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Strukturalismus vs. Poststrukturalismus - Filmforen.de - Seite 2

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Strukturalismus vs. Poststrukturalismus


49 Antworten in diesem Thema

#31 StephenDedalus

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Geschrieben 08. Februar 2008, 19:09

Beitrag anzeigenbekay sagte am 08.02.2008, 18:45:

Beitrag anzeigenStephenDedalus sagte am 08.02.2008, 18:33:

derrida sagt, dass es kein signifikat mehr gibt:

"es gibt kein signifikat, das dem spiel aufeinander verweisender signifikanten entkäme, welche die sprache konstituiert, und sei es nur, um ihm letzten endes wieder anheimzufallen." (derrida, das ende des buches... s.32)

"all das zeigt an, daß der bewegung des signifikanten im grunde nichts entgeht und daß die differenz zwischen dem signifikanten und dem signifikat in letzter instanz nichts ist." (s.58) (... an der zweiten stelle geht es übrigens gerade um heidegger.)

entweder ich habe in dem text kein wort verstanden, oder aber deine erkärung kann nur für saussure gelten. :haeh:

die erste aussage hast du sprachlich wohl missverstanden - das nicht-geben des signifikats ist doch an eine bedingung verknüpft, es gibt also nur bestimmte signifikate nicht ("signifikat, das")! anders formuliert, kann es so heißen: es gibt nur signifikate, die aus dem spiel aufeinander verweisender signifikanten entstehen usf.

die letzte kann ich nicht ganz nachvollziehen, aber aus der aussage ergeht m.e. auch nicht, dass es keine signifikate mehr gibt. der satz jedenfalls deutet an, dass es nix gibt, das nicht signifikanz ist - dass also das bezeichnete sich nicht außerhalb von sprache bewegen kann. scheint mir einfach eine explikation von sausurres bekannter blattmetapher...

den text habe ich, zugegeben, auch das letzte mal in australien gelesen - mir fiel das nur eben in dem kontext wieder ein.
so wirklich verstehe ich das immer noch nicht, aber da muss wohl erst einmal mehr grundlage her.

#32 bekay

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Geschrieben 08. Februar 2008, 19:15

Beitrag anzeigenStephenDedalus sagte am 08.02.2008, 15:39:

@maX

habe heute mit einem freund über die barthes-diskussion gestern gesprochen - dabei kam irgendwann das problem auf, dass man ja z.b. bei dem wort "baum" ganz schön trennen kann zwischen bezeichneter sache, die ich in diesem moment vor mir habe, und dem zeichen - so weit und in den konsequenzen für die textanalyse waren wir auch d'accord - , nur wenn man mimik, gestik, tanz, mode und so weiter auch allesamt zu zeichen erklärt und dabei dann auch noch, dass es kein signifikat mehr gibt, sondern nurmehr signifikanten, dann scheint mir der heideggersche bereich der unverborgnheit übersprungen, bzw. das hier-und-jetzt eines lächelns z.b. verloren. das verhältnis von einzelnem und allgemeinem will mir da noch nicht einleuchten.

zu diesem punkt möchte ich gern noch hinzufügen: mit dem ausdruck "zwischen bezeichneter sache, die ich in diesem moment vor mir habe" wirst du etwas undeutlich, was denn "vor dir" bedeutet - meinst du physische präsenz der sache (zeichentheoretisch die extension) oder die mentale repräsentation (zeichentheoretisch intension). saussure verfolgte mit seinen begriffen meines wissens nach nur mentalistische konzepte - also eine interne repräsentation von lauten oder optischen signalen (signifikant) und eine interne repräsentation dessen, was wir darunter verstehen (signifikat). lautbild und vorstellung.

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#33 bekay

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Geschrieben 08. Februar 2008, 19:21

Beitrag anzeigenStephenDedalus sagte am 08.02.2008, 19:09:

den text habe ich, zugegeben, auch das letzte mal in australien gelesen - mir fiel das nur eben in dem kontext wieder ein.
so wirklich verstehe ich das immer noch nicht, aber da muss wohl erst einmal mehr grundlage her.

Ferdinand de Saussure: Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft, Berlin 1931.

strukturalismus-kapitel im eagleton.

und der münker/roesler sollte für das breite spektrum sowieso anempfohlen sein...

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#34 StephenDedalus

    liebt solche Hautschmiere

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Geschrieben 08. Februar 2008, 19:33

Beitrag anzeigenbekay sagte am 08.02.2008, 19:15:

Beitrag anzeigenStephenDedalus sagte am 08.02.2008, 15:39:

@maX

habe heute mit einem freund über die barthes-diskussion gestern gesprochen - dabei kam irgendwann das problem auf, dass man ja z.b. bei dem wort "baum" ganz schön trennen kann zwischen bezeichneter sache, die ich in diesem moment vor mir habe, und dem zeichen - so weit und in den konsequenzen für die textanalyse waren wir auch d'accord - , nur wenn man mimik, gestik, tanz, mode und so weiter auch allesamt zu zeichen erklärt und dabei dann auch noch, dass es kein signifikat mehr gibt, sondern nurmehr signifikanten, dann scheint mir der heideggersche bereich der unverborgnheit übersprungen, bzw. das hier-und-jetzt eines lächelns z.b. verloren. das verhältnis von einzelnem und allgemeinem will mir da noch nicht einleuchten.

zu diesem punkt möchte ich gern noch hinzufügen: mit dem ausdruck "zwischen bezeichneter sache, die ich in diesem moment vor mir habe" wirst du etwas undeutlich, was denn "vor dir" bedeutet - meinst du physische präsenz der sache (zeichentheoretisch die extension) oder die mentale repräsentation (zeichentheoretisch intension). saussure verfolgte mit seinen begriffen meines wissens nach nur mentalistische konzepte - also eine interne repräsentation von lauten oder optischen signalen (signifikant) und eine interne repräsentation dessen, was wir darunter verstehen (signifikat). lautbild und vorstellung.

ich meine die extension. mit dem, wie du es hier beschreibst, habe ich kein prolem, das ist eingängig.
probleme habe ich im falle einer baseball-kappe, eines nike-schuhs oder eben der mimik - vor allem letztere ich ja nicht zunächst fleischliche regung, als extension, und dann auch noch als zeichen lesbar - sondern irgendwie immer schon "zeichenhaft". ... :haeh:

#35 StephenDedalus

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Geschrieben 08. Februar 2008, 19:35

Beitrag anzeigenbekay sagte am 08.02.2008, 19:21:

Beitrag anzeigenStephenDedalus sagte am 08.02.2008, 19:09:

den text habe ich, zugegeben, auch das letzte mal in australien gelesen - mir fiel das nur eben in dem kontext wieder ein.
so wirklich verstehe ich das immer noch nicht, aber da muss wohl erst einmal mehr grundlage her.

Ferdinand de Saussure: Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft, Berlin 1931.

strukturalismus-kapitel im eagleton.

und der münker/roesler sollte für das breite spektrum sowieso anempfohlen sein...

danke :)

#36 bekay

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Geschrieben 08. Februar 2008, 20:00

Beitrag anzeigenStephenDedalus sagte am 08.02.2008, 19:33:

ich meine die extension. mit dem, wie du es hier beschreibst, habe ich kein prolem, das ist eingängig.
probleme habe ich im falle einer baseball-kappe, eines nike-schuhs oder eben der mimik - vor allem letztere ich ja nicht zunächst fleischliche regung, als extension, und dann auch noch als zeichen lesbar - sondern irgendwie immer schon "zeichenhaft". ... :haeh:

ich wollt ja nur anmerken: mit der extension bewegst du dich schon außerhalb des strukturalismus á la saussure. man sollte eben nur vorsicht walten lassen mit den konzepten und begriffen.

zur mimik: die ist natürlich wie laute und auch schriftzeichen zuallererst auch als physikalisches phänomen beschreibbar - wie die schallwellen im raum, die schwingung der glottis, die geformte tinte auf einem blatt papier durch die bewegung der hand usf. und das bleibt sie solange auch, bis sie auf einen anderen menschen (gleicher kultur/sprache) trifft. damit kannst du die mimik also argumentativ nicht ausklammern. "irgendwie immer schon zeichenhaft" - und sprache nicht? ich denke auch, da kannst du mit der sprachursprungsforschung, die maX erwähnt hat, weiterkommen. ich bin da kein experte, kann mir natürlich vorstellen, dass das feine und komplexe zusammenspiel sehr ausdifferenzierter muskeln (wie es beiderseits bei sprache und mimik der fall ist) aus einem erhöhten und gleichermaßen ausdifferenzierten kommunikationsbedarf entstanden ist. und wie die zeichen ist auch die mimik arbiträr mit ihren bedeutungen verbunden. in einer anderen kultur wirst du mit einem bestimmen gesichtsausdruck wohl eine ganze andere bedeutung beim gegenüber evozieren als in der westlichen...

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#37 StephenDedalus

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Geschrieben 08. Februar 2008, 20:32

Beitrag anzeigenbekay sagte am 08.02.2008, 20:00:

Beitrag anzeigenStephenDedalus sagte am 08.02.2008, 19:33:

ich meine die extension. mit dem, wie du es hier beschreibst, habe ich kein prolem, das ist eingängig.
probleme habe ich im falle einer baseball-kappe, eines nike-schuhs oder eben der mimik - vor allem letztere ich ja nicht zunächst fleischliche regung, als extension, und dann auch noch als zeichen lesbar - sondern irgendwie immer schon "zeichenhaft". ... :haeh:

ich wollt ja nur anmerken: mit der extension bewegst du dich schon außerhalb des strukturalismus á la saussure. man sollte eben nur vorsicht walten lassen mit den konzepten und begriffen.

zur mimik: die ist natürlich wie laute und auch schriftzeichen zuallererst auch als physikalisches phänomen beschreibbar - wie die schallwellen im raum, die schwingung der glottis, die geformte tinte auf einem blatt papier durch die bewegung der hand usf. und das bleibt sie solange auch, bis sie auf einen anderen menschen (gleicher kultur/sprache) trifft. damit kannst du die mimik also argumentativ nicht ausklammern. "irgendwie immer schon zeichenhaft" - und sprache nicht? ich denke auch, da kannst du mit der sprachursprungsforschung, die maX erwähnt hat, weiterkommen. ich bin da kein experte, kann mir natürlich vorstellen, dass das feine und komplexe zusammenspiel sehr ausdifferenzierter muskeln (wie es beiderseits bei sprache und mimik der fall ist) aus einem erhöhten und gleichermaßen ausdifferenzierten kommunikationsbedarf entstanden ist. und wie die zeichen ist auch die mimik arbiträr mit ihren bedeutungen verbunden. in einer anderen kultur wirst du mit einem bestimmen gesichtsausdruck wohl eine ganze andere bedeutung beim gegenüber evozieren als in der westlichen...

mein problem hierbei ist aber doch, dass wenn ein lächeln ein zeichen ist, es, poststrukturalistisch, immer schon ein zitat ist. - und da finde ich eben auch problematisch, wenn es keine hierarchie der zeichen geben soll - denn das lächeln meiner freundin ist eben nicht nur zitat von und gleichwichtig wie jedes andere lächeln auch - auch wenn sie es meinetwegen von ihrer mutter gelernt hat, ist es dennoch nicht gleichbedeutend für mich, ja, noch nicht einmal ansatzweise vergleichbar -, sondern, für mich, für dich nicht, sehr viel bedeutsamer und wichtiger.
da meine ich eben, dass man die jetzt-und-hierheit des konkreten zeichens für mich überspringt.

#38 bekay

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Geschrieben 08. Februar 2008, 20:50

Beitrag anzeigenStephenDedalus sagte am 08.02.2008, 20:32:

mein problem hierbei ist aber doch, dass wenn ein lächeln ein zeichen ist, es, poststrukturalistisch, immer schon ein zitat ist. - und da finde ich eben auch problematisch, wenn es keine hierarchie der zeichen geben soll - denn das lächeln meiner freundin ist eben nicht nur zitat von und gleichwichtig wie jedes andere lächeln auch - auch wenn sie es meinetwegen von ihrer mutter gelernt hat, ist es dennoch nicht gleichbedeutend für mich, ja, noch nicht einmal ansatzweise vergleichbar -, sondern, für mich, für dich nicht, sehr viel bedeutsamer und wichtiger.
da meine ich eben, dass man die jetzt-und-hierheit des konkreten zeichens für mich überspringt.

aber die hierarchie, die du nun herleiten willst, ist doch eine, die für jeden menschen anders wäre, z.b. entsprechend den personen, die er liebt. wieso sollte eine wissenschaftliche methode diese hierarchie untersuchen - sie kann sie ja nicht verallgemeinern... in der psychologie oder eben einer verhaltenswissenschaft wurde dieses phänomen bestimmt schon festgestellt. aber eine zeichentheorie kann sich dafür nicht interessieren, jedenfalls keine, die im erbe von saussure steht. hier wird von empirischem material ausgegangen, z.b. aussagen, um ein dahinterliegendes regelsystem zu entschlüsseln, welches menschen eines sprachkreises gleichmaßen inhärent ist. interessant, dass du den (post)stukturalismus bezichtigst, er würde dir deine emotionen beim lächeln deiner freundin streitig machen. das, was du beschreibst, fällt ganz einfach aus seinem untersuchungskreis heraus...

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#39 Opagraui

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Geschrieben 08. Februar 2008, 21:35

nicht nur das, auch ein subjektiv hierarchisch wahrgenommes lächeln steht als sprachlich strukturiertes im gegensatz zu anderen sprachlichen ausformungen. das, was das lächeln deiner freundin für dich besonders macht, ist vielleicht mit so etwas wie dem nicht-identischen bei adorno zu fassen (also vielleicht etwas nicht sprachlich fassbares), inwiefern so eine denkfigur bei "poststrukturalisten" möglich ist, weiß ich nicht zu beurteilen.

aber was derrida meiner meinung nach sagt: es existiert kein zentrum im reich der sprachlichen zeichen, um das sich andere zentrifugal oder wie auch immer drehen (das wäre dann ein transzendentaler signifikant, oder?), daraus folgt ja dann auch die annahme einer urschrift. ich empfehle bevor ich von saussure nach derrida wandere den stop bei levi-strauss. da lässt sich meiner ansicht nach sehr schön ein übergang von saussure/trubetzkoy bis nach derrida (z.b. in mythologica I, wo behauptet wird, dass der ausgangsmythos jeder sein könne und eine untersuchung der mythen unabschließbar) verfolgen. ich stecke aber mittlerweile seit längerem bei levi-strauss und kann so nur unerhebliches (vielleicht verfälschtes) zu den poststrukturalisten beitragen

#40 StephenDedalus

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Geschrieben 08. Februar 2008, 22:14

Beitrag anzeigenbekay sagte am 08.02.2008, 20:50:

Beitrag anzeigenStephenDedalus sagte am 08.02.2008, 20:32:

mein problem hierbei ist aber doch, dass wenn ein lächeln ein zeichen ist, es, poststrukturalistisch, immer schon ein zitat ist. - und da finde ich eben auch problematisch, wenn es keine hierarchie der zeichen geben soll - denn das lächeln meiner freundin ist eben nicht nur zitat von und gleichwichtig wie jedes andere lächeln auch - auch wenn sie es meinetwegen von ihrer mutter gelernt hat, ist es dennoch nicht gleichbedeutend für mich, ja, noch nicht einmal ansatzweise vergleichbar -, sondern, für mich, für dich nicht, sehr viel bedeutsamer und wichtiger.
da meine ich eben, dass man die jetzt-und-hierheit des konkreten zeichens für mich überspringt.

aber die hierarchie, die du nun herleiten willst, ist doch eine, die für jeden menschen anders wäre, z.b. entsprechend den personen, die er liebt. wieso sollte eine wissenschaftliche methode diese hierarchie untersuchen - es kann sie ja nicht verallgemeinern... in der psychologie oder eben einer verhaltenswissenschaft wurde dieses phänomen bestimmt schon festgestellt. aber eine zeichentheorie kann sich dafür nicht interessieren, jedenfalls keine, die im erbe von saussure steht. hier wird von empirischem material ausgegangen, z.b. aussagen, um ein dahinterliegendes regelsystem zu entschlüsseln, welches menschen eines sprachkreises gleichmaßen inhärent ist. interessant, dass du den (post)stukturalismus bezichtigst, er würde dir deine emotionen beim lächeln deiner freundin streitig machen. das, was du beschreibst, fällt ganz einfach aus seinem untersuchungskreis heraus...

eben. daher ja heidegger (der das selbe will wie adorno mit seinem nicht-identischen), der sich gerade für dieses nicht verallgemeinerbare, konkrete, interessiert.
aber du weichst meinem argument auf: ein "wir sind hier nicht zuständig" entkräftet doch nicht, dass vorher behauptet wurde, das lächeln sei ein allgemeines zeichen. und wenn es offenbar mehr ist als ein zeichen, oder aber es eine allgemeine und eine individuelle bedeutung (die liegt ja auch empirisch vor, sobald sie jemand erfährt) des zeichens gibt, warum soll das nicht wissenschaftlich interessant sein ? interessant ist doch, wo da die grenzen liegen - und so ganz eindeutig scheint mir das nicht zu sein:
lächeln allgemein, das ist irgendwie freundlich - dann kann ich feststellen, das es aufgesetzt ist, das die lippen vielleicht spröde sind, dass die zähne gelb sind :P oder sonstwas - wo ist da die grenze des allgemeinen, hinter der der individuelle rest liegt, der meine konkrete freundin (die keine gelben zähne hat :)) ) ausmacht ?

#41 StephenDedalus

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Geschrieben 08. Februar 2008, 22:21

"wissenschaftlichkeit" kann hier das argument übrigens auch nicht sein, weil derrida erklärt hat, dass es keinen prinzipiellen unterschied zwischen wissenschaftlichen und literarischen texten gibt. - und da ich einen phänomenologischen ansatz habe, ebenfalls nicht :P

#42 Waingro

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Geschrieben 08. Februar 2008, 22:41

Beitrag anzeigenStephenDedalus sagte am 08.02.2008, 22:21:

"wissenschaftlichkeit" kann hier das argument übrigens auch nicht sein, weil derrida erklärt hat, dass es keinen prinzipiellen unterschied zwischen wissenschaftlichen und literarischen texten gibt. - und da ich einen phänomenologischen ansatz habe, ebenfalls nicht :P
Wat für ein Gebrabbel! :yeahright:
»Wenn Bauten im Stile von Le Corbusier und Gropius zum Ambiente von Fernsehserien wie Denver und Dallas geworden sind, muß man sich einfach was anderes einfallen lassen.« (Herbert Schnädelbach)

#43 StephenDedalus

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Geschrieben 08. Februar 2008, 22:43

Beitrag anzeigenWaingro sagte am 08.02.2008, 22:41:

Beitrag anzeigenStephenDedalus sagte am 08.02.2008, 22:21:

"wissenschaftlichkeit" kann hier das argument übrigens auch nicht sein, weil derrida erklärt hat, dass es keinen prinzipiellen unterschied zwischen wissenschaftlichen und literarischen texten gibt. - und da ich einen phänomenologischen ansatz habe, ebenfalls nicht :P
Wat für ein Gebrabbel! :yeahright:

deinen ruf hast du schon zurecht :deepshit:

#44 Waingro

    Gulaschextremist

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Geschrieben 08. Februar 2008, 23:21

Beitrag anzeigenStephenDedalus sagte am 08.02.2008, 22:43:

deinen ruf hast du schon zurecht :deepshit:
Gebrabbel ist doch nichts Schlimmes, ich hab Dich halt nicht verstanden. Aber das liegt absolut an meinem begrenzten philosophischen Wissen. Entschuldige bitte, wenn das zu grob war. Und was meinst du mit dem Ruf?
»Wenn Bauten im Stile von Le Corbusier und Gropius zum Ambiente von Fernsehserien wie Denver und Dallas geworden sind, muß man sich einfach was anderes einfallen lassen.« (Herbert Schnädelbach)

#45 bekay

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Geschrieben 08. Februar 2008, 23:34

Beitrag anzeigenStephenDedalus sagte am 08.02.2008, 22:21:

"wissenschaftlichkeit" kann hier das argument übrigens auch nicht sein, weil derrida erklärt hat, dass es keinen prinzipiellen unterschied zwischen wissenschaftlichen und literarischen texten gibt. - und da ich einen phänomenologischen ansatz habe, ebenfalls nicht :P

man muss derrida ja nicht an den lippen kleben und ihm alles nachplappern. und warum phänomenologie und wissenschaftlichkeit sich ausschließen, musst du auch noch mal klarer machen. und nein, (")wissenschaftlichkeit(") sollte immer das argument sein. :)

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#46 Opagraui

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Geschrieben 08. Februar 2008, 23:43

das lächeln wäre aber grade dadurch ausgezeichnet, dass es eine intersubjektiv nachvollziehbare ebene in gewisser weise verlässt und somit prinzipiell von keiner zeichentheorie erfasst werden kann. vielmehr würde ich hier einen vergleich zur ästhetischen betrachtung ziehen. martin seel hat das mal so ausgedrückt:

"Ästhetisches Bewusstsein ist ein Bewusstsein von Gegenwart – eine gegenüber der sonstigen Kenntnis des Hier und Jetzt gesteigerte oder radikalisierte Aufmerksamkeit für das Involviertsein in biographischer und historischer Zeit. Dieses komplexe Präsenzbewusstsein ist ein Wahrzeichen des menschlichen Geistes nicht weniger als das propositionale Bewusstsein und die Fähigkeit zur überlegten Selbstlenkung (und es ist intern mit diesen verbunden).
Von solcher Präsenzerfahrung, Präsenzgewinnung und Präsenzerzeugung handelt die philosophische Ästhetik"

solche momente sind vielleicht zeichentheoretisch nicht zugänglich und fallen somit aus einer strukturalistischen betrachtung heraus, die ja sowieso das subjekt, dessen annahme für eine ästhetik unabdingbar ist, eher am rande platzieren.

#47 bekay

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Geschrieben 09. Februar 2008, 00:06

@ippo: zur grenze des allgemeinen zum individuellen - die ist selbsverständlich fließend oder eben abgestuft. aber solch eine egalität, die du da zu erkennen glaubst, kann ich nicht ganz nachvollziehen. nicht umsonst wurden hier die begriffe der denotation, konnotation und assoziation eingeführt, die bedeutungsebenen einführen, die jeweils weiter weg von der grundbedeutung führen.

deine beispiele "lächeln allgemein, das ist irgendwie freundlich - dann kann ich feststellen, das es aufgesetzt ist, das die lippen vielleicht spröde sind, dass die zähne gelb sind" - dass alles hat doch nix mehr mit deinem stein des anstoßes zu tun. dass zähne gelb sind kann jeder "lesen" und wird sich dabei denken, der putzt sich die zähne nicht. dir ging es doch um deinen persönlichen emotiven überschuss beim lächeln deiner freundin - und dieser hat nun einmal nichts mit dem signifikant "lächeln" zu tun. er entsteht nicht durch den unterschied zu anderen gesichtsausdrücken. und damit könnte man ihn jedenfalls aus der stukturalistischen methode ausschließen. wäre meine idee ;)

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#48 StephenDedalus

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Geschrieben 09. Februar 2008, 00:34

Beitrag anzeigenWaingro sagte am 08.02.2008, 23:21:

Beitrag anzeigenStephenDedalus sagte am 08.02.2008, 22:43:

deinen ruf hast du schon zurecht :deepshit:
Gebrabbel ist doch nichts Schlimmes, ich hab Dich halt nicht verstanden. Aber das liegt absolut an meinem begrenzten philosophischen Wissen. Entschuldige bitte, wenn das zu grob war. Und was meinst du mit dem Ruf?

in einem solchen kontext ist "gebrabbel" durchaus etwas schlimmes - und dein begrenztes philosophisches wissen kaufe ich dir auch nicht ganz ab. - aber wenn du es nicht grob meintest: meinetwegen :cheers:

in GLAS z.b. bringt derrrida ja wie selbstverständlich genet und hegel zusammen. wissenschaftlichkeit im sinne einer strikten systematik scheint mir also nicht anliegen des projekts zu sein. -

#49 StephenDedalus

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Geschrieben 09. Februar 2008, 00:43

Beitrag anzeigenbekay sagte am 09.02.2008, 00:06:

@ippo: zur grenze des allgemeinen zum individuellen - die ist selbsverständlich fließend oder eben abgestuft. aber solch eine egalität, die du da zu erkennen glaubst, kann ich nicht ganz nachvollziehen. nicht umsonst wurden hier die begriffe der denotation, konnotation und assoziation eingeführt, die bedeutungsebenen einführen, die jeweils weiter weg von der grundbedeutung führen.

deine beispiele "lächeln allgemein, das ist irgendwie freundlich - dann kann ich feststellen, das es aufgesetzt ist, das die lippen vielleicht spröde sind, dass die zähne gelb sind" - dass alles hat doch nix mehr mit deinem stein des anstoßes zu tun. dass zähne gelb sind kann jeder "lesen" und wird sich dabei denken, der putzt sich die zähne nicht. dir ging es doch um deinen persönlichen emotiven überschuss beim lächeln deiner freundin - und dieser hat nun einmal nichts mit dem signifikant "lächeln" zu tun. er entsteht nicht durch den unterschied zu anderen gesichtsausdrücken. und damit könnte man ihn jedenfalls aus der stukturalistischen methode ausschließen. wäre meine idee ;)

woraus entsteht er denn dann, wenn nicht aus unterschieden ? wenn sie traurig schaut, fühle ich doch anders.
eben beim lernen bin ich die handouts nochmal durchgegangen und da war neben meinem derrida-zitat oben - ;) - auch barthes aussage "der text geht über das frühere literarische werk hinaus; es gibt z.b. einen text des lebens" zitiert bzw. folgendes aufgeführt: "signifikanten verweisen immer nur auf andere signifikanten, niemals auf signifikate." bzw. "zurückweiseung von sausures theorie vom zeichen als als einheit von signifikant und signifikat".
ich komme von der vorstellung nicht weg, dass dieses textmodell so radikal gedacht ist, dass es eben auch das einzelne subjekt und dessen erlebnisse auflösen will. wüßte nicht, wie anders ein "text des lebens" aussehen soll.

#50 bekay

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Geschrieben 09. Februar 2008, 02:07

Beitrag anzeigenStephenDedalus sagte am 09.02.2008, 00:43:

woraus entsteht er denn dann, wenn nicht aus unterschieden ? wenn sie traurig schaut, fühle ich doch anders.

jetzt bist du wieder woanders - ich dachte es ging um folgendes phänomen: dass das lächeln einer geliebten freundin für den liebenden nicht vergleichbar ist mit dem allgemeinen zeichen des lächelns, weil es ihm sehr viel mehr bedeutet als anderen. das lässt sich eben nicht aus dem unterschied der konventionalisierten mimik-signifikanten herleiten, sondern aus den speziellen emotionen, die du zu der person hast, die diesen siginifikant mit seinem gesicht formt ;) das ist vergleichbar mit einem handgeschriebenen brief, dessen schrift du einer geliebten person zuordnen kannst - der beinhaltet trotzdem wörter, die allgemeine bedeutungen haben, und satzstrukturen, die jeder versteht. und darauf sollte eine zeichentheoretische untersuchung doch zielen... (?)

ansonsten hat der opagraui mit dem seel-zitat und der subjektlosigkeit des strukturalismus ja auf zwei interessante aspekte hingewiesen.

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