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Feuchtgebiete (2013) / David Wnendt - Filmforen.de

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Feuchtgebiete (2013) / David Wnendt


23 Antworten in diesem Thema

#1 sicomastik

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Geschrieben 31. März 2014, 12:48

Beitrag anzeigensicomastik sagte am 30. März 2014, 22:47:

FEUCHTGEBIETE

Vertane Chance eine Aussage über eine Generation zu machen, um sich in somatoformer Selbstbezogenheit hedonistischer Angst-Teenager zu ergehen, welche den Freud'schen Familienroman in der Explikation einer adoleszenten Nabelschau durchlaufen, um zu kaschieren, dass sie konservative Familienvorstellungen nicht aufgeben können und deshalb zu pathologischen Fällen degenerieren.


#2 sicomastik

    Schlundforscher

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Geschrieben 31. März 2014, 12:50

Beitrag anzeigenwowie sagte am 31. März 2014, 10:34:

@sico/feuchtgebiete
ich find, eine aussage über eine generation ist schon da, wenn auch nur gering - is aber für mich auch nicht das relevante bei dem film. Find die zeitgeistige Frauenrolle an sich gut gelungen als auch der ganze stil des films und die tatsache, das sowas (freudsches ausformulieren und durchagieren in provokanter pop art form) nicht normaler film ist in deutschland, find ich auch sehr erwähnenswert. Da kann ich mich auch wieder irren.
so find ich auch die ganze story sehr subjektiv und empfinde sie als persönliche Tragödie statt als generationenmanifest. Hat es in mir eher das Verständnis für subjektives abnormales verhalten vertieft, anstatt über den Zeitgeist.

Wobei hier die "konservative" Vorstellung (wobei ich das hier für bissi ungenau halte, da es um mehr geht als familienstruktur, Ich will mich aber auch nicht an deiner einsatzkritik aufhängen) doch gerade die fixierung/störung ist, die sie nicht los bekommt, weil die Gesellschaft und die Familie sie nicht losbekommt/alterniert und eben dies zur Pathologie und zur Reproduktion führt, und nicht umgekehrt.
Der Film ist ja gerade der Versuch der Befreiung durch die junge Generation, sie versucht ja permanent los zukommen, was ihr aber nicht so einfach gelingt, auch wegen der klassischen "methoden" die sie anwendet, weil sie in SOZIALER VERWAHRLOSUNG UND STUMPFSINNIGER/PRIMITIVER PRAXIS gefangen ist, so ist ihre kurzzeitige Befreiung am ende auch enorm zwanghaft und leider aber realistisch tragischer weise nicht vollständig befreit. Nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten...
fand die schlussszene im auto sehr deprimierend-hoffnungsvoll ambivalent.

das sowas endlich mal so dargestellt wurde, war längst überfällig....aber noch längst nicht ausreichend!!! Das ist genau das was bei Tatort fehlt!!! ;)
psychologisch etwas komplexere, provokante Darstellung von alltagssituationen und neutypischen persönlichen Perspektiven, das gibts in Deutschland viel zu wenig. statt dessen gibts immer wieder die selbe alte tränentante aus der lindenstrassse oder die verzweifelte schöne Frau .... oder der nichtssagenden intellektuelle in der dekadenten spießbürgergesellschaft.... den coole Sprüche klopfenden Schweiger wo alle schwarz tragen den überkandidelten beamteten .... den blöden punk... und das is ja noch die hi-def variante ... nich zu sprechen von dem soap delirium auf ARD manchma..... ZUM KOTZEN!!!!
mehr junge frisches unklischeehafte typen!!! THE ART OF EXPRESSION ... we need more Jeet Kune Do dojos for german actors!!!
neues altes wissen in neuen offenen zusammenhängen .... wobei das halt für manche nichts neues ist, sondern eben moderner Alltag. Das sind aber leider nur wenige... und selbst unter denen sorgt es immer noch für erstaunen.
.... du bist wahrscheinlich schon zu aufgeklärt für den film ;)
aber in diesem Kontext, überhaupt auf diese vielseitige wen nauch ungenaue, tabufreie art zu psychologisieren sowie die Darstellung des ganzen(!!!), find ich Feuchtgebiete schon sehr erwähnenswert und relativ sehr gut.

abgesehen davon, Carla Juri is sexiext voice in german cinema!!


#3 sicomastik

    Schlundforscher

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Geschrieben 31. März 2014, 13:20

Beitrag anzeigenwowie sagte am 31. März 2014, 10:34:

ich find, eine aussage über eine generation ist schon da, wenn auch nur gering
Das ergibt sich ja auch automatisch, wenn man eine Geschichte über Jugendliche erzählt. Da wäre halt mehr drin gewesen, aber das wird sich nicht getraut, weil die Erzähler die Komplexität der Dinge, die sie selbst anstoßen, oft nicht durchblicken.

Beitrag anzeigenwowie sagte am 31. März 2014, 10:34:

Find die zeitgeistige Frauenrolle an sich gut gelungen als auch der ganze stil des films und die tatsache, das sowas (freudsches ausformulieren und durchagieren in provokanter pop art form) nicht normaler film ist in deutschland, find ich auch sehr erwähnenswert. Da kann ich mich auch wieder irren.
so find ich auch die ganze story sehr subjektiv und empfinde sie als persönliche Tragödie statt als generationenmanifest. Hat es in mir eher das Verständnis für subjektives abnormales verhalten vertieft, anstatt über den Zeitgeist.
Ja was nun? Fandest Du die "zeitgeistige Frauenrolle" nun so gelungen, dass sie Dir zu einem "Verständnis für subjektives abnormales verhalten" verhalf oder war Dir der Zeitgeist nun doch nicht wichtig für das Verstädnnis der Figur? Und bitte mal präzis auf den Punkt in ein, zwei Sätzen. Es ist schwierig für mich Ordnung in Dein Gedanken-Chaos zu bringen, welches Du so Bewusstseinsstrom-mäßig abfeuerst. ;)

Ich kann da keine "zeitgeistige Frauenfigur" entdecken. Nur eine völlig auf eine Person konzentrierte Darstellung eines hoch-individuellen Einzelfalles. Eine Geschichte, die so viele spezifische Prämissen aufstellt, dass sie uns also wirklich nur die Geschichte dieses Mädchens erzählen will und ihrem sonderbaren Verhalten, dass angeblich gar nicht so sonderbar wäre, wenn wir nicht alle so verkrampft wären, doch halt: Da wird ja plötzlich doch eine gesellschaftliche Aussage gemacht. Doch unsere Spießigkeit wird nicht wirklich angegriffen. Die brauchen wir nämlich, damit die Fallhöhe zwischen der Gesellschaft und Helen nicht aufgehoben wird, denn sonst würde ja der zentrale Drehpunkt des Filmes - Spielen mit Ekelgrenzen - abhanden kommen. Also nicht zu viel Reflektion, lieber wieder erzählen, dass sich Helens Verhalten dadurch erklären lässt, dass sie ein Scheidungskind ist, ihre Eltern hochgradig gestört und sie aus den Zwängen ihrer Erziehung ausbrechen möchte.

Dass dann auch noch herausgestellt werden muss, dass Helen sich manchmal selbst nicht so sicher ist, was sie tatsächlich getan hat, was vielleicht auch nur Traum oder WUnschvorstellung sind (der Film unterfüttert diese Aussage mit seinen formalen Mitteln reichhaltig) nimmt der Sache dann endgültig jegliche Brisanz und macht das Ganze zu einer sich viel zu wichtig nehmenden Teenager-Geschichte.

Beitrag anzeigenwowie sagte am 31. März 2014, 10:34:

Wobei hier die "konservative" Vorstellung (wobei ich das hier für bissi ungenau halte, da es um mehr geht als familienstruktur, Ich will mich aber auch nicht an deiner einsatzkritik aufhängen) doch gerade die fixierung/störung ist, die sie nicht los bekommt, weil die Gesellschaft und die Familie sie nicht losbekommt/alterniert und eben dies zur Pathologie und zur Reproduktion führt, und nicht umgekehrt.
Der Film ist ja gerade der Versuch der Befreiung durch die junge Generation, sie versucht ja permanent los zukommen, was ihr aber nicht so einfach gelingt, auch wegen der klassischen "methoden" die sie anwendet, weil sie in SOZIALER VERWAHRLOSUNG UND STUMPFSINNIGER/PRIMITIVER PRAXIS gefangen ist, so ist ihre kurzzeitige Befreiung am ende auch enorm zwanghaft und leider aber realistisch tragischer weise nicht vollständig befreit. Nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten...
fand die schlussszene im auto sehr deprimierend-hoffnungsvoll ambivalent.
Da stimme ich Dir zu, ändert aber nichts daran, dass dieser Film weder für Frauen, für jugendliche Mädchen oder für sonstwen eine Aussagekraft besitzt, mit der man sich identifizieren kann. Dafür ergeht er sich dann zu unentschlossen zwischen seinem Zeigegestus und einer enttäuschten Teenagerin, die ihre Eltern unbedingt wieder zusammenbringen möchte. Am Ende hat sie's also überwunden und es ist ihr egal. Das ist ein edukativer Schritt, wo der hinführt, wissen die Macher selbst nicht.

Wahrscheinlich stört mich auch etwas viel Grundlegenderes:

Die affektorientierte Inszenierung, die ständig sämtliche Ebenen durcheinanderwirbelt, da so die Unfähigkeit, tatsächlich eine Geschichte inszenatorisch so weit aufzubauen, dass man echte Anteilnahme für die Figuren empfinden kann, kaschiert werden kann. Film als reines Affekterleben. Davon bleibt aber nicht viel übrig. Film verliert dadurch seinen Status als künstlerisches Einzelwerk und wird nur ein Bestandteil des Fließbands. Aber sowas, wenn ich Dich richtig verstehe, schwebt Dir für die Zukunft ja auch vor.

Beitrag anzeigenwowie sagte am 31. März 2014, 10:34:

abgesehen davon, Carla Juri is sexiext voice in german cinema!!
So ist das mit Geschmacksempfindungen. Der schweizer Dialekt hat mir enorme Schwierigkeiten bereitet zu verstehen wovon sie redet (sollte wohl auch so ein bisschen Mumblecore sein). Die mimische Chargierei erinnerte eher an Sitcom-Ästhetik.

#4 A Tramp

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Geschrieben 31. März 2014, 15:10

Beitrag anzeigensicomastik sagte am 31. März 2014, 13:20:

Der schweizer Dialekt hat mir enorme Schwierigkeiten bereitet zu verstehen wovon sie redet
Ich kenne bisher zwar nur ein paar Ausschnitte, aber in denen spricht sie nahezu akzentfreies, manchmal etwas genuscheltes Hochdeutsch. Schweizer Dialekt ist dann doch was ganz anderes. Ein Beispiel von ihr gibt es hier.

#5 sicomastik

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Geschrieben 31. März 2014, 15:12

Beitrag anzeigensicomastik sagte am 31. März 2014, 13:20:

Da stimme ich Dir zu, ändert aber nichts daran, dass dieser Film weder für Frauen, für jugendliche Mädchen oder für sonstwen eine Aussagekraft besitzt, mit der man sich identifizieren kann. Dafür ergeht er sich dann zu unentschlossen zwischen seinem Zeigegestus und einer enttäuschten Teenagerin, die ihre Eltern unbedingt wieder zusammenbringen möchte. Am Ende hat sie's also überwunden und es ist ihr egal. Das ist ein edukativer Schritt, wo der hinführt, wissen die Macher selbst nicht.
Das heißt, eine Aussage wird durch den Abspann ja doch gemacht. Helen wirkt in den Abschlussbildern wesentlich ruhiger, hat mit Robin einen Freund, der Verständnis für sie hat, wird ganz andächtig, als sie das Neugeborene ihrer Freundin auf dem Arm hält, nachdem Kinder gar nicht für sie infrage zu kommen schienen und hat plötzlich den "Ich will auch Mutter werden"-Blick. Also vielleicht doch KKK, nur auf etwas hip und flip gebürstet (wir machen unsere eigene Religion). Ach ja und der Drogendealer landet natürlich pflichtschuldig im Knast.

Konservativer geht der Ausblick der Macher also kaum noch.

#6 sicomastik

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Geschrieben 31. März 2014, 15:14

Beitrag anzeigenA Tramp sagte am 31. März 2014, 15:10:

Ich kenne bisher zwar nur ein paar Ausschnitte, aber in denen spricht sie nahezu akzentfreies, manchmal etwas genuscheltes Hochdeutsch. Schweizer Dialekt ist dann doch was ganz anderes. Ein Beispiel von ihr gibt es hier.
Oh, ich hab die Nuschelei ihrem Schweizer-Hintergrund zugeordnet und wollte sie damit in Schutz nehmen. Dann kann sie also nicht richtig sprechen oder hat absichtlich so undeutlich gesprochen. Meine Frau und ich hatten auf jeden Fall derbe Probleme sie zu verstehen. Aber mit dem Stichwort "Mumblecore" habe ich ja auch die künstlerische Dimension erwähnt.

#7 sicomastik

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Geschrieben 31. März 2014, 15:17

Wobei nein. Bei der Tampon-Szene sagt sie zum Fädchen "Fättschen". Das scheint mir doch eher ein dialektaler Hintergrund zu sein.

#8 A Tramp

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Geschrieben 31. März 2014, 15:22

Beitrag anzeigensicomastik sagte am 31. März 2014, 15:14:

Oh, ich hab die Nuschelei ihrem Schweizer-Hintergrund zugeordnet und wollte sie damit in Schutz nehmen. Dann kann sie also nicht richtig sprechen oder hat absichtlich so undeutlich gesprochen. Meine Frau und ich hatten auf jeden Fall derbe Probleme sie zu verstehen. Aber mit dem Stichwort "Mumblecore" habe ich ja auch die künstlerische Dimension erwähnt.
Hm, um Näheres dazu zu sagen müsste ich dann schon den Film gesehen haben. Aber "nicht richtig sprechen" finde ich schon ein bisschen übertrieben. Aus genau diesem Grund können viele Schweizer "die Deutschen" nicht leiden (in Österreich ist das manchmal ähnlich), weil ihnen vorgeworfen wird, sie könnten "nicht richtig sprechen". Dabei sprechen sie nur ihre Sprache und astreines Hochdeutsch gelingt nicht jedem gleich gut. Das können viele Bayern, Sachsen, Norddeutsche usw. allerdings auch nicht.

#9 wowie

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Geschrieben 31. März 2014, 15:26

ja "wird sich nicht getraut" würd ich nicht sagen, wenn sie wissen das sie's nicht besser können, sei es auch nur weil der film ne gewisse Länge haben muss, dann lass ichs halt und konzentriere mich auf was anderes.
Also würde ich das nicht als Kritikpunkt sehen. Is halt leider die tragische Beschränktheit der Realität.

Ich mein zwei verschiedene Zeitgeister.
Einmal den von der Frau, der Person, der Story und des Stils an sich der mir gefallen hat und dann den der Generation den du erwartet hast/erwarten tust.
Der Zeitgeist steckt für mich im skaten, in der sprache in der ganzen Darstellung und Zeichnung von Helen. Allein das sie das so psychologisch und offen sieht/beschreibt, ist für mich immer noch modern und zeitgeistig. Auch wenn diese periode schon über 100 Jahre dauert für manche ;)


Beitrag anzeigensicomastik sagte am 31. März 2014, 13:20:

Eine Geschichte, die so viele spezifische Prämissen aufstellt, dass sie uns also wirklich nur die Geschichte dieses Mädchens erzählen will und ihrem sonderbaren Verhalten, dass angeblich gar nicht so sonderbar wäre, wenn wir nicht alle so verkrampft wären, doch halt: Da wird ja plötzlich doch eine gesellschaftliche Aussage gemacht.
ich denk das ist die Ausgangslage und das wird dann einfach irgendwie zu ende geführt. wo bei ich das alles nicht so genau nehmen würde, da es hpts nur um die Form des Umgangs damit geht, der Ausagierung dieses Komplexes und dieses REZEPTES - auf eine eingängliche provokante Weise. Sei es auch recht subjektiv, enthält es doch Strukturen, die man teilweise übertragen kann. Sowie das eklektizistische Moment, das einfach all diese Dinge miteinander in eine fantastische Geschichte packt.
Es geht um das auflockern des öffentlichen Diskurses, um das behandeln von Themen im Mainstream, um einen süßen kleinen aber provokanten film .... das ist für mich pop art vom feinsten.
Genauigkeit was kritikstandpunkt oder Wissenschaft angeht find ich da nicht so wichtig.

Zitat

Doch unsere Spießigkeit wird nicht wirklich angegriffen. Die brauchen wir nämlich, damit die Fallhöhe zwischen der Gesellschaft und Helen nicht aufgehoben wird, denn sonst würde ja der zentrale Drehpunkt des Filmes - Spielen mit Ekelgrenzen - abhanden kommen. Also nicht zu viel Reflektion, lieber wieder erzählen, dass sich Helens Verhalten dadurch erklären lässt, dass sie ein Scheidungskind ist, ihre Eltern hochgradig gestört und sie aus den Zwängen ihrer Erziehung ausbrechen möchte.
genau - klassisch, eingänglich, versöhnlich und doch provokant und neu.
Ich denk das diese Mischung genau so gewollt war.
Man wollte weder zu psychologisch, noch zu kritisch sein. Eher provokant, charmant und kreativ.

Stellt sich die frage, ob die "Revolution" vorangetrieben wird, wenn du nur laut und oft das Wort "scheiße" rufst.
ich glaub manchmal funktioniert das ;)

Zitat

Dass dann auch noch herausgestellt werden muss, dass Helen sich manchmal selbst nicht so sicher ist, was sie tatsächlich getan hat, was vielleicht auch nur Traum oder WUnschvorstellung sind (der Film unterfüttert diese Aussage mit seinen formalen Mitteln reichhaltig) nimmt der Sache dann endgültig jegliche Brisanz und macht das Ganze zu einer sich viel zu wichtig nehmenden Teenager-Geschichte.
Die Verwirrtheit Helens find ich einerseits charmant und real, denn die Leute wissen ja eben oft nicht, sondern haben nur ne Ahnung.
Im sinne der pop-art auch alles nicht so wichtig. Und gerade diese schwächen zeigen für mich, das sie sich eben nicht so wichtig nehmen.

Zitat

Da stimme ich Dir zu, ändert aber nichts daran, dass dieser Film weder für Frauen, für jugendliche Mädchen oder für sonstwen eine Aussagekraft besitzt, mit der man sich identifizieren kann. Dafür ergeht er sich dann zu unentschlossen zwischen seinem Zeigegestus und einer enttäuschten Teenagerin, die ihre Eltern unbedingt wieder zusammenbringen möchte. Am Ende hat sie's also überwunden und es ist ihr egal. Das ist ein edukativer Schritt, wo der hinführt, wissen die Macher selbst nicht.
yep. teilwese find ich aber kannst du, also man(che), daraus lernen und vor allem den "Horizont" (ganz einfach, nicht genau oder tiefgründig - aber motivierend inspirierend unvergesslich) erweitern. Dir is das halt auch nicht neu. Ich denke das da andere etwas überraschter reagieren.
Am ende steht einiges im raum ja... die Erkenntnis der Ambivalenz des Daseins und dessen tödlich kranken Zwangs, die kurzzeitig überwundene Einsamkeit (durch den neuen freund), temporäre Überwindung der Störung durch den ganzen Prozess, und die Beständigkeit der Ursache sowie die Möglichkeit eines Rückfalls ... denn die Möglichkeit besteht für jeden und wir alle sind dem ausgesetzt. Das Problem der Ursache also auch der flaxen Therapie bleibt also bestehen.
das find ich insofern gelungen und widerspruchsfrei.
Ein ende des lebensabschnitts - geradezu autobiographisch.

Diese ganze thematik zu durchleben und auf gewisse art und weise damit unmzugehen, das ist für mich der sinn hierbei. Für leute die sich mit psychologie auskennen, ist das wohl nichts neues. Für viele ist das immer noch zauberwerk und eine unerforschte neue welt. Wenn auch abstoßend...

Zitat

Wahrscheinlich stört mich auch etwas viel Grundlegenderes:
Die affektorientierte Inszenierung, die ständig sämtliche Ebenen durcheinanderwirbelt, da so die Unfähigkeit, tatsächlich eine Geschichte inszenatorisch so weit aufzubauen, dass man echte Anteilnahme für die Figuren empfinden kann, kaschiert werden kann. Film als reines Affekterleben. Davon bleibt aber nicht viel übrig. Film verliert dadurch seinen Status als künstlerisches Einzelwerk und wird nur ein Bestandteil des Fließbands. Aber sowas, wenn ich Dich richtig verstehe, schwebt Dir für die Zukunft ja auch vor.
Der Erzählstrang war wirklich komisch und hat das Bild des Films für mich auch während dem betrachten stark geändert.
Am anfang ist es verwirrend und du denkst das ist alles normal, wie du oben gesagt hast, aber dann offenbart sich das zunehmend subjektive und das gestörte.
Am Anfang wusste ich gar nicht wo sie genau hinwollen, bis mir klar wurde, das da eine Person auf einer Rasierklinge läuft, so wie so viele, egal welche Störung sie haben. Es wurde mit zunehmender Gefahr gespielt, was das ganze echt spannend machte. Diese verwirbelung und Ungenauigkeit kan man auch als verwirrtheit und lückenhafte Biographie sehen.
Manchmal denkt man, es ist alles in Ordnung und dann .... der luftige Umgang mit den ganzen thematischen Ansätzen find ich okay und ausreichend für eine Anregung damit. Bei so nem Film erwarte ich auch nicht unbedingt eine lückenlose Aufklärung. Das endet meistens nur in Fehlern ;)
Stilistisch fand ich ihn also sehr gelungen. Is aber auch ne art Pop für mich. Das muss flow haben und anstacheln.
Nich alles muss so sein. ich finde aber es sollte mehr solcher (mainstream luftig leichten - dennoch pop wissenschaftlichen - und freakig expressionistisch motivierenden) sachen geben, denn die (jungen) Leute brauchen sowas finde ich.
Auf sowas reagieren sie viel besser als auf Lars von Trier filme. ;)
Soll nicht heißen, das es nicht noch besser geht, mit noch mehr identifikation oder so, die amis bekommen das ja auch hin, aber relativ zum deutschen film und die sonstigen themen, find ich das schon gut.
Die oberflächliche und verwirrte erzählweise nehm ich also "in kauf".

(Ruhm oder American Beauty sind davon gar nicht so weit entfernt, haben aber ne andere klasse und lenken die provokation etwas subtiler bis gar nicht und konzentrieren sich mehr auf den freakigen alltag ;) )

ich fand iihn jdf für einen deutschen film schön flowig und kreativ im bild, darstellung gelungen bis geil (im wahrsten sinne des wortes), thema(s) herrlich "frisch" bis herausragend. im Vergleich also sehr erwähnenswert. 8er status bei mir.

Zitat

So ist das mit Geschmacksempfindungen. Der schweizer Dialekt hat mir enorme Schwierigkeiten bereitet zu verstehen wovon sie redet (sollte wohl auch so ein bisschen Mumblecore sein). Die mimische Chargierei erinnerte eher an Sitcom-Ästhetik.
:D yep .... ich liebe ja (bestimmte wie diesen) "dialekt", ich hab mir dann aber auch gedacht, wenn ich sie schon nicht versteh, sieht sie wenigstens gut aus, macht ein süßes Gesicht und haucht nur so was das zeug hält ... i like ;)

ich träum sogar davon, das alle Leute nur rummumblen aber alle sich dennoch verstehen ... ;)

ps dialekt
sie hat an bestimmten wenigen stellen ne ganz merkwürdige verschleifung/vernuschelung... schwer zu erklären.
kann man wohlmöglich auch auf den geographischen hintergrund zurückführen ;)
https://www.youtube.com/watch?v=qJQhOWzqkJE

warums dann im film teilweise sehr undeutlich war, kA.
http://www.avaaz.org/ --- "the world in action" --- https://www.campact.de/ --- "Demokratie in Aktion"

#10 sicomastik

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Geschrieben 31. März 2014, 15:31

Beitrag anzeigenA Tramp sagte am 31. März 2014, 15:22:

Hm, um Näheres dazu zu sagen müsste ich dann schon den Film gesehen haben. Aber "nicht richtig sprechen" finde ich schon ein bisschen übertrieben. Aus genau diesem Grund können viele Schweizer "die Deutschen" nicht leiden (in Österreich ist das manchmal ähnlich), weil ihnen vorgeworfen wird, sie könnten "nicht richtig sprechen". Dabei sprechen sie nur ihre Sprache und astreines Hochdeutsch gelingt nicht jedem gleich gut. Das können viele Bayern, Sachsen, Norddeutsche usw. allerdings auch nicht.
Um Himmels Willen, umso was geht es hier doch gar nicht. Du ziehst da gerade völlig falsche Schlüsse.

Der Film lebt reichhaltig von den Erzählungen der Hauptdarstellerin, die ich über weite Abschnitte nur undeutlich oder sogar überhaupt nicht verstanden habe. Ich habe mich dann gefragt, woran das liegt. Ist das ein Stilmittel, hat die Schauspielern einen Sprachfehler, soll das auf irgendetwas anspielen. Wir dachten zuerst, dass soll den englischen Hintergrund von Charlotte Roche deutlich machen. Bestimmte Worte wurden so untypisch ausgesprochen und als ich dann las, dass Carla Juri aus der Schweiz kommt, dachte ich: "Ach so, dann hat das etwas damit zu tun." Das bedeutet doch nicht, dass ich denke, sie könne nicht richtig sprechen, sondern bedeutet, dass ich Schwierigkeiten damit habe, weil ich diese Aussprache nicht gewohnt bin.

Wenn Du mir aber nun sagst, dass habe mit dem Schweizerischen nichts zu tun, dann denke ich: "Ach so, dann hat sie vielleicht einen Sprachfehler."

Das Fass, dass Du hier jetzt bzgl. Nationalitäten aufmachen möchtest, geht völlig an dem vorbei, worum es mir geht. Ich versuche nämlich Erklärungen zu finden, warum wir Verständnisprobleme hatten und nicht Angehörigen anderer Nationen vorzuwerfen, sie könnten nicht richtig deutsch sprechen.

#11 A Tramp

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Geschrieben 31. März 2014, 15:31

Beitrag anzeigenwowie sagte am 31. März 2014, 15:26:

:D yep .... ich liebe ja (bestimmte wie diesen) dialekt, ich hab mir dann aber auch gedacht, wenn ich sie schon nicht versteh, sieht sie wenigstens gut aus, macht ein süßes Gesicht und haucht nur so was das zeug hält ... i like ;)

ich träum sogar davon, das alle Leute nur rummumblen aber alle sich dennoch verstehen ... ;)
Also hast Du sie auch schlecht verstanden und hältst das für Dialekt?
Sieht so aus, als müsste ich mir den Film schon aus diesem Grund ansehen.

#12 A Tramp

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Geschrieben 31. März 2014, 15:44

Beitrag anzeigensicomastik sagte am 31. März 2014, 15:31:

Um Himmels Willen, umso was geht es hier doch gar nicht. Du ziehst da gerade völlig falsche Schlüsse.

Der Film lebt reichhaltig von den Erzählungen der Hauptdarstellerin, die ich über weite Abschnitte nur undeutlich oder sogar überhaupt nicht verstanden habe. Ich habe mich dann gefragt, woran das liegt. Ist das ein Stilmittel, hat die Schauspielern einen Sprachfehler, soll das auf irgendetwas anspielen. Wir dachten zuerst, dass soll den englischen Hintergrund von Charlotte Roche deutlich machen. Bestimmte Worte wurden so untypisch ausgesprochen und als ich dann las, dass Carla Juri aus der Schweiz kommt, dachte ich: "Ach so, dann hat das etwas damit zu tun." Das bedeutet doch nicht, dass ich denke, sie könne nicht richtig sprechen, sondern bedeutet, dass ich Schwierigkeiten damit habe, weil ich diese Aussprache nicht gewohnt bin.

Wenn Du mir aber nun sagst, dass habe mit dem Schweizerischen nichts zu tun, dann denke ich: "Ach so, dann hat sie vielleicht einen Sprachfehler."

Das Fass, dass Du hier jetzt bzgl. Nationalitäten aufmachen möchtest, geht völlig an dem vorbei, worum es mir geht. Ich versuche nämlich Erklärungen zu finden, warum wir Verständnisprobleme hatten und nicht Angehörigen anderer Nationen vorzuwerfen, sie könnten nicht richtig deutsch sprechen.

Erstmal ruhig Blut bewahren, ein Fass wollte ich nicht aufmachen. Dann habe ich Dich tatsächlich missverstanden.

Natürlich kann und wird das, was Du mir gerade erklärst, mit der Schweizer Herkunft zu erklären sein. So wie jeder irgendwo (in der Regel) regionale Begrifflichkeiten bewusst oder unbewusst in seinen Sprachschatz einfließen lässt.

Ich kenne leider sehr viele Deutsche, die sich über Schweizer oder Österreicher nicht nur lustig machen, sondern ihnen auch noch sprachliche Fähigkeiten absprechen. Daher habe ich Dein "nicht sprechen können" in diese Richtung gedeutet, da dies zufällig wortwörtlich die Aussagen von diesen Leuten sind. Entschuldige, mein Fehler!

Und da Du nicht der einzige bist, der Verständnisprobleme hatte, wird da wohl was dran sein. Da bin ich womöglich etwas zu voreilig dazwischengegrätscht.

Unterscheidet sich die Aussprache sehr von dieser hier?

#13 sicomastik

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Geschrieben 31. März 2014, 15:55

Beitrag anzeigenA Tramp sagte am 31. März 2014, 15:44:

Erstmal ruhig Blut bewahren, ein Fass wollte ich nicht aufmachen. Dann habe ich Dich tatsächlich missverstanden.
Okay, dann bin ich beruhigt. Hätten wir jetzt plötzlich angefangen über nationale Vorurteile zu reden, wären wir völlig abgekommen.

Beitrag anzeigenA Tramp sagte am 31. März 2014, 15:44:

Ich kenne leider sehr viele Deutsche, die sich über Schweizer oder Österreicher nicht nur lustig machen, sondern ihnen auch noch sprachliche Fähigkeiten absprechen.
Sowas würde mir nie einfallen. Natürlich macht es Spaß, sich über solche regionalen Eigenheiten zu erheitern, aber deswegen würde mir doch niemals einfallen Österreichern oder Schweizern die Befähigung abzusprechen, die deutsche Sprache zu beherrschen. Da sich dann ja sowieso die linguistische Frage stellt, was "deutsch" sein soll.

Beitrag anzeigenA Tramp sagte am 31. März 2014, 15:44:

Und da Du nicht der einzige bist, der Verständnisprobleme hatte, wird da wohl was dran sein. Da bin ich womöglich etwas zu voreilig dazwischengegrätscht.
Nun ja, meine Frau hatte sie ja auch, wobei die Manches besser verstanden hat.

Beitrag anzeigenA Tramp sagte am 31. März 2014, 15:44:

Unterscheidet sich die Aussprache sehr von dieser hier?
Das ist die Klangfärbung, aber hier spricht sie sehr ruhig und deutlich akzentuiert. Insofern lässt sich also konstatieren, dass sie im Film etwas schludriger spricht, umso wohl eine gewisse Alltagssprachlichkeit zu erzielen. Das wirkt im Film auch recht charmant, hat es mir bei der Erstbetrachtung aber trotz allem ganz schön schwer gemacht und mich deshalb auf Distanz gehalten.

#14 A Tramp

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Geschrieben 31. März 2014, 16:17

Ich habe das in den falschen Hals bekommen und eher als dahergesagt verstanden. Nicht als eine Haltung. :cheers:

Beitrag anzeigensicomastik sagte am 31. März 2014, 15:55:

Sowas würde mir nie einfallen. Natürlich macht es Spaß, sich über solche regionalen Eigenheiten zu erheitern, aber deswegen würde mir doch niemals einfallen Österreichern oder Schweizern die Befähigung abzusprechen, die deutsche Sprache zu beherrschen. Da sich dann ja sowieso die linguistische Frage stellt, was "deutsch" sein soll.

Gegen Witze habe ich ja auch nichts, aber mir geht es dann wie Dir. Ich stelle dann die Frage, wo das Problem liegt, wenn jemand Spital statt Krankenhaus sagt oder Trottoir (schlechtes Beispiel) statt Gehsteig. Diese Leute haben sich die Frage, was „Deutsch“ sein soll, sicherlich nie gestellt.

Beitrag anzeigensicomastik sagte am 31. März 2014, 15:55:

Das ist die Klangfärbung, aber hier spricht sie sehr ruhig und deutlich akzentuiert. Insofern lässt sich also konstatieren, dass sie im Film etwas schludriger spricht, umso wohl eine gewisse Alltagssprachlichkeit zu erzielen. Das wirkt im Film auch recht charmant, hat es mir bei der Erstbetrachtung aber trotz allem ganz schön schwer gemacht und mich deshalb auf Distanz gehalten.
Danke für die Erklärung. Vielleicht habe ich ja auch Verständnisprobleme. In der Schweiz gibt es ja auch sehr viele Dialekte, die ich nicht zuordnen kann. Manche sind relativ leicht zu verstehen, zumindest für jemanden, dem auch das Bayerische und Fränkische nicht fremd ist, andere so gut wie gar nicht. Ich bin an das Schwizerdütsch etwas gewöhnt, weil ich ab und zu das Schweizer Fernsehen schaue oder mich mit Schweizern unterhalte.

#15 wowie

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Geschrieben 31. März 2014, 16:24

Beitrag anzeigenwowie sagte am 31. März 2014, 15:26:

ps dialekt
sie hat an bestimmten wenigen stellen ne ganz merkwürdige verschleifung/vernuschelung... schwer zu erklären.
kann man wohlmöglich auch auf den geographischen hintergrund zurückführen ;)
https://www.youtube.com/watch?v=qJQhOWzqkJE

warums dann im film teilweise sehr undeutlich war, kA.

ich bin immer noch am editen ... :D

ja manchmal fand ich sie auch undeutlich, hab gedacht sie nuschelt, weil ich nicht wusste das sie nen akzent hat ... wird immer besser oder ... lol

EDIT
link geändert ;)

wenn sie sagt "meine eltern" merkt manns stark
immer beim "e" und beim "i" ... :D

"diese basis" ... "zugehen" ... so sexy :D

... sehr schönes interview ....
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#16 sicomastik

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Geschrieben 31. März 2014, 16:27

Beitrag anzeigenA Tramp sagte am 31. März 2014, 16:17:

Gegen Witze habe ich ja auch nichts, aber mir geht es dann wie Dir. Ich stelle dann die Frage, wo das Problem liegt, wenn jemand Spital statt Krankenhaus sagt oder Trottoir (schlechtes Beispiel) statt Gehsteig. Diese Leute haben sich die Frage, was „Deutsch“ sein soll, sicherlich nie gestellt.
Ich borge mir ja gerne solche regionalen Eigenheiten aus (oft bestimmt auch unbewusst), da ich gerne mit Sprache rumspiele. Aber irgendwie lässt das immer mehr nach, weil mich die Leute oft nur irritiert ansehen. Dabei bemerken die selbst nicht mal, was sie für regionale Eigenheiten adaptiert haben. Das haben wir auch den Synchronisationen zu verdanken. Im Norden werden Begriffe oder auch eine Grammatik verwendet, die laut Duden typisch süddeutsch sind und umgekehrt natürlich auch. Da wir Synchron-Hochburgen in Hamburg, Berlin, München und früher sogar dem Ruhrpott haben, ist da inzwischen ein ganz schönes Durcheinander, worüber sich viele wohl gar nicht mehr im Klaren sind. Ich mag das.

#17 Funxton

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Geschrieben 31. März 2014, 16:38

Isch habbet Fättschen valohn :D

#18 sicomastik

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Geschrieben 31. März 2014, 16:49

@ wowie

Was Du da beschreibst, ist für mich letztlich nur ein aussagenloser Relativismus, der Angst hat, eine echte Position einzunehmen, um nicht aus Versehen doch einmal etwas zu sagen. Diese Form der Kunst ist eben eine rein zu konsumierende. Wenn was dabei rumkommt, gut. Wenn nicht, auch egal.

#19 wowie

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Geschrieben 31. März 2014, 16:50

Man könnte auch sagen, es ist ne emanzipierte coming of age geschichte mit nem recht psychologischem und provokantem Ansatz und einer ebenso provokanten bildsprache.

Ich relativiere ja nicht nur, ich versuch deine Bezogenheit auf bestimmte Dinge umzulenken. Unser Ansatz ist recht verschieden denk ich. Ich seh da einfach ein paar dinge die ich für recht wertvoll halte, ganz abgeshen von deinen kritikpunkten welche ich ja unter berücksichtigung der perspektive akzeptiere. jetz frag ich mich aber wieso ich das nicht rüberbringen kann...
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#20 sicomastik

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Geschrieben 31. März 2014, 17:03

Beitrag anzeigenwowie sagte am 31. März 2014, 16:50:

Man könnte auch sagen, es ist ne emanzipierte coming of age geschichte mit nem recht psychologischem und provokantem Ansatz und einer ebenso provokanten bildsprache.

Ich relativiere ja nicht nur, ich versuch deine Bezogenheit auf bestimmte Dinge umzulenken. Unser Ansatz ist recht verschieden denk ich. Ich seh da einfach ein paar dinge die ich für recht wertvoll halte, ganz abgeshen von deinen kritikpunkten welche ich ja unter berücksichtigung der perspektive akzeptiere. jetz frag ich mich aber wieso ich das nicht rüberbringen kann...
Dann muss ich vielleicht noch mal deutlich sagen (habe ich bisher nicht), dass Du natürlich recht hast mit Deinen Aussagen darüber, dass das frisch und poppig und wichtig für den Deutschen Film ist und ich das natürlich auch so sehe. Nur deswegen unterhalten wir uns ja überhaupt über den Film. Da er eine irgendwie geartet Relevanz für unsere Zeit hat. Auch, was Du daran positiv findest, verstehe ich, aber deswegen muss ich ja nicht Deiner Meinung sein.

Mir geht es mehr darum, dass eine Vorgehensweise, wie der Film sie praktiziert und wie Du sie am Film schätzt, letztlich wertlos ist, wenn sie auf eine höhere Ebene über das reine Gefallen geführt wird. Du machst da eine Menge, um den Film zu retten und auch da verstehe ich Deine Argumentation, doch wenn es schließlich um den Punkt der tatsächlich Nachhaltigkeit geht, gehen wir einfach von unterschiedlichen Perspektiven oder auch Menschenbildern aus. Und da Du sehr bemüht darum bist, alles unter einen Hut zu bringen, bedienst Du Dich, ob nun bewust oder unbewusst, beim Relativismus, wo Widersprüche angeblich aufgelöst werden oder gar nicht vorhanden sind. Für mich bleiben die aber bestehen. Es ist nicht möglich, dass ein Kunstwerk locker unbeschwert ist, ohne zu sehr zu belasten (sei es emotional oder intellektuell) und gleichzeitig eine emotionale und/oder intellektuelle Nachhaltigkeit beim Rezipienten erzielen kann, die bei ihm eine wirkliche Auseinandersetzung mit sich und seinem Leben erzielt. Bzw. möglich ist das schon, aber erfordert dann fast nur noch eine Eigenleistung vom Rezipienten und hat mit dem Werk dann nur noch insofern zu tun, wie der Rezipient es (be-)nutzt. Bei einem Film, der sich einer so komplexen Thematik annimmt, erwarte ich dann einfach etwas mehr als nur ein "ist doch nur Spaß" und "bloß nicht zu viel nachdenken". Ich erwarte einfach, dass die Macher ein Verantwortungsgefühl wahrnehmen, aber dafür begreife ich das Kino wohl zu sehr als moralische Anstalt und komme damit wirklich aus einer anderen Zeit. Reine Pop-Nabelschauen sind meine Sache nicht, da ich persönlich sowieso meist weit mehr erlebt habe, als die vorgeführten Protagonisten. Dadurch weiß ich ja letztlich auch, dass die Macher oft keine Ahnung von dem haben, was sie da abbilden und schon werfen sie wieder völlig falsche Bilder durch ihre völlig falschen Vorstellungen in die Welt. Und damit man sie bloß nicht festnageln kann, packen sie alles in Schein- oder Traum- oder sonstwie verzerrte Wirklichkeiten. Das ist langweilig und eben Relativismus.

#21 wowie

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Geschrieben 31. März 2014, 17:55

oh ja sehr aufschlussreich. Diese Kategorien!

Das mit dem reinen Gefallen versteh ich nicht ganz.
Retten, naja, ich denk ja das der Film ganz gut weggekommen ist und ne gute Lage hat. Ich wollte aber dein "kurzkommentar" mit diesem einseitig negativ wirkenden Eindruck nicht so stehen lassen...
Aber du findest ihn ja gar nicht so "schlecht" wenn du so zustimmst wie oben. Insofern passt das schon für mich ;)

anhang
Für mich bleiben bestimmte Widersprüche auch vorerst bestehen, ich warte ja dann auch auf Reaktionen des Gesprächspartners ... die dann auch manchmal sehr schön kommen, so wie jetzt :D ... so hat sich vieles für mich damit schon geklärt ...

Den Punkt mit der Nachhaltigkeit .... hmmm ja,
ich kann dir wiederum nur unvollständig antworten, da ich mich noch nie damit so auseinandergesetzt hab ....
Stellt sich die frage, wie nachhaltig will man es haben?
ganz schwierige sache....

so nachhaltig find ichs auch nicht. es gibt filme, die ich besser bewerte und die noch weniger nachhaltig sind :)
aber ich finds nachhaltig + schön, kreativ, witzig, "unterhaltend" genug, um ne gewisse form des positiven kommentars darüber zu verlieren und darüber hinaus sogar sinnvoll, diese art des seltenen offenen umgangs mit (weiblichen) körperteilen und -flüssigkeiten, sowie geistigen zuständen und problemen dieser art, zu propagandieren - immer und immer wieder.
Genau so würd ich wahrscheinlich Californication oder Misfits unterstützen :D
pass erst mal auf wenn mir was wirklich wichtig ist ;)

Insofern müsst ich jetz egtl was sagen, weil Relativismus ist mir sehr wichtig...
Betrachte es einfach als populärwissenschaftlichen Eklektizismus im Zeichen einer populären Kunstform und Aufklärung!?
und nicht langweilig, sondern sanft verrückt unterhaltend
;)
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#22 sicomastik

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Geschrieben 31. März 2014, 23:02

Beitrag anzeigenwowie sagte am 31. März 2014, 16:24:

die Erhebung der Neurose zur Normalität!
Freak it!!!
Genau das ist das Schwachsinnige am Umgang mit diesen Dingen in solchen Darstellungen. Das ist ein Widerspruch in sich. Eine Neurose kann nie eine Normalität darstellen, denn sonst wäre sie keine Neurose bzw. würde der Betreffende nicht zum Neurotiker werden. Das ist das Problem mit Fachbegriffen aus der Psychiatrie oder Psychologie. Die werden wie selbstverständlich benutzt, weil jeder eine Psyche hat und sich eine Vorstellung von den Begriffen macht. Was sie tatsächlich bedeuten, wissen sie nicht. Begriffen aus der Quantenphysik passiert diese Zweckentfremdung weit weniger.

#23 wowie

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Geschrieben 01. April 2014, 08:44

da hast de wohl recht. ich meine eben genau die verbesserung des bewusstseins für solche dinge.
und auch wenn die leute nicht genau wissen was es ist, so wie sie damals nicht wussten wie genau der teufel die besessenheit durchführt, wissen sie heut nicht genau wie eine neurose sich bildet etc ... aber es gibt wenigstens keinen teufel mehr.
Desto mehr filme etc solches vokabular nutzen, sei es auch ungenau/unvollständig, desto mehr bewusstsein bildet sich dafür .... denk ich.
Dafür brauchst du auch einige filme denk ich...
just btw
ich vertrete ja sogar die idee, das du gar nicht unbedingt direkt psychologisieren musst, also ausformuleiren oder so, ein bestimmter typ von verhalten kann auch schon aufklären. Also beobachtung-nachahmung.

Ich glaub auch nicht das die macher der kunst das als exploitation betreiben. manche bestimmt, aber viele tun einfach ihr bestes um irgendwie nicht primitiv zu klingen, sondern modern und die perpsektiven der leute wenigstens ein bisschen zu bereichern und nicht als verdummung zu gelten.
ich erwarte keine große und genaue aufkläung von der mainstream unterhaltung, aber ich erwarte ein gewisses level an psychologisierung. Auch wenn das ganze dann wissenschaftlich nicht standhält.

Ganz interessant vlt, weil das hier vlt so ähnlich schwierig ist wie beim sience-fiction film.
Die kunst ist es dann auch, was manche nicht verzeihen, bestimmte dinge einfach wegzulassen und sie der fantasie zu überlassen, anstatt irgendne pseudo-wissenschaftliche erklärung zu finden. Wobei das ziel natürlich ist, so genau wie möglich zu sein, aber ich denke das viele dazu noch nicht in der lage sind. Das ist wohlmöglich auch manchmal unvereinbar mit den produktionsstandards.
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#24 sicomastik

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Geschrieben 01. April 2014, 10:43

Am besten sind die Psychologisierungen, die nicht psychologisieren. Howard Hawks RIO BRAVO ist dafür ein grandioses Beispiel.





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