Camelback Cinema
#181
Geschrieben 13. April 2009, 07:01
Regie: Mark Robson (1956)
Auf Bogart ist Verlass. Wo sein Name drauf steht, ist Qualität drin. So auch bei diesem Film über die skrupellosen Machenschaften im Boxsport, bei dem die Manager im Hintergrund sich die Taschen voll machen, während für die Kämpfer bestenfalls Brotkrumen abfallen. Neben Bogart glänzen vor allem Rod Steiger und der mir unbekannte Mike Lane in der Rolle des unbedarften argentinischen Boxers. Ein mitreißendes Filmerlebnis.
#182
Geschrieben 17. April 2009, 17:35
Regie: Ethan und Joel Coen (1984)
Als kürzlich die 4-DVD-Box der Coens aus England eintraf, fiel mir auf, dass die beiden Brüder in meinem FTB sträflich unterrepräsentiert sind. Lediglich einen kümmerlichen Eintrag habe ich gefunden, nämlich den zu No Country for old Men. Höchste Zeit also, dieses schiefe Bild zu korrigieren, und dazu bietet die vorgenannte Box eine gute Gelegenheit.
Der erste Film der Coens ist immer noch einer meiner liebsten, weil er die Stärken der Brüder kompakt auf den Punkt bringt: ihre Vorliebe für skurrile Figuren, die dennoch stets wie aus dem Leben gegriffen wirken, ihr Faible für absurde Situationen und ihre unkonventionelle Art, mit den Zuschauererwartungen umzugehen, oft begleitet von einem subtilen, unterschwelligen Humor. Zur Vollendung gebracht haben sie dies in ihrem Meisterwerk Fargo, doch auch ihr Debut weist all diese Qualitäten auf. Dialoge werden sparsam dosiert, dafür aber umso geschickter pointiert, zumeist jedoch lassen sie die düsteren Bilder Barry Sonnenfelds sprechen. Die Darsteller hätte man besser nicht wählen können: Dan Hedaya sieht aus wie Guildo Horn und gibt einen veritablen Kotzbrocken ab, Frances McDormand ist souverän wie immer, den Vogel aber schießt M. Emmet Walsh in der Rolle des schmierigen Privatschnüfflers ab, sicher eine der abstoßendsten Figuren im Coen-Universum.
#183
Geschrieben 18. April 2009, 07:27
Regie: Alfred Hitchcock (1940)
Es galt mal wieder, eine filmische Bildungslücke zu schließen, denn Rebecca ist einer der wenigen „großen“ Hitchcocks, die ich noch nicht kannte. Nach einem etwas schleppenden Beginn zogen mich die düsteren Bilder und die erdrückende Atmosphäre schnell in ihren Bann. Auf Manderley dominiert die unheimliche Mrs. Danvers (klasse: Judith Anderson), die die verstorbene Rebecca wie eine Göttin verehrt. Man fühlt mit der armen, namenlosen Protagonistin mit, die der ihr eigentlich unterstellten Chefin der Dienstmädchen nicht gewachsen ist und regelrecht Angst vor ihr hat. Nach der überraschenden Enthüllung der tatsächlichen Geschehnisse um Rebeccas Tod hängt Hitchcock noch einen völlig überflüssigen dritten Teil an, der die juristische Aufarbeitung dieser Geschehnisse zum Inhalt hat und dem Film mehr nimmt als gibt.
#184
Geschrieben 22. April 2009, 19:53
Regie: Daï Sijie (2006)
Die Töchter des chinesischen Gärtners - man fragt sich, was der Zusatz "chinesisch" im deutschen Titel soll, schließlich spielt der Film ja in China - ist ein Film über eine zum Scheitern verurteilte Liebe, der zwar durch seine Bildgewalt beeindruckt, auf erzählerischer Ebene jedoch nicht sonderlich viel zu bieten hat. Zu vorhersehbar und zu plakativ das Ganze. Nett anzuschauen ist es trotzdem.
Dieser Beitrag wurde von Tommy The Cat bearbeitet: 22. April 2009, 21:19
#185
Geschrieben 27. April 2009, 19:51
Regie: John Frankenheimer (1979)
Ein billiger Horrorstreifen mit einer unsagbar dämlichen Story, die dem Zuschauer ihre Öko-Message mit dem Dampfhammer einbleut. Und damit nicht genug: neben der Umweltverschmutzung durch Quecksilber werden auch gleich noch die Lebensbedingungen der verarmten schwarzen Bevölkerung, der Landraub an den indianischen Ureinwohnern und der Hunger in der Dritten Welt thematisiert, vertreten durch den Gutmenschen Dr. Robert Verne, der es als verantwortungslos ansieht, Kinder in die Welt zu setzen angesichts der vielen tausend verwaisten Kinder, die auf eine Adoption warten. Etwas viel Ballast für einen simplen Schocker, ein gutes Stück weit natürlich dem damaligen Zeitgeist geschuldet. Vollends zur Nervenprobe wird das Ganze durch die wehleidige, stets griesgrämig dreinguckende Talia Shire, die mir mit ihrem weltschmerzverzerrten Gesicht ziemlich auf den Keks ging. Allerdings muss man Frankenheimer zugute halten, dass der Film recht spannend inszeniert ist. Die meisten Schockeffekte sitzen gut, die Special Effects schwanken zwischen gelungen und peinlich. Alles in allem nicht gerade eine Glanzleistung, aber man hat schon Schlimmeres gesehen.
#186
Geschrieben 23. Mai 2009, 20:24
Regie: Martin Scorsese (1986)
Nachdem ich vor einigen Monaten den großartigen The Hustler gesehen hatte, war ich natürlich gespannt auf Scorseses Fortsetzung, zu deren Sichtung ich leider erst gestern gekommen bin. Allerdings hat diese bis auf die Figur des Eddie Felson - in beiden Fällen verkörpert von Paul Newman - mit dem Vorgänger nicht viel gemein. War Rossens Film noch als komplexe Charakterstudie angelegt, kommt Scorseses Variante eher als Sportfilm daher. Die Figuren bleiben blass, die Story ist ebenso langweilig wie flach und Tom Cruise nervt wie Sau. Positiv zu erwähnen sind neben Newmans solider Performance die äußerst attraktive Mary Elizabeth Mastrantonio und Michael Ballhaus' hervorragende Kameraarbeit. Scorseses Handschrift suchte ich vergebens, und so ist The Color of Money ein ähnlich unpersönlicher Film wie der in meinen Augen völlig überschätzte Cape Fear. Scorsese kann's normalerweise besser.
#187
Geschrieben 28. Mai 2009, 20:04
Regie: Martin Scorsese (1993)
Großes Gefühlskino von Scorsese, ganz im Stile von David Lean. Auch thematisch würde der Film gut ins Œuvre des Briten passen, Erinnerungen an Brief Encounter werden wach. Die opulenten Sets und prachtvollen Kostüme (zu Recht oscarprämiert) können ihre Wirkung durch Michael Ballhaus exzellente Bildregie voll entfalten, zudem sind die Rollen erstklassig besetzt. Rundum gelungen.
#188
Geschrieben 31. Mai 2009, 14:07
Regie: Ethan und Joel Coen (1998)
Die Erstsichtung im deutschen TV vor einigen Jahren habe ich nach einer halben Stunde entnervt abgebrochen - Filme der Coens sind auf Deutsch einfach ungenießbar. Dieses Mal also Sichtung im O-Ton, aber so richtig zünden wollte er auch da nicht. In Ansätzen ganz spaßig, doch überwiegend ist der Humor furchtbar flach, ähnlich dem einige Jahre später entstandenen Intolerable Cruelty. Die Charaktere sind natürlich stark, allen voran der durchgeknallte Vietnam-Veteran Walter, mitreißend verkörpert von John Goodman. Mein Lieblings-Coen wird Big Lebowski ganz sicher nicht mehr, aber recht unterhaltsam ist er allemal.
#189
Geschrieben 06. Juni 2009, 21:47
Regie: Roger Corman (1964)
And Darkness and Decay and the Red Death held illimitable dominion over all.
Wie schon bei meinen bisherigen Sichtungen hinterließ Cormans Vergewaltigung der Poe'schen Kurzgeschichte, die ich nicht nur für Poes beste Arbeit, sondern für eine der bedeutendsten der Horror-Literatur halte, einen zwiespältigen Eindruck.
Für sich betrachtet ist Corman ein leidlich spannender Gruselfilm gelungen, der in erster Linie von dem gewohnt großartigen Vincent Price in der Hauptrolle lebt. Nur – mit Poes Vorlage hat das Ganze nicht mehr viel zu tun. Corman blähte die 7-Seiten-Geschichte durch diverse Nebenplots und zusätzliche Charaktere auf Spielfilmlänge auf, wovon der um Julianas Hochzeit mit dem Teufel der Ärgerlichste ist. Gekrönt wird das von einem völlig missratenem Ende, bei dem sich die verschiedenen Todesboten wie ein paar Rentner vor dem sonntäglichen Frühschoppen unter einem Baum treffen und ihre jüngsten Erlebnisse bequatschen. Während mir beim Lesen des letzten Absatzes der Poe-Geschichte (And now was acknowledged the presence of the Red Death. He had come like a thief in the night...) selbst im hellen Sonnenschein ein Schauer über den Rücken läuft, möchte man hier voller Verzweiflung den Kopf gegen die Wand hämmern. Die puristische Schönheit der Vorlage Poes bleibt bei Cormans Umsetzung völlig auf der Strecke. Ebenso wird die eigentlich zeitlose Botschaft derselben durch die hinzugedichtete Verbrüderung Properos mit dem Satan ihrer Wirkung beraubt. Nun bin ich ja eigentlich jemand, der Film und Buch als voneinander unabhängige Medien ansieht, und gerade bei einigen anderen Corman-/Poe-Filmen nehme ich ihm die fehlende Werkstreue keineswegs übel. Bei keinem dieser Filme ist jedoch die Diskrepanz zwischen Vorlage und Verfilmung so groß wie hier, und irgendwie mag ich das dem guten Roger nicht recht verzeihen. Poe jedenfalls würde im Grabe rotieren, würde er dieses Werkes gewahr werden.
Dieser Beitrag wurde von Tommy The Cat bearbeitet: 06. Juni 2009, 21:51
#190
Geschrieben 19. Juni 2009, 17:19
Regie: James Whale (1931)
Die letzte Sichtung liegt mindestens 25 Jahre zurück, höchste Zeit also für eine Auffrischung. Dass es sich bei der ersten Tonverfilmung des Shelley-Romans um einen Meilenstein des Horrorfilms handelt, steht außer Frage. Karloffs Maske ist für die damalige Zeit als geradezu sensationell zu bezeichnen und prägte das Aussehen der Kreatur für alle Zeiten, die düstere Atmosphäre und das unheimliche Spiel mit Licht und Schatten sind unzweifelhaft dem expressionistischen deutschen Film der 20er Jahre entliehen, die dynamische Kameraführung setzte neue Maßstäbe. Eine der stärksten Szenen des Films ist die schaurige Eröffnungssequenz auf dem Friedhof, in der Frankenstein und sein buckliger Gehilfe einen frisch beerdigten Leichnam stehlen.
Und dennoch weist Whales Arbeit einige ärgerliche Schwächen auf wie beispielsweise die zu sehr in die Länge gezogene Hochzeitsszene oder den hinzugedichteten Tausch des gesunden Hirns gegen das eines Verbrechers. Letzteres suggeriert dem Zuschauer eine daraus resultierende Bösartigkeit der Kreatur, die in Wirklichkeit nicht gegeben ist. Der Mord an Frankensteins Gehilfe ist vor allem auf die schlechte Behandlung zurückzuführen, die dieser der Kreatur hat angedeihen lassen, und die Tötung des kleinen Mädchens ist nicht vorsätzlich sondern vielmehr aus Ungeschick geschehen, weil die Kreatur der Meinung war, es würde ebenso leicht auf dem Wasser schwimmen wie die zuvor hineingeworfenen Blumen. In Wahrheit ist also die Kreatur kein wahnsinniger Mörder, sondern ein unbeholfenes, naives und einsames Wesen, was in den späteren Verfilmungen noch dezidierter herausgearbeitet werden sollte. Irritiert hat mich die Änderung des Vornamens: Frankenstein heißt hier Henry, sein Freund Victor – in Shelleys Vorlage und den späteren Verfilmungen ist es genau umgekehrt.
#191
Geschrieben 21. Juni 2009, 12:13
Regie: John Huston (1948)
Grandiose Parabel auf die menschliche Gier. Für mich neben Casablanca Bogarts Bester, zumal er hier in einer ungewöhnlich fordernden Rolle zu sehen ist. Auch toll: John Hustons Vater Walter. Der weitgehende Verzicht auf billige Studiokulissen zugunsten echter Locations in Mexiko ist der Atmosphäre äußerst zuträglich. Ein Film fernab der damals gültigen Hollywood-Konventionen, nach denen ein Happy-End unabdingbar war. Ein zeitloser Klassiker.
#192
Geschrieben 21. Juni 2009, 22:00
Regie: John Huston (1975)
Stellenweise recht unterhaltsame Mischung aus Satire und Abenteuerfilm, die allerdings auch mit erheblichen Längen zu kämpfen hat. Insbesondere nach der Ankunft in Sikandergul gestaltet sich das Ganze weitaus zäher als der vielversprechende Beginn vermuten ließ. Alles in allem ganz nett anzuschauen. Ein typischer Film für den verregneten Sonntag Nachmittag.
#193
Geschrieben 11. Juli 2009, 20:27
Regie: Billy Wilder (1961)
Ermüdender Klamauk auf unterstem Niveau. Mit sowas kann ich gar nix anfangen.
#194
Geschrieben 17. August 2009, 17:07
Regie: Cameron Crowe (1992)
Im Grunde genommen eine harmlose Beziehungskomödie, deren besonderer Reiz in der Ansiedlung der Handlung im Seattle zur Hochzeit des Grunge liegt. Ich habe den Film damals im Kino gesehen, in einer Zeit, in der ich voll auf dem damaligen Grunge-Zug mitgefahren bin, in der ich mit Kumpels zu zahlreichen Grunge-Konzerten gefahren bin (PEARL JAM in Köln war eines meiner besten Konzerte überhaupt) und so ziemlich jede verfügbare Grunge-CD gekauft habe. Entsprechend euphorisch wurde Singles seinerzeit von mir aufgenommen. Und auch mit mehr als 15 Jahren Abstand weckt die Sichtung nostalgische Gefühle, schöne Erinnerungen einerseits, aber auch eine gewisse Traurigkeit über den Niedergang des Grunge und seiner Protagonisten. Höhepunkte sind die kurzen Auftritte der damaligen Szenegrößen SOUNDGARDEN und der großartigen ALICE IN CHAINS, deren Sänger Layne Staley vor sieben Jahren auf so tragische Weise verstorben ist. Zahlreiche Musiker haben auch noch Kurzauftritte, beispielsweise Chris Cornell oder Eddie Vedder. Und der Soundtrack ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Ein Film also für Insider und Grunge-Liebhaber. Auch heute noch.
#195
Geschrieben 15. Oktober 2009, 12:59
Regie: Zhang Yimou (2002)
Auch nach der fünften Sichtung immer noch ein magisches Erlebnis. Von der ersten bis zur letzten Sekunde perfektes, makelloses Kino. Für mich Zhang Yimous Bester und ein erklärter Lieblingsfilm.
Dieser Beitrag wurde von Tommy The Cat bearbeitet: 15. Oktober 2009, 16:30
#196
Geschrieben 19. Dezember 2009, 20:55
Regie: Clint Eastwood (2008)
Eastwoods letzter (?) Filmauftritt entpuppte sich als unerwartet witzige Angelegenheit. Nicht oft in seiner fast 40jährigen Schaffensperiode als Regisseur war er so nah an der Satire wie hier. Er spielt die Figur des Kriegsveteranen Walt Kowalski derart überzeichnet, dass man sie beim besten Willen nicht ernstnehmen kann. Die Story bedient so ziemlich jedes Klischee, das sich bei der Figurenkonstellation aufdrängt, und der stereotype Handlungsverlauf ist – abgesehen vom überrraschenden Ende – schon zu Beginn in weiten Teilen vorhersehbar. Das Ende fand ich übrigens äußerst gelungen, obwohl es in seiner Political Correctness und seinem Hollywood-Konformismus schon fast ekelhaft anbiedernd ist. Unter dem Strich hat mir Gran Torino eine Menge Spaß gemacht, von Eastwoods besten Arbeiten ist er aber doch ein ganzes Stück entfernt.
#197
Geschrieben 31. Dezember 2009, 14:34
Regie: Roy Ward Baker (1961)
Von dem Film hatte ich noch nie gehört und die DVD nur mitgenommen, weil sie für einen Euro im örtlichen Baumarkt (!) zu haben war. Bakers Western ist ein ungewöhnlicher, weil hier der Priester Keogh im Mittelpunkt steht, der seine Arbeit in einem verlassenen Wüstenkaff aufnimmt, in dem der Bandit Anacleto das Sagen hat. Während die erste Hälfte des Films, in der Anacleto versucht, sich des Priesters gewaltsam zu entledigen, spannend inszeniert ist, obwohl nicht ein einzige Schuss fällt, verflacht das Geschehen in der zweiten Hälfte zunehmend. Nachdem alle seine Anschläge auf Keogh gescheitert waren und er selbst der Stadt verwiesen wurde, verlagert Anacleto die Konfrontation von der physischen auf die geistige Ebene. Doch statt fesselnder Dialoge verliert sich Baker dann in einer Liebesgeschichte, bevor er noch rechtzeitig die Kurve kriegt und das Ganze zu einem gelungenen Ende führt. Etwas unausgegoren das Alles, und so sorgen letztlich die beiden Hauptdarsteller Mills und Bogarde dafür, dass Bakers Film keinen Schiffbruch erleidet.
#198
Geschrieben 02. Januar 2010, 20:26
Regie: John Huston (1950)
Ein großartiger Film, der geschickt Elemente des Film Noir und des Heist-Movie kombiniert und bis in die Nebenrollen exzellent besetzt ist. Huston erzählt die Geschichte beinahe ausschließlich aus Sicht der Gangster, was den Zuschauer zwangsläufig zum Sympathisanten macht. Letztlich sind es dumme Zufälle und die Unaufrichtigkeit der Beteiligten untereinander, die den zunächst scheinbar perfekt geplanten Raub scheitern lassen. Bezeichnend, dass der geniale Mastermind Doc nur deshalb gefasst wird, weil er einer attraktiven jungen Dame noch ein paar Minuten beim Tanzen zusehen wollte. Spannend von der ersten bis zur letzten Minute.
#199
Geschrieben 04. Januar 2010, 20:48
Regie: McG (2009)
Ja, Wahnsinn! Nach dem in meinen Augen äußerst gelungenen 3. Teil waren die Erwartungen an Nr. 4 sehr hoch und wurden dennoch mit spielerischer Leichtigkeit übertroffen. Ich habe keine Ahnung, wer McG ist, geschweige denn einen seiner bisherigen Filme gesehen, aber immerhin weiß ich jetzt, dass er atemberaubende, mitreißende Action inszenieren kann, die den Zuschauer kaum Luft holen lässt. Geschmack scheint er auch zu haben, oder wer sonst kam auf die grandiose Idee, aus dem Radio des nach Jahren wiederbelebten Trucks einen alten Alice-In-Chains-Klassiker dröhnen zu lassen? Und auch sonst macht Terminator Salvation alles richtig: die bildgewaltigen Sets sorgen in Verbindung mit dem großartigen Score für eine düstere und dichte Atmosphäre, die Story ist schlüssig und passt perfekt in das durch die Vorgängerfilme gezeichnete Terminator-Universum, Christian Bale scheint die Rolle des John Connor wie auf den Leib geschneidert, und mit der undurchsichtigen Figur des Marcus Wright bringt man neuen Schwung in die in groben Zügen bereits bekannte Geschichte. Als besondere Schmankerl empfand ich den gewohnt kantigen Auftritt Michael Ironsides als Kommandant des Widerstands sowie die zahlreichen, aber keineswegs penetranten Selbstreferenzen. Um meine Begeisterung in einem Satz zusammenzufassen: genau so habe ich mir damals bei der Sichtung des ersten Terminator-Films den Krieg gegen die Maschinen vorgestellt. Teil 5 kann kommen.
#200
Geschrieben 28. Januar 2010, 20:20

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