinen Zuschauer mehr gruseln lassen, so ist doch sein Einfluss kaum messbar. Die Universal verzichtete zwar, was ungewöhnlich ist, auf die obligatorischen Sequels, ließ es sich aber auch nicht nehmen 1940 mit THE MUMMY'S HAND das erste offizielle Remake selbst zu drehen. Natürlich sprangen auch andere Studios auf den Mumienzug auf und veröffentlichten ihre äußerst ähnlichen Konkurrenzprodukte. Auch die britischen Hammerstudios bedienten sich mit der Mumie einmal mehr einem von der Universal etablierten Filmmythos und schickten sie in mehreren Filmen über die Leinwand. 1999 entstand das überaus erfolgreiche Remake von Stephen Sommers mit Brendan Fraser in der Hauptrolle, das statt auf subtilen Grusel auf Action, Slapstick und überbordende CGI-Effekte setzte. Für mich eines der schlimmsten, seelenlosen Blockbusterprodukte Hollywoods, aber mich fragt ja keiner. Dann lieber noch einmal Karloffs charmante Bandagen.

NUMBER SEVENTEEN (NUMMER SIEBZEHN)

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NUMBER SEVENTEEN
(dt. Titel: NUMMER SIEBZEHN)
Großbritannien, 1932
British International Pictures
Regie: Alfred Hitchcock
Produktion: Leon M. Lion, John Maxwell
Buch: Alma Reville, Rodney Ackland, Alfred Hitchcock, nach dem Theaterstück Number Seventeen von Joseph Jefferson Farjeon
Kamera: Jack E. Cox, Bryan Langley
Schnitt: A. C. Hammond
Musik: Adolph Hallis
Darsteller: Leon M. Lion (Ben), Anne Grey (Nora), John Stuart (Barton), Donald Calthrop (Brant), Barry Jones (Henry Doyle), Ann Casson (Rose Ackroyd), Henry Caine (Mr. Ackroyd), Garry Marsh (Sheldrake), Herbert Langley (Schaffner)

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Inhalt: Eines Nachts zieht ein leerstehendes, baufälliges Gebäude mit der Hausnummer 17 eine Gruppe zwielichtiger Gestalten an, die an die dort versteckte Beute aus einem Diamantenraub kommen will. Während es zu Zwist und Misstrauen zwischen den verschiedenen Interessenparteien kommt, reißt sich ein unbeteiligter Obdachloser (Leon M. Lion) den Klunker unter den Nagel.


Konnten Hitchcocks frühen filmischen Werke noch nicht durchweg überzeugen, so waren zumindest seine bisherigen Thriller allesamt sehenswert und zeigten auf, in welchem Terrain der Geselle seine Meisterprüfung ablegen sollte. NUMBER SEVENTEEN jedoch bildet eine unrühmliche Ausnahme der Regel.

Hitchcock bezeichnete den Film als „Desaster“. Er wollte zunächst etwas ganz anderes drehen, kam er doch mit einer für ihn grandiosen Filmidee aus dem Karibikurlaub zurück. Jedoch konnte selbst ein Hitchcock sich in seinen frühen Jahren die Stoffe nicht selber aussuchen und musste tun, was sein Produzent, John Maxwell, ihm auftrug. Hitch biss die Zähne zusammen und kurbelte NUMBER SEVENTEEN geradezu lustlos runter. Was dem fertigen (aber irgendwie unfertig wirkenden) Film auch anzusehen ist. Es mangelt an allen Ecken an Inspiration und Hingabe, der Plot war verworren und der filmische Climax ist ein schlechter Witz. Somit ist der Film nur für Hitchcock-Komplettisten zu empfehlen.

THE MOST DANGEROUS GAME (GRAF ZAROFF - GENIE DES BÖSEN)

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THE MOST DANGEROUS GAME
(dt. Titel: GRAF ZAROFF – GENIE DES BÖSEN)
USA, 1932
RKO Radio Pictures
Regie: Irving Pichel, Ernest B. Schoedsack
Produktion: David O. Selznick, Merian C. Cooper
Buch: James Ashmore Creelman, nach der Kurzgeschichte The Most Dangerous Game von Richard Connell
Kamera: Henry W. Gerrard
Schnitt: Archie Marshek
Musik: Max Steiner
Darsteller: Joel McCrea (Bob Rainsford), Fay Wray (Eve Trowbridge), Leslie Banks (Graf Zaroff), Robert Armstrong (Martin Trowbridge), Noble Johnson (Ivan), Steve Clemente (Diener), Oscar 'Dutch' Hendrian (Diener), William B. Davidson (Kapitän), Buster Crabbe (Seemann), James Flavin (Steuermann), Arnold Gray (Passagier), Hale Hamilton (Bill, Yachtbesitzer), Landers Stevens ('Doc'), Phil Tead (Passagier)
Erstaufführuung: 16. September 1932

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Inhalt: Nicht wirklich zufällig landet der international bekannte Jagdexperte Bob Rainsford (Joel McCrea) als Schiffbrüchiger auf einer kleinen Insel. Die Insel gehört nämlich dem mysteriösen russischen Grafen Zaroff (Leslie Banks), der dort seiner fürchterlichen Passion nachgeht – der Jagd auf Menschen. In Rainsford als Jagdobjekt sieht Zaroff eine neue Herausforderung.


Als „der meist verbotene Horrorfilm in der Geschichte des Kinos“ wurde THE MOST DANGEROUS GAME einst beworben. Und das scheint gar nicht mal so abwegig, wenn man am eigenen Leibe spürt mit welcher Härte der 1932 entstandene Film zur Sache geht. Hier setzt es Schockmomente, die man in einem Film dieses Jahrgangs nicht erwarten würde, die natürlich entsprechende Kontroversen auslösten.

Nach der gleichnamigen Kurzgeschichte von Richard Connell, die im Januar 1924 erstmals in der „Collier's Weekly“ abgedruckt wurde, entfesseln die Macher eine morbide Menschenjagd, die nicht ohne Einfluss bleiben sollte. Der kurze und schmerzvolle Film zog eine Schlange von Remakes und Variationen nach sich, die bis heute reichen. Kein Film, der sich des zentralen Themas annimmt, kann bis heute ohne Rückgriffe auf diesen innovativen Low-Budget-Horrorfilm auskommen.

Noch heute findet der kaum angestaubte Film immer wieder neue Anhänger und er hat seinen Platz in der Geschichte des Films, insbesondere des Horrorkinos sicher. Dabei ermöglichte er noch die Entstehung eines Films, der zu den größten Klassikern der Filmkunst gehört: KING KONG. Gedreht wurde KING KONG mit den Gewinnen, die THE MOST DANGEROUS GAME einspielte, in den selben Kulissen. Regie führte wie hier Ernest B. Schoedsack, diesmal aber an der Seite von Merian C. Cooper (bei GAME noch Co-Produzent), anstatt Irving Pichel. Auch Fay Wray, schon mit THE MOST DANGEROUS GAME zum (Genre-)Star avanciert, spielt in KING KONG wieder die weibliche Hauptrolle – und wurde damit unsterblich. Aber KING KONG werde ich mir selbstverständlich auch noch ausführlich widmen.

MOVIE CRAZY (DER KINONARR)

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MOVIE CRAZY
(dt. Titel: DER KINONARR; MOVIE CRAZY)
USA, 1932
The Harold Lloyd Corporation
Regie: Clyde Bruckman, Harold Lloyd
Produktion: Harold Lloyd
Buch: Vincent Lawrence, Ernie Bushmiller, Harold Loyd
Kamera: Walter Lundin
Schnitt: Bernard W. Burton
Musik: Alfred Newman
Darsteller: Harold Lloyd (Harold Hall), Constance Cummings (Mary Sears), Kenneth Thomson (Vance), Louise Closser Hale (Mrs. Kitterman), Spencer Charters (J.L. O'Brien), Robert McWade (Wesley Kitterman), Eddie Fetherston (Bill), Sydney Jarvis (der Regisseur), Harold Goodwin (Miller), Mary Doran (Margie), DeWitt Jennings (Mr. Hall), Lucy Beaumont (Mrs. Hall), Arthur Housman (Gast, der kein Kaninchen bestellt hat), Jack Chefe (Partygast), Edmund Cobb (Bill), James Ford (Partygast), Wallace Howe, Fred Kohler Jr. (Jungschauspieler), Gus Leonard (Hausmeister), Sam McDaniel (Toilettenmann), Harold Miller (Partygast), William H. O'Brien (Kellner), Edward Peil Sr. (Kellner), Jack Perrin (Mann im Vorführraum), Constantine Romanoff (Duval), Ronald R. Rondell (Partygast), Dick Rush (Studiogast), Grady Sutton (Mann mit Angst vor Mäusen), Ellinor Vanderveer (Mrs. Crumplin), Harold 'Hal' Varney (Kittermans Chauffeur), Blackie Whiteford (Studiopolizist), Noah Young (Verkehrspolizist),
Erstaufführuung: 12. August 1932

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Inhalt: Durch ein unglückseliges Missgeschick bekommt der Möchtergernschauspieler Harold Hall (Harold Lloyd) einen Fuß in die Tür Hollywoods. Doch anstatt der erhofften glanzvollen
Karriere als Heldendarsteller versagt der Unglücksrabe, der die Katastrofen nur so anzieht, sogar schon als Statist. Auch in der Liebe sieht Harold kein Land, als er sich in die Schauspielerin Mary Sears (Constance Cummings) verliebt.


Zwei Jahre lang war Harold Lloyd nicht mehr auf der Kinoleinwand zu sehen. Für seine Verhältnisse eine unglaublich lange Zeit. In der Zeit zog er sich etwas zurück und genoss die Geburt seines ersten Sohnes Harold im Jahr 1931 (1923 wurde Lloyd bereits Vater einer Tochter). Und er wollte neue schöpferische Kräfte sammeln, um seiner stetig sinkenden Popularität entgegenzusteuern.

Ein toller Film, ein ganz großer Film sollte kommen, der ihm zu alten Ruhm verhelfen sollte. Seine Filme in den Dreißigern waren zwar keine Verlustgeschäfte, konnten aber lange nicht mit dem bombastischen Erfolg seiner Klassiker SAFETY LAST! und THE FRESHMAN mithalten. So steckte er all seinen Ehrgeiz in MOVIE CRAZY, in dem er da wilderte, wo er sich bestens auskannte: im Filmbusiness. Was ihm Gelegenheit gibt, ausgiebig Selbstironie zu betreiben, was den Film und seinen Hauptdarsteller ausgesprochen sympathisch werden lässt.

Vom kreativen Standpunkt aus war MOVIE CRAZY tatsächlich ein voller Erfolg. Lloyd spielt als ob es um sein Leben ging und liefert eine atemlose Aneinanderreihung im Sekundentakt über die gesamte Laufzeit. Hauptdarsteller, Produzent, Co-Autor und Co-Regisseur Lloyd war überzeugt davon, dass der Film ihn wieder in alte Sphären des Erfolgs zurückkatapultieren würde. Doch hat er sich wieder einmal verhoben. MOVIE CRAZY spielte so wenig ein, wie schon lange kein Lloyd-Film mehr. Er machte gerade noch so Gewinn, aber es zeichnete sich langsam ab, dass Harold Lloyd von gestern war. Das Publikum war seiner ständigen Wiederholungen satt und sein Humor nicht mehr zeitgemäß.

WHITE ZOMBIE

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WHITE ZOMBIE
(dt. Titel: WHITE ZOMBIE)
USA, 1932
Edward Halperin Productions / Victor Halperin Productions
Regie: Victor Halperin
Produktion: Edward Halperin, Phil Goldstone
Buch: Garnett Weston
Kamera: Arthur Martinelli
Schnitt: Harold McLernon
Musik: Xavier Cugar
Darsteller: Bela Lugosi (“Murder” Legendre), Madge Bellamy (Madeleine Short Parker), Joseph Cawthorn (Dr. Bruner), Robert Frazer (Charles Beaumont), John Harron (Neil Parker), Brandon Hurst (Silver), George Burr Macannan (Von Gelder), Frederick Peters (Chauvin), Annette Stone (Hausmädchen), John Printz (Ledot), Dan Crimmins (Pierre), Claude Morgan (Zombie), John Fergusson (Zombie), Velma Gresham (Hausmädchen), John S. Peters (Chauvin), Clarence Muse (Kutscher)
Erstaufführuung: 04. August 1932

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Inhalt: Verhindern kann der reiche Gutsbesitzer Beaumont (Robert Frazer) die Hochzeit seiner Angebeteten Madeleine (Madge Bellamy) mit Neil (John Harron) nicht mehr. Dafür greift er zu einer List, um den frisch Vermählten das junge Eheglück zu verderben. Er wendet sich an den Voodoopriester Legendre (Bela Lugosi), der die junge Ehefrau zunächst tötet, um sie dann als lebende Tote über die Erde wandeln zu lassen.


Verdienter später Ruhm für einen vergessenen Kultfilm: WHITE ZOMBIE mutierte 1932 zu einem Kassenerfolg. So sehr, dass sich DRACULA-Star Bela Lugosi schwarz ärgerte, für eine magere Gage von 800 $ vor die Kamera getreten zu sein. So sehr, dass er 1936 mit REVOLT OF THE ZOMBIES noch eine Fortsetzung (diesmal allerdings ohne Lugosi) nach sich zog. Jedoch waren die zeitgenössischen Kritiken vernichtend. Erst Jahrzehnte später, nachdem er bis in die 60er als verschollen galt, erkannte man ihn als den einflussreichen Klassiker an, der er ist.

Dabei ist WHITE ZOMBIE ein Musterbeispiel für okonomisches Filmemachen. Er kostete gerade einmal läppische 50.000 $ und wurde innerhalb von 11 Tagen im März 1932 abgedreht. Dabei gelang es dem heute fast vergessenen Regisseur Victor Halperin Genrestandards zu setzen, die noch heute gültig sind. Verliessen sich die großen Eckpfeiler des frühen Horrorfilms FRANKENSTEIN und DRACULA noch auf die Morbidität ihrer Geschichte und auf die Fantasie des Zuschauers so setzt WHITE ZOMBIE auf pure Atmospähre. Unterlegt von einer unheilvollen Soundkulisse entwirft Halperin düstere Szenarien, die heute noch Wirkung zeigen, auch wenn vieles in dem Streifen eher zum Schmunzeln anregen vermag. Das gelingt Halperin mit für das Genre innovative Techniken wie dem Splitscreen-Verfahren oder der subjektiven Kamera.

WHITE ZOMBIE machte die Welt mit den Untoten bekannt und wer weiß, wie es heute ohne ihn in der (Horror-)Filmlandschaft aussehen würde, sind die Zombies doch inzwischen ein fester Bestandteil der Popkultur geworden und auch nicht mehr aus dem Mainstream wegzudenken. Ohne WHITE ZOMBIE hätte auch George A. Romero 36 Jahre später sicher nicht seine erstmals fleischfressenden Wiedergänger auf das unbedarfte Publikum losgelassen. Der Rest ist Geschichte...

GRAND HOTEL (MENSCHEN IM HOTEL)

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GRAND HOTEL
(dt. Titel: MENSCHEN IM HOTEL)
USA, 1932
Metro-Goldwyn-Mayer (MGM)
Regie: Edmund Goulding
Produktion: Irving Thalberg
Buch: William A. Drake, Béla Balázs, nach dem Theaterstück Grand Hotel von William A. Drake und dem Roman Menschen im Hotel von Vicki Baum
Kamera: William H. Daniels
Schnitt: Blanche Sewell
Musik: Charles Maxwell
Darsteller: Greta Garbo (Grusinskaya), John Barrymore (Baron Felix von Gaigern), Joan Crawford (Flämmchen), Wallace Beery (Generaldirektor Preysing), Lionel Barrymore (Otto Kringelein), Lewis Stone (Dr. Otternschlag), Jean Hersholt (Senf, der Portier), Robert McWade (Meierheim), Purnell Pratt (Zinnowitz), Ferdinald Gottschalk (Pimenov), Rafaela Ottiano (Suzette), Morgan Wallace (Chauffeur), Tully Marshall (Gerstenkorn), Frank Conroy (Rohna), Murray Kinnell (Schweimann), Edwin Maxwell (Dr. Waltz), Joan Barclay (junges Mädchen in Lobby), Max Barwyn (Hotelgast), Mary Carlisle (Frau Hoffman), John Davidson (Hotelmanager), Edmund Goulding, Sherry Hall (Hotelgast), Allen Jenkins (Fleischlieferant), Robert Lees (Page), Eric Mayne (Spieler), Philo McCullough (Hotelgast), Greta Meyer (Haushälterin), Sarah Padden (Zimmermädchen), Lee Phelps (Hotelgast), Edward Reinach (Hotelgast), Bodil Rosing (Krankenschwester), Dick Rush (Gendarme), Rolfe Sedan (Hotelgast), Leo White (Portier), Florence Wix (Hotelgast)
Erstaufführuung: 12. April 1932

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Inhalt: Im Berliner Grand Hotel kreuzen sich die Schicksale mehrerer grundverschiedener Persönlichkeiten. Da sind die erfolgreiche Tänzerin (Greta Garbo) in der Lebenskrise, der verarmte Baron (John Barrymore), der sich als Hoteldieb über Wasser hält, der skrupellose Unternehmer Preysing (Wallace Beery) und dessen Sekretärin „Flämmchen“ (Joan Crawford) sowie der Angestellte Kringelein (Lionel Barrymore), der nicht mehr lange zu leben hat und es noch einmal richtig krachen lassen will. In dieser einen Nacht soll sich für alle diese Leute das Leben entscheidend ändern.


Früher „Ensemblefilm“, bei dem die MGM seine vorderste Starriege auffährt wie Erdtrabanten rund um ihre hellste Sonne – Greta Garbo. Basieren tut GRAND HOTEL auf dem auf dem deutschen Roman Menschen im Hotel von Vicki Baum basiernden Theaterstück von William A. Drake, der das Skript selber verfasste. Seinen Ursprung beim Theater sieht man den Film deutlich an. Die Schauspieler bekommen alle gleichsam dialoghaltigen Raum ihre Kunst zu entfalten.

Dabei hält er sich elegant recht schadlos. Er ist weder das befürchtete Rührstück geworden noch bietet er irgendwelche größeren Überraschungen auf. Wer mit dem Hollywoodkino der alten Schule etwas anfangen kann, wird im GRAND HOTEL der MGM bestens beherbergt sein.

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Joan Crawford

In den Vorbereitungen wurde darauf geachtet, dass die beiden Diven Garbo und Crawford in keiner Szene gemeinsam zu sehen seien, damit die beiden Stars sich nicht gegenseitig das Rampenlicht nehmen könnten – und um einen befürchteten Zickenkrieg zu vermeiden.

GRAND HOTEL heimste sich 1932 den Oscar für den besten Film ein und ist damit der einzige Gewinner in der Hauptkategorie, der für keinen einzigen weiteren Academy Award nominiert wurde. 2007 wurde er ins National Film Registry aufgenommen.




THE MUSIC BOX (Kurzfilm)
(dt. Titel: DER ZERMÜRBENDE KLAVIERTRANSPORT)
USA, 1932; R: James Parrott; D: Stan Laurel, Oliver Hardy, Sam Lufkin uvm.
Erstaufführung: 16. April 1932
Stan und Ollie (Laurel und Hardy) machen sich als Transportunternehmen selbständig. Bei ihrem ersten Auftrag müssen sie ein Klavier eine laaaaaaaaange Treppe hochtragen.

Einer der berühmtesten, wenn nicht gar DER berühmteste Kurzfilm der beiden Chaoten. Slapstick der edelsten Sorte, der zu einem Großteil improvisiert wurde und im Grunde nur entstand, weil Laurel und Hardy ihren Vertrag mit Hal Roach erfüllen mussten. THE MUSIC BOX wurde der erste Film, der in der 1932 neu erschaffenen Kategorie “Best Short Subject” mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.



THE CHIMP (Kurzfilm)
(dt. Titel: DICK UND DOOF IN DER MANEGE; DER GORILLA UNTER DER BETTDECKE; DIE SCHIMPANSENDAME)
USA, 1932; R: James Parrott; D: Stan Laurel, Oliver Hardy, Bobby Burns uvm.
Erstaufführung: 21. Mai 1932
Stan und Ollie (Laurel und Hardy) richten einen Wanderzirkus zugrunde. Da der Besitzer nun Zahlungsunfähig ist entlohnt er seine Artisten mit Naturalien. Während Stan einen Flohzirkus bekommt, muss sich Ollie mit einem ausgewachsenen Schimpansen rumplagen. Das kann bei den beiden Chaoten natürlich nicht gutgehen. - Naturgemäß kann der Nachfolger eines solch grandiosen Streiches wie THE MUSIC BOX nur abfallen. Dafür entschädigt aber ein Oliver Hardy im Tutu.

SCARFACE

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SCARFACE
(dt. Titel: SCARFACE; DER MANN MIT DER NARBE; NARBENGESICHT)
USA, 1932
The Caddo Company
Regie: Howard Hawks
Produktion: Howard Hughes, Howard Hawks
Buch: Ben Hecht, Fred Pasley, Howard Hawks, nach dem Roman Scarface von Armitage Trail
Kamera: Lee Garmes, L. William O'Connell
Schnitt: Edward Curtiss, Lewis Milestone
Darsteller: Paul Muni (Antonio „Tony“ Camonte), Ann Dvorak (Francesca „Cesca“ Camonte), Karen Morley (Poppy), Osgood Perkins (John „Johnny“ Lovo), C. Henry Gordon (Inspector Ben Guarino), George Raft (Guino Rinaldo), Vince Barnett (Angelo), Boris Karloff (Gaffney), Purnell Pratt (Mr. Garston), Tully Marshall (Editor), Inez Palange (Mrs. Camonte), Edwin Maxwell (Polizeichef), Henry Armetta (Pietro), Gus Arnheim (Dirigent), Eugenie Besserer (Bürgerkommiteemitglied), Maurice Black (Jim), Gino Corrado (Kellner), Virginia Dabney (Mabel), William B. Davidson (Bürgerkommiteemitgield), Eddie Fetherston (Reporter), Paul Fix (Gangster), Howard Hawks (Mann im Bett), Brandon Hurst (Bürgerkommiteemitgield), John Kelly (Gangster), Hank Mann (Pförtner), Dennis O'Keefe (Nachtclubbesitzer), Jack Perry (Gangster), Pedro Regas (Tony), Warner Richmond (Cescas Tanzpartner), Constantine Romanoff (Handlanger), Bert Starkey (Epstein), Charles Sullivan (Gangster), Harry Tenbrook (Gangster), Helen C. Thompson (Sadie Thompson), Harry J. Vejar (Big Louis Costillo)
Erstaufführung: 31. März 1932

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Filmszene


Inhalt: „The World is yours“ sagt die übergroße Neonreklame – und Gangster Tony Camonte (Paul Muni) hat sich das zur Lebensregel gemacht. So will er nicht mehr länger die Dampfwalze für seinen Boss Johnny Lovo (Osgood Perkins) sein, sondern dessen Platz einnehmen. Und dazu gehört auch dessen Frau (Karen Morley).


Mit SCARFACE gelang dem am 30. Mai 1896 geborenen Howard Hawks der Durchbruch in die Riege der Starregisseure und entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem der Besten seiner Zunft.

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Howard Hawks


Und Hawks musste hart um sein Baby kämpfen. Immer wieder eckte der Film bei der Zensur an. Besonders das Ende stieß den Morawächtern übel auf. So musste Hawks ein alternatives Finale drehen, in dem Camonte durch ein ordentliches Gericht zum Tode veruteilt wird. Diese Szenen (entstanden komplett ohne Paul Muni) kamen jedoch ebenfalls nicht durch die Prüfung. Auch die angedeutete inzestiöse Beziehung Camontes zu seiner Schwester gefiel den staatlichen Scherenmännern nicht wirklich. Da entschloss sich Howard Hawks den Film ohne Abgleich mit dem Hays-Code ins Kino zu bringen und hängte dem Titel die Tagline „Shame of a Nation“ an, um dem Vorwurf der Verherrlichung des Gangstertums zu entgehen.

Trotz der durch die nun sozusagen ungeprüfte Aufführung (die meisten kommerziellen Kinos fassten Filme ohne Abwilligung des Preservation Boards nicht einmal mit der Kneifzange an) wurde SCARFACE zu einem der erfolgreichsten Vertreter des Gangsterfilms. Angelehnt ist die Geschichte einmal mehr an der Figur Al Capones, der den Film angeblich überaus liebte. Hawks war nicht nur an einer biographischen Beobachtung interessiert, sondern er beleuchtete auch die gesellschaftliche Reaktion, insbesondere die der Presse sowie der Polizei etwas mehr als seine Kollegen, die LITTLE CAESAR und THE PUBLIC ENEMY inszenierten. Ein hübscher Einfall Hawks' ist ein symbolisches „X“ im Bild, wenn immer einer der Charaktere sein Leben ließ. Das größte X gehörte natürlich am Ende Tony Camonte, als die Kamera von seiner Leiche auf ein Garagentor schwenkt, auf den überdimensionales Kreuz gepinselt war.

1983 entstand Brian De Palmas nicht minder berühmtes Remake mit Al Pacino in der Rolle des Kubaners Tony Montana, dem Pendant zu Hawks' Italiener Tony Camonte. De Palma erzählte die Geschichte in ihren Grundzügen beinahe identisch nach, verlagerte nur das Milleu und verlegte die Spielzeit in die Gegenwart der Frühachtziger.

1994 zeigte man sich auch von staatlicher Seite versöhnt mit SCARFACE, der mit der Eintragung ins National Film Registry zum öffentlich anerkannten Kulturgut wurde.

TARZAN THE APE MAN (TARZAN, DER HERR DES URWALDS)

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TARZAN THE APE MAN
(dt. Titel: TARZAN, DER HERR DES URWALDS; TARZAN, DER AFFENMENSCH)
USA, 1932
Metro-Goldwyn-Mayer (MGM)
Regie: W.S. Van Dyke
Buch: Cyril Hume, nach Charakteren von Edgar Rice Burroughs
Kamera: Clyde De Vinna, Harold Rosson
Schnitt: Tom Held, Ben Lewis
Musik: George Richelavie
Darsteller: Johnny Weissmuller (Tarzan), Neil Hamilton (Harry Holt), Maureen O'Sullivan (Jane Parker), C. Aubrey Smith (James Parker), Doris Lloyd (Mrs. Cutten), Forrester Harvey (Beamish), Ivory Williams (Riano), Ray Corrigan (Affe), Johnny Eck (Vogelkreatur)
Erstaufführung: 25. März 1932

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Filmszene

Inhalt: Ein britischer Expeditionstrupp, angeführt von James Parker (C. Aubrey Smith) durchstreift den afrikanischen Dschungel auf der Suche nach dem sagenumwobenen Elefantenfriedhof, dessen Elfenbein ihnen unschätzbaren Reichtum bescheren soll. Nach ein paar kleinen Unwegsamkeiten gerät die unvernünftigerweise mitgekommene Tochter von Parker, Jane (Maureen O'Sullivan) in die Hände eines abseits jeglicher Zivilisation aufgewachsenen und mit tierischen Instinkten ausgestatteten jungen Mann (Johnny Weissmuller). Dieser, den sie bald Tarzan nennt, will ihr aber nichts tun und ist fasziniert von der bezaubernden Jane, die wiederum dem spröden Charme des ungehobelten Naturburschen erliegt.


Er versprüht so einiges an Trashcharme der olle TARZAN. Die gut sichtbaren Trapeze, an denen sich der Affenmensch langschwingt, die Menschen im Affenkostüm oder die dilletantisch schlechten Rückprojektionen, die echte Wildnisabenteuer vortäuschen soll. Aber der Film enthält vor allem auch eine recht aktuelle Message. Schnell verlieren die etablierten „zivilisierten“ Identifikationsfiguren die Vorschusssympathien des Publikums, in dem sie sich im Dschungel wie die wahren Wilden benehmen, sich ohne Rücksicht auf Verluste bereichern wollen, die Einheimischen wie Sklaven behandeln und auf alles schießen, was sich bewegt. Ich fühlte mich doch teils sehr an CANNIBAL HOLOCAUST erinnert. Das Herz des Publikums gewinnt der sogenannte „Wilde“, der das Herz am rechten Fleck hat und zum übermächtigen Helden mutiert.

Erstaunlich die Offenherzigkeit, mit denen die Darsteller hier für einen US-Film der Entstehungszeit ihre Haut zu Markte tragen. Überhaupt versprüht der Film eine erotische Spannung und lässt mich im Subtext nur wilden animalischen Sex erkennen statt einer wahren Liebesgeschichte. Immerhin entscheidet sich Jane statt des verlässlichen Lovers ohne wirklich erkennbare Motivation für die unbändige Potenz des „wilden Tieres“.

TARZAN THE APE MAN von 1933 ist bereits die dritte Verfilmung des berühmten Trivialromans von Edgar Rice Burroughs bzw. bedient sich seiner Charaktere. Mit Burroughs' originaler Geschichte hat der Film nicht mehr viel gemein. 1918 entstand TARZAN OF THE APES, 1927 TARZAN AND THE GOLDEN LION. Diese sollte der Figur aber den entscheidenden Durchbruch zum Kulturphänomen bringen. Erstmals ist hier Tarzans markanter Schrei zu hören. Kreiert hat ihn Tontechniker Douglas Shearer, der hier einen echten Männerschrei künstlich verlängerte und rückwärts abspielte. Auch taucht hier zum ersten Mal Tarzans treuer Gefährte, Schimpanse Cheeta auf, der im Roman noch nicht vorkam.

Ursprünglich sollte ein gewisser Clark Gable die Rolle des berühmten Lendenschurzträgers spielen. Doch war er den Produzenten zu unbekannt, so daß diese sich für den in Österreich-Ungarn geborenen US-Olympia-Schwimmer und Werbemodel Johnny Weissmuller entschieden, für den Tarzan die Rolle des Lebens wurde und ihn noch in zehn weiteren Filmen verkörperte. Zudem gehört ihm die Ehre als einer der Figuren auf dem „Sgt. Pepper“-Cover der Beatles zu finden zu sein.

FREAKS

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FREAKS
(dt. Titel: FREAKS / FREAKS - MISSGESTALTETE / FREAKS - MONSTREN / MONSTREN / DIE GEZEICHNETEN)
USA, 1932
Metro-Goldwyn-Mayer (MGM)
Regie: Tod Browning
Produktion: Tod Browning, Irving Thalberg, Harry Rapf
Buch: Leon Gordon, Willis Goldbeck, nach der Geschichte Spurs von Tod Robbins
Kamera: Merritt B. Gerstad
Schnitt: Basil Wrangell
Darsteller: Wallace Ford (Phroso), Leila Hyams (Venus), Olga Baclanova (Cleopatra), Roscoe Ates (Roscoe), Henry Victor (Hercules), Harry Earles (Hans), Daisy Earles (Frieda), Rose Dione (Madame Tetrallini), Daisy Hilton (siamesischer Zwilling), Violet Hilton (siamesischer Zwilling), Schlitze (Schlitze), Josephine Joseph (halb Frau, halb Mann), Johnny Eck (halber Junge), Frances O'Connor (armloses Mädchen), Peter Robinson (menschliches Skelett), Olga Roderick (bärtige Dame), Koo Koo (Koo Koo), Prince Randian (der lebende Torso), Martha Morris (armloses Mädchen), Elvira Snow (Pinhead), Jenny Lee Snow (Pinhead), Elizabeth Green (Vogelmädchen), Angelo Rossitto (Angeleno), Edward Brophy (Rollobruder), Matt McHugh (Rollobruder), John Aasen (Riese), Ernie Adams (Sideshowbesitzer), Jerry Austin (messerwerfender Zwerg), Sidney Bracey (Hans' Butler), Mathilde Comont (Mdm Bartet), Albert Conti (Gutsbesitzer), Tiny Doll, Edith (kleines Mädchen), Delmo Fritz (Schwertschlucker), Murray Kinnell (Freakschowausrufer), Burgess Meredith (Schausteller), Michael Visaroff (Jean)
Erstaufführung: 20. Februar 1932

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Filmszene


Inhalt: Herzstück eines in Frankreich Station machenden Zirkus ist eine Freakshow, in der Menschen mit verschiedensten Behinderungen einem zahlenden Publikum vorgeführt werden. Unter ihnen ist der Kleinwüchsige Hans (Harry Earles), der ein Auge auf die attraktive Trapezkünstlerin Cleopatra (Olga Baclanova) geworfen hat, die seine Avancen belächelt und ihn nach Strich und Faden ausnutzt. Als sie erfährt, dass er über ein größeres Vermögen verfügt, schmiedet sie einen finsteren Plan.


FREAKS – einer der kontroversesten Werke der Filmgeschichte. Seit Jahrzehnten Gegenstand nicht endenwollender Debatten und Zensuren. Macht sich Tod Browning an der Zurschaustellung der Behinderten mitschuldig oder dient sie nur seiner mit fletschenden Zähnen und gezückten Messern darbebrachte menschliche Botschaft?

Noch vor seiner Premiere am 20. Februar 1932 wurde FREAKS von einer Lauflänge von 90 auf 64 Minuten runtergekürzt. Das Testpublikum zeigte sich reichlich verstört von den finalen Racheakten der „Freaks“, zudem wurde der gesamte Prolog gegen einen Neuen ersetzt. Die der Schere zum Opfer gefallenen Szenen sind heute leider nicht mehr existent.

In der Folge avancierte der Streifen zu einem waschechten Kultfilm und auch heute ist er noch kaum zu ertragen. War es bei erster Ansicht vor einigen Jahren noch der Anblick der deformierten Gestalten, der mich erschaudern ließ, ist es heute eher das Verhalten der „Normalen“. So war auch sicher die Intention Brownings.

MATA HARI

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MATA HARI
(dt. Titel: MATA HARI)
USA, 1931
Metro-Goldwyn-Mayer (MGM)
Regie: George Fitzmaurice
Produktion: Irving Thalberg, George Fitzmaurice
Buch: Benjamin Glazer, Leo Birinsky
Kamera: William H. Daniels
Schnitt: Frank Sullivan
Musik: William Axt
Darsteller: Greta Garbo (Mata Hari), Ramon Novarro (Lt. Alexis Rosanoff), Lionel Barrymore (Gen. Serge Shubin), Lewis Stone (Andriani), C. Henry Gordon (Dubois), Karen Morley (Carlotta), Âlec B. Francis (Maj. Caron), Blanche Friderici (Schwester Angelica), Edmund Breese (Wachmann), Helen Jerome Eddy (Schwester Genevieve), Frank Reicher (Koch/Spion), Mischa Auer (Hingerichteter), William Bailey (Dubois' Berater), Roy Barcroft, Reginald Barlow (Staatsanwalt), Frederick Burton (Major bei der Hinrichtung), Harry Cording (Ivan), Cecil Cunningham (Spielerin), Gordon De Main (Berater des Botschafters), Maude Turner Gordon (Madame Durand), Anthony Jowitt (junger Offizier), Isabelle Keith (Partygast), Sarah Padden (Schwester Teresa), Lennox Pawle (DiSignac), Michael Visaroff (Jacques)
Erstaufführuung: 26. Dezember 1931

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Filmszene


Inhalt: Die in Paris als Tänzerin arbeitende Mata Hari (Greta Garbo) verdingt sich als Spionin für den deutschen Geheimdienst und leuchtet den russischen General Shubin (Lionel Barrymore) aus. Als sie sich in den jungen russischen Leutnant Rosanoff (Ramon Novarro) verliebt fällt sie bei ihrem Auftraggeber Andriani (Lewis Stone) in Ungnade und muss um ihr Leben fürchten.


Margaretha Geertruida Zelle, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Mata Hari, ging als berühmteste Spionin in die Geschichte ein. Die gebürtige Niederländerin arbeitete in Paris als Erotiktänzerin und erlangte damit großen Ruhm. Nebenbei versorgte sie noch den deutschen Geheimdienst mit brisanten Informationen. 1917 wurde sie in Frankreich der Doppelspionage und des Hochverrats angeklagt und schließlich hingerichtet. Um die tatsächliche Tragweite ihrer Spionagetätigkeiten ranken sich noch immer Mythen und Spekulationen. So ist sie für viele nur ein willkommenes Opfer für in Bedrängnis geraten Geheimdienstbosse. Ob das noch geklärt werden kann ist fraglich.

Das US-Drama MATA HARI, in dem MGM-Star Greta Garbo nach THE MYSTERIOUS LADY (DER KRIEG IM DUNKEL) von 1928 erneut in die Rolle einer undurchsichtigen Spionin schlüpfte, spinnt um die Dame zumindest eine zuschauertaugliche Liebesgeschichte und hält sich nur vage an tatsächliche Begebenheiten. Das Werk von George Fitzmaurice ist die dritte Verfilmung der bewegenden Lebensgeschichte der Dame. Zuvor gab es bereits zwei in Deutschland entstandene Leinwandaufbereitungen. Die amerikanische Version ist sebstverständlich weit zugeknöpfter und unverfänglicher gestaltet. Die Garbo, die mal wieder mit Abstand das Sehenswerteste an dem Film ist, darf von ihren Reizen unterhalb ihres wunderhübschen Gesichts nicht preisgeben. Aus der männerbetörenden Nackttänzerin wurde hier ein prüdes Luxusweibchen.

In einer der Hauptrollen ist Lionel Barrymore (1878 – 1954) aus der berühmten Barrymore-Schauspieler-Dynastie zu bewundern. Er ist der Großonkel von Drew Barrymore und Bruder der ebenso berühmten John und Ethel Barrymore.




HELPMATES (Kurzfilm)
(dt. Titel: WIR SITZEN IN DER KLEMME)
USA, 1932; R: James Parrott; D: Stan Laurel, Oliver Hardy, Bobby Burns uvm.
Erstaufführung: 23. Januar 1932
Ollie (Oliver Hardy) hat ein dickes Problem: sein Haus sieht nach einer Party aus wie ein Schlachtfeld – und in wenigen Stunden kommt seine Frau nach Hause. Er ruft seinen besten Freund Stan (Stan Laurel) herbei um aufzuräumen. Ob er das nicht bald bereut? - Virtuose Kettenreaktion, die ins unheilvolle Chaos führt.

RICH AND STRANGE (REICH UND BERÜHMT)

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RICH AND STRANGE
(dt. Titel: REICH UND BERÜHMT; ENDLICH SIND WIR REICH)
Großbritannien, 1931
British International Pictures
Regie: Alfred Hitchcock
Produktion: John Maxwell
Buch: Alfred Hitchcock, Alma Reville, Val Valentine, nach dem Roman Rich and strange von Dale Collins
Kamera: Jack E. Cox, Charles Martin
Schnitt: Rene Marrison, Winifred Cooper
Musik: Adolph Hallis
Darsteller: Henry Kendall (Fred Hill), Joan Barry (Emily Hill), Percy Marmont (Commander Gordon), Betty Amann (die Prinzessin), Elsie Randolph (das alte Mädchen), Aubrey Dexter (Colonel), Hannah Jones (Mrs. Porter)
Erstaufführuung: 10. Dezember 1931

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Filmszene


Inhalt: Das Ehepaar Hill, Fred (Henry Kendall) und Emily (Joan Barry) kommen zu erhofftem, aber unerwartetem Reichtum und gehen erst einmal auf Weltreise. Eine Reise, die direkt in eine handfeste Ehekrise führt.


Gelungene Hitchcock-Komödie mit dramatischen Zügen, die sich an den Kinokassen bedauerlicherweise als Flop erwies. Auch die zeitgenössische Kritik sprang nicht gerade nett mit dem Film um. Und trotzdem mochte ihn Hitchcock selbst stets sehr, was man nun wirklich nicht von allen seinen Frühwerken behaupten kann.

EMIL UND DIE DETEKTIVE

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EMIL UND DIE DETEKTIVE
Deutschland, 1931
Universum Film (UFA)
Regie: Gerhard Lamprecht
Produktion: Günther Stapenhorst
Buch: Erich Kästner, Billy Wilder, Emeric Pressburger, nach dem Roman Emil und die Detektive von Erich Kästner
Kamera: Werner Brandes
Musik: Allan Gray
Darsteller: Rolf Wenkhaus (Emil Tischbein), Käthe Haack (Frau Tischbein, Emils Mutter), Fritz Rasp (Grundeis), Rudolf Biebrach (Wachtmeister Jeschke), Olga Engl (Großmama), Inge Landgut (Pony Hütchen), Hans Joachim Schaufuß (Gustav mit der Hupe), Hans Richter (Fliegender Hirsch), Hans Löhr (Dienstag), Ernst-Eberhard Reling (Gerold), Waldemar Kupczyk (Mittenzwei), Martin Rickelt, Gerhard Dammann, Rudolf Lettinger, Margarete Sachse, Georg H. Schnell, Hubert Schmitz (Professor)
Erstaufführuung: 02. Dezember 1931

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Filmszene


Inhalt: Der Junge Emil Tischbein (Rolf Wenkhaus) kommt nach Berlin um seine Großmutter (Olga Engl) zu besuchen. Doch schon im Zug wird ihm sein gesamtes Geld gestohlen. In Berlin trifft er auf eine Jugendgang, die sich ihm anschließt, um den Dieb (Fritz Rasp) zu überführen.


Im Oktober 1929 erschien mit Emil und die Detektive (Emil) Erich Kästners erstes Kinderbuch, das bereits 1931 erstmals verfilmt wurde.

Die UFA-Produktion ist ein gewitzter Kinderkrimi, wie man ihn heute leider nicht mehr machen würde, weil man unserer verweichlichten und in Watte gepackten Jugend so etwas nicht mehr zumuten würde. Was wäre nur, wenn die Kids auf die Idee kommen würden, das nachzuahmen?!? Oh mein Gott – der Untergang des Abendlandes.

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Billy Wilder


Kästner, der nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland blieb aber in Ungnade fiel und mit Arbeitsverbot belegt wurde, zeigte sich mit dem Drehbuch nicht gerade glücklich. An diesem war ein Autor beteiligt, der als Samuel Wilder am 22. Juni 1906 im Österreich-Ungarischen Sucha Beskidzka als Sohn jüdischer Eltern geboren wurde und im Gegensatz zu Kästner gleich 1933 die Flucht Richtung USA antrat, wo er unter dem besser bekannten Namen Billy Wilder zu einem der größten Regisseure Hollywoods avancieren sollte.

FRANKENSTEIN

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FRANKENSTEIN
(dt. Titel: FRANKENSTEIN)
USA, 1931
Universal Pictures
Regie: James Whale
Produktion: Carl Laemmle Jr.
Buch: Garrett Fort, Francis Edward Faragoh, nach dem Roman Frankenstein: or the Modern Prometheus von Mary Shelley
Kamera: Arthur Edeson, Paul Ivano
Schnitt: Clarence Kolster
Musik: Bernhard Kaun
Darsteller: Colin Clive (Henry Frankenstein), Mae Clarke (Elizabeth), John Boles (Victor Moritz), Boris Karloff (das Monster), Edward Van Sloan (Dr. Waldman), Frederick Kerr (Baron Frankenstein), Dwight Frye (Fritz), Lionel Belmore (Bürgermeister), Marilyn Harris (kleine Maria), Ted Billings (Dorfbewohner), Mae Bruce (schreiendes Mädchen), Jack Curtis (Schauspieler), Arletta Duncan (Brautjungfer), Francis Ford (Hans), Mary Gordon (Trauernde), Soledad Jiménez (Trauernde), Michael Mark (Ludwig), Pauline Moore (Brautjungfer), Inez Palange (Dorfbewohnerin), Paul Panzer (Trauernder am Grab), Cecilia Parker (Mädchen), Rose Plumer (Dorfbewohnerin), Cecil Reynolds (Waldmanns Sekretärin), Ellinor Vanderveer (Medizinstudentin)
Erstaufführung: 21. November 1931

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Filmszene


Inhalt: Wie besessen arbeitet der Wissenschaftler Henry Frankenstein (Colin Clive) an seinem neuen Experiment. Er will einem Körper, geschaffen aus verschiedensten Leichenteilen, Leben einhauchen, was ihm auch tatsächlich gelingt. Doch seine Kreatur (Boris Karloff) reagiert nicht so wie es sein Schöpfer erwartet hat und entwickelt sich zur Gefahr für sein Umfeld.


James Whales FRANKENSTEIN ist wohl der unverwüstlichste Klassiker des Modernen Horrorfilms, der nach dem im selben Jahr erschienenen DRACULA und diesem in aller Ewigkeit mit Universal Pictures assoziiert werden wird und Boris Karloff zur ersten großen Horrorikone werden ließ.

Auch wenn er heute nicht mehr so furchterregend ist, wie er dem damaligen Publikum vorkommen sein mag, so kommt man nicht drumherum festzustellen, dass ohne ihn nichts so wäre wie es jetzt ist. Der 1931er FRANKENSTEIN, zweite bedeutende Verfilmung des Stoffes nach dem stummen Einakter von 1910, zog Sequels, Remakes und Persiflagen nach sich wie sonst nur sein Kollege DRACULA. Karloffs Monstermaskerade, die von der Universal streng urheberrechtlich geschützt ist, erkennt noch heute jedes Kind. Der Begriff „Horror“ für das in Entstehen begriffene Genre entsammt der Werbekampagne, die die Produzenten zu dem Film starteten und war das prägnante Schlagwort der Werbetrailer.

Von Mary Shelleys berühmter Romanvorlage weicht die Universaladaption gravierend ab. Das hat den Hauptgrund, dass James Whales Film sich nicht direkt auf den Romanklassiker bezieht, sondern sich als Vorlage der Theaterbearbeitung von Peggy Webling bediente. Weitere künstlerische Freiheiten bei der Übertragung führten zu weiteren Unterschieden.

Bei der Nennung des Casts griff man auf einen ungewöhnlichen Kniff zurück. Während des Vorspanns wurde der Name Boris Karloff als Darsteller des Monsters nicht erwähnt, stattdessen ein Fragezeichen. Das sollte es dem Zuschauer wohl mysteriöser machen. Dafür Karloff mit dem Rest der Besetzung am Ende des Films noch einmal genannt. Auch ungewöhnlich, da es zu der Zeit noch nicht üblich war einen Abspann zu zeigen. Stattdessen wurde stets ein „The End“ eingeblendet. Auch wenn die vorliegende Lösung so zwar nicht gerade als Abspann bezeichnet werden kann, so war der Film doch ein Vorreiter hier.

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Boris Karloff


Für den am 23. November 1887 in London geborenen William Henry Pratt, besser bekannt unter seinem Pseudonym Boris Karloff, bedeutete der Film die Unsterblichkeit. Bislang war Karloff nur in Nebenrollen zu sehen und versuchte nun im Tonfilm Fuß zu fassen. Er spielte das Geschöpf Frankensteins noch in zwei weiteren Filmen und wurde das Image des Horrorstars nie wieder los. So sehr störte ihn das nicht, machte es ihn doch reich und berühmt. So spielte er noch in weiteren namhaften Horrorproduktionen der Universal und traf später auf Roger Corman. Aber auch dazu werden wir noch im Laufe meines Filmtageblogs kommen.

FRANKENSTEIN wurde noch jahrzehntelang zum Gegenstand verschiedenster Zensuren. Da nützte auch der gesprochene Prolog nicht, den die Universal voransetzte, um die Härte des Streifens abzumildern. Zensiert wurde zumeist der Selbstvergleich Frankensteins mit Gott, hier bleibt die deutsche Tonspur noch heute stumm. Geschnitten wurde aber ebenso oft der „Mord“ der Kreatur an dem kleinen Mädchen. Heute ist die Szene in fast allen internationalen Versionen wieder enthalten.

PLATINUM BLONDE (VOR BLONDINEN WIRD GEWARNT)

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PLATINUM BLONDE
(dt. Titel: VOR BLONDINEN WIRD GEWARNT)
USA, 1931
Columbia Pictures Corporation
Regie: Frank Capra
Produktion: Frank Capra, Harry Cohn
Buch: Joe Swerling, Robert Riskin
Kamera: Joseph Walker
Schnitt: Gene Milford
Musik: Irving Bibo, David Broekman, Bernhard Kahn
Darsteller: Loretta Young (Gallagher), Robert Williams (Stew Smith), Jean Harlow (Anne Schuyler), Halliwell Hobbes (Smythe), Reginald Owen (Dexter Grayson), Edmund Breese (Conroy), Don Dillaway (Michael Schuyler), Walter Catlett (Binji Baker), Claud Allister (Dawson), Louise Closser Hale (Mrs. Schuyler), Wilson Benge (Butler), Eddy Chandler (Hank), Richard Cramer (Eigentümer des Speakeasy), Oliver Eckhardt (Reporter), Bill Elliott (Annes Verehrer), Dannie Mac Grant (Bürobote), Frank Holliday (Reporter), Olaf Hytten (Radcliffe), Charles Jordan (Reporter), Tom London (Reporter), Hal Price (Joe), Dick Prichard, Harry Semels (Kellner), Harry Strang (Reporter), Florence Wix (Partygast)
Erstaufführuung: 31. Oktober 1931

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Filmszene


Inhalt: Stew Smith (Robert Williams), unbestechlicher Klatschreporter, heiratet überstürzt Anne Schuyler (Jean Harlow), Spross einer schwerrechen Dynastie. Schon bald wird die Ehe für ihn zu Qual und er in seiner Männlichkeit gekränkt, als er merkt, dass er nur ihr Anhängsel ist und er immer mehr seine Individualität aufgeben muss. Zudem merkt er gar nicht, dass seine Kollegin Gallagher (Loretta Young) hoffnungslos in ihn verliebt ist.


Es gab mal eine Zeit, da galt die Blondine noch nicht als Doofchen, sondern hatte noch das Image der männerfressenden und berechnenden Verführerin. Und es gab mal die Zeit der Screwballkomödien, so wie PLATINUM BLONDE ein früher Vertreter dieser Spialart ist. Screwballkomödien behandeln den Kampf der Geschlechter und überzeichnen diesen und führen ihn mit viel Slapstick in das totale Chaos. Die besten Screwballkomödien bieten elegante Dialoge und geschliffene Wortduelle. PLATINUM BLONDE bietet dies alles in Perfektion.

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Frank Capra


Sie stammt ja auch von einem Meister dieses Fachs: Frank Capra (geboren am 18. Mai 1897 auf Sizilien), der zu einem der größten Filmregisseure werden und bis in die Sechziger noch unsterbliche Filmklassiker am Fließband drehen sollte. Mit PLATINUM BLONDE hat er seine Handschrift gefunden und drückte dem Komödiengut Hollywoods seinen eigenen Stempel auf. Er setzte Jean Harlow in den Rollentypus ein, der sie legendär machen sollte. Sie spielte die blonde Männerfalle zwar auch schon im selben Jahr im Gangsterfilm THE PUBLIC ENEMY, aber von nun an sollte sie in Komödien ihr Glück gefunden haben.

Kein Glück hatte dagegen der smarte Hauptdarsteller Robert Williams. Er starb am 3. November 1931, vier Tage nach der Uraufführung, im Alter von 33 Jahren an einem Blinddarmdurchbruch.





Am 10. November 1931 wurde der Academy Award zum vierten Mal vergeben. Im Biltmore Hotel in Los Angeles traf man zusammen, um die Gewinner zu feiern. Durch den Abend führte wie im Jahr zuvor Lawrence Grant. Erstmals wurde der Oscar für die Ausstattung (Art Direction) vergeben. Obwohl im Jahr zuvor verliehen, gab es diesmal keine Trophäe für das Sound Recording. Erst 1934 wurde der Preis wieder in der Kategorie vergeben. Gewinner des Abends war der Western CIMARRON, der in der Königskategorie Best Picture und als einziger Film in dem Jahr mehrere Statuen gewinnen konnte.




Hier die Gewinner (in Fettschrift) und alle anderen Nominierten im Überblick:

Best Picture:

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CIMARRON (PIONIERE DES WILDEN WESTENS)
EAST LYNNE
SKIPPY
THE FRONT PAGE
TRADER HORN


Best Actor in a Leading Role:

Lionel Barrymore, A FREE SOUL (DER MUT ZUM GLÜCK)
Richard Dix, CIMARRON (PIONIERE DES WILDEN WESTENS)
Jackie Cooper, SKIPPY
Adolphe Menjou, THE FRONT PAGE
Fredric March, THE ROYAL FAMILY OF BROADWAY


Best Actress in a Leading Role:

Marie Dressler, MIN AND BILL (DIE FREMDE MUTTER)
Norma Shearer, A FREE SOUL (DER MUT ZUM GLÜCK)
Irene Dunne, CIMARRON (PIONIERE DES WILDEN WESTENS)
Ann Harding, HOLIDAY
Marlene Dietrich, MOROCCO (MAROKKO)


Best Director:

Norman Taurog, SKIPPY
Clarence Brown, A FREE SOUL (DER MUT ZUM GLÜCK)
Wesley Ruggles, CIMARRON (PIONIERE DES WILDEN WESTENS)
Josef von Sternberg, MOROCCO (MAROKKO)
Lewis Milestone, THE FRONT PAGE


Best Writing, Original Story:

John Monk Saunders, THE DAWN PATROL (START IN DIE DÄMMERUNG)
Harry d'Abbadie d'Arrast, Douglas Z. Doty, Donald Ogden Stewart, LAUGHTER
Lucien Hubbard, Joseph Jackson, SMART MONEY (LEICHTES GELD)
Rowland Brown, THE DOORWAY TO HELL
John Bright, Kubec Glasmon, THE PUBLIC ENEMY (DER ÖFFENTLICHE FEIND)


Best Writing, Adaptation

Howard Estabrook, CIMARRON (PIONIERE DES WILDEN WESTENS)
Horace Jackson, HOLIDAY
Francis Edward Faragoh, Robert N. Lee, LITTLE CAESAR (DER KLEINE CAESAR)
Joseph L. Mankiewicz, Sam Mintz, SKIPPY
Seton I. Miller, Fred Niblo Jr., THE CRIMINAL CODE (DAS STRAFGESETZBUCH)


Best Cinematography:

Floyd Crosby, TABU: A STORY OF THE SOUTH SEAS (TABU)
Edward Cronjager, CIMARRON (PIONIERE DES WILDEN WESTENS)
Lee Garmes, MOROCCO (MAROKKO)
Barney McGill, SVENGALI
Charles Lang, THE RIGHT TO LOVE


Best Art Direction:

Max Rée, CIMARRON (PIONIERE DES WILDEN WESTENS)
Stephen Goosson, Ralph Hammeras, JUST IMAGINE
Hans Dreier, MOROCCO (MAROKKO)
Anton Grot, SVENGALI
Richard Day, WHOOPEE!

DER KONGRESS TANZT

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DER KONGRESS TANZT
Deutschland, 1931
Universum Film (UFA)
Regie: Erik Charell
Produktion: Erich Pommer
Buch: Norbert Falk, Robert Liebmann
Kamera: Carl Hoffmann
Schnitt: Viktor Gertler
Musik: Werner R. Heymann
Darsteller: Lilian Harvey (Christel Weinzinger), Willy Fritsch (Zar Alexander), Otto Wallburg (Bibikoff), Conrad Veidt (Fürst Metternich), Carl-Heinz Schroth (Pepi), Lil Dagover (die Gräfin), Adele Sandrock (Prinzessin), Margarete Kupfer (Gräfin), Julius Falkenstein (Finanzminister), Max Gülstorff (Bürgermeister), Paul Hörbiger (Heurigensänger), Boris Romanoff (Tänzer), Alfred Abel (König von Sachsen), Hermann Blaß, Trude Brionne, Alfred Gerasch (französischer Abgesandter), Franz Nicklisch, Eugen Rex (sächsischer Abgesandter), Sergius Sax (russischer Diener), Ernst Stahl-Nachbaur (Napoleon)
Erstaufführuung: 29. September 1931

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Filmszene


Inhalt: 1814 kommen in Wien die Regenten Europas zusammen um zu konferieren. Unter ihnen der galante Zar Alexander von Russland (Willy Fritsch), der sich in die hübsche Handschuhverkäuferin Christel (Lilian Harvey) verliebt. Doch die Pflicht ruft und so gerät die Liebe ins Hintertreffen.


Beschwingtes Lustspiel, das einmal mehr das damalige Traumpaar Willy Fritsch und Lilian Harvey vereint. Lilian Harvey darf den Evergreen „Das gibt’s nur einmal, das kommt nie wieder schmettern“ und der Film überrascht mit mehr oder weniger versteckten sexuellen Anzüglichkeiten, die ich in solch einem Film aus der Zeit nicht erwartet hätte.

DER KONGRESS TANZT wurde zum erfolgreichsten deutschen Film des Jahres und zog neben den obligatorischen alternativen Sprachversionen 1955 noch ein Remake unter der Regie von Franz Antel nach sich. In der Zeit des Nationalsozialismus war die Aufführung von DER KONGRESS TANZT verboten, was eigentlich nicht gegen einen Film sprechen kann. Für Conrad Veidt bedeutete der Film nach seinem Hollywoodgastspiel eine kurzzeitige Rückkehr in die Heimat, bevor auch er von den Nazis vertrieben wurde.

Ich jedenfalls ziehe aus DER KONGRESS TANZT zwei für mich erstaunliche Erkenntnisse:

1.Carl-Heinz Schroth war doch tatsächlich mal jung!
2.Ich, der ich Musicals eigentlich gar nicht ausstehen kann, kann sogar durchaus einem angestaubten deutschen Operettenfilm etwas abgewinnen.

BOMBEN AUF MONTE CARLO

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BOMBEN AUF MONTE CARLO
Deutschland, 1931
Universum Film (UFA)
Regie: Hanns Schwarz
Produktion: Erich Pommer
Buch: Hans Müller, Franz Schulz, nach dem Roman Bomben auf Monte Carlo von Fritz Reck-Malleczewen
Kamera: Günter Rittau, Konstantin Irmen-Tschet
Schnitt: Willy Zeyn
Musik: Werner R. Heymann
Darsteller: Hans Albers (Craddock), Anna Sten (Yola), Heinz Rühmann (Peter Schmidt), Ida Wüst (Isabell), Rachel Devirys (Diane), Kurt Gerron (Kasinodirektor), Karl Etlinger (Konsul), Peter Lorre (Pawlitschek), Otto Wallburg (Ministerpräsident), Charles Kullmann (Straßensänger), Bruno Ziener (Juwelier), Lydia Potechina, Gertrud Wolle, Fritz Behmer, Paul Henckels, Robert Biberti, Erwin Bootz, Erich A. Collin, Roman Cycowski, Harry Frommermann, Ari Leschnikoff
Erstaufführuung: 31. August 1931

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Filmszene


Inhalt: Marinekapitän Craddock (Hans Albers) dürstet es nach Abenteuern und Amüsement. Doch leider ist der Staat Pontenero pleite und für die Haudegen des Meeres gibt es nichts zu tun, außer den Chauffeur für Königin Yola (Anna Sten) zu spielen. Und das passt dem Draufgänger gar nicht. Er desertiert und zieht es vor, das Nachtleben Monte Carlos zu erobern. In einem Casino verzockt er den gesamten Sold seiner Crew und will das Geld unbedingt zurückhaben. So droht er damit, sollte er das Geld bis morgens 9 Uhr nicht bekommen, das Casino mit seinem Kampfschiff anzugreifen.


Mit bösem und eigenwilligen Humor erzählte Liebeskomödie mit Gesangseinlagen und einem Hans Albers, der sich hier als Seebär und Macho richtig austoben darf. Heinz Rühmann und die Comedian Harmonists sind auch dabei. Und in einer kleinen Nebenrolle wird der große Peter Lorre gnadenlos verheizt.

Ein seltsam anmutendes Lustspiel, das zu einem der erfolgreichsten Filme seines Jahres wurde. 1960 entstand ein gleichnamiges Remake mit Eddie Constantine und Gunther Philipp in den Hauptrollen.

M - EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER

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M
(alt. Titel: M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER; M – DEIN MÖRDER SIEHT DICH AN)
Deutschland, 1931
Nero-Film AG
Regie: Fritz Lang
Produktion: Seymour Nebenzal
Buch: Thea von Harbou, Fritz Lang
Kamera: Fritz Arno Wagner
Schnitt: Paul Falkenberg
Darsteller: Peter Lorre (Hans Beckert), Ellen Widmann (Frau Beckmann), Inge Landgut (Elsie Beckmann), Otto Wernicke (Inspektor Karl Lohmann), Theodor Loos (Inspektor Groeber), Gustaf Gründgens (Schränker), Friedrich Gnaß (Franz, der Einbrecher), Fritz Odemar (Betrüger), Paul Kemp (Taschendieb), Theo Lingen (Bauernfänger), Rudolf Blümner (Beckerts Verteidiger), Georg John (Blinder Händler), Franz Stein (Minister), Ernst Stahl-Nachbaur (Polizeichef), Gerhard Bienert (Kriminalsekretär), Karl Platen (Damowitz, Nachtwächter), Rosa Valetti (Elisabeth Winkler), Hertha von Walther (Prostituierte), Behal Carrell, Josef Dahmen, J.A. Eckhoff, Else Ehser (Frau), Karl Elzer, Ilse Fürstenberg, Anna Goltz (Frau), Heinrich Gotho, Heinrich Gretler (Mann), Günther Hadank, Albert Hoermann, Ellen Isenta (Frau), Karl Junge-Swinburne (Mann), Albert Karchow, Werner Kepich, Hermann Krehan, Kurth Leeser, Rose Lichtenstein, Lotte Loebinger (Frau), Sigurd Lohde, Alfred Loretto (Mann), Paul Mederow, Margarete Melzer, Hanna Meron (Mädchen), Trude Moos, Hadrian Maria Netto, Günter Neumann (Mann), Katharina Nied (Frau), Maya Norden, Fred Nurney (Mann), Edgar Pauly (Mann), Klaus Pohl (Zeuge), Franz Poland, Eduard Rebane (Mann), Paul Rehkopf, Bertold Reissig (Mann), Ernst Rhaden (Mann), Hans Ritter, Max Sablotzki (Mann), Agnes Schulz-Lichterfeld, Leonard Steckel (Mann), Wolf Trutz, Otto Waldis, Borwin Walth, Rolf Wanka (Mann), Bruno Ziener
Erstaufführuung: 11. Mai 1931

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Filmszene


Inhalt: Berlin wird von einer schrecklichen Serie an Kindermorden aufgeschreckt. Der Täter, der geistesgestörte Täter Hans Beckert (Peter Lorre) fühlt sich sicher, während die Polizei im Dunkeln tappt. Da schließen gar sämtliche Vertreter der Unterwelt zusammen um den Mörder zu schnappen und vor ein Tribunal zu stellen.


Die Erinnerungen der Menschen der Weimarer Republik an die realen Serienmörder Fritz Haarmann und Peter Kürten waren noch frisch als Fritz Lang mit M das brisante Thema aufgriff und damit seinen ersten und bedeutendsten Tonfilm schuf und die Blaupause für den modernen Thriller erstellte. Vielleicht ist es gar der letzte deutsche Kinofilm von großer internationaler Bedeutung und Einfluss.

Im düsteren an den expressionistischen deutschen Stummfilm erinnernden Settings gelingt Lang eine Hochspannung und eine bedrückende Stimmung, der man sich auch heute noch nicht entziehen kann. Dabei nutzt er auch die Möglichkeiten des Tonfilms voll aus. Er erzeugt eine beängstigende Geräuschkulisse aus der vor allem das melodische Pfeifen des Täters als morbider Ohrwurm hängenbleibt. Der Täter ist überhaupt der einzige Charakter den M ausführlich ausleuchtet (und gleichzeitig im Dunkeln lässt). Für weitere Hauptrollen oder gar Helden ist in M kein Platz. Damit so etwas gelingt braucht man einen Darsteller mit ungeheurer diabolischer Präsenz.

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Peter Lorre


Und der wurde mit Peter Lorre gefunden, der für die Rolle geboren schien. Lorre kam am 26. Juni 1904 als Lászlò Loewenstein in Österreich-Ungarn zur Welt und kam vom Theater zum Film. Seinen Künstlernamen legte er sich 1925 zu, seinen Kinodebüt gab er 1929 in dem Ufa-Film DIE VERSCHWUNDENE FRAU. M bedeutete Lorre den Durchbruch zum Starstatus und eröffnete ihm den Weg ins internationale Filmgeschäft, was für ihn ein großes Glück darstellte, da er durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 durch seine jüdische Abstammung zum Exil gezwungen war. 1933 drehte er mit UNSICHTBARE GEGNER seinen letzten Film in Deutschland. Bereits im Jahr darauf sollte er mit Alfred Hitchcock drehen und der Durchbruch in Hollywood sollte auch nicht lange auf sich warten lassen...

Wer genau hinschaut kann in M zwischen den Gaunern und Gangstern einen 26 Jahre alten Theo Lingen entdecken.
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