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Carnival of Souls - Filmforen.de

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Carnival of Souls


8 Antworten in diesem Thema

#1 Q-Panic

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Geschrieben 31. August 2004, 16:14

Dieses Subforum soll dazu dienen unbekannte, in Vergessenheit geratene, wenig gesehene, unterschätzte Filme ans Tageslicht zu zerren und zur Diskussion zur Stellen. Den Anfang machen soll an dieser Stelle der einflussreiche aber selten gezeigte Carnival of Souls (USA 1962). Andreas Rauscher schrieb den Text, der ursprünglich in Screenshot Nr. 14 / Mai 2001 veröffentlicht wurde.

Natürlich steht es jedem frei, selbst einen Film seiner Wahl in diesem Subforum zur Diskussion zu stellen. Über zahlreiche Postings würden wir uns freuen.

Q-Panic
i.A. der Screenshot


Totentanz auf dem Lost Highway – CARNIVAL OF SOULS
von Andreas Rauscher

“Strange to think that a little film, written around a couple of key locations and with a first time cast, writer and director should be one of the most lyrical and memorable horror films ever. But it is.” – Jonathan Ross in: “The Incredible Strange Film Book- An Alternative History of Cinema”

In CARNIVAL OF SOULS begegnen sich europäischer Kunstfilm und amerikanisches Genrekino, um in der TWILIGHT ZONE eine eigenwillige Symbiose einzugehen. Das 1962 in der amerikanischen Provinz mit einem Budget von 30.000$ in Schwarz-Weiß realisierte Midnight-Movie erzielt seine heute noch verstörende Wirkung nicht durch explizite Schocks, sondern durch die konsequent entwickelte, suggestive Atmosphäre des Unheimlichen. Der 1996 verstorbene Regisseur Harold „Herk“ Harvey wollte den Look Bergmans mit der irrealen Stimmung eines Cocteau-Films unter den Bedingungen des in den frühen 60er Jahren noch florierenden Drive-In-Kinos kombinieren. Ausgehend von einem verfallenen Ballsaal am Stadtrand von Salt Lake City aus dem 19.Jahrhundert, an den sich ein verlassener Vergnügungspark anschließt, entwickelten Harvey und sein Drehbuchautor John Clifford eine Geschichte in der Tradition von Ambrose Bierces „An Occurrence at Owl Creek's Bridge” (1890). Diese Kurzgeschichte über einen durch einen glücklichen Zufall dem Galgen entkommenen Delinquenten, der feststellen muss, dass nach seiner Flucht etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, lieferte neben CARNIVAL OF SOULS auch die Grundlage für Filme wie JACOB’S LADDER (USA 1989) und THE SIXTH SENSE (USA 1998).

CARNIVAL OF SOULS beginnt mit einer Standardsituation des juvenile delinquent-Dramas. Auf einer unbefahrenen Landstrasse treffen sich noch vor dem Vorspann zwei Autos zum spontanen Rennen. Doch ein Unfall auf einer baufälligen Brücke bereitet dem Wettkampf ein vorzeitiges Ende. Einer der beiden Wagen stürzt mit seinen drei Insassen in den Fluss, auf dessen Oberfläche die Kamera stehen bleibt. Zu einer schrägen Orgelkomposition (Easy Listening Marke TWILIGHT ZONE) laufen die Credits ab. Nach einer halben Ewigkeit taucht, gerade als das Rettungsteam bereits die Suche einstellen will, überraschend eine Überlebende aus den Fluten auf. Die nicht gerade sehr kontaktfreudige Mary Henry, gespielt von der am Actors´ Studio ausgebildeten Candace Hilligoss, verlässt nach ihrem traumatischen Erlebnis die Stadt, um in Utah ein neues Leben zu beginnen.
Bereits auf der nächtlichen Fahrt nach Salt Lake City ereignen sich merkwürdige Dinge: Das Radio spielt nur noch die dissonante Orgelmusik, die bereits im Vorspann zu hören war, und auf einer einsamen Landstrasse erscheint das leichenblasse Gesicht eines fremden Mannes (gespielt vom mit Eiweiß eingeriebenen Regisseur höchstpersönlich) im Fenster von Marys Wagen. Zuerst sieht es so aus, als würde die junge Frau noch unter den Nachwirkungen ihres dramatischen Unfalls leiden. In der Mormonen-Hauptstadt nimmt sie vorerst wieder ihre Arbeit als Organistin auf. Eine freundliche alte Vermieterin und ihr etwas ungeschickter Nachbar versuchen sie aufzuheitern.
Doch die scheinbare Rückkehr in den Alltag entwickelt sich zu einer unheimlichen Reise ins Niemandsland zwischen Leben und Tod. Auf unerklärliche Weise fühlt sich Mary zu einem entlegenen, bereits vor langer Zeit aufgegebenen Vergnügungspark am Ufer des Salzsees hingezogen. Immer wieder erscheint in ihren Träumen ein Zombie-Ballett, das in den Ruinen des Pavillons neben dem Rummelplatz expressionistische, in Zeitraffer gefilmte Tanzveranstaltungen feiert. Auch die Erscheinung des unheimliche Fremden sucht Mary erneut auf. Eines Abends steht er im Treppenhaus und verfolgt sie mit seinen leeren Blicken. Als einen Augenblick später die Vermieterin ihre Wohnung betritt, bekräftigt diese, dass niemand im Haus gewesen sei. Die Situation spitzt sich weiter zu. Während einer Einkaufstour erscheint Mary für ihre Umwelt unsichtbar und aus einem Greyhound-Bus starren sie geisterartige Gestalten an. Auch die zum Scheitern verurteilte Kontaktaufnahme zu dem tollpatschigen Nachbarn und die Hilfe eines Psychiaters können Mary nicht aus ihrer Isolation befreien. Noch einmal beschließt sie das bereits mehrfach bei Tageslicht inspizierte, mysteriöse Pavillon aus ihren Träumen aufzusuchen. Der CARNIVAL OF SOULS nähert sich seinem Höhepunkt. Im während der Nacht der lebenden Toten stark frequentierten Ballsaal erwartet sie bereits der untote Fremde.

Harvey und sein Ensemble nehmen sich ausgiebig Zeit, um zunehmend die Grenze zwischen rätselhaftem Alptraum und Realität aufzulösen. Gerade die trotz einiger deutlicher Hinweise lange Zeit vorherrschende Ungewissheit und die eindringliche Inszenierung von Isolation verstärken das Gefühl der Angst in CARNIVAL OF SOULS. Alltägliche Situationen wie Marys Shopping-Tour verwandeln sich unerwartet in unheimliche Szenarios. Der Übergang zwischen Wirklichkeit und jenseitigem Schrecken vollzieht sich langsam und überraschend. Durch die konsequent subjektive Erzählweise des Films gestaltet sich der plötzliche Einbruch des Surrealen umso wirkungsvoller, bis schließlich die gesamte Realität der Erzählung fragwürdig erscheint. Harvey deutet zwar durch die Nebenfiguren immer wieder die neutrale Perspektive eines Außen an, doch er lässt mit dem weiteren Fortgang der Handlung keinen Zweifel daran, dass es für Mary Henry keine Rückkehr in die sichere Wirklichkeit geben wird. CARNIVAL OF SOULS entwickelt mit einfachsten Mitteln und einer für die damalige Zeit ungewohnt beweglichen Kameraführung eine eigentümliche Sogwirkung jenseits der festen Genrekonventionen.
Stilsicher bewegt sich Harold Harvey im Niemandsland zwischen den Horrorproduktionen der Drive-In-Kinos und den visuellen Welten des europäischen Kunstfilms. In nur neun Tagen wurde der Film in Lawrence, Kansas, und Salt Lake City fertiggestellt. Bei seiner ersten Veröffentlichung 1962 scheiterte CARNIVAL OF SOULS an den Kinokassen der Autokinos und auch der etablierte Kunstfilmverleih Embassy lehnte es ab, den Vertrieb zu übernehmen, da er nach konventionellen Arthouse-Kriterien nicht europäisch genug war. Vorerst verschwand der Film in den Fluten der vergessenen B-Pictures. Doch Totgesagte leben länger. In den späten 80er Jahren gelangte er zur Wiederaufführung in verschiedenen Programmkinos. Filmkritiker wie Roger Ebert feierten CARNIVAL OF SOULS als eigenwilligen Vorläufer von NIGHT OF THE LIVING DEAD und entdeckten darin eine mit den Arbeiten von David Lynch vergleichbare Atmosphäre der Verunsicherung, die durch das Eindringen des Unheimlichen in einen scheinbar sicheren Alltag entsteht.
Nachdem George Romero erklärte, dass CARNIVAL OF SOULS eine der Inspirationsquellen für seine NIGHT OF THE LIVING DEAD darstellt, bleibt noch die seit zehn Jahren immer wieder von Roger Ebert bis Jonathan Ross thematisierte Frage, ob auch David Lynch den Film kennt. Zumindest könnten der Mystery Man und Harveys Ghoul vom gleichen verlorenen Highway stammen. Ist es wirklich ein Zufall, dass Pete Daytons Mutter in LOST HIGHWAY auf den gleichen, nicht gerade häufigen Namen wie die Hauptdarstellerin von CARNIVAL OF SOULS hört, und auch zwei aus dem fertigen Film geschnittene Szenen, in denen Pete für seine Eltern und seine Freundin unsichtbar erscheint, erwecken ein gewisses déja-vu-Gefühl. CARNIVAL OF SOULS blieb Harveys einzige Regie-Arbeit. Seine Pläne für einen phantastischen Abenteuerfilm mit dem Titel WIND WAGON konnte er nie realisieren. Als CARNIVAL OF SOULS Ende der 80er Jahre auf Festivals und in Spätvorstellungen ein verspätetes Comeback feierte, zeigten sich die Produktionsfirmen lediglich an einem Sequel interessiert. Den undankbaren Job ein Remake des Films anzufertigen übernahm Wes Craven, der 1998 eine einfallslose Neuauflage produzierte und die Regie einem seiner Routiniers überließ. Im Gegensatz zu Harveys Original arbeitet das Remake nicht mit subtilen Andeutungen und beunruhigenden Stimmungen, die Produzent Craven in seinen eigenen Arbeiten wie THE SERPENT AND THE RAINBOW und A NIGHTMARE ON ELM STREET durchaus zu schaffen versteht. Als hätte er das sich anbahnende Debakel vorausgeahnt, überließ Craven die Regie lieber Adam Grossman, der auch für die Kingsploitation-Kracher SOMETIMES THEY COME BACK...AGAIN 2 und 3 verantwortlich zeichnete. Der ursprüngliche Plot wurde um eine standardisierte Serial Killer-Geschichte ergänzt, und schon konnte Grossman seinen uninspirierten Ideen freien Lauf lassen. Den einzigen Augenblick der Angst in Bezug auf das Remake bereitet die Frage, wie es Grossman gelang, die raffinierte Script-Vorlage von John Clifford in ein tödlich langweiliges, mit plakativer Küchenpsychologie garniertes Fließbandprodukt zu verwandeln.

Literatur :
Jonathan Ross: The Incredible Strange Film Book, London / New York, 1995
Thomas Gaschler, Eckhard Vollmar: Interview mit Harold „Herk“ Harvey in: HOWL Nr.11, München, 1991
CARNIVAL OF SOULS läuft unter dem Titel TANZ DER TOTEN SEELEN gelegentlich auf PRO7, ZDF und ARTE und erschien als mit diversem Zusatzmaterial ausgestattete DVD in der amerikanischen Criterion Collection, die hoffentlich auch endlich einmal in einer europäischen Code 2-Version aufgelegt wird.

(erschien ursprünglich in Screenshot Nr. 14 / Mai 2001)
"Nobody's perfect. There was never a perfect person around. You just have half-angel and half-devil in you." (Linda in Days of Heaven)

#2 Immo

    zombie

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Geschrieben 31. August 2004, 16:17

In der Tat ein ganz großartiger Film.

Eine sehr schöne Kritik hat auch Ekkehard Knörer geschrieben. Einer seiner Lieblingsfilme, was man dem Text ohne weiteres anmerkt. :)

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#3 Hick

    mit extrem hoher Leistungsfähigkeit

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Geschrieben 31. August 2004, 16:32

Ich mag den Film auch sehr ... ich war richtig überwältigt, als ich den vor ein paar Jahren zum ersten Mal bei ARTE gesehen habe (und regelrecht angewidert, als ich dann das Remake von Professoraldilletant Wes Craven miterleben musste).

Ich glaube, den gucke ich heute Abend mal wieder.

maX

#4 kørken

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Geschrieben 31. August 2004, 16:39

maX sagte am 31.08.2004, 17:32:

Ich mag den Film auch sehr ... ich war richtig überwältigt, als ich den vor ein paar Jahren zum ersten Mal bei ARTE gesehen habe (und regelrecht angewidert, als ich dann das Remake von Professoraldilletant Wes Craven miterleben musste).
Der Craven hat den ja "nur" produziert. Er mag einige dunkle Flecken in seiner Filmographie haben, aber etwas derart stümperhaftes hat er dann doch nicht auf dem Gewissen.

#5 Bending Unit

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Geschrieben 31. August 2004, 17:16

Wie schon in der Review angedeutet, bin ich mir auch ziemlich sicher, dass Craven die Produktion gar nicht weiter betreute. Ärgerlich an der Situation ist vor allem, dass er mit seinem Namen dem Remake zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffte, während das Original hierzulande weitgehend unbekannt geblieben ist. Es gab vor Jahren mal in der Zeitschrift Howl ein sehr spannendes Interview mit Harold Herk Harvey, in dem er von den Projekten berichtete, die er nicht realisieren konnte. So weit ich weiß hatte er außer CARNIVAL OF SOULS keine weiteren Spielfilme mehr gedreht.

#6 Immo

    zombie

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Geschrieben 31. August 2004, 17:26

Bending Unit sagte am 31.08.2004, 18:16:

So weit ich weiß hatte er außer CARNIVAL OF SOULS keine weiteren Spielfilme mehr gedreht.
Das deckt sich soweit mit meinem Kenntnisstand via imdb.com. Dort finden sich nur Unmengen an Werbe- und pädagogischen Kurzfilmen, die schon alleine wegen ihrer Bezeichnungen bestimmt mal die Sichtung wert wären B)

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#7 Kaffeesatzleser

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Geschrieben 13. September 2005, 11:56

Toller Film!

Hier gibts einen recht kurzen Text von Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek zu dem Streifen, den sie zu ihren absoluten Lieblingsfilmen zählt:

http://ourworld.comp...iede/GRUSEL.HTM

#8 knoerer

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Geschrieben 17. September 2005, 11:53

"Yella", der neue Film von Christian Petzold, soll, wenn ich das recht sehe, eine Art Remake von "Carnival of Souls" werden - jedenfalls spricht er hier davon, dass es ein "Horrorfilm" wird, mit Nina Hoss als "lebender Toter" in der Hauptrolle.

#9 Phibes

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Geschrieben 17. September 2005, 13:25

Candace Hilligoss sollte wohl einen Cameo in dem Remake haben, hat aber abgelehnt, angeblich weil sie das Drehbuch schrecklich fand.

Petzold will ein inoffizielles Remake drehen? Interessant, hoffentlich versaut er es nicht. Tut mir leid, aber bei Horrorfilmen aus Deutschland (Nachkriegszeit!) bin ich immer ein wenig skeptisch. Obwohl ich bezweifle, dass Petzold einen reinen Horrorfilm abliefert.





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