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Ubaldo Terzanis Schreibstube Volume 2

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EXTREMELY LOUD & EXTREMELY CLOSE



EXTREMELY LOUD & EXTREMELY CLOSE Mir gefiel die Inszenierung New Yorks durch die Augen eines psychologisch herausgefordeten Jungen mit krassen Angstzuständen. Die Bilder dieses Films lassen die Stadt ungewöhnlich monströs, bedrohlich und einengend wirken, womit die Bilder des Films geschickt den Gemütszustand des Protagonisten visualisieren. Zwar fröhnt Stephen Daldry den ganzen Film über seinem üblichem Hang zum hemmungslosen Überinszenieren (nicht nur in der Stilisierung New Yorks, sondern auch und vor allem in den Szenen zwischenmenschlicher Dramatik), doch anders als im debakulösen "The Reader" ist diesmal die überelaborierte Inszenierung durchaus effektiv.

Inhaltlich ist EXTREMELY LOUD & EXTREMELY CLOSE zwiespältig. Auf der einen Seite gibt es durchaus tolle "Episoden" wie die Erlebnisse zwischen dem Jungen und dem stummen Großvater (toll: Max Sydow), oder wenn der Film kindlichen Entdeckungsdrang zeigt, ist das auch toll, oder manche verbitterten Hassszenen zwischen dem Kind und seiner Mutter (gut: S. Bullock). Auf der anderen Seite drückt dieser 9/11-Bewältigungsfilm doch arg schnulzig auf die Tränendrüse und will Emotionen melken, was bei mir aber bloß Fremdschämen verursacht hat. Und der "Mutter und Sohn versöhnen sich"-Plottwist am Ende ist schon arg konstruiert. Und die "Episode" mit der weinerlichen Viola Davis ist ja mal komplett für die Tonne.

Trotzdem: Das Positive überwiegt und trotz vieler Schwächen ist "EXTREMELY LOUD & EXTREMELY CLOSE" ein interessanter und zumindest in manchen Szenen menschlich involvierender Film.

6/10 (ordentlich, sehenswert)

text nicht korrekturgelesen

Drama Vergangenheitsbewältigung Psychologie weinerliches Rumgemenschel



Ich bin noch etwas unschlüssig, ob ich den Film schauen werde oder nicht. Ich vermute und befürchte, ich könnte den Film genau so aufnehmen, wie Du ihn hier beschreibst. "Weinerlichem Rumgemenschel" stehe ich prinzipiell auch eher skeptisch gegenüber. Aber wenn es gut verpackt ist, dann geh ich solch emotionalem Stoff gern mal auf den Leim. Dennoch werde ich diesen Film tendenziell wohl eher auslassen. In den kommenden Tagen werden mich eh erst einmal ganz andere Filme in Beschlag nehmen.
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