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Kurzkommentare Mai 2012



348 Antworten in diesem Thema

#1 bekay

    will in die High Society

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Geschrieben 04. Mai 2012, 09:43

(1) Hier kommen alle Kurzurteile über gerade gesehene Filme rein, die man zwar mitteilen will, aber eben nicht in einem neuen Filmtagebuch-Eintrag oder Forenthema.

(2) Falls sich eine Diskussion aus einem solchen Urteil entwickeln sollte, behalten sich die Moderatoren das Recht vor, diese in einen eigenen Thread abzuspalten.

(3) Jeden Monatsanfang wird ein neuer Kurzkommentar-Thread mit dem Thementitel "Kurzkommentare [Monat] [Jahr]" erstellt. Jedes Mitglied darf dies machen, soweit es noch nicht geschehen ist. Wichtig ist dabei nur, diesen Text immer als ersten Beitrag einzufügen!

(4) Hier ist das Archiv der bisherigen Kurzkommentare.

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#2 Johannes

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Geschrieben 04. Mai 2012, 19:14

hey, settembrinis text zu inglourious basterds hat ja null prozent inhalt, obwohl er mindestens 20 zeilen lang ist. kannst du anstatt hohler phrasen auch was konkretes über den film sagen?

#3 Settembrini

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Geschrieben 05. Mai 2012, 11:27

Habe ich offen gestanden keine große Lust zu, weil ich das noch aus meiner kino.de-Zeit kenne: wenn ich da die Frechheit besaß, einen Tarantino-Film nicht uneingeschränkt großartig zu finden, fiel in der Regel das halbe Forum über mich her. Und als ich seinerzeit, als die "Basterds" im Kino liefen, (mit vielleicht boshafteren Worten als nötig) begründete, warum ich den nicht unbedingt im Kino sehen wollte, fiel ebenfalls das halbe Forum über mich her. Kurzum: ich habe nicht die geringste Lust, die Art von Diskussionen, die ich damals immer wieder führte (bzw. führen mußte) zu wiederholen, und habe daher mit meiner kurzen Stellungnahme auch nicht im Sinn gehabt, damit eine Filmdiskussion zu eröffnen, sondern wollte lediglich in möglichst komprimierter Form meine Einschätzung zum Ausdruck bringen. Und mit solchen Anwürfen bringt man mich sowieso nicht zum Diskutieren, da braucht es dann schon etwas mehr Höflichkeit.

#4 Johannes

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Geschrieben 05. Mai 2012, 11:57

dann gehe ich also davon aus, dass du nichts konkretes über den film sagen kannst und nur irgendwas daher redest.

#5 bekay

    will in die High Society

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Geschrieben 05. Mai 2012, 12:21

Holla die Waldfee, Meinungen sind eben manchmal auch unkonkret und speisen sich aus subjektiven Gefühlslagen. Wem das neu ist, der könnte sich von soetwas natürlich angegriffen fühlen. Aber ich denke, Johannes kriegt den Dreh irgendwann raus.

Ich finde INGLOURIOUS BASTERDS übrigens großartig, auch wenn ich ebenso kaum weiß warum. Irgendwie schafft es diese Mischpoke aus majestätischer Rache-Geschichte, Sprachuntersuchung und Naziploitation wie aus einem Guss zu scheinen.

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#6 Johannes

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Geschrieben 05. Mai 2012, 16:42

wenn er hier irgendwas halbgares über einen film schreibt, braucht er sich nicht wundern, wenn andere leute nachfragen. und nichts anderes habe ich getan.

außerdem hat er doch grade klar behauptet, etwas konkretes sagen zu können. nur will er das nicht, weil er sich vor einer diskussion fürchtet.

#7 bekay

    will in die High Society

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Geschrieben 05. Mai 2012, 16:46

Das ist der Kurzkommentarthread, dessen Funktion es ist, Halbgares über Filme zu schreiben. Das heißt natürlich nicht, dass du nicht nachfragen kannst, was es mit einer Meinung auf sich hat. Aber nur weil du ein Fragezeichen an einen Satz hängst, heißt das nicht, dass du in einer Form nachgefragt hast, die auch zum Antworten einlädt. ;)

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#8 Ubaldo Terzani

    Reader discretion is advised, lan

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Geschrieben 05. Mai 2012, 16:52

Ach ja, und was du hier im Forum denn so konkretes und umfassendes über diesen Film geschrieben, Johannes, oder üba irgendeinen anderen Film?

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#9 Johannes

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Geschrieben 05. Mai 2012, 18:01

Beitrag anzeigenbekay sagte am 05. Mai 2012, 16:46:

Aber nur weil du ein Fragezeichen an einen Satz hängst, heißt das nicht, dass du in einer Form nachgefragt hast, die auch zum Antworten einlädt. ;)
jajajaja...der ton macht die musik...die altbekannte ausflucht. ich habe settembrini nicht wie zuckerglas behandelt. ich habe seinen schrieb im zuge meiner frage deutlich kritisiert und wenn er das nicht verkraftet, ist das genauso aussagekräftig wie eine konkrete antwort, nur dass es etwas anderes aussagt.

Beitrag anzeigenUbaldo Terzani sagte am 05. Mai 2012, 16:52:

Ach ja, und was du hier im Forum denn so konkretes und umfassendes über diesen Film geschrieben, Johannes, oder üba irgendeinen anderen Film?
ich schrieb hier bestimmt schon des öfteren konkrete sachen zu irgendwelchen filmen.

#10 bekay

    will in die High Society

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Geschrieben 05. Mai 2012, 18:04

Beitrag anzeigenJohannes sagte am 05. Mai 2012, 18:01:

ich habe settembrini nicht wie zuckerglas behandelt.

Musst du auch nicht. Es reicht schon, dein Gegenüber wie einen Menschen zu behandeln. Vielleicht versuchst du es mal. Im schlimmsten Fall wird es etwas nützen.

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#11 Johannes

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Geschrieben 05. Mai 2012, 19:12

wie einen kritikfähigen menschen hab ich ihn behandelt.

#12 Der Außenseiter

    jetzt auch in Farbe

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Geschrieben 06. Mai 2012, 02:27

WILD RIDERS

Rockerfilm, der im Gewand eines Home-Invasion-Thrillers und Terror-Films daherkommt. Regisseur Richard Kanter hat den umgekehrten Weg Wes Cravens genommen und erst mit nicht-pornographischen Spielfilmen begonnen. Man hat das Gefühl, dass er sich hier noch drosselt, nicht wirklich ausbrechen will und trotzdem nimmt er hier auf eindrucksvolle Weise alles vorweg, was DAS LETZTE HAUS LINKS, LAST HOUSE ON DEAD END STREET, JUNGE MÄDCHEN ZUR LIEBE GEZWUNGEN, DER SCHLITZER etc. pp. später übernahmen und ausbauten. Einen Blick wert.

HORROR HOUSE II

Claudio Fragasso gehörte eigentlich immer eher in die untere Liga des modernen italienischen Genrekinos, doch im Vergleich zu Fabrizio Laurenti bringt er die La-Casa-Trilogie vernünftig zu Ende. Inszenatorisch auf Augenhöhe mit Lenzis Erstling, doch mit einer schlüssigeren Entwicklung und Schauspielführung ausgerüstet, habe ich bei diesem effektiven Jahrmarktsbudenzauber schon lange nicht mehr so die Scheiße im Darm zurückhalten müssen.

HILFE, ICH BIN SPITZ...E!

Weitere Historienposse mit Adriano Celentano. Im gleichen Jahr drehte er etwas Vergleichbares mit Sergio Corbucci. Pasquale Festa Campanile - für mich einer der meistunterschätztesten Regisseure des italienischen Kinos - bringt seine sozialistische Botschaft vielleicht künstlerisch nicht so geschickt an den Zuschauer, aber dafür mit vielen kleinen formalen Spielereien. Die Auseinandersetzung mit der Ständegesellschaft in den 1830er Jahren ist mehr als gelungen. Man möchte Kübelladungen auf die bornierte Dekadenzgesellschaft kotzen und hofft, dass Rugantino mit jedem Freifick davonkommt.

MAFIA CONTRA NINJA

Robert Tais brachialer Martial-Arts-Kracher beweist ein weiteres Mal, dass die ruppigere Choreographie und Bildsprache der Taiwanesen Hongkonger Action wie Tattergreiskino aussehen lässt.

DER ZAUBERBOGEN

Diese in den 80er Jahren von mir gefühlte 4000 Mal gesehene Kindheitsprägung kann von mir nicht nur im Schlaf aufgesagt werden, sondern wird auch im Rhythmus vollständig erspürt. Deshalb gingen mir die letzten 3 Minuten, die "neu waren", auch tierisch auf den Sack, da sie mich ins Ungleichgewicht stürzten. Dieser Film ist mein Blut, mein Fleisch und das ständige Anrufen irgendwelcher Götter war diesmal besonders in mich eingedrungen. Oman, der Gott des Falkenclans, wird permanent herbeizitiert. Thoran, die Hauptfigur, macht sich jedes Mal Mut mit Ausschreien seines Namens und auch ich würde am liebsten schreien, wenn ich jemanden den Kopf spalte, um auf sein Hirn zu scheißen:

OMAAAAAAAAAAN!!!!

"Der Unterschied zwischen dem Kino damals und heute ist, dass man heute die Kackwurst zeigt."


#13 Zodiac

    Da Blogga

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Geschrieben 06. Mai 2012, 08:48

Ein Sommer in NewYork (The Visitor 2007)

Alle Welt zeigt sich begeistert vom vereinsamten Professor, der dank syrischem Mitbewohner das Trommeln lernt und ihm zu helfen versucht, als er abgeschoben werden soll. Ich nicht! Entweder war ich nicht in der entsprechend kitschfähigen Stimmung und gähnte, als Professor mit Syrier-Mutti auch noch "The Phantom of the Opera" besuchte - oder ich empfand das Ding, aus dem wirklich eine USA-Kritik hätte werden können, als durch und durch verlogen. - Sogar Splatter-Mutti dachte, wenn es um Schwarze geht, in erster Linie um die vielen Vergewaltigungen und Überfälle, mit denen sich Schwarze in Basel seit Monaten "unbeliebt" machen. - Wer hätte je gedacht, dass ich so fremdenfeindlich werden und meine Gefühle auf Filme übertragen würde?

#14 Funxton

    Avanti, Popolo

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Geschrieben 06. Mai 2012, 09:21

@ Aussi/Zauberborgen: :cheers: Den habe ich als Grundschulkind ca. zweimal die Woche angeschaut. Die DVD bin ich mir noch schuldig.

@ Zodi/Visitor: Der steht hier noch ungesehen. Jetzt habe ich doll Angst davor bekommen :angst:

#15 wowie

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Geschrieben 06. Mai 2012, 09:38

Grace is gone
Cusack ganz stark!!
7,8/10

EIne Schwalbe macht den Sommer
herrlich, tolle Typen! Working Hintergrund, Tolle Atmo, Dialoge und Message!
8,5/10

Das Lied der Sperlinge
herrlich, herrlich, herrlich!!!
8,5/10

Cirkus Columbia
auch nett.
7,4/10

Solas
auch gut.
7,6/10

Darklight
alt aber immer noch krass und erleuchtend.
8/10

Bearbeitet von wowie, 06. Mai 2012, 09:47.

http://www.avaaz.org/ --- "the world in action" --- https://www.campact.de/ --- "Demokratie in Aktion"

#16 Bastro

    * peng *

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Geschrieben 06. Mai 2012, 17:18

ULI DER KNECHT (Franz Schnyder) -- sobald der Uli Meisterknecht wird beim Gluggenbauern Joggeli, und dann zum ersten Mal das Vreneli (Liselotte Pulver) auftaucht, bekommt der Film seine Richtung und seinen Drive, kann das Herz beben und schmachten. Oh ja, das ist dann recht amüsant bisweilen und hochdramatisch! Wunderbarer Heimatfilm aus dem goldenen Zeitalter der schweizer Literaturverfilmungen (mit großem Dank an Zodiac, :cheers: , der mir den Film zukommen ließ; den Gotthelfschen Text, der sich ebenfalls auf der DVD befindet, werde ich mir gleich aufs Kindle ziehen).

#17 Zodiac

    Da Blogga

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Geschrieben 06. Mai 2012, 17:53

Beitrag anzeigenBastro sagte am 06. Mai 2012, 17:18:

... den Gotthelfschen Text, der sich ebenfalls auf der DVD befindet, werde ich mir gleich aufs Kindle ziehen...

Da muss ich dich aber vorwarnen: Gotthelfs Verleger musste sich anhören, wie gern deutsche Leser sich den Text reinziehen würden, sich mit den "Zähnli, die leuchten wie ein Gartengätterli" aber schwer täten. Gotthelf schrieb deshalb die Fortsetzung "Uli der Pächter" in möglichst anständigem Hochdeutsch. Interessanterweise wirkt diese aber gerade wegen der fehlenden Bildlichkeit, zu der er nur in Dialekt fähig war, etwas langweilig - und es wird definitiv zu viel gestorben. - Trotzdem: Auch die Fortsetzung wartet mit Überraschungen auf. :cheers:

#18 The Critic

    Mad rabbits, mad world

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Geschrieben 06. Mai 2012, 18:15

Beitrag anzeigenSettembrini sagte am 05. Mai 2012, 11:27:

Habe ich offen gestanden keine große Lust zu, weil ich das noch aus meiner kino.de-Zeit kenne: wenn ich da die Frechheit besaß, einen Tarantino-Film nicht uneingeschränkt großartig zu finden, fiel in der Regel das halbe Forum über mich her. Und als ich seinerzeit, als die "Basterds" im Kino liefen, (mit vielleicht boshafteren Worten als nötig) begründete, warum ich den nicht unbedingt im Kino sehen wollte, fiel ebenfalls das halbe Forum über mich her. Kurzum: ich habe nicht die geringste Lust, die Art von Diskussionen, die ich damals immer wieder führte (bzw. führen mußte) zu wiederholen, und habe daher mit meiner kurzen Stellungnahme auch nicht im Sinn gehabt, damit eine Filmdiskussion zu eröffnen, sondern wollte lediglich in möglichst komprimierter Form meine Einschätzung zum Ausdruck bringen. Und mit solchen Anwürfen bringt man mich sowieso nicht zum Diskutieren, da braucht es dann schon etwas mehr Höflichkeit.

Sam, verstehe zwar nicht so recht, warum Du nach dem ersten Teil nichts mehr magst, aber verstehe vollkommen, daß man nach dem fulminanten Auftakt den Rest als schwächer empfinden kann. Der Anfang ist einfach so prächtig konstruiert, die Figurenaufstellung, deren Entwicklung und wie hier die Sprachen als Stilmittel eingesetzt werden. Ein Pfui übrigens mal wieder, daß man das synchronisiert hat. Dennoch gerade bei weiteren Sichtungen haben die weiteren Teile mehr und mehr gewonnen. Wer außer Tarantino schafft es, in einem WKII-Film unterzubringen, daß man King Kong als die Geschichte der Schwarzafrikaner in den USA lesen kann?


Bloody Pit of Horror (Il boia scarlatto)

He, dufte! Da sind ja noch mehr Vorläufer des modernen Slasherfilmes zu finden. Dachte, vor allem Bava mit Sei donne per l'assassino und Reazione a catena sei hier zu nennen, aber der Film von Massimo Pupillo hat schon alle Elemente - nur, daß 1965 selbst die Erwachsenen für sexuelle Gelüste bestraft werden. Ansonsten wirklich alles drin - selbst das "Wir müssen zusammenbleiben. - Huch, wo ist denn A abgeblieben?" Und muß ich extra erwähnen, daß man 1965 noch wußte, wie man Sets ausleuchtet? Hier wahrscheinlich nicht.

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#19 Settembrini

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Geschrieben 06. Mai 2012, 20:24

Critic, so richtig überraschend sollte meine Einschätzung doch eigentlich nicht sein, schließlich hast Du ja, als mich damals bei der kino.ED-Verleihung so unbeliebt gemacht habe, meine Apologie nicht nur gelesen, sondern auch so gut verstanden. Trotzdem will ich mal versuchen, meine Position ein wenig darzulegen.
Daß ich starke Vorbehalte gegen den Film hatte, ist ja bekannt. Die hatte ich schon von dem Moment an, in dem ich - das war im Mai 2009 - erstmals davon las, wie Tarantino mit seinem Ende die Geschichte umschreibt. Da dachte ich schon: Was für eine Idee - das ist total irre, das ist so auch wohl noch nicht dagewesen, aber ist es auch gut? Kann das überhaupt funktionieren? Und ich beantwortete mir selbst diese Frage: vermutlich nicht - und wenn doch, dann müßte der Film im Stile von Monty Python oder einem Marx-Brothers-Film sein, und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß Tarantino so etwas drehen würde oder auch nur drehen könnte. Soviel erst mal zu diesem grundlegenden Vorbehalt, ich komme später noch mal auf den Punkt zurück.
Der weitere Verlauf der Geschichte ist ja bekannt: die begeisterte Aufnahme damals bei kino.de, die bei mir eher die Auswirkung hatte, daß mein Mißtrauen noch größer wurde, und schließlich, nachdem ich eine Weile überlegt hatte, den Film im Kino zu sehen (hauptsächlich wegen der Mehrsprachigkeit, und da ist mir nun fraglos auch einiges verloren gegangen), entschied mich aber doch dagegen, auch deshalb, weil mein Ansporn, den Film zu sehen, so groß nicht war, das ich dafür Geld hätte ausgeben wollen. Dann kam die damalige kino.ED-Verleihung (mit einer verunglückten sarkastischen Bemerkung meinerseits), an die ich mich noch sehr lebhaft erinnern kann. Damals schrieb ich ja auch schon einige Dinge: daß ich mit dem Tarantino-Kino auch zuvor selten glücklich geworden bin (genau genommen nur bei einem halben Film), und noch ein paar andere Punkte, die ich jetzt nicht wiederholen will, weil ich sie im folgenden noch ansprechen werde oder weil sie nicht von so großer Bedeutung sind.

Nun also zum Film selbst. Ich gebe zu, daß ich den nicht wirklich mögen wollte, und das kann man mir natürlich sehr wohl zum Vorwurf machen. Andererseits haben mich schon andere Filme, denen ich ähnlich skeptisch begegnete, sehr wohl packen können - ein gutes Beispiel dafür wäre Get Carter, den ich auch voller Mißtrauen sah (er war nämlich von Don Logan gelobt worden...), der mich dann aber total umgehauen hat. Und tatsächlich machten mir die Basterds es mit dem ersten Kapitel erst mal sehr schwer, sie nicht zu mögen - denn das ist brillant; vielleicht die besten 20 Minuten, die ich von Tarantino je gesehen habe. Da hatte ich auch mal das Gefühl, daß das mit großer Ernsthaftigkeit inszeniert ist, ohne aufgesetzte Coolness oder ähnliches. Das zweite Kapitel empfand ich danach allerdings als herben Absturz: das ist ein sehr typisches Tarantino-Kapitel (soll heißen: mit all jenen Dingen, die ich schon an den früheren Filmen nicht besonders mochte), und die Basterds erinnerten mich sehr an die möglichst cool auftretenden Gestalten, wie sie in Pulp Fiction und anderen Filmen vorkommen, und die mir innerlich immer ziemlich leer vorkamen. Ich hatte ja schon vor zig Jahren zum ersten Teil von "Kill Bill" geschrieben, das wäre eine wunderschöne Geschenkverpackung, in der nur leider nichts drin wäre (was ich dann ein wenig nach dem positiv überraschenden zweiten Teil relativiert habe), und das zweite Kapitel hinterließ bei mir wieder weitgehend einen solchen Eindruck. Außerdem will ich anläßlich des zweiten Kapitels noch eine Anmerkung einflechten, die die Gewaltszenen bei Tarantino betrifft. Gewaltszenen als solche gibt es bei vielen Regisseuren, zu nennen wären etwa Leone, Scorsese oder Lynch, aber bei Tarantino habe ich immer wieder den Eindruck gehabt, daß es ihm ausgemachten Spaß macht, solche Szenen zu inszenieren (und so auch hier wieder bei der Baseballschlägerszene), während ich einen solchen Eindruck bei den eben genannten Meistern eigentlich nie hatte. Soviel zum zweiten Kapitel.
Der weitere Verlauf des Films macht dann ja deutlich, daß es zwei Handlungsstränge gibt, die im Schlußkapitel zusammengefügt werden: einmal die Shosanna-Geschichte, dann jene der Basterds. Die Shosanna-Geschichte hat ja nun sehr stark (geradezu herzzerreißend) begonnen, und ist zwar eine Fiktion, aber eine durchaus glaubwürdige Fiktion. Bereits im dritten Kapitel wendet sich diese Geschichte in Richtung Rachekino, in Richtung der Populärkultur. Und da setzt bei mir ein Unbehagen ein: aus Shosanna, die durch den Holocaust ihre Familie verloren hat, wird nun eine Figur des Rachekinos. Ich habe mir zwar nie die Position von Claude Lanzmann, der ausnahmslos jede Fiktionalisierung des Holocaust (oder, wie man vielleicht besser sagen sollte, der Shoah) rigoros ablehnt, zu eigen gemacht, habe mich aber, besonders, seit ich Shoah gesehen habe, dieser Position doch ein Stück weit angenähert. Kurzum: der Übergang zum (populären) Rachekino hinterließ bei mir das vage, aber ungute Gefühl einer Trivialisierung und Banalisierung des beispiellosen Völkermordes. (Ich habe mal gelesen, daß Spielberg für Schindlers Liste eine an Cincinnati Kid angelehnte Pokerszene gedreht habe, bei der Schindler und Amon Göth um Helene Hirsch spielen, diese Szene in der Schnittphase aber entfernt habe - worüber ich froh bin, denn das hätte ich als arge Entgleisung empfunden.)
Außerdem kommt mit dem dritten Kapitel wieder die Liebeserklärung-an-das-Kino-Ebene hinzu. Das ist ja etwas, was viele Cineasten besonders lieben, aber ich persönlich springe nicht so sehr darauf an (wie ich auch in meinem Filmtagebuch-Eintrag zu Hugo Cabret, den ich in dieser Beziehung als ein sehr gelungenes Beispiel empfand, erwähnt habe), aber darauf will ich noch mal zurückkommen, wenn ich auf den Schluß eingehe.
Mit der Zoller-Figur war ich übrigens auch nicht besonders glücklich, ich fand den Charakter zum Teil recht widersprüchlich angelegt, aber nicht auf die Weise widersprüchlich, wie es der menschlichen Natur entspricht, sondern auf unausgewogene Weise widersprüchlich. Ich fand Daniel Brühl auch nicht so stark wie in den Filmen, die ich sonst mit ihm gesehen habe, aber ich neige dazu, dies auf eben genau diese Unausgewogenheit zurückzuführen.
Einen sehr starken Moment gibt es aber im dritten Kapitel schon, wie ich zugeben muß: wenn Shosanna wieder Landa begegnet, da wird vor allem die Bedrohung, die von ihm ausgeht, wieder richtig erfahrbar (aber ohnehin lande ich, wenn ich die - für mich - guten Momente des Films nennen soll, praktisch durchweg bei den Szenen mit Christoph Waltz).
Dem vierten Kapitel konnte ich dagegen nur wenig abgewinnen, wobei ich aber schon mal dankbar für Deinen Gedanken zum King-Kong-Raten bin, der mir die Szene dann doch sinnvoller erscheinen läßt - das ganze Personenraten empfand ich nämlich aus völlig überflüssige Abschweifung; nun gut, da hätte ich vielleicht aufmerksamer sein können oder sollen.
Und nun zum Schlußkapitel, dem Umschreiben der Geschichte und dem Sieg des Kinos über die Nazis. Ich hatte ja schon eingangs erwähnt, daß ich dieser Idee immer skeptisch gegenüber stand, und letztlich hat diese Skepsis die Oberhand behalten. Es ist ja erst mal nichts dagegen einzuwenden, daß Tarantino das Kino so liebt (schließlich eine nahezu unverzichtbare Vorraussetzung für einen guten Regisseur), und auch nicht dagegen, daß er in seinen Filmen sein eigenes Universum erschafft. Aber mir persönlich fehlt in diesem Universum ein wenig die Erdung. Scorsese ist auch ein ganz großer Kinoliebhaber, aber seine Filme verweisen, auch wenn sie sich auf die Kinogeschichte beziehen, doch immer auch auf die Realität, während Tarantinos Filme mehr auf die Filmgeschichte verweisen. Überspitzt ausgedrückt: Tarantinos Werk scheint mir darauf hinauszulaufen, die Welt in eine große Videothek zu verwandeln. Und diese Herangehensweise halte ich für unglücklich, wenn es um die Historie geht. Es ist nun nicht so, daß ich einem Künstler nicht die "dichterische Freiheit" zugestehen würde, durchaus nicht, aber für diese Freiheiten muß es überzeugende Gründe geben. Zwei Beispiele dazu, die ich hier für sinnvoll halte, obwohl sie beide nichts mit Tarantino oder dem Kino überhaupt zu tun haben: in Maria Stuart läßt Schiller sich die beiden Königinnen begegnen und in einen heftigen Streit ausbrechen - eine frei erfundene Szene, aber tatsächlich die beste des Stücks. Daß Schiller dagegen in seiner Jungfrau von Orleans am Ende auch total von den historischen Ereignissen abweicht, habe ich immer als Fehlgriff empfunden, denn diese Änderung bringt dem Stück nicht wirklich etwas. Kurzum: Abweichungen von der Historie können bei historischen Stoffen durchaus ihre Berechtigung haben (und in manchen Fällen dürfte es ohnehin, schon wegen einer ungünstigen Quellenlage, nahezu unmöglich sein, die Historie überhaupt überzeugend zu rekonstruieren), doch darin sehe ich keinen Freibrief für einen leichtfertigen Umgang mit der Geschichte. Und als genau das empfand ich letztlich Tarantinos Idee: als leichtfertig. Dafür bin ich nicht Cineast genug und zu sehr historisch interessiert, um mich dafür begeistern zu können. Und wenn man sich auf so etwas einläßt, dann sollte der Stil des ganzen Werkes ein anderer sein. In Russ Meyers Up! begegnen wir einem Hitler, der sich als "Adolf Schwarz" versteckt und dann auf sehr passende Weise ins Jenseits befördert wird, indem ihm von einem Piranha, der in die Badewanne geworfen wurde, der Schniedel abgebissen wird - das ist natürlich auch total abgefahren, aber in einem solchen lupenreinen Exploitationsfilm fand ich das deutlich überzeugender. Bei den "Basterds" überzeugt mich das dagegen nicht, dafür ist der Film noch nicht überzeichnet genug, zu wenig Groteske - und wohl nur in einem solchen Rahmen hätte mich das totale Umschreiben der Geschichte überzeugen können.
Natürlich erwarte ich nicht, daß irgend jemand diese Positionen nun teilt, und es kann auch sehr wohl sein, daß mein Sermon nicht frei von inneren Widersprüchen ist. Das hängt auch damit zusammen, daß vieles davon mehr einem unbewußten Unbehagen (einem "Bauchgefühl", wie man auf Neudeutsch sagt) entspringt als scharf akzentuierten intellektuellen Überlegungen. Ich hoffe jedenfalls, meine Einschätzung verständlicher gemacht zu haben. Beifall erwarte ich keinen dafür.

#20 hoolio21

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Geschrieben 06. Mai 2012, 20:53

Beifall von einem großen Tarantinobewunderer. Einfach für deine Mühen. Ich hoffe, du fühltest dich nicht dazu genötigt.

Mag die "Basterds" auch nicht so gern wie anderes von ihm. Zu fragmentarisch, zu geschichtsbewußtlos, und nicht so cool, wie es gern wäre. Eher uncool, gar, zuweilen.

(Daß Kubrick, Peckinpah und Scorsese Spaß an ihren Gewaltszenen hatten, glaube ich schon.)

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#21 Settembrini

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Geschrieben 06. Mai 2012, 21:08

Vielen Dank schon mal für den Beifall. Und nein, genötigt fühlte ich mich nicht, denn ich habe ja Critic, den ich schon seit einer halben Ewigkeit kenne, geantwortet, und nicht etwa Johannes - und das habe ich dann auch gern gemacht, wenn's auch ein wenig Zeit gekostet hat.

(Peckinpah und Kubrick... Ja, kann schon sein.)

#22 The Critic

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Geschrieben 06. Mai 2012, 21:37

Settembrini, nein, überraschend nicht. Aber es ist doch immer interessant zu erfahren, WARUM etwas bei einem anderen nicht so wirkt wie bei einem selbst. Und da Du nun mal zur ausführlichen Artikulation befähigt bist, wollte ich schon gerne hören, was die Punkte waren, die Dir die Basterds verhagelt haben. Daß es nur die Voreingenommenheit sei, habe ich nie vermutet, weil Du Dich gerne Filmen hingibst.

Was ich nicht ganz verstehen kann, ist die Frage der Umdeutbarkeit von Geschichte. Inglorious Bastards, der Castellari, der nun so gar nichts mit Tarantinos Film zu tun hat, ist pure Action-Unterhaltung vor der Folie des zweiten Weltkrieges. Warum ist das akzeptabler als Tarantinos Ansatz, der Shoanna eine Kraft und Würde verleiht, die so vielen Menschen in der Realität nicht zur Verfügung stand? Nicht, daß ich Castellaris Film oder, ein anderes Beispiel, Ilsa - She Wolf of the SS nicht mögen würde. Aber ich verstehe nicht, warum die beiden Enden der Glaubwürdigkeitsskala möglich sind, aber zwischendrin sich eine Art historisches uncanny valley auftut. Geht mir nämlich überhaupt nicht so.
Wobei ich da doch Einschränkungen machen muß. Gerade erst die Miniserie Sins gesehen. Die Geschichte ist sehr ähnlich der von Shosanna - nur, daß sich die Serie als Starvehikel versteht und nur dazu dient, Joan Collins als überaus attraktive Frau darzustellen (und den Erfolg von Dynasty monetär auszunutzen). Das fand ich im Gegensatz zu Tarantino als sehr unangenehm, weil hier der Holocaust in die Welt der Utta Danellas verschoben wird. Dies reizt manchmal zum Lachen, weil es Psychologie und Geschichte zur Doofheit simplifiziert, aber größtenteils ist das nur unangenehm. Da ist mir die Stoßrichtung von Tarantinos Film deutlich lieber.

Vielleicht eins noch. Ich habe mir das Drehbuch durchgelesen. Der Endfilm ist viel erwachsener als das Skript, etliche vermeintliche Coolheiten sind der Schere zum Opfer gefallen. Das finde ich gut - weil ich hier anerkennen muß, daß Tarantino (oder wer auch immer ihn davon überzeugt hat) durchdachter agiert, als ich erwartet hätte. Insofern sehe ich vor allem in dem Film sein Bestreben, den Menschen im Faschismus eine angemessene Stimme zu geben, während Du die Betonung auf den Verweis in den Filmkosmos legst. Das ist legitim, aber nicht meine Sichtweise. Die Basterds sind für mich nicht Kill Hitler.

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#23 The Critic

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Geschrieben 06. Mai 2012, 21:41

Spasmo

Ich glaube, das ist der zweit-verwirrteste Giallo aller Zeiten. Aber an Eyeball kommt er nicht ran, auch wenn der ebenfalls von Umberto Lenzi ist.

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#24 Settembrini

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Geschrieben 06. Mai 2012, 22:08

Critic, so ganz einfach ist mein Standpunkt zur Umdeutbarkeit von Geschichte nicht zu erklären, weil da eher ein Grundgefühl das Fundament darstellt als das eine ausgearbeitete Theorie.
Andererseits passen Deine Ausführungen zur (mir nicht bekannten) Miniserie Sins ganz wunderbar, weil Deine Empfindungen zu dieser Serie den meinen zu Tarantinos Film recht ähnlich zu sein scheinen (die Empfindungen, wohlgemerkt - denn daß Tarantinos Film nur Melanie Laurent als schöne Frau ausstellen wollte, würde auch ich nie behaupten - wir haben uns also an verschiedenen Dingen gestoßen, aber wohl mit ähnlicher Auswirkung).
Letztlich denke ich, daß es auch ein wenig damit zu tun hat, daß für mich eben das Nebeneinander der verschiedenen Ebenen des Films nicht so recht funktionieren wollte. Den Wechsel vom ersten zum zweiten Kapitel habe ich doch schon als ziemlichen Stilbruch empfunden, und irgendwie schlagen sich dann die verschiedenen Eindrücke gegenseitig tot. Das scheint sehr vielen Filmfreunden ja nicht so zu gehen, mir aber schon. Natürlich kann auch ein bewußter Stilbruch seine Berechtigung haben: das beste Beispiel dafür wäre etwa Lubitschs überragender Sein oder Nichtsein (der für mich ja auch der mit Abstand beste Film über und gegen die Nazis ist), der für ungefähr 20 Minuten vollkommen seinen Komödiencharakter verliert und erst dann allmählich wieder zur Komödie wird. Aber das ist eine der schwersten Übungen, und da muß schon ein Lubitsch her, damit das so gelingt.

Letztlich kann ich natürlich, angesichts meiner ausgeprägten Skepsis vorab, kaum sagen, daß die "Basterds" mich enttäuscht hätten. Irgendwo dann aber wieder doch, wenn ich an das erste Kapitel denke. Daran hätte der Film anknüpfen müssen, und das tat er - zumindest empfand ich das so - nur sehr bedingt.

#25 Johannes

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Geschrieben 07. Mai 2012, 00:10

du machst es dir ja ganz schön einfach, settembrini. du willst den film nicht mögen. suchst ihn nach unliebsamen dingen ab, findest dann irgendwas, was du nicht recht einordnen kannst und schiebst das dann einfach in die nächstbeste schublade.

die gewalt in tarantinofilmen ist immer sehr komplex kontextualisiert, vor allem in diesem film, wo z.b. die von dir erwähnte baseballschlägerszene jede vorstellung von gut oder böse über den haufen wirft und darüber hinaus teil eines rückblicks im rückblick ist. das kann einen schon mal überrumpeln. und, ja, natürlich macht es ihm spaß, gewaltszenen zu drehen. das macht allen spaß, das kann man niemandem vorwerfen. gewaltszenen zu drehen macht tausend mal mehr spaß als z.b. lustige szenen zu drehen.

wieso schiebst du den shoshanna-handlungsstrang eigentlich in diese mysteriöse popkultur-rachefilmschublade? die nazis haben ihre familie getötet und sie will sich rächen. kannst du das nicht verstehen?

dass es sich hier um eine ausgedachte geschichte handelt, weiß man ja schon durch die schreibweise des titels oder seit dem ziemlich deutlichen "once upon a time..."-schriftzug am anfang. es ist ein charaktergetriebenes fantasydrama im kontext des zweiten weltkriegs. der film erhebt keinerlei ansprüche, was historische akuratesse betrifft, was es ihm ermöglicht, als kriegsfilm in einer realität geerdet zu sein (um mal deine worte zu benutzen), die weniger mit zahlen und fakten als mit handelnden personen zu tun hat. der film platziert dreidimensionale charaktere in ein kriegsszenario, was kriegsfilme eher selten tun. und was das ende angeht, will ich eigentlich nur billy wilder zitieren: why not?

#26 Ubaldo Terzani

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Geschrieben 07. Mai 2012, 01:02

Ach, ich stehe irgendwo in der Mitte. Die von meinem Idol TheCritic gelobte Eröffnungsszene fand ich im Ausgang vorhersehbar und daher in ihrer vollen Länge eher redundant und langweilig. Den von TheCritic gelobten Vergleich von KING KONG und der Geschichte der Schwarzen in den USA finde ich zwar wirklich clever ...aber: für diese eine Pointe dauerte mir die gesamte Szene in der Kneipe einfach zu lange und war zu verschwurbelt und letztendlich zu eitel. In seine eigenen Kopfgeburten verliebter Tarantino, halt.

Ansonsten mochte ich den Film aber sehr. Gottseidank wurde er im Bielefelder Lichtwerk als OmU gezeigt. Das war im Großen und Ganzen ein toller Film: Lustig, cool, emotional und dramatisch. Der Geschichtsrevisionismus/die historischen Freiheiten störten mich, anders als Settembrini, nicht im geringsten, auch wenn sie nicht wirklich bereichernd sind. Vor allem liebe ich seit Tarantinos Film Melanie Laurent und habe seitdem keinen ihrer Filme verpasst, lan. :bart:

Für mich die besten Szenen:

- "Au revor, Shosanna!"
- der Führer lässt ein Porträt von sich malen
- Brat Pitt versucht italienisch zu sprechen
- Shosannas Rache an den Dojtschen im Kino

Also, Inglourious Basterds fand ich zu 80% OK.

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#27 Der Außenseiter

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Geschrieben 07. Mai 2012, 11:27

Beitrag anzeigenFunxton sagte am 06. Mai 2012, 09:21:

@ Aussi/Zauberborgen: :cheers: Den habe ich als Grundschulkind ca. zweimal die Woche angeschaut. Die DVD bin ich mir noch schuldig.

Solltest Du Dir auch bleiben. Das Bootleg und sogar die VHS hat eine bessere Qualität als die offizielle Veröffentlichung. Die kann zwar mit einer Art "erweitertem Ende" aufwarten, dafür wurde an anderer Stelle eine Szene entfernt, die man sich wenigstens als "deleted scene" ansehen kann.

"Der Unterschied zwischen dem Kino damals und heute ist, dass man heute die Kackwurst zeigt."


#28 Funxton

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Geschrieben 07. Mai 2012, 17:59

Echt, die Koch-DVD ist so mies? Hätte ich ja nicht gedacht, aber danke für den Hinweis...

#29 Short Cut

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Geschrieben 07. Mai 2012, 18:56

Blade Runner-The Directors Cut
(Ridley Scott)

Gestern innerhalb unserer S/F Reihe gesehen. Danach war ich ein wenig verwirrt, da mein Freund und Mitstreiter ganz und gar nicht begeistert war und den Film A : Nicht verstanden hat, B : viel zu kitschig und pathetisch, C : pseudointellektuell fand.

Ich frage mich den ganzen Tag, wie man denn diesen Film, der meines Erachtens nach für den Olymp geschaffen wurde, nicht gut finden kann. Wahrscheinlich beschäftigt mich das auch nur weil Blade Runner, der Film ist, der mir bei der Frage nach einem Liebling immer als erster einfällt und der mich seit meinem, glaube ich 12. Lebensjahr, immer begleitet hat und nach zig Sichtungen nie nachgelassen hat. :zora:

FTB Eintrag folgt...
Jeder Film schreibt Geschichte. Um Filmgeschichte zu verstehen muss man Film immer im geschichtlichen und natürlich im Genrespezifischen Kontext sehen. So ist das und nicht anders.

#30 Funxton

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Geschrieben 07. Mai 2012, 19:24

Gee... :rolleyes:

Was mag dein Freund denn für Filme? "Independence Day"?? "Armageddon"??? "Die Mumie 2"????





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