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In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0





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JASON LIVES: FRIDAY THE 13TH PART VI (Tom McLoughlin/USA 1986)



"Wherever the red dot goes, you bang."

Jason Lives: Friday The 13th Part VI (Freitag der 13. - Jason lebt) ~ USA 1986
Directed By: Tom McLoughlin

Den arg gebeutelten Tommy Jarvis (Thom Matthews) lässt das Jason-Trauma einfach nicht los: Ein letztes mal will er das Grab des Mörders (C.J. Graham) öffnen und den Leichnam in Brand setzen. Doch es kommt alles anders: Ein Blitzeinschlag lässt den mit Maden übersäten Jason wieder auferstehen. Prompt macht dieser sich auf, sein altes Zuhause Camp Crystal Lake, das wegen seiner unrühmlichen Vergangenheit jetzt Forrest Green heißt, von dem wieder mal dort hausenden Teenager-Gesocks zu befreien. Tommy bekommt es derweil mit dem amtierenden Sheriff (David Kagen) zu tun, der das hysterische Getue des jungen Mannes zu Recht missinterpretiert...

Mit seinem exaltiert-selbstparodistischen Gestus war mir der sechste Teil, zudem der erste, den ich damals überhaupt aus der Reihe gesehen habe, der erste, dem bei uns kein Kinoeinsatz mehr vergönnt war und vor allem der erste, dessen Scriptautor den Film auch selbst inszenieren durfte (Danny Steinmann war beim direkten Vorgänger lediglich als Co-Writer aktiv), stets der liebste. Daran hat sich bis heute nichts geändert. "Jason Lives" entfernt sich ein gutes Stück von den bereits damals kaum mehr zeitgemäßen Ansätzen der früheren Filme, dem Publikum nach Jahren der Übersättigung noch einen ernsthaften Slasher vorzusetzen und legt sein Hauptaugenmerk stattdessen darauf, eine launige Horrorkomödie zu kreieren, die vor allerlei fanbasiertem name dropping Marke Joe Dante und sogar vor frechem Sophismus nicht zurückschreckt. Da gibt es zahlreiche Einstellungen, die vielleicht erst bei der zweiten oder dritten Betrachtung augenfällig werden und die ein hohes Maß an Vergnügen schüren und wiederum eine klare Abgrenzung zur grobkonturierten Komik von "A New Beginning" bilden.
Dass McLoughlin, der sowohl den mythologischen als auch den sozialmedialen Charakter des Franchise grandios zu durchschauen und zu interpretieren wusste, dabei jedoch keinesfalls respektlos mit dem Erbe der früheren Filme verfährt, lässt sich vermittels Jasons noch berserkerhafteren Vorgehensweise nachvollziehen. Der untote Killer ist jetzt endgültig zum unzerstörbaren Superzombie mutiert; mühelos schraubt er Köpfe ab und bricht einen erwachsenen Mann entzwei. Dass die MPAA dies wieder einmal nicht tributlos durchgehen ließ ist ein weiterer Nachweis dafür, welch Lieblingszensorenkind die "Friday"-Filme in den Achtzigern doch waren. Andererseits verliert "Jason Lives" im Direktvergleich mit dem Nachfolger durch die Kürzungen keinerlei Meriten; er bleibt auch so noch ein astreiner, sauber gefertigter und höchst vergnüglicher Reihenbeitrag. Und ist der erste komplett drogenfreie Film der Serie!

8/10

Tom McLoughlin Jason Voorhees Sequel Splatter Slasher Satire Feriencamp Nacht



Ja, ja und nochmals ja! Da hat der postmodernistische Scheißdreck, in dem wir heute ersticken (aber der sich natürlich auch schon wieder verabschiedet hat) noch Sinn gehabt und bestens funktioniert.

JASON LIVES!!!
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