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In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0





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THE GREAT SIOUX UPRISING (Lloyd Bacon/USA 1953)



"Too much thinking gives women the wrinkles."

The Great Sioux Uprising (Der große Aufstand) ~ USA 1953
Directed By: Lloyd Bacon

Der einst erfolgreiche und nunmehr kriegsmüde Arzt Jonathan Westgate (Jeff Chandler) kommt während des Sezessionskrieges in ein kleines Nest in Wyoming, wo er sich als Veterinär niederzulassen plant. Dort konkurrieren die Pferdehändler Joan Britton (Faith Domergue) und Stephen Cook (Lyle Bettger) um die Vormachtsstellung bei der Belieferung der Unionssoldaten. Joan möchte die Sioux zu Sympathisanten der Blauröcke machen und dafür sorgen, dass die Indianer ihnen ihre Pferde zu Verfügung stellen; Cook fragt nicht erst lang, sondern stiehlt die Zossen und verkauft sie für teures Geld an die Nordstaatler. Diese, natürlich recht ungehalten über ihren Verlust, treffen sich zusammen mit anderen Stammesabordnungen in der Folge mit dem Cherokee und Konföderierten-General Watie (Glenn Strange), um über eine eventuelle Allianz gegen die Unionsarmee zu verhandeln. Westgate und Joan wollen die Katastrophe verhindern...

Einer der kleinen, proindianischen Western der Universal, derer es in der direkten Erbenreihe des noch von der Fox produzierten, erfolgreichen "Broken Arrow", in welchem Jeff Chandler zum ersten Mal den Apachenhäuptling Cochise spielte, einige gab. Chandler achtete bei seinen Genre-Auftritten stets darauf, nach Möglichkeit in Filmen zu erscheinen, die ein historisch halbwegs gerade gerücktes, gerechtes Bild der natives zeichneten. "The Great Sioux Uprising" macht auch keinen Hehl aus seiner Sympathisierung mit den Streitkräften der Union. In einer durchaus mutigen Szene schlägt der perplexerweise selbst zum Rassisten und Sklaventreiber abgefärbte General Watie völlig grundlos seinen farbigen Diener und besiegelt damit bereits im Vorhinein seine diplomatische Niederlage mit den Indianern. Solcherlei eindeutig formulierter Liberalismus war um diese Zeit im kommerziell orientierten Hollywood-Genrekino noch eine Seltenheit oder zumindest noch auf dem Wege, zum modischen Gestus zu avancieren. Ansonsten ist diese späte Arbeit des Viel- und Auftragsfilmers Lloyd Bacon jedoch kein ausgesprochener Gewinner - der Film leidet unter einem verworrenen, schlecht montierten und extrem unlogischen Script, dessen effektive Undurchschaubarkeit sich oftmals in den verständnislosen Gesichtern der Darsteller widerspiegelt. Die groß aufgezogenen Pferdeszenen sind recht nett arrangiert, ansonsten mag man jedoch guten Gewissens auf den Film verzichten, so man nicht wie ich dem leicht gestörten Ansporn unterliegt, sich ein möglichst komplettes Bild des US-Western anzueignen.

4/10

Lloyd Bacon Indianer Sezessionskrieg Pferde Militär Kavallerie Wyoming




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Funxton

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