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#31 Mitglied ist online   bekay 

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Geschrieben 05. Februar 2010, 00:31

Beitrag anzeigenThe Critic sagte am 05. Februar 2010, 00:24:

Das 3D Kino wurde schon mehrmals versucht einzuführen, aber jetzt endlich hat es eine technische Perfektion erreicht, laberrabarber.

Suchsland wendet zum Glück ein, dass der Effekt doch sehr etwas von einem Pop-up-Buch hat - also ebenenhaft wirkt. Deckt sich ehrlich gesagt absolut mit meinem Eindruck...

#32 Mitglied ist online   The Critic 

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Geschrieben 05. Februar 2010, 00:43

Der 3D Effekt wirkt unnatürlich, daran gibt es gar nichts zu rütteln. Ich weiß jetzt nicht, ob es dafür eine exakte Erklärung von der Physiologie des Sehvorganges her gibt. Am ehesten würde ich vermuten, daß unser gewohnter Sehvorgang auf einer bestimmten Augenstellung bei bestimmten Raumtiefen und unserem naturgegebenem Augenabstand beruht und dies mit der technischen Lösung zweier fixierter Kameralinsen nicht detailgetreu simulierbar ist - schon gar nicht für verschiedene Leute im Publikum.
Andererseits ist die psychologische Ebene interessant. Da sitzen Filmkritiker/-wissenschaftler und tun so, als ob dieses Verfahren für Avatar extra entwickelt worden wäre und sich ihnen das erst Mal die Welt des 3D erschlossen hätte. Hach, ich hätte am liebsten die Fluffiquallen berührt. Hallo, die letzten sechzig Jahre nicht mal an der frischen Luft gewesen, um etwas vom Leben mitzubekommen?
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#33 Mitglied ist offline   Hick 

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Geschrieben 06. Februar 2010, 15:59

Beitrag anzeigenbekay sagte am 05. Februar 2010, 00:04:

Schnelle, Suchsland und Bronfen diskutieren im SWR2-Forum, warum "Avatar" weltweit der erfolgreichste Film ist...

Tut mir leid, aber die Drei reden teilweise einen unqualitativen und falschen Stuss.

Wenn sich schon mal die Fachleute für sowas treffen! :)) :puni:

#34 Mitglied ist offline   Hick 

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Geschrieben 06. Februar 2010, 16:10

Beitrag anzeigenThe Critic sagte am 05. Februar 2010, 00:43:

Der 3D Effekt wirkt unnatürlich, daran gibt es gar nichts zu rütteln. Ich weiß jetzt nicht, ob es dafür eine exakte Erklärung von der Physiologie des Sehvorganges her gibt. Am ehesten würde ich vermuten, daß unser gewohnter Sehvorgang auf einer bestimmten Augenstellung bei bestimmten Raumtiefen und unserem naturgegebenem Augenabstand beruht und dies mit der technischen Lösung zweier fixierter Kameralinsen nicht detailgetreu simulierbar ist - schon gar nicht für verschiedene Leute im Publikum.
Andererseits ist die psychologische Ebene interessant. Da sitzen Filmkritiker/-wissenschaftler und tun so, als ob dieses Verfahren für Avatar extra entwickelt worden wäre und sich ihnen das erst Mal die Welt des 3D erschlossen hätte. Hach, ich hätte am liebsten die Fluffiquallen berührt. Hallo, die letzten sechzig Jahre nicht mal an der frischen Luft gewesen, um etwas vom Leben mitzubekommen?

Es gibt eine Theorie über diesen de-authentisierenden Effekt des 3D-Kinos - dort wird das als Emergenz-Effekt beschrieben:

William Paul: The aesthetics of emergence. In: Film History, No. 3, 5/1993, S. 321-225.

#35 Mitglied ist online   bekay 

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Geschrieben 06. Februar 2010, 16:16

Wie, Emergenz und De-Authentifizierung werden als Wirkungsvektoren mit gleicher Richtung beschrieben? Interessant, könnte man doch auch vom Gegenteil ausgehen. Wenn man es konstruktivisitisch wendet, könnte man sagen, dass die Emergenz erst dann hergestellt wird, wenn der de-authentisierende "Pop-up-Buch" Effekt von 3D zu einer filmischen Konvention geworden ist. Das setzt aber voraus, dass mehr Filme dieser Art konsumiert werden, anders kann es keine "Gewöhnung" geben. Und Emergenz beruht meines Erachtens eben genau darauf: Gewöhnung...

#36 Mitglied ist online   The Critic 

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Geschrieben 06. Februar 2010, 17:15

Hirnphysiologisch würde ich zustimmen, daß Emergenz in der Wahrnehmungspsychologie Gewöhnung ist.
(Komplizierter ausgedrückt: Ein metastabiler, reproduzierbarer Funktionszustand der verarbeitenden neuronalen Netzwerke, der sich erst im Laufe eines Lernvorganges herausbildet.)

Aber ob man sich an die Artifiziellheit der 3D-Projektion gewöhnen kann? Der Unterschied zur 3D-Realität ist doch immens. Beim 2D-Bild des Kinos sieht das anders aus, flächige Bilder (i.e. welche mit geringer Raumtiefe) sind uns im kindlichen Lernprozeß untergekommen. Also müssen die 3D-Produzenten nur ein oder zwei Generationen abwarten und die dann erwachsenen Kinder werden, trainiert durch das Kino, die Künstlichkeit der jetzigen 3D-Projektion nicht mehr als solche wahrnehmen.
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#37 Mitglied ist online   The Critic 

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Geschrieben 07. Februar 2010, 14:48

Zitat

Der Film hat mir ja schon sehr gut gefallen, aber irgendwie kam mir alles sehr bekannt vor und schon mal gesehen. Und zwar 1995 von Blue Byte. Das Spiel hieß Albion und war damals ein sehr gutes Rollenspiel mit einem Tag nachtmodus bei dem der Wald zu floreszieren begann sobald es dunkel wurde. Als ein Schiffspilot macht man bei einem Erkundungsflug für eine Firma die von unbewohnte Planeten
Recourcen abbaut um mit diesen Profit zu machen. Allerdings legt man eine Bruchlandung hin und wacht bei einem Menschlich-Katzenartigen Volk auf das einen aus dem Wrack geborgen hat. Der Pilot/Held merkt das die Firma einen fehler gemacht hat und versucht den rest des Spiels das Schicksal das den Einheimischen blüht ab zu wenden.


Qualle
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#38 Mitglied ist online   bekay 

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Geschrieben 07. Februar 2010, 14:54

Jetzt mal kurz die nicht verwunderlichen, aber auch nicht sonderlich aufregenden Plagiatsvorwürfe beiseite geschoben, will ich noch ganz kurz einen Fehler meinerseits beim Gespräch davor vermelden: Ich habe einfach mal Emergenz mit Immersion verwechslt - insofern: Überall, wo ICH Emergenz schrieb, meinte ich Immersion... :zora:

#39 Mitglied ist online   The Critic 

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Geschrieben 07. Februar 2010, 15:33

Das ist doch kein Plagiatsvorwurf, weiß nicht, was Du in der Beschreibung liest. Aber bin es auch leid zu hören, das Drehbuch sei so umwerfend und einzigartig gewesen, deshalb mein Impetus, derartiges hier zu versammeln.
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#40 Mitglied ist online   bekay 

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Geschrieben 07. Februar 2010, 15:44

Nun, nennen wir es eben eine Plagiatsimplikation. Ich wollte nur sagen: der Film kann gar nicht plagieren, denn er ist ja eben so monomythisch, so simpel gehalten. Der Erfolg könnte vielleicht das Ergebnis der offensichtlichen Nicht-Einzigartigkeit der erzählten Geschichte sein. Und wer bitte behauptet, dass das Drehbuch umwerfend ist? Wenn wir mal davon absehen, dass der Film vielleicht eine gewisse Universalität versprüht, weil er inhaltlich etwas sagen-haftes vermittelt, so entschuldigt das immer noch nicht, wie gelangweilt und überraschungsarm Cameron sein Fabulieren ausgestaltet. Denn das werde ich ja nicht müde zu betonen: es gibt einen Differenz zwischen dem, was erzählt wird, und dem, wie erzählt wird...

#41 Mitglied ist online   The Critic 

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Geschrieben 07. Februar 2010, 15:55

Mir mußt Du das nicht erzählen, so wie ich Dir nicht das Urmythische der Erzählung vor Augen führen muß. Aber ich treffe nicht nur auf medienwissenschaftlich Vorgebildete und nicht nur solche lesen hier die Threads (nehme ich mal an).
Das spannungsarme Erzählen sehen andere Leute aber nicht so (siehe Podcast zum Beispiel). Was mich wundert, weil mir die Bildgestaltung das einzig Interessante scheint. Erinnert mich stark an die Wirkung der Lord of the rings Trilogie, die ich achselzuckend abgetan habe und seitdem nie wieder den Wunsch verspürte, sie mir anzusehen.
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#42 Mitglied ist online   The Critic 

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Geschrieben 08. Februar 2010, 12:17

Zitat

‘Well, with “Avatar”, the biggest fight has been about 3D: as far as I’m concerned, 3D is nonsense and is not the future of cinema. There’s a reason why 3D has failed in the past. Have you ever seen a movie and gone: “Oh, that was great, but I just wish it wasn’t so flat?”


Mark Kermode
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#43 Mitglied ist offline   Hick 

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Geschrieben 09. Februar 2010, 13:05

Gestern im Presseticker:

Zitat

SURVIVAL INTERNATIONAL PRESSEMITTEILUNG

8. Februar 2010


Indigene appellieren an „Avatar“-Regisseur James Cameron


Survivals Appell an James Cameron erscheint in
der heutigen Ausgabe von „Variety“. © SurvivalSurvival International hat sich im Namen der Dongria Kondh an „Avatar“-Regisseur James Cameron gewandt, mit der Bitte das Anliegen dieses indigenen Volkes in Indien zu unterstützen. Der Appell erschien in der heutigen Ausgabe des US-amerikanischen Magazins „Variety“.

Survival bittet Cameron in der Anzeige, den Dongria Kondh im indischen Bundesstaat Orissa zu helfen, deren Geschichte jener der Na'vi in “Avatar” verblüffend ähnlich ist. Der Text der Anzeige lautet:

Appell an James Cameron

„Avatar” ist Fantasy … und zugleich Realität.

Das Volk der Dongria Kondh in Indien kämpft um die Verteidigung seines Landes gegen ein Bergbauunternehmen, das wild entschlossen ist, seinen heiligen Berg zu zerstören.

Bitte helfen Sie den Dongria.

Wir haben Ihren Film gesehen – sehen Sie nun unseren:

www.survivalinternational.org/mine


Der zehnminütige Survival-Film „Mine: story of a sacred mountain“, von der britischen Schauspielerin und Aktivistin Joanna Lumley gesprochen, schildert die Notlage der Dongria.

Die Dongria leben in den Niyamgiri Bergen im indischen Bundesstaat Orissa. Das im britischen Aktienindex FTSE-100 gelistete Unternehmen Vedanta Resources ist fest entschlossen, die reichen Bauxit-Ablagerungen auf dem heiligen Berg abzubauen. Mehrheitseigner von Vedanta ist der indische Milliardär Anil Agarwal.

Die Dongria und andere Angehörige der Kondh in der Gegend leisten Vedanta Widerstand, um den heiligen Berg Niyamgiri davor zu bewahren, zum industriellen Ödland zu verkommen. Andere Gruppen der Kondh leiden bereits unter einer Bauxit-Raffinerie, die Vedanta am Fuß der Niyamgiri Berge betreibt.

Survival Direktor Stephen Corry sagt: „Genauso wie die Na'vi den Wald von Pandora als „ihr Ein und Alles“ bezeichnen, sind für die Dongria Kondh Leben und Land schon immer zutiefst miteinander verbunden gewesen. Die grundlegende Geschichte von „Avatar“ spielt sich – mit Ausnahme der vielfarbigen Lemuren, der Pferde mit langem Rüssel und der kriegerischen Androiden – heute in den Niyamgiri Bergen im indischen Orissa ab.

Wie die Na'vi in „Avatar“ sind auch die Dongria Kondh bedroht. Ihr Land soll von Vedanta Resources zum Bergbau verwendet werden, und das Unternehmen lässt sich durch nichts davon abhalten, seine Ziele zu erreichen. Die Mine wird die Wälder zerstören, von denen die Dongria Kondh abhängig sind, und die Leben tausender Angehöriger der Kondh, die in der Gegend leben, ruinieren.

Ich hoffe sehr, dass sich James Cameron dem Kampf der Dongria anschließen wird, um ihren heiligen Berg zu retten und ihre Zukunft zu sichern.“



Lesen Sie diese Meldung online: http://www.survival-...achrichten/5339


#44 Mitglied ist online   bekay 

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Geschrieben 16. Februar 2010, 21:24

Beitrag anzeigenThe Critic sagte am 07. Februar 2010, 15:55:

Das spannungsarme Erzählen sehen andere Leute aber nicht so (siehe Podcast zum Beispiel).

Vielleicht sehen wir das ja auch zu formalistisch... vielleicht ist Spannung nur eine Frage des emotionalen Bindens. Wer an die Figuren gebunden, der findet jede noch so ausgelatschte Finte irgendwie erregend. Aber dem Film könnte man ja auch nicht zu Gute halten, Figuren zu schaffen, die jetzt wirklich zur Bindung einladen.

Einige schöne Ausführungen zum Film übrigens beim Cargo Blog.

#45 Mitglied ist online   The Critic 

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Geschrieben 16. Februar 2010, 22:57

Nee, diese Abziehbilder sind mir wirklich nicht emotional nahe. Meine Vermutung ist eher, daß dies mal wieder eines dieser werbetechnisch vermittelten Hypes ist, man würde etwas verpassen, wenn man das nicht gesehen hat, und der moderne Konsument erfüllt nicht mehr sich einen Wunsch, sondern erfüllt die Erwartungen der Werbung. Ich bin reingegangen, weil es gut sein soll, also ist es gut, weil ich sonst nicht reingegangen wäre. Und alle anderen finden es schließlich auch gut. Bei Seinfeld gibt es die Folge, in der Elaine Der englische Patient unglaublich haßt - aber alle anderen um sie herum sind furchtbar gerührt davon. Sie muß den Film mehrmals sehen, weil sie ihn angeblich nicht verstanden hat. Am Ende wird sie von ihrem Boß ins Kino in diesen Film geschleppt, weil das doch ihr Lieblingsfilm sei, sooft wie sie den gesehen hat. So ungefähr, nur internalisiert, kann man sich das vielleicht vorstellen. :D

Und am meisten an dem Film hasse ich, daß ich nur reingegangen bin, weil alle gesagt haben, man solle reingehen. :wall:
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