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See you at the movies

Howie's Filmeindrücke

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Z STORM (HK 2014, David Lam)


Die Börsenpoliziei unter Leitung von Louis Koo macht Jagd auf eine Gruppe von kriminellen Spekulanten...

Zu Unrecht mäßig aufgenommener HK-Blockbuster mit gehörig Starpower und einem flott inszenierten Wirtschaftsthriller-Plot - ein Genre, das momentan das Nonplusultra in Hong Kong zu sein scheint. Bei aller Befremdlichkeit eines Milieus für Nicht-Aktionäre (wie mich) wirkt ein in Wirtschaftskreisen angesiedelter Thriller doch zumeist sehr echt und als reales Bedrohungsszeario. So geht Lam in Z STORM denn auch in die Vollen und kündigt bei Gelingen der kriminellen Machenschaften den Super-GAU an. Fortan wird in einr Art Countdown zurückgezählt bis zu dem Tag, an dem den Bösewichtern das Handwerk gelegt werden muss. Vorwiegend als Thriller mit den HK-üblichen Abhörszenarios inszeniert gefällt Z STORM am meisten durch das Katz-und Mausspiel des Geheimdienstes und der Spekulantengruppe, die einen Teil des Polizeiapparates in ihrer Tasche hat, wodurch dieser Koo und Konsorten ein ums andere mal ins Schwitzen bringt. Das ergibt dann sehr spannende und teils auch sehr raffinierte Szenarien. Am Ende gibt es dann das HK-typische "Twist"-Ending, der die Geschehnisse des Mittelaktes erst komplett aufdeckt. Wenn man sich mit diesen Plot-Mechanismen arrangieren kann, ist Z STORM ein grundsolider HK-Streifen mit vielen bekannten Gesichtern.

Make-or-Break-Scene: Auf dem Polizeirevier. Koo und seine Mannen scheinen aus dem Spiel, als es zu einer pfiffigen "Befreiungsaktion" kommt.

MVT: Louis Koo. Mal wieder. Einer der (HK) Leading Men.

Score: 6.5/ 10

Fazit: Eher was für HK-Kino-Liebhaber.


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MISSIONE FINALE (TEN ZAN - THE ULTIMATE MISSION) (ITA 1988, Ferdinando Baldi)


Um dem bösen Treiben von Menschlenschleppern im Söldnerkostüm Einhalt zu gebieten wird Lou Mamet (Frank Zagarino) nach Nordkorea (!!!!) eingeflogen, um gemeinsam mit Kumpel Ricky (Romano Kristoff) für Frieden zu sorgen...

Allein die Tatsache, dass dieses Werk in Nordkorea entstanden ist und seltene Einblicke in ein für die Öffentlichkeit hermetisch abgeriegeltes Land gewährt, sollte eigentlich Grund genug sein, es anzuschauen. Betonug auf eigentlich, denn selbst als Trashgranate ist TEN ZAN nur mäßig goutierbar. Zwar kommt es zu einer Handvoll bromance-Momenten zwischen Kristoff und Zagarino, doch ansonsten regiert die Pyrotechnik diesen Film, der fast durchgehend von Explosionen durchzogen ist, wodurch dann auch schnell der Überblick verloren geht. Immerhin sorgt Mark Gregory als herrliche Bösewicht-Persiflage mit eifersüchtiger Amazonin an der Seite für ein paar Lacher. Das isses dann aber auch schon.

Make-or-Break-Scene: Der Break für mich die schon zu Beginn ausufernde Pyrotechnik.

MVT: Nordkorea als Location.

Score: 2.5/ 10

Fazit: Echter Trash.


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UNDER THE SKIN (UK/ USA /CH 2013, Jonathan Glazer)


Ein Alien im Scarlet Johansson-Kostüm fährt mit einem Bangbus quer durch Glasgow um Kerle abzuschleppen bzw. merkwürdig zu vereinnahmen. Ein Schlüsselerlebnis lässt erste menschliche Züge aufkommen...

Lange habe ich mich gegen den Film gewehrt da ich a ) Johnasson nicht mag und b ) Glazers letzten Film grausam fand. Das immense Lob von allen Seiten hat mir dann den nötigen Ruck gegeben und wow, was war das für ein Erlebnis. Auch mit großem Abstand hat sich UNDER THE SKIN wie es der Titel verspricht in mir festgegraben und lässt mich nicht mehr los. Glazer schafft die Symbiose der audio-visuellen Reizüberflutung mit einem reichhaltigen plot. Vor allem der grandiose Score pumpt die Emotionen in den Rezipienten. Analog zur Entwicklung des Alien-Charakters vollzieht auch die Musik einen Bruch sowie Glazer den größten (visuellen) Kontrast in seinen von diesem Motiv durchzogenen Film in der Gegenüberstellung von urbanen und ruralen Territorien setzt. Dass die Reise ausgerechnet in einem Waldgebiet endet, dem "natürlichsten" Ort und damit Abschluss der Reise zurück in die Ursprünge der Welt, und zugleich jedoch Schauplatz - visualisiert durch das Bäumemeer an Phallussymbolen - des nun umgekehrten Vergewaltigungsaktes wird beweist die Tiefe, die in diesem Filmstoff liegt. Was begründet Menschsein? Hierzu gibt Glazer in Form seines Außerirdischen keine Antworten aber zahlreiche Denkanstöße.

Make-or-Break-Scene: Der ganze erste Akt des Films, der durch seine Bildsprache, Kameraperspektiven und hypnotischen Score einen faszinierend unbequemen Sog erzeugt.

MVT: Glazer, der bei allem Bombast die Fäden durchweg souverän in der Hand behält.

Score: 8.5/ 10

Fazit: Einer der besten Filme des letzten Jahres und Kandidat für meine Lieblingsfilmliste. Eine Art Film, die in der langen Tradition des Mediums Film vollkommen neu erscheint.


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THE BABADOOK (AUS 2014, Jennifer Kent)


Alleinerziehende Witwe mit Problemkind. Als wäre die Situation nicht schon schwierig genug, steigert sich Sohnemann nach der Lektüre des Bilderbuchs "Mister Babadook" in unergründbare Ängste die mit der Figur des Buches verbunden scheinen...

Das Horrorgenre ist eines meiner am wenigsten gemochtes und so bin ich diesbezüglich nur schwer zufriedenzustellen. :D Die Prämisse ist nicht neu und wohl schon ein Genreklassiker, doch spielt Kent gehörig mit der Opfer-/Täterrolle und hat vor allem ein Auge für visuelle Schmankerl. So kommt dann und wann tatsächlich etwas Grausen auf und die immer intensivere, nervenreibende Beziehung zwischen Mutter und Kind bleibt durch sehr fähige Darsteller durchweg glaubhaft. Das Produktionsdesign um den titelgebenden Babadook ist simpel aber effektiv sowie das Bilderbuch wohl den Höhepunkt des Horrors markiert. :angst: Der psychologische Aspekt des Films ist am Ende zwar nicht wegzudiskutieren und fordert etwas suspension of disbelief, für mich bleibt unter'm Strich dennoch einer der besten Genrebeiträge der letzten Jahre.

Make-or-Break-Scene: Kind quengelt (berechtigter Weise), es habe Hunger. "Eat shit!" brüllt die Mutter. :muhaha:

MVT: Essie Davis, die sich den Arsch abspielt.

Score: 6.5/ 10

Fazit: Nicht nur für Genrefans sehenswert!


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THE ROVER (AUS 2014, David Michôd)


Australien. Der Outback. Zehn Jahre nach dem ökonomischen Zusammenbruch. In einer Spelunke nimmt ein namenloser bärtiger mies gelaunter Kerl (Guy Pearce) ein Schlückchen Wasser zu sich. Prompt wird ihm sein Auto geklaut. Voller Wut jagt er den Dieben nach, wobei er den - auch geistig etwas - zurückgebliebenen Bruder des Bandenführers mitschleppt...

THE ROVER erinnert nicht nur wegen der Location des australischen Outbacks an MAD MAX sondern auch an dessen Grundstimmung. So ist die Welt in Michôds Film bierernst, genauso die Charaktere, die in der Postapokalypse nur ums Überleben kämpfen. Humanismus hat längst Seltenheitswert. So ist THE ROVER ein düsterer Film, der dennoch blendend unterhält. So reißt die Gradlinigkeit, der Wutantrieb des namenlosen Protagonisten - von Guy Pearce charismatisch verkörpert - geradezu mit. Zwar bleibt bei seinem Road Trip auch Zeit zur Reflexion, doch Hauptaugenmerk liegt klar auf dem Thrill, der in der Konfrontation mit den Carnappern kulminieren wird. Der Grund für die Wut der Hauptfigur wird am Ende auch noch aufgelöst. Für bestimmte Leute dürfte diese den Film nochmal in höhere Sphären hieven. Für mich hat's aber auch so gereicht.

Make-or-Break-Scene: Die Autoverfolgungsjagd zu Beginn des Films, die die Genrekonventionen durch ihren Realismus auf den Kopf stellt.

MVT: Die Atmosphäre des Films.

Score: 7.5/ 10

Fazit: Sehr kompromissloses Endzeitkino.


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STAND UP GUYS (USA 2012, Fisher Stevens)


Val (Al Pacino) kommt nach langjähriger Haftstrafe wieder raus und wird auch brav von Ex-Kollegen Doc (Christopher Walken) abgeholt, damit gefeiert werden kann. Später wird noch Kumpel Hirsch (Alan Arkin) aus dem Altersheim befreit, denn zu dritt macht's gleich noch mehr Spaß...

Dieser erstaunlich unbekannte Film erinnert sehr an Martin Brests GOING IN STYLE (1979), der ebenfalls drei liebenswürdige Rentner mit krimineller Energie präsentierte. Stevens Film ist auch vor allem auf Humor aus und zieht jeden möglichen altergerechten Gag aus dem Zylinder. So will Pacinos Charakter natürlich erstmal ordentlich einen wegstecken, wofür der aus den 70ern bekannte Puff aufgesucht wird, der auch tatsächlich noch existiert und jetzt von der Tochter gemanagt wird. Weil Al keinen hochbekommt, bricht er mit Walken in eine Apotheke ein, um boner pills zu klauen. Walken nimmt gleich noch Tonnen an Rationen seiner Stamm-Arznei mit. Das ist in etwa der Humor, den man von STAND UP GUYS erwarten darf und meistens goutierbar ausfällt. Denn Stevens wird nie zu albern oder schrill und vertraut ganz dem Zusammenspiel des Schauspielveterantrios, die auch prächtig harmonieren. Die am Ende etwas ernsteren Töne fügen sich gut zu einem zufriedenstellendem Gesamtgebilde und das Ende setzt dem dann sogar noch ein kleines Krönchen auf.

Make-or-Break-Scene: Alle Szenen im Diner mit der bezaubernden Addison Timlin.

MVT: Pacino, Walken, Arkin. Die Chemie stimmt.

Score: 6/ 10

Fazit: In all dem Scheiß, den Pacino und Walken in den letzten Jahren mitgewirkt haben, ein Fünckchen Hoffnung für bessere Zeiten.


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THE GUEST (USA 2014, Adam Wingard)


Eines Tages steht ein netter, junger Mann namens David vor der Tür, der mit dem gefallenen Sohn gedient haben will. Freundlich empfängt ihn dessen Familie. Er darf sogar ein paar Tage bleiben. Dabei entpuppt er sich als grandioser und vor allem handfester Problemlöser...

Man sollte nicht zuviel über THE GUEST lesen und sich einfach von dem wahnwitzigen Flow der Story mitnehmen lassen. Dan Stevens als Schönling ist hier idealbesetzt in der Hauptrolle des Supermenschen, der trotz radikalem character-arch die Sympathien aufrecht erhält. Der Synthie-Wummer-Score und schmissige 80s Pop Songs kreieren mit dem flotten Tempo des Films großes Unterhaltungskino, das einen gern (wieder)gesehenen Gast ( :immo: ) im Heimkino darstellt. Besser als die letzte Dialogzeile kann ich THE GUEST auch nicht zusammenfassen: "What the fuck...?!"

Make-or-Break-Scene: David räumt im Diner auf... :muhaha:

MVT: Dan Stevens. Der freundlichste Arschtreter der Filmgeschichte.

Score: 8/ 10

Fazit: Cult as cult can.


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COME CANI ARRABBIATI (WIE TOLLWÜTIGE HUNDE) (ITA 1976, Mario Imperoli)


Wohlstandverwahrlosung! Was tun Jugendliche aus reichem Elternhaus? Sie machen Italien unsicher. Raubzüge, Vergewaltigungen, Mord- und Totschlag. Wohlwissend, wer hinter diesen Schandtaten steckt gelingt es dem ermittelnden Kommissar nicht, die Bande dingfest zu machen. Schließlich hat der reiche Papa die Justiz in der Tasche...

Dieser Film, der sich nicht eindeutig einem Genre zuordnen lässt erinnert stark an den ein Jahr später entstandenen und wesentlich besseren ROMA L'ALTRA FACCIA DI VIOLENZA (1977). Am Ende werden die Bonzen durch das Volk buchstäblich zur Strecke gebracht und eine Texteinblendung macht dann nochmal ausdrücklich die reaktionären Ansichten der Autoren deutlich. Somit ist COME CANI ARRABBIATI politisch höchst inkorrekt, was aber nicht stört, weil solche Filme ohnehin andere Vorzüge bieten. Dieser Vertreter fährt in punkto Sleaze wirklich alles auf und markiert diesbezüglich einen der "Meilensteine" des italienischen Kriminalfilms der 70er. Jede Frau lässt - wenn nicht freiwillig, dann unter vehementer Hilfestellung - die Hüllen fallen und die softpornoesquen Sexszenen sind länger als üblich. Die Gewalt wird kaum stilisiert und wirkt dadurch sehr real. Apropos real: in einer Szene geht es richtig ruppig zu. Da wird eine junge Frau in einen Wagen gezerrt, wobei sie sich ganz deutlich heftigst die Omme an der Dachkante stößt. Kein Schnitt, eine Einstellung. Die arme Frau!!! Das nennt man wohl Guerilla-Filmmaking. Oder Neo-Realismus. Darstellerisch hat der Film kaum bekannten Gesichter zu bieten, was ihn erneut aus dem Genre hervorhebt. Lediglich Paola Senatore mit höherem Bekanntheitsgrad. Formal ist der Streifen sehr ordentlich, was durch die fantastische Blu-Ray auch Rechnung getragen wird. So gut habe ich noch keinen Italofilm der 70er ausschauen sehen. Kompliment! Darüberhinaus: Brennende Mülltonnen am Straßenstrich. Check. Harakiri-Autoverfolgungsjagd. Check. Vergewaltigungen. Check. J&B. Check. Fußballspiel. Check.

Make-or-Break-Scene: Besagter Kopfstoß. Danach galt die Maxime anything goes.

MVT: Der Sleazefaktor. Da bleiben keine Wünsche offen.

Score: 6/ 10

Fazit: Ein kleiner feiner, fieser Streifen, der aber etwas an Stimmungsschwankungen leidet.


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Watchlist Dez 2014/ Jan 2015


POINT BLANK (1967) 7

SCARECROW (1973) 7

DAWN OF THE PLANET OF THE APES (2014) 7

CHARLEY VARRICK (1973) 7.5

NOTHING TO LOSE (1997) 7

BADGE 373 (1973) 6

THE LEGO MOVIE (2014) 4

STRAIGHT TIME (1978) 7.5

CHEF (2014) 7.5

CALVARY (2014) 8

THE FRIENDS OF EDDIE COYLE (1973) 7.5

ROLLERCOASTER (1977) 8

THE DAY OF THE JACKAL (1973) 7.5

BAD SANTA (2003) 7

LOCKE (2014) 9

RED RIDING TRILOGY (2008) 8.5

HICKEY & BOGGS (1972) 8.5

I WENT DOWN (1997) 7.5

ADAMS AEBLER (2005) 8

UN HOMME EST MORTE (1973) 7

PRIME CUT (1972) 6.5

NAMELESS GANGSTER (2012) 6

TWO-MINUTE WARNING (1976) 7

DELIVERANCE (1972) 7

HARDCORE (1979) 7.5

COLD IN JULY (2014) 7

RUNNING SCARED (1986) 7

WHO'S HARRY CRUMB? (1989) 7

THE SWEENEY (2012) 7

3615 CODE PERE NOEL (1989) 2

PULSEBEAT (1985) 1

BLUE RUIN (2013) 7.5

PASSENGER SIDE (2009) 7

IL GRANDE SILENZIO (1968) 7

STAKEOUT (1987) 7.5

BRINGING OUT THE DEAD (1999) 5.5

UNCLE BUCK (1991) 6

HJEM TIL JUL (2010) 7

MILANO TREMA (1973) 6

FAVETI VIVI, LA POLIZIA NO INTERVERRÀ (1974) 5.5

L'INCONNU DU LAC (2013) 6

TRIPLE TAP (2010) 6

TRUE CONFESSIONS (1981) 5.5


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FIlmjahr 2014


THE SHIT-LIST

Unhonorably Mentions:

TWILIGHT (1998), LETHAL FORCE, THROW DOWN, ONE TOUGH BASTARD, SUPERBITCH, BLOOD BROTHERS, PRETTY POISON, SPECIAL SILENCERS, YOU KILL ME, HANNIBAL


04. THE LEGO MOVIE (THE LEGO MOVIE, USA/ AUS/ DK 2014, Phil Lord, Christopher Miller)
Ich bin zu alt für diesen Scheiß. Sorgt für ADHS und andere schlimme Krankheiten.


03. 3615 CODE PERE NOEL (DEADLY GAMES, FRA 1989, Rene Manzor)
Anti-Weihnachtsfilm mit dem bösen Weihnachtsmann, der einem kleinen Klugscheisserkind mit Mullet an die Wäsche will. Selbst für einen Slasher strunzdoof und langweilig.


02. POSSESSED BY THE NIGHT (GEISSEL DER LUST, USA 1994, Fred Olen Ray)
Möchtegern-Thriller im Softporno-Gewand mit bösem Haufen irgendwas im Gurkenglas. Henry Silva taucht auch mal auf und bekundet seine Liebe zu "Bimbos".


01. PULSEBEAT (PULSEBEAT, SPA/ USA 1985, Maurice Tobias)
Abgesehen von einer unfreiwllig komischen Opening Title Sequenz ein Haufen getanzter Scheiße. Aerobic-Porn my ass.




THE GOOD LIST

Alles Filme, die ich 2014 erstmals gesehen habe.

Honorably Mentions:

RUSH, NICHT MEIN TAG, MARGIN CALL, THE HOBBIT: AN UNEXPCTED JOURNEY, NEW WORLD, ACCIDENT, THE ESCAPIST, THE WOLF OF WALL STREET, PRISONERS, COLD IN JULY, THE SWEENEY, THE LINCOLN LAWYER


20. RUNNING SCARED (DIESE ZWEI SIND NICHT ZU FASSEN, USA 1986, Peter Hyams)
Eine der letzten großen Lücken in meiner 80s-Buddy-Comedy-Movie-Watchlist. Die Combo Crystal/ Himes funzt aus allen Rohren und Larry Hankin nimmt seine Rolle aus PT&A schonmal vorweg. :muhaha:


19. UN HOMME EST MORT (BLUTIGE SCHATTEN, ITA/ FRA/ USA 1972, Jacques Deray)
Ein französischer Auftragskiller (Trintignant) wird bei einem Auftrag in Übersee aufs Kreuz gelegt. Immer wieder interessant, wenn Europäer amerikanische Genrefilme inszenieren. So ist dies vor allem ein facettenreiches L.A.-Movie mit einer ziemlich geilen Strip Club-Szene.


18. BLUE RUIN (BLUE RUIN, USA/ FRA 2013, Jeremy Saulnier)
Die Dekonstruktion des ur-amerikanischen Revengemovie. In Anbetracht der Entstehungsgeschicte des Films ein kleines Wunder.


17. BORGMAN (BORGMAN, NL/ BEL/ DK 2013, Alex van Warmerdam)
Bürgerliches Spießertum aufgedeckt durch einen Alp-ähnlichen Eindringling. Mit vielen visuellen Ideen und abstrus-komischen Momenten ein perfektes companion piece zu Lanthimos' KYNODONTAS.


16. BO CHI TUNG WAH (CONNECTED, HK/ CHI 2008, Benny Chan)
Packender HK-Blockbuster, der trotz seiner wahnwitzigen Ausgangslage erstaunlich realistisch bleibt und Louis Koo als legitimen Nachfolger des Hitchcocks "Every Man" fundiert.


15. ENEMY (ENEMY, SPA/ CAN 2013, Denis Villeneuve)
Persönlichkeitsspaltung im 70s-Paranoia-Kino-Gewand.


14. THE SPANISH PRISONER (DIE UNSICHTBARE FALLE, USA 1997, David Mamet)
Nach Johnnie To war es für mich das Jahr des David Mamet, dessen Con Artist-Filme neben gewohnt scharf geschliffenem Dialog auch stets einige Überraschungen bieten. Dieser hier ist mein Liebster, auch weil ihm darstellerisch überraschenedes gelingt: Steve Martin glaubhaft als Bösewicht.


13. BIG BAD WOLVES (BIG BAD WOLVES, ISR 2013, Aharon Shenales, Navot Papushado)
Torture Porn mit intellektuellem Anstrich und pechschwarzem Humor.


12. CHEF (CHEF, USA 2014, Jon Favreau)
Kulinarisches Feelgood-Movie, mit dem sich Favreau auf SWINGER-Qualitäten zurück besinnt.


11. THE SWIMMER (DER SCHWIMMER, USA 1968, Frank Perry)
Bitterböse Parabel auf den Zerfall des American Dream mit Lancaster als (Quasi)Geist einer idealisierten Epoche. Nebenbei auch die Blu-Ray -VÖ des Jahres.



10. DEUX JOURS, UNE NUIT (Zwei Tage, eine Nacht, FRA/ BEL/ ITA 2014, Dardennes)
Ganz nah an seiner Hauptfigur (Cotillard) erlebt der Zuschauer im Dokustil deren schweren Weg im Kampf um den eigenen Arbeitsplatz: nur wenn ihre Kollegen auf den Bonus verzichten, darf sie bleiben. Eine Perversität der beruflichen Realität von den Dardennes als packendes Drama präsentiert, das Moral (vor)lebt, ohne moralisierend zu sein.


09. PTU (PTU, HK 2003, Johnnie To)
Die erste Szene ist wohl die beste, die ich im ganzen Jahr gesehen habe: ein Musterbeispiel für die Magie der Filmmontage, die hier zugleich an der Spannungs- wie Komikschraube dreht. Der Rest ist ein Quasi-Remake von Kurosawas STRAY DOG, der Tos Standarddarsteller Luet Sam endlich mal eine Hauptrolle beschert.


08. CALVARY (AM SONNTAG BIST DU TOT. IRE/ UK 2014, Martin McDonagh)
Erste Szene. Beichtstuhl. "I first tasted semen when I was seven-years-old". Nicht nur Brendan Gleeson als Dorfpfarrer findet diese opening line überraschend. Er soll in einer Woche ermordet werden und geht fortan seinen Kreuzweg. Weniger als whodunnit sondern als Reflexion über Glaube und Vergebung legt McDonagh seinen Film an, der nur noch sehr leisen Humor aus seinen Vorfilmen übrig lässt. Gleeson steigt passend zum Film zu einem Darstellergott auf.


07. CHEUNG FOH (THE MISSION, HK 1999, Johnnie To)
Erster Teil von To's MoM-Trilogie, der sehr an Ricky Tognazzis LA SCORTA erinnert, dabei zwar weniger politisch ausfällt, aber viel Raum für seine Charaktere schafft, ohne die fulminanten Action Set Pieces zu vernachlässigen.


06. DU ZHAN (DRUG WAR, HK/CH 2012, Johnnie To)
Von vorn bis hinten extrem spannender Police Procedural.


05. THE RAID 2: BERANDAL (THE RAID 2, IND USA 2014, Gareth Evans)
Toppt in punkto Action alles mir zuvor bekannte. Wer die Story als dünn bezeichnet hat die Mechanismen des Actionkinos nicht verstanden.


04. FONG JUK (EXILED, HK 2006, Johnnie To)
Ein moderner Western, der mit einem sagenhaften Show Down beginnt und schließt.


03. SLITHER (SCHLEUDERPARTIE, USA 1973, Howard Zieff)

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Eine Blaupause des Kinos der Coens, die alles vorweg nimmt, was deren Filme bestimmt: Americana, abstruse Situationskomik und eine Schar bunter Charaktere, die allesamt einen eigenen Film füllen könnten. Was SLITHER aber von den Brüdern abhebt, ist dass er in der cineastisch bedeutsamsten Dekade entstanden ist. Ein (Wunder)Kind der Goldenen 70er.


02. FUK SAU (VENGEANCE, HK/ FRA 2009, Johnnie To)

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Im persönlichen Jahr des Johnnie To mit 15 (!) Sichtungen ist dies die Krönung und zugleich die Ansammlung all dessen, was seine Actionfilme so außergewöhnlich machen: der Weg einer Gruppe, die nach dem Code der Welt des Michael Mann und Jean-Pierre Melville lebt: professionell, loyal und so saumäßig cool, dass dieser längst zum (Film)klischeebehaftete Begriff wieder reingewaschen wird. Zwischen Shoot Outs, die durch Schauwert und Intensität wie filmische multiple Orgasmen wirken und reflexiven, mediativen Momenten entwickelt sich in FUK SAU der utimative To-Film, der auch als Einstiegsdroge taugt, da er internationaler ist und westlich geprägten Cinephilen dadurch zugänglicher wird.


01. LOCKE (NO TURNING BACK, UK 2014, Steven Knight)

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Ein Mann (Tom Hardy) 90 Minuten auf der Autobahn. Am Telefon. Seine zu Beginn getroffene Entscheidung lässt sein komplettes Leben sukzessive Stück für Stück zerschellen. Wir gehen diesen - auch wahrhaftigen - Weg mit ihm und erleben, wie dieser Mann trotz der für ihn brutalen Konsequenzen standhaft bleibt, hinter seiner Entscheidung steht. Felsenfest. Das ist aufregend, bitter und auch anrührend. Schön, dass am Ende noch ein Fünkchen Glück bleibt. Mehr aber auch nicht.
Ein Meisterwerk ohne wenn und aber, dessen Konzept voll aufgeht, auch wenn es sich der (Schau)Werte des Kinos verweigert: ein Schauplatz, eine Figur. Mehr nicht. Getragen von einer darstellerischen Bestleistung und einem reichhaltigen Script ist LOCKE ein origineller Film, der wahnsinnig nachhallt.





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