Filmforen: Das Leben der Anderen & der Umgang mit Zeitgeschichte - Filmforen

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Das Leben der Anderen & der Umgang mit Zeitgeschichte

#1 Mitglied ist offline   Bastro 

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Geschrieben 29. September 2008, 12:31

(abegespaltet aus dem Tagesthread vom 29.09.2008 - Anm. d. Admin)

Beitrag anzeigenbekay sagte am 29.09.2008, 13:12:

Ich finde es schon sehr komisch, dass

, fast egal welches Blog man anklickt, welchen Beitrag man zu BMK* (an)liest, man überall RAF-Experten begegnet, die sich mit ihren jungen Jahren extrem gut in der Materie auskennen - und die selbstverständlich den richtigen Umgang mit "diesem Thema" kennen, es aber auf jeden Fall besser gewußt hätten. Genauso: DDR und Das Leben der Anderen / Ost"verklärungs"filme. Allesamt a) große Bescheidwisser und b) Filmexperten.
Ich meine das übrigens im Guten wie im Bösen.

* Baader Meinhof Komplex

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Das bißchen verschüttete Schweineblut auf dem Tisch ist doch keine Suppe für Kinder. (R. D. Brinkmann)

#2 Mitglied ist offline   bekay 

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Geschrieben 29. September 2008, 12:39

Beitrag anzeigenBastro sagte am 29.09.2008, 13:31:

Beitrag anzeigenbekay sagte am 29.09.2008, 13:12:

Ich finde es schon sehr komisch, dass

, fast egal welches Blog man anklickt, welchen Beitrag man zu BMK (an)liest, man überall RAF-Experten begegnet, die sich mit ihren jungen Jahren extrem gut in der Materie auskennen - und die selbstverständlich den richtigen Umgang mit "diesem Thema" kennen, es aber auf jeden Fall besser gewußt hätten. Genauso: DDR und Das Leben der Anderen / Ost"verklärungs"filme. Allesamt a) große Bescheidwisser und B) Filmexperten.
Ich meine das übrigens im Guten wie im Bösen.


Hehe, ich weiß, was du meinst.

#3 Mitglied ist offline   Kasimir 

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Geschrieben 29. September 2008, 18:53

Beitrag anzeigenBastro sagte am 29.09.2008, 13:31:

Beitrag anzeigenbekay sagte am 29.09.2008, 13:12:

Ich finde es schon sehr komisch, dass

, fast egal welches Blog man anklickt, welchen Beitrag man zu BMK (an)liest, man überall RAF-Experten begegnet, die sich mit ihren jungen Jahren extrem gut in der Materie auskennen - und die selbstverständlich den richtigen Umgang mit "diesem Thema" kennen, es aber auf jeden Fall besser gewußt hätten. Genauso: DDR und Das Leben der Anderen / Ost"verklärungs"filme. Allesamt a) große Bescheidwisser und B) Filmexperten.
Ich meine das übrigens im Guten wie im Bösen.

Hast du dich auf die Sichtung beider Filme vorbereitet? (s. arte, 21.00)

[Austrahlung von "Das Leben der Anderen", Anm. d. Admin]

#4 Mitglied ist offline   Bastro 

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Geschrieben 29. September 2008, 19:20

Beitrag anzeigenKasimir sagte am 29.09.2008, 19:53:

Beitrag anzeigenBastro sagte am 29.09.2008, 13:31:

Beitrag anzeigenbekay sagte am 29.09.2008, 13:12:

Ich finde es schon sehr komisch, dass

, fast egal welches Blog man anklickt, welchen Beitrag man zu BMK (an)liest, man überall RAF-Experten begegnet, die sich mit ihren jungen Jahren extrem gut in der Materie auskennen - und die selbstverständlich den richtigen Umgang mit "diesem Thema" kennen, es aber auf jeden Fall besser gewußt hätten. Genauso: DDR und Das Leben der Anderen / Ost"verklärungs"filme. Allesamt a) große Bescheidwisser und B) Filmexperten.
Ich meine das übrigens im Guten wie im Bösen.

Hast du dich auf die Sichtung beider Filme vorbereitet? (s. arte, 21.00)

Nee, das war Zufall. Hatte z.B. beim Manifest gestöbert, wo sie alle auf die dt. Wendekomödien eingehackt haben. Das hat mir ein wenig den Vormittag vergällt - gar nicht wg. der Filme unbedingt, aber wegen der Haltung zu Film und Geschichte. Wenn man sich mal das Interview mit Andres Veiel -anderes Thema- auf der Blackbox BRD-DVD ansieht, hab ich da gedacht, da könnte man vielleicht mal ein wenig von seinem Bescheidwissertum zurücknehmen, und sich überlegen, wie man prinzipell an so eine Sache überhaupt herangehen könnte. Also nicht immer gleich arrogant abwerten und Distanz schaffen sondern mal diskutieren, wie man sich überhaupt dem Thema angemessen nähern kann, dass das zu seinem Recht kommt. Ist, glaube ich, gar nicht so einfach.
(außerdem (Exkurs:) Und was da an einer Komödie so falsch sein soll will mir auch nicht in den Kopf. Aber klar, Sommer vor dem Balkon wird da schon als Arthaus gehandelt...)

Ich werde mir jedenfalls die Doku über den "Alltag einer Behörde" (?) über das MfS ansehen. (Den DLDA habe ich bereits im Kino gesehen.) Und später den Carpenter zur Erholung :D .

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#5 Mitglied ist offline   Kasimir 

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Geschrieben 29. September 2008, 19:52

Beitrag anzeigenBastro sagte am 29.09.2008, 20:20:

Nee, das war Zufall. Hatte z.B. beim Manifest gestöbert, wo sie alle auf die dt. Wendekomödien eingehackt haben. Das hat mir ein wenig den Vormittag vergällt - gar nicht wg. der Filme unbedingt, aber wegen der Haltung zu Film und Geschichte. Wenn man sich mal das Interview mit Andres Veiel -anderes Thema- auf der Blackbox BRD-DVD ansieht, hab ich da gedacht, da könnte man vielleicht mal ein wenig von seinem Bescheidwissertum zurücknehmen, und sich überlegen, wie man prinzipell an so eine Sache überhaupt herangehen könnte. Also nicht immer gleich arrogant abwerten und Distanz schaffen sondern mal diskutieren, wie man sich überhaupt dem Thema angemessen nähern kann, dass das zu seinem Recht kommt. Ist, glaube ich, gar nicht so einfach.

Lass mich dich bitte mal eben für diese Worte anbeten :max: Das nächste Wort mag nun, vor dem Hintegrund des letzten Satzes, blasphemisch erscheinen, aber auch dieses muss raus: Bruder!

Zitat

(außerdem (Exkurs:) Und was da an einer Komödie so falsch sein soll will mir auch nicht in den Kopf. Aber klar, Sommer vor dem Balkon wird da schon als Arthaus gehandelt...)

(Das bekomme ich verständnistechnisch grad nicht zusammen.)

Zitat

Ich werde mir jedenfalls die Doku über den "Alltag einer Behörde" (?) über das MfS ansehen. (Den DLDA habe ich bereits im Kino gesehen.) Und später den Carpenter zur Erholung :D .

Der "Alltag" lief sogar im Kino, da weiß ich aber gar nichts drumrum. Nur, dass es mich total gewundert hatte - diese Doku kam ja kurz nach dem Anderen-Erfolg raus -, dass da (fast) null Wellen zu verzeichnen waren. Ich meine, zum LDA wird lieber 1.000 mal das gleiche gesagt, als ein Satz zu der Doku getan. Sowas regt mich immer auf.

Aber wir wollen versöhnlich schließen: Viel Freude am Carpenterentspannungsbad :cheers:

#6 Mitglied ist offline   bekay 

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Geschrieben 29. September 2008, 20:52

Beitrag anzeigenKasimir sagte am 29.09.2008, 19:53:

Beitrag anzeigenBastro sagte am 29.09.2008, 13:31:

Beitrag anzeigenbekay sagte am 29.09.2008, 13:12:

Ich finde es schon sehr komisch, dass

, fast egal welches Blog man anklickt, welchen Beitrag man zu BMK (an)liest, man überall RAF-Experten begegnet, die sich mit ihren jungen Jahren extrem gut in der Materie auskennen - und die selbstverständlich den richtigen Umgang mit "diesem Thema" kennen, es aber auf jeden Fall besser gewußt hätten. Genauso: DDR und Das Leben der Anderen / Ost"verklärungs"filme. Allesamt a) große Bescheidwisser und B) Filmexperten.
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Es führt für mich ja kein Weg vorbei - weil ich über das Historisch-Diskursive nicht bescheid weiß, da ich keinen DDR-Diskurs besitze: Donnersmarck versteht sein Handwerk und liefert ein wirklich fesselndes und gleichzeitig sprödes Drama ab. Jetzt brech ich aber ab, weil ich seit der letzten Sichtung in mir keine Änderung zum Film feststellen kann. :D

#7 Mitglied ist online   The Critic 

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Geschrieben 29. September 2008, 20:58

Beitrag anzeigenbekay sagte am 29.09.2008, 20:52:

Beitrag anzeigenKasimir sagte am 29.09.2008, 19:53:

Beitrag anzeigenBastro sagte am 29.09.2008, 13:31:

Beitrag anzeigenbekay sagte am 29.09.2008, 13:12:

Ich finde es schon sehr komisch, dass

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Ich meine das übrigens im Guten wie im Bösen.

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Es führt für mich ja kein Weg vorbei - weil ich über das Historisch-Diskursive nicht bescheid weiß, da ich keinen DDR-Diskurs besitze: Donnersmarck versteht sein Handwerk und liefert ein wirklich fesselndes und gleichzeitig sprödes Drama ab. Jetzt brech ich aber ab, weil ich seit der letzten Sichtung in mir keine Änderung zum Film feststellen kann. :D


Was daran fesselnd sein soll, daß ein paar Pappfiguren von links nach rechts geschoben werden (oder umgekehrt), erschließt sich mir auch nach einiger Zeit nicht.
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#8 Mitglied ist offline   bekay 

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Geschrieben 29. September 2008, 20:59

Beitrag anzeigenThe Critic sagte am 29.09.2008, 21:58:

Beitrag anzeigenbekay sagte am 29.09.2008, 20:52:

Beitrag anzeigenKasimir sagte am 29.09.2008, 19:53:

Beitrag anzeigenBastro sagte am 29.09.2008, 13:31:

Beitrag anzeigenbekay sagte am 29.09.2008, 13:12:

Ich finde es schon sehr komisch, dass

, fast egal welches Blog man anklickt, welchen Beitrag man zu BMK (an)liest, man überall RAF-Experten begegnet, die sich mit ihren jungen Jahren extrem gut in der Materie auskennen - und die selbstverständlich den richtigen Umgang mit "diesem Thema" kennen, es aber auf jeden Fall besser gewußt hätten. Genauso: DDR und Das Leben der Anderen / Ost"verklärungs"filme. Allesamt a) große Bescheidwisser und B) Filmexperten.
Ich meine das übrigens im Guten wie im Bösen.

Hast du dich auf die Sichtung beider Filme vorbereitet? (s. arte, 21.00)


Es führt für mich ja kein Weg vorbei - weil ich über das Historisch-Diskursive nicht bescheid weiß, da ich keinen DDR-Diskurs besitze: Donnersmarck versteht sein Handwerk und liefert ein wirklich fesselndes und gleichzeitig sprödes Drama ab. Jetzt brech ich aber ab, weil ich seit der letzten Sichtung in mir keine Änderung zum Film feststellen kann. :D


Was daran fesselnd sein soll, daß ein paar Pappfiguren von links nach rechts geschoben werden (oder umgekehrt), erschließt sich mir auch nach einiger Zeit nicht.

Damit kann ich durchaus leben. Also mit deinem Zynismus.

#9 Mitglied ist online   The Critic 

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Geschrieben 29. September 2008, 21:01

Was ist daran zynisch? Die Figuren sind so konstruiert und eindimensional, daß es mich schmerzt. Dieser Film hatte mit dem Alltag, wie ich ihn kannte, NICHTS zu tun.
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#10 Mitglied ist offline   bekay 

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Geschrieben 29. September 2008, 21:10

Beitrag anzeigenThe Critic sagte am 29.09.2008, 22:01:

Was ist daran zynisch? Die Figuren sind so konstruiert und eindimensional, daß es mich schmerzt.

Ich habe von einem Handwerk geredet und meinte damit ein Genre-Kunstfertigkeit. Die Drama-Struktur geht hier wunderbar auf. Soweit ich mich erinnere, sind Genre-Filme, in ihrem funktionalen und vordersten Mechanismen, konstruiert und eindimensional. Hab ich kein Problem mit.

Beitrag anzeigenThe Critic sagte am 29.09.2008, 22:01:

Dieser Film hatte mit dem Alltag, wie ich ihn kannte, NICHTS zu tun.

Was eben genau die Ebene ist, auf der ich den Film nicht bewerten kann und auch nicht habe! Genre-Strukturen missbrauchen eigentlich immer die historische oder eben gefühlte Realität zu einem gewissen Grad. Auch damit hab ich, erst einmal und auf einer gewissen uninformierten & affektorientierten Ebene, kein Problem.

Und darum sollte man eigentlich auch nicht streiten - logisch, dass ein Film gegen eine erlebte DDR nur verlieren kann.

Und ansonsten: Ich war nie so der Unterscheider von Dimensionen in Figuren, sowas geht an meinen Sensoren vorbei, also Tiefen, Untiefen von Leutchen in Filmen. :D

#11 Mitglied ist online   The Critic 

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Geschrieben 29. September 2008, 21:22

Beitrag anzeigenbekay sagte am 29.09.2008, 21:10:

Beitrag anzeigenThe Critic sagte am 29.09.2008, 22:01:

Was ist daran zynisch? Die Figuren sind so konstruiert und eindimensional, daß es mich schmerzt.

Ich habe von einem Handwerk geredet und meinte damit ein Genre-Kunstfertigkeit. Die Drama-Struktur geht hier wunderbar auf. Soweit ich mich erinnere, sind Genre-Filme, in ihrem funktionalen und vordersten Mechanismen, konstruiert und eindimensional. Hab ich kein Problem mit.


Mhm, nee, verstehe ich nicht. Wenn ich jeder Figur an der Nasenspitze ansehe, für welchen Zweck sie jetzt aus dem Hut gezaubert wird, dann kann ich nicht von einer kunstfertigen Präsentation der Dramastruktur reden.

Zitat

Beitrag anzeigenThe Critic sagte am 29.09.2008, 22:01:

Dieser Film hatte mit dem Alltag, wie ich ihn kannte, NICHTS zu tun.

Was eben genau die Ebene ist, auf der ich den Film nicht bewerten kann und auch nicht habe! Genre-Strukturen missbrauchen eigentlich immer die historische oder eben gefühlte Realität zu einem gewissen Grad. Auch damit hab ich, erst einmal und auf einer gewissen uninformierten & affektorientierten Ebene, kein Problem.

Und darum sollte man eigentlich auch nicht streiten - logisch, dass ein Film gegen eine erlebte DDR nur verlieren kann.


Auch hier wieder Unverständnis. Das mag auf einer abstrakten Ebene filmwissenschaftlicher Betrachtung hinhauen. Aber gerade in der Rezeption damals, die eine Deckungsgleichheit von Drama und historischer Realtität bis in die minimalste Requisite behauptete (ich erinnere mich noch mit Grauen daran, daß manch verzweifelte Gestalt versuchte, die Unwahrhaftigkeit von Das Leben der Anderen an Fehlern in der Ausstattung festzumachen), war doch diese Trennung nie gegeben. Es wurde als quasidokumentarische Wiedergabe angesehen. Ich mag mich irren, aber kann mich nicht erinnern, daß der Regisseur dieser Lesart widersprochen hätte.
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#12 Mitglied ist online   The Critic 

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Geschrieben 29. September 2008, 21:23

Beitrag anzeigenbekay sagte am 29.09.2008, 21:10:

Und ansonsten: Ich habe war nie so der Unterscheider von Dimensionen in Figuren, sowas geht an meinen Sensoren vorbei, also Tiefen, Untiefen von Leutchen in Filmen. :D


Wir haben aber schon mal festgestellt, daß wir ganz schön anders ticken, oder? :D
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#13 Mitglied ist offline   bekay 

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Geschrieben 29. September 2008, 21:48

Beitrag anzeigenThe Critic sagte am 29.09.2008, 22:23:

Beitrag anzeigenbekay sagte am 29.09.2008, 21:10:

Und ansonsten: Ich habe war nie so der Unterscheider von Dimensionen in Figuren, sowas geht an meinen Sensoren vorbei, also Tiefen, Untiefen von Leutchen in Filmen. :D


Wir haben aber schon mal festgestellt, daß wir ganz schön anders ticken, oder? :D


Ich stelle es jeden Tag fest. :cheers:

@Genre: Genre funktionieren aber schon auch über ihre variierende Wiederholung von Motiven und Handlungskonstrukten. Darüberhinaus kann ich dann erst einmal nur sagen, dass mich der der Film sehr packte und ich glaube, ganz so einfach, wie du es dir machst und den Film/seine Figuren empfindest, will es mir nicht erscheinen.

@Deckungsgleichheit von Drama und historischer Realtität: Ich spreche hier nicht als Filmwissenschaftler, sondern als jemand, der keine wirkliche Ahnung von und keine Erfahrung (jedenfalls ab dem 7. Lebensjahr keine mehr) mit der DDR hat - und als solcher werde ich mich hüten, Aussagen über die dargestellten Befindlichkeiten der im Film gezeigten Figuren in [Bezug auf] diesem[/s] Staatssystem zu treffen. Im Übrigen kann (der) Genre-Film doch eigentlich gerade bloß Deckungsgleichheit mit Gegenständen und Organisationsstrukturen/Vorgehensweisen (der Stasi) behaupten. Diese Aspekte sind recherchierbar und zugänglich. Wer dann meint, es ließe sich genauso leicht und treffsicher Lebensrealitäten und subjektive Erfahrungen abbilden, der versteht wenig von Genrestrukturen oder hat sich von Donnersmarck die Ohren wund reden lassen. Es gab schließlich soviele Erfahrungswelten wie es DDR-Bürger gab. Da muss man eigentlich mit einer grundsätzlichen Spannung rechnen, und auch einem Scheitern. Legitim ist es absolut, sich darüber aufzuregen. Nicht ganz so legitim ist es, wiklich zu meinen (was ich dir jetzt aber nicht vorwerfe, sondern eben dem Diskurs um den Film, den du beschrieben hast, die aufgebaute Erwartungshaltungen durch die Medien), in den Film zu gehen und dort dann "echte" und lebendige, erfahrene DDR zu sehen, die sich nicht nur in Oberflächlichkeiten erschöpfen würde. Und anhand "fehlerhafter" Oberflächlichkeiten dem Film seine Authentizität absprechen zu wollen, ist dann - da sind wir uns ja einig - ganz unterste Denkebene... :D

#14 Mitglied ist offline   Waingro 

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Geschrieben 30. September 2008, 13:36

Beitrag anzeigenThe Critic sagte am 29.09.2008, 22:22:

Zitat

Beitrag anzeigenThe Critic sagte am 29.09.2008, 22:01:

Dieser Film hatte mit dem Alltag, wie ich ihn kannte, NICHTS zu tun.

Was eben genau die Ebene ist, auf der ich den Film nicht bewerten kann und auch nicht habe! Genre-Strukturen missbrauchen eigentlich immer die historische oder eben gefühlte Realität zu einem gewissen Grad. Auch damit hab ich, erst einmal und auf einer gewissen uninformierten & affektorientierten Ebene, kein Problem.
Und darum sollte man eigentlich auch nicht streiten - logisch, dass ein Film gegen eine erlebte DDR nur verlieren kann.
Auch hier wieder Unverständnis. Das mag auf einer abstrakten Ebene filmwissenschaftlicher Betrachtung hinhauen. Aber gerade in der Rezeption damals, die eine Deckungsgleichheit von Drama und historischer Realtität bis in die minimalste Requisite behauptete (ich erinnere mich noch mit Grauen daran, daß manch verzweifelte Gestalt versuchte, die Unwahrhaftigkeit von Das Leben der Anderen an Fehlern in der Ausstattung festzumachen), war doch diese Trennung nie gegeben. Es wurde als quasidokumentarische Wiedergabe angesehen. Ich mag mich irren, aber kann mich nicht erinnern, daß der Regisseur dieser Lesart widersprochen hätte.
Was man DAS LEBEN DER ANDEREN hochanrechnen kann, ist sein Bemühen, mit dem Totalitarismusansatz hinsichtlich der Aufarbeitung der SED-Diktatur aufzuräumen, und zwar ohne weichzuzeichnen. Der dabei ins Spiel geratene Begriff ALLTAG ist ein sehr genau umrissenes zeithistorisches Konzept, was eben bemüht ist, politikgeschichtliche oder traditionell sozialgeschichtliche Ansichten aufzubrechen. Ein Beispiel ist die Sequenz mit der von MfS-Einsatzleiter instruierten Nachbarin. Natürlich hat der Film nichts mit individuellem Alltag zu tun - das wäre auch eher die Aufgabe eines Dokumetarfims - vielmehr bringt uns der Beitrag vor Augen, dass die DDR weder Nischengesellschaft, noch vollständig durchherrscht war, sondern eher eine "Partizipationsdiktatur", um es mit Mary Fulbrook zu formulieren.
Über die historische Debatte, die zuletzt 2006 einigermaßen hitzig geführt wurde, kann man sich übrigens hier ganz gut informieren. :)

Ein bemerkenswerter Beitrag zu der Thematik ist übrigens MEIER, der bereits Mitte der 1980er Jahre in Westberlin entstand. Er nimmt vieles, was dann nach der Wende blindlings heruntergekurbelt wurde, vorweg.
»Wenn Bauten im Stile von Le Corbusier und Gropius zum Ambiente von Fernsehserien wie Denver und Dallas geworden sind, muß man sich einfach was anderes einfallen lassen.« (Herbert Schnädelbach)

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Geschrieben 06. Februar 2009, 15:16

SWR2 Forum vom 29.01.2009: Wird die deutsche Geschichte im Kino entsorgt?

Es diskutieren: Dr. Josef Schnelle - Filmkritiker, Berlin, Prof. Dr. Peter Steinbach - Professor für Zeitgeschichte, Universität Mannheim, Sven Felix Kellerhoff - Schriftsteller und Journalist, Berlin

#16 Mitglied ist offline   Funxton 

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Geschrieben 06. Februar 2009, 16:47

Super, vielen Dank für den Link :cheers:

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