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In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0





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PRIMARY COLORS (Mike Nichols/USA, UK, F, D, J 1998)



"He's poked his pecker in some sorry trash bins."

Primary Colors (Mit aller Macht) ~ USA/UK/F/D/J 1998
Directed By: Mike Nichols

Der Südstaaten-Gouverneur Jack Stanton (John Travolta) lässt sich für die Vorwahlen des demokratischen Präsidentschaftskandidaten aufstellen. Als seinen Wahlkampfleiter engagiert er vom Fleck weg den idealistischen Henry Burton (Adrian Lester), der in den nächsten Monaten einiges über Dreckbewurf und Skandalvertuschung in der US-Politik zu lernen hat.

Auch der politisch involvierte Mann hatte imit den Neunzigern ein großes Krisenjahrzehnt zu bewältigen. Analog zum Zigarrenfreund Bill Clinton mimte ein wahnsinnig guter John Travolta einen ergrauten Demokraten mit gesteigertem Hang zur Promiskuität, insbesondere in Bezug auf möglichst junge Probandinnen. Und ausgerechnet ein solcher Kerl soll in die Vorwahlen für die Position des mächtigsten Mannes der Welt, Verzeihung, der USA eintreten. Stellvertretend für den von Nichols stets gern wie eine ethologische Jungfrau behandelten Zuschauer muss der dynamisch-unbefleckte Jungspund Henry Burton herhalten, der Wohl und Wehe des Wahlkampfs kennen, lieben und hassen lernt. Die Kandidaten bekämpfen sich, trotz parteilicher Einigkeit, hinter den Kulissen bis aufs Blut, schädigen Reputationen oder tilgen wahlweise ganze Lebensläufe ohne mit der Wimper zu zucken. Die Bevölkerung nimmt derweil scheinbar nur das immerwährende Lügenkonstrükt zusammen mit einem breiten Zahnpasta-Lächeln wahr und lässt sich davon willfährig blenden wie von einem durchschaubaren Zaubertrick. "Ich bin vielleicht nicht die beste Alternative, aber die einzige," weiß Jack Stanton am Ende seine alles andere als weiße Weste zu kommentieren. Ob man ihm selbst in diesem Punkt noch zu glauben bereit ist, diesem schmierigen Lügenbold, Ehebrecher und Nadelstreifengangster, der selbst die Beerdigung einer infolge von politikverdrossenen Suizid umgekommenen Freundin (Kathy Bates) noch zur Wahlkampfveranstaltung macht, überlässt Nichols am Ende seinem einmal mehr zur Mündigkeit erzogenen Publikum. Ich zöge dann doch lieber die Drei.

7/10

Mike Nichols Politik Wahlkampf Südstaaten Satire



John Travolta? Ist das nicht der Mann, der Masseuren seine Erektion zeigen soll? :)) - Im Ernst: Ich habe "Primary Colors" als recht spassig in Erinnerung. Und da es um Bill Clinton geht: Ob nun "Oral Office" oder "steife Massage" - einen geeigneteren Schauspieler könnte ich mir nicht vorstellen. :)
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Ich kenne jedenfalls keinen anderen Film, in dem Travolta abseits seiner sonstigen Spaß- und Imagequalitäten als ein so ernstzunehmender Schauspieler auftritt.

Was der Typ z. Zt. an Boulevardaufmerksamkeit auf sich zieht, ist mir, wie in der Regel immerin solchen Fällen, nebenbei kackegal.
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Zitat

Ich kenne jedenfalls keinen anderen Film, in dem Travolta abseits seiner sonstigen Spaß- und Imagequalitäten als ein so ernstzunehmender Schauspieler auftritt.

"Staying Alive"? - Gott, was bin ich heute hämisch!
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Zitat

Ich kenne jedenfalls keinen anderen Film, in dem Travolta abseits seiner sonstigen Spaß- und Imagequalitäten als ein so ernstzunehmender Schauspieler auftritt.
Was ja, wenn man Michael Ballhaus in seinem Interview Band liest, recht verwunderlich ist, da es wohl mächtig Probleme mit Travolta am Set gab. Konnte sich nicht einen Satz merken und hat fast jede Dialogszene vermasselt. Nichols war jedenfalls ziemlich froh darüber als die Dreharbeiten zu Ende waren.

Wie dem auch sei, muss ich mir nochmal ansehen, hatte "Primary Colors" immer als einen der schwächeren Filme von Nichols im Gedächtnis.
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Zodiac sagte am 10. Mai 2012, 11:42:

"Staying Alive"? - Gott, was bin ich heute hämisch!

Du Lump, du.
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Short Cut sagte am 10. Mai 2012, 15:09:

Was ja, wenn man Michael Ballhaus in seinem Interview Band liest, recht verwunderlich ist, da es wohl mächtig Probleme mit Travolta am Set gab. Konnte sich nicht einen Satz merken und hat fast jede Dialogszene vermasselt. Nichols war jedenfalls ziemlich froh darüber als die Dreharbeiten zu Ende waren.

Das wäre dann wohl so ein Fall wie mit Wilder und Monroe bei "Some Like It Hot" - der Dreh dem Vernehmen nach ein Jammertal, das Resultat umso beeindruckender.
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Touché :)
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