Digital erzeugte analoge Spuren (Flecken, Spritzer etc.)
#1
Geschrieben 25. November 2009, 14:35
Obwohl dieser ästhetische Effekt seit den 90ern eine starke Verwendung findet, bin ich gerade nicht in der Lage, auch nur einen speziellen Film zu benennen, der ihn nutzt. Obwohl, doch, einen habe ich: Der TV-Zweiteiler Merlin (1998) - als besagter Magier einen Drachen niederzaubert...
#2
#3
Geschrieben 25. November 2009, 19:25
#6
Geschrieben 25. November 2009, 23:54
The Critic sagte am 25. November 2009, 22:41:
@Nemo: Würde das für analog halten. Trotzdem schön, so'ne vordigitale Anwendung des Effekts zu sehen.
#7
Geschrieben 26. November 2009, 00:13
Bei James Ryan (Blut) und Gladiator (Dreck/Sand) könnte ich mir das noch vorstellen, aber generell habe ich da meine Zweifel, ob sich das rentiert bzw. oft zu sehen ist. Ist doch viel einfacher etwas echtes an die Kamera zu klatschen, anstatt mit CGI zu hantieren. Die kann man ja wieder putzen, die Linse.
#8
Geschrieben 27. November 2009, 18:31
#9
Geschrieben 27. November 2009, 23:23
Bob sagte am 26. November 2009, 00:13:
Gut, ich bin zwar kein Technikexperte, aber würde doch sagen, dass man als Filmemacher auf sein High-End-Objektiv keinen Dreck wirft. Das sind bestimmt eher empfindliche Linsen. Allerhöchstens - wenn der Effekt bewusst eingesetzt werden soll - arbeitet man vielleicht mit einer Scheibe vor dem Objektiv, die dann die Ziel"scheibe" für das ganze Zeuch ist, was man so in "Filmauge" bekommen kann. Aber der Vorteil von der digitalen Erzeugung ist die absolute Kontrolle über diesen Effekt, insofern man alles in jeder Größe auf jeder Position platzieren kann.
Mir geht es hier wirklich um die Digitalität des Ganzen - insoweit man diese denn wirklich erkennen/vermuten kann. Das Interessante ist doch, dass einige Strömungen der Fototheorie seit dem Aufkommen der Digitalität das Verschwinden der Referenz - also des Bezugs zur Wirklichkeit - vermuten. Inwiefern da kulturpessimistische Lamentierungen angebracht sind, sei mal dahingestellt. Mir scheint es - jedenfalls unter diesem Aspekt - aber höchst erwähnenswert, dass die Digitalität ihre eigene Digitalität dissimuliert, indem durch die Simulation von Spuren auf dem Kameraobjektiv dieses - also ihre analoges Dasein in einer realen Welt - bezeugt werden soll.
#10
Geschrieben 27. November 2009, 23:43
bekay sagte am 27. November 2009, 23:23:
#11
Geschrieben 07. Dezember 2009, 09:15
bekay sagte am 25. November 2009, 14:35:
Obwohl dieser ästhetische Effekt seit den 90ern eine starke Verwendung findet, bin ich gerade nicht in der Lage, auch nur einen speziellen Film zu benennen, der ihn nutzt. Obwohl, doch, einen habe ich: Der TV-Zweiteiler Merlin (1998) - als besagter Magier einen Drachen niederzaubert...
#12
Geschrieben 07. Dezember 2009, 11:51
bekay sagte am 27. November 2009, 23:23:
Bob sagte am 26. November 2009, 00:13:
Gut, ich bin zwar kein Technikexperte, aber würde doch sagen, dass man als Filmemacher auf sein High-End-Objektiv keinen Dreck wirft. Das sind bestimmt eher empfindliche Linsen. Allerhöchstens - wenn der Effekt bewusst eingesetzt werden soll - arbeitet man vielleicht mit einer Scheibe vor dem Objektiv, die dann die Ziel"scheibe" für das ganze Zeuch ist, was man so in "Filmauge" bekommen kann.
Um das nochmal zu ergänzen, man arbeitet eigentlich immer mit Scheiben. Nicht nur zwecks der Reinigung und der Gefahr fürs Objektiv, sondern weil man ansonsten häufig gar nichts mehr erkennen dürfte und ein Mindestabstand zum Objektiv bei höheren Brennweiten gegeben sein muss, damit man halt nicht nur unscharfen Schmodder im Vordergrund produziert. Der Vorteil des Digitalen ist natürlich auch ganz klar die Steuerung des ganzen. Bei Children of Men ist die Linse irgendwann blutverschmiert. Bemerkenswert, dass sie sich innerhalb des finalen Steadycam-Shots offenbar auch selbst putzt.

"I love zombie movies to death, but the main reason I am making a zombie movie right now is because it is pretty easy to write a script for. I want to start making more Tarantino style movies soon." (IMDB-User)
"My positive role model is to win the fight and to come out the hero." (Fred Williamson)
#13
Geschrieben 07. Dezember 2009, 18:06
Moscher sagte am 07. Dezember 2009, 11:51:
trotzdem: ein regisseur, der keine kosten und mühen scheut, wirft trotzdem dreck auf die linse und macht danach mit einer anderen kamera weiter.
#14
Geschrieben 11. Dezember 2009, 13:33
Hier noch ein paar Filme:
Outlander - Dreck & Blut.
The Mummy - Tomb of the Dragon Emperor - Schnee einer Lawine.
Harry Potter and the Prisoner of Azkaban - Whomping Willow schüttelt sich zum Frühlingsanfang und spritzt schmelzenden Schnee auf die "digitale Linse".
Children of Men - Bei der Autoverfolgungsjagd und in der finalen Kampfszene.
District 9 - In so gut wie allen Action-Szenen in der zweiten Hälfte.
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