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LOST Fernsehserie [SPOILERS INSIDE]

#61 Mitglied ist offline   pasheko 

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Geschrieben 16. Juni 2010, 01:51

Ich würde sagen, das Meta-Konzept der Serie war in der ersten Staffel noch nicht so ohne weiteres erkennbar, ich fand sie spannend und konnte auch mit den Figuren ausreichend mitgehen, aber als dann ab der dritten Staffel zu den Flashbacks auch noch Flash-Forwards hinzukamen, dachte ich "Hui!" und plötzlich schien alles möglich. Das wurde dann noch weiter getrieben mit Zeitschleifen und alternativen Realitäten, einem Spiel mit narrativen Ebenen, die ich so in einer Serie noch nicht gesehen hatte. Um so bedauerlicher, daß dann in der letzten Staffel zurückgerudert wurde, zu einem zwar schlüssigen, aber unbefriedigedem Ende hin. Das Problem haben aber wohl viele Serien, die während ihrer Laufzeit ein unübersichtliches Pantheon an Mysterien aufbauen, bei den X-FILES hatte ich einen ähnlichen Eindruck.

#62 Mitglied ist offline   Bob 

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Geschrieben 16. Juni 2010, 11:55

Also nach bekay's letzter Ausführung kann ich mich mit der potentiellen Faszination von LOST schon viel eher anfreunden, vor allem da auf die Bereitschaft des Zuschauers verwiesen wird. Mit dem Gedanken nehme ich etwas Abstand von der 'schlechten Schreibe' und sag' mal, dass mir solch narrativ-virtuose Strukturen mit dem Überraschungseffekt im Handgepäck einfach nix geben.

@pasheko und alternative Realität: Da bin ich wohl durch Star Trek vorbelastet. Da wurde das schon bis zum Erbrechen zelebriert. :)) (naja, Spaß, der Vergleich hinkt natürlich gewaltig)

#63 Mitglied ist online   Bastro 

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Geschrieben 16. Juni 2010, 23:01

Vielen Dank für Eure ausführlichen Kommentare. :) Jetzt ist mir das um einiges deutlicher, bekay, was Du meinst. Eine sehr zurückhaltende Herangehensweise... finde ich lobenswert. Ich weiß aber nicht, ob ich auf die Intention ganz verzichten mag: irgendwas werden sich die Autoren doch gedacht haben, bei einer Sache, die mit ihrer Konstruiertheit so überdeutlich umgeht! Und verstörend ist es umso mehr, wenn die Chose konventionell aufgelöst wird, wie pasheko meint.
Dann schreibst Du, die Serie würde ihre Gemachtheit mitreflektieren. Tut sie das wirklich, oder führt sie ihre Gemachtheit nur vor? Und wenn sie es tut, was sagt sie denn über sich aus?
Ein weiteres Problem: pashekos Ansicht scheint Deine zu ergänzen. Doch bereits so ein Wörtchen wie Meta-Konzept weist ja schon auf eine Zielgerichtetheit hin! Also doch ein Graben zwischen Euren Positionen?
Und Bobs Position mitgedacht, wo führte es denn hin, wenn die Serie nur auf sich selbst verweist? Hat man einmal diese Struktur erkannt, erübrigt es sich doch eigentlich, noch weiter zu gucken.(?) Ist LOST eine Serie, die sich selbst abschafft? (-aber vielleicht verrenne ich mich jetzt auch gerade total.)

Dieser Beitrag wurde von Bastro bearbeitet: 16. Juni 2010, 23:03


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Das bißchen verschüttete Schweineblut auf dem Tisch ist doch keine Suppe für Kinder. (R. D. Brinkmann)

#64 Mitglied ist online   bekay 

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Geschrieben 16. Juni 2010, 23:39

Beitrag anzeigenBastro sagte am 17. Juni 2010, 00:01:

Dann schreibst Du, die Serie würde ihre Gemachtheit mitreflektieren. Tut sie das wirklich, oder führt sie ihre Gemachtheit nur vor? Und wenn sie es tut, was sagt sie denn über sich aus?

Reflektieren kann die natürlich gar nichts, da hast du mich wohl eher einer Projektion überführt, denn ich bin derjenige, der es reflektiert. Aber eben auf "Strukturanweisung" der Serie, die es auffallend vorführt. Gleiches gilt für das "Konzept". Hätten die Autoren wirklich gewusst, was sie hier eigentlich machen, wie sie ihre Serie strukturieren, hätten sie sie wohl vollkommen anders enden lassen müssen. Stattdessen mussten alle Handlungsvolten nun irgendwie wieder vereint werden (obwohl vielleicht das interessante an ihnen war, dass sie eben keine Einheit bilden konnten) - und das ging schief. Dabei blieben dann leider auch die ganzen Hacken, Purzel und Twists in der sechsten Staffel auf der Strecke, es gab einfach keine mehr. Deswegen wohl die große Enttäuschung bei mir.

Beitrag anzeigenBastro sagte am 17. Juni 2010, 00:01:

Und Bobs Position mitgedacht, wo führte es denn hin, wenn die Serie nur auf sich selbst verweist? Hat man einmal diese Struktur erkannt, erübrigt es sich doch eigentlich, noch weiter zu gucken.(?)

Nein, eben gerade nicht. Ich würde sagen, dann kann eben eine fast kindliche Faszination für diese Erzähltätigkeit entstehen. Ich würde die Serie dann mit einem Traum vergleichen oder einer kindlichen Erzählung, die immer wieder neue, vollkommen disparate Ereignisse an die Kette hängt. ("Und dann saß der Ritter auf einem Kamel... und das flog über den See zum Schloss... und dort wurde die Prinzessin gefangen gehalten von der bösen Kindergärtnerin... ihre zwei Löwen bewachten das Verließ usw. usf.")

Beitrag anzeigenBastro sagte am 17. Juni 2010, 00:01:

Ist LOST eine Serie, die sich selbst abschafft? (-aber vielleicht verrenne ich mich jetzt auch gerade total.)

Nö, ist der beste Satz, den ich bisher zu LOST gehört habe. So ließe sich sogar noch die sechste Staffel, die eben gerade auf Abschaffung hinausläuft, wohlwollend uminterpretieren... :D

Aber nähme ich den Satz jetzt nicht ganz so ernst, würde ich ihn dahingehend verfeinern und sagen: LOST ist eine Serie, die die Wichtigkeit des Erzählten abschafft und die Wichtigkeit des Erzählens überdeterminiert.

#65 Mitglied ist online   Bastro 

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Geschrieben 17. Juni 2010, 06:48

Beitrag anzeigenbekay sagte am 17. Juni 2010, 00:39:

Nein, eben gerade nicht. Ich würde sagen, dann kann eben eine fast kindliche Faszination für diese Erzähltätigkeit entstehen. Ich würde die Serie dann mit einem Traum vergleichen oder einer kindlichen Erzählung, die immer wieder neue, vollkommen disparate Ereignisse an die Kette hängt. ("Und dann saß der Ritter auf einem Kamel... und das flog über den See zum Schloss... und dort wurde die Prinzessin gefangen gehalten von der bösen Kindergärtnerin... ihre zwei Löwen bewachten das Verließ usw. usf.")
[...]
Aber nähme ich den Satz jetzt nicht ganz so ernst, würde ich ihn dahingehend verfeinern und sagen: LOST ist eine Serie, die die Wichtigkeit des Erzählten abschafft und die Wichtigkeit des Erzählens überdeterminiert.

:cheers: Jetzt muß ich mir nur noch darüber klarwerden, ob ich weitergucken soll. :)) Als Gute-Nacht-Geschichte müßte es dann aber eigentlich klappen.

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Das bißchen verschüttete Schweineblut auf dem Tisch ist doch keine Suppe für Kinder. (R. D. Brinkmann)

#66 Mitglied ist offline   Soilworker 

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Geschrieben 15. Juli 2010, 22:23

Vintage Dharma ads :)

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