The Critic sagte am 29.09.2008, 22:23:
bekay sagte am 29.09.2008, 21:10:
Und ansonsten: Ich habe war nie so der Unterscheider von Dimensionen in Figuren, sowas geht an meinen Sensoren vorbei, also Tiefen, Untiefen von Leutchen in Filmen.

Wir haben aber schon mal festgestellt, daß wir ganz schön anders ticken, oder?

Ich stelle es jeden Tag fest.
@Genre: Genre funktionieren aber schon auch über ihre variierende Wiederholung von Motiven und Handlungskonstrukten. Darüberhinaus kann ich dann erst einmal nur sagen, dass mich der der Film sehr packte und ich glaube, ganz so einfach, wie du es dir machst und den Film/seine Figuren empfindest, will es mir nicht erscheinen.
@Deckungsgleichheit von Drama und historischer Realtität: Ich spreche hier nicht als Filmwissenschaftler, sondern als jemand, der keine wirkliche Ahnung von und keine Erfahrung (jedenfalls ab dem 7. Lebensjahr keine mehr) mit der DDR hat - und als solcher werde ich mich hüten, Aussagen über die dargestellten Befindlichkeiten der im Film gezeigten Figuren in [Bezug auf] diesem[/s] Staatssystem zu treffen. Im Übrigen kann (der) Genre-Film doch eigentlich gerade
bloß Deckungsgleichheit mit Gegenständen und Organisationsstrukturen/Vorgehensweisen (der Stasi) behaupten. Diese Aspekte sind recherchierbar und zugänglich. Wer dann meint, es ließe sich genauso leicht und treffsicher Lebensrealitäten und subjektive Erfahrungen abbilden, der versteht wenig von Genrestrukturen oder hat sich von Donnersmarck die Ohren wund reden lassen. Es gab schließlich soviele Erfahrungswelten wie es DDR-Bürger gab. Da muss man eigentlich mit einer grundsätzlichen Spannung rechnen, und auch einem Scheitern. Legitim ist es absolut, sich darüber aufzuregen. Nicht ganz so legitim ist es, wiklich zu meinen (was ich dir jetzt aber nicht vorwerfe, sondern eben dem Diskurs um den Film, den du beschrieben hast, die aufgebaute Erwartungshaltungen durch die Medien), in den Film zu gehen und dort dann "echte" und lebendige, erfahrene DDR zu sehen, die sich nicht nur in Oberflächlichkeiten erschöpfen würde. Und anhand "fehlerhafter" Oberflächlichkeiten dem Film seine Authentizität absprechen zu wollen, ist dann - da sind wir uns ja einig - ganz unterste Denkebene...