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jackIIIs Filmtagebuch





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Young Adult, Marathon Man



Young Adult, 2011

Bin großer Reitman-Fan und finde nur Thank You For Smoking nicht ganz gelungen. Von daher natürlich gleich Young Adult gesehen, der überall ein wenig untergeht.
Und natürlich, wie soll es auch anders sein, zu Unrecht. Theron ist unfassbar gut und der Stil Reitmans gefällt mir immer noch sehr. Es ist immer so eine Mischung zwischen tiefer Melancholie, subtilem Humor und großem Ernst, und das über die gesamte Laufzeit (ähnlich auch bei Up In The Air) - schön. Vor allem meines Erachtens alles sehr nah an irgendeiner Realität.
Es gibt nur ein kleines Problem: Ich weiß bei Reitman nie, wie tiefgründig das Ganze denn jetzt wirklich ist.
Hm.


Marathon Man, 1976

Ist immer an mir vorbeigegangen, ist aber schon ziemlich interessant. Damals Skandalfilm, heute einfach ein handfest guter Thriller.
Hatte aber eine zeitlang gehofft, dass er noch mehr ist.




Bewertet man nur die inszenatorische Qualität, ist das meiner Meinung nach Reitmans bester Film. Großer Unterschied zu "Juno", der nur von D. Codys Drehbucheinfällen lebte, aber Regie-Ideen vermissen ließ und nicht sonderlich vielsagende Bilder hatte (bis vielleicht auf die Autofahrt, wo lauter gleich aussehende Vorstadthäuser hinter den Scheiben vorbei ziehen).

Bei "Young Adult" hingegen stimmen sowohl D. Codys Drehbucheinfälle als auch die Inszenierung. Ich fand es nebenbei bemerkenswert wie unverkennbar Codys Sprachwitz ist. Hätte ich nicht vorher gewusst dass sie das Drehbuch geschrieben hat, hätte ich es vermutlich bei der Filmbetrachtung erraten.

Aber so lustig und clever der Humor auch ist, die dramatischen Elemente fand ich eher zwiespältig. Die Probleme einer jungen Frau drehbuchgerecht-FF zubereitet inklusive wohlfeil herbeigeführter Katharsis nach 90 Minuten Laufzeit.

Das ist aber nur ein Kritikpunkt am Rande. Im Großen und Ganzen fand ich den Film sehr unterhaltsam


text nicht korrekturgelesen
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An "Marathon Man" schockierte seinerzeit vor allem die ungewohnte Gewalt. Was heute auffällt: Wie schlecht sich Marthe Keller, sonst eine sehr begabte Schauspielerin, in ihren wenigen Hollywood-Filmen machte. Das Pflaster scheint nicht jedermanns Sache zu sein. - Übrigens: "Are they safe?" :D
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"Marathon Man" ist für mich defintiv einer der besten Thriller der 70er und von denen gibt es eigentlich nicht wenige ;)
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zu Young Adult:
Ja, inszenatorisch ganz stark, fand aber Juno auch in der Hinsicht nicht schlecht, Up In The Air sowieso (vielleicht am stärksten?). Gerade dieser Juno-Vorspann ist extrem toll und clever, finde ich. Hab den auch nicht mehr soo genau im Kopf um ihn wirklich mit Young Adult zu vergleichen. Finde, dass der Stil ähnlich geblieben ist, aus meiner Erinnerung heraus.
Die dramatischen Elemente fand ich bis aufs Ende sehr gut, dann wurde es zu eindeutig. Musste der Sex zum Schluss wirklich sein? War nämlich irgendwie in negativer Weise unvermeidbar.



zu Marathon Man:
Ja, die Gewalt, die heute auch noch klar vorhanden ist, aber eben nicht mehr ganz den Schockeffekt erzielt. Das mit Marthe Keller ist mir gar nicht aufgefallen. Weil ich sie vorher nicht kannte.
Finde im Übrigen, dass der Film stilistisch ein bisschen an Ferrara erinnert, bin ich da alleine?
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Ich möchte da nicht missverstanden werden. Inszenatorisch stark fand ich YOUNG ADULT nicht wirklich, aber halt m. E. Reitmans beste Leistung von seinen mir bekannten 3 Filmen. :) JUNO fand ich schwach, UP IN THE AIR etwas besser, YOUNG ADULT am besten.
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jackIII sagte am 06. März 2012, 00:01:

Finde im Übrigen, dass der Film stilistisch ein bisschen an Ferrara erinnert, bin ich da alleine?

Von Ferrara kenne ich wiederum nur zwei oder drei Filme. Und Schlesinger ist für mich natürlich eine Art Heiligtum, das für jeden seiner Filme einen einzigartigen Stil entwickelte. Positives Vorurteil meinerseits.

Marthe Keller drehte in den 70ern ein paar (heute leider etwas vergessene) Filme, in denen sie ausserordentlich Eindruck machte (sie war irgendwie der Typ der Zeit). Ihre wenigen Hollywood-Streifen ("Black Sunday", 1976, oder der Rennfahrerfilm "Bobby Deerfield", 1977, mit Al Pacino) galten hingegen als misslungen. Du könntest ihr vielleicht in Billy Wilder's "Fedora" (1978), den man seinerzeit zu Unrecht übermässig kritisierte, begegnet sein.
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