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See you at the movies

Howie's Filmeindrücke

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SLITHER (SCHLEUDERPARTIE) (Howard Zieff, USA 1973)


Ein Ex-Knacki (James Caan), ein Small-Time Bandleader (Peter Boyle), seine Frau und eine Hippie (Sally Kellerman) suchen nach einer sieben Jahre alten Raubbeute, die bei einem gewissen Vincent Palmer untergebracht ist. Dabei werden sie von mysteriösen schwarzen Vans verfolgt. Es entsteht ein Road Trip quer durch Kalifornien, der über Campingplätze, Bingohallen, Waschsalons und letztendlich zu einem Gemüsestand in der Walachei führt...

SLITHER ist ein 70er Filmjuwel, auf das ich rein zufällig gestoßen bin und im Nachhinein fehlt es mir an Verständnis wieso dieser Streifen so unbekannt ist. Von seiner Tonart erinnert er sehr stark an das Kino der Coen-Brüder - es kommt zu zahlreichen abstrus-witzigen Situationen, die die Figuren knochentrocken ausspielen. Hier regiert der berühmte Slogan anything goes. Zieff verbindet die US-amerikanischen Epochen des "American Dreams", des "Gutbürgertums" und des "free spirits" der frühen 70er Jahre - jeweils symbolisiert durch die vier Hauptfiguren, die sich einer undurchsichtigen "Bedrohung" gegenübersehen (der schwarze Mann in Form der Vans), was wiederum an die Paranoiaepoche der 50er erinnert. So entsteht eine Art Zeitreise, die SLITHER zu einem Erlebniskino zusammenführt, das gleichermaßen parodistisch wie liebevoll ausfällt. Es ist weniger das große Ganze, was wichtig ist, denn die vielen kleinen Episödchen, die sich auf der Reise zutragen. Der Weg ist das Ziel. Und dieser Weg ist beste Unterhaltung mit großer Nachhaltigkeit. Für mich neben dem zwei Jahre zuvor entstandenen VANISHING POINT vielleicht das ausdruckstärkste Werk der early seventies. Ich bin hin und weg. :love:

Eingefügtes Bild

Hände bitte oben lassen. :D

Make-or-Break-Scene: James Caans erste Begegnung mit Peter Boyle, die zu der witzigsten Schlägerei der Filmgeschichte führt :muhaha:

MVT: Das Drehbuch von W. D. Richter.

Score: 8.5/ 10

Final Thoughts: Ein Film der Hoffnung macht, dass trotz vieler vieler Filmsichtungen noch mehr Schätze da draußen sind. Es gilt nur, sie auszugraben.


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Filme 2014 - Teil 2 (Kurzkritiken)


NAPOLI SPARA! (DIE KILLERMEUTE) (ITA, 1977, Mario Caiano)

Leonard Mann jagt Henry Silva - dies wird in einem stark episodenhaft wirkenden Reißer erzählt, der viele bekannte Gesichter des Genres präsentiert und nix für Zartbesaitete ist (Höhepunkt die Kastration des Kinderschänders). EIn Kind schändet aber auch den Unterhaltungsfaktor des Films: im Tomas Milian-Kostüm (inklusive Behinderung!) nervt ein Bengel, der dann wenigstens am Ende das bekommt, was er verdient.

5/ 10
Make or Break Scene: Lynchjustiz im Stadtpark
MVT: Henry Silva


BLASTFIGHTER (ITA/ FRA, 1984, Lamberto Bava)

Rambo meets Deliverance im Italo-US-Rip Off-Kostüm. Immerhin wurde auch wenigstens in den Staaten gedreht - die Naturkulisse beeindruckt! Weniger beeindruckend Michael Sopkiw als Schnauzbartträger mit Superwumme, die er aber partout nicht benutzen will, weil er nach Knasturlaub gewaltfrei leben möchte. So müssen ihn Italo-Rednecks schon sehr lange triezen bis er am Ende dann endlich alle(s) niedermäht. Der lange George (Eastman) spielt auch mit und gar nicht mal schlecht. Kritikpunkt: Bava wartet viel zu lange, bis der titelgebende Blastfighter in Aktion tritt.

6/ 10
Make or Break Scene: Natürlich wenn die Wumme, die aus einer Art Yps-Heft für Erwachsene stammen könnte, zum Einsatz kommt
MVT: Die Location


DIE KATZE (D, 1988, Dominik Graf)

Genrekino aus Deutschland - äußerst spannend und sehr gut besetzt, wenn man von Frau Landgrebe mal absieht. Götz George schwitzt sich einen Wolf, ist aber trotzdem cool wie sonstwas. Bankraubfilme sind ohnehin mein Ding, muss dazu mal ne Liste machen. Schöner Schluss auch und putzig, wie Hoenig und Richter den Titelsong plärren.

7/ 10
Make or Break Scene: Georges letzter Auftritt
MVT: Der gradlinige plot


RAW DEAL (DER CITY HAI) (USA, 1986, John Irvin)

Arnie als Undercover-Cop Kaminski mit Gelfrisur. Habe ich zuletzt wohl vor 20 Jahren gesehen und so wars wie ne Erstsichtung. Schwarzenegger ist darstellerisch völlig überfordert, was aber großen Unterhaltungswert besitzt, wie der Film überhaupt ordentlicher ausgefallen ist, als erhofft. Dazu tragen auch die dramaturgischen Spitzen bei: Arnies entfremdete Ehefrau, die erst einen Scheissekuchen backt, um ihrem Gatten ihre Unzufriedenheit zu demonstrieren, am Ende aber (ohne weitere screentime) glückselig geworden ist oder das beherzte Anfeuern Arnies seines gebehinderten Chefs, der dann auch ein paar Schrittchen schafft. Genial und ebenfalls sehr erheiternd auch die Combo John Davi und Schwarzenegger, die sich ständig kebbeln dürfen.

6/ 10
Make or Break Scene: Eheprobleme im Hause Kaminski
MVT: Die Chemie zwischen Davi und Schwarzenegger


NON-STOP (USA/ FRA/ UK/ CAN 2014, Jaume Collet-Serra)

Liam Neeson ist inzwischen ja der Actionstar Nummer 1 - und mit 62 Jahren sehr überzeugend. Ihm nimmt man die in den Feuerpausen notwendigen dramatischen Momente ab und sympathisch isser auch noch. So ist er immer das Beste an seinen Filmen, die ich dann auch nur wegen ihm schaue (TAKEN, UNKNOWN, THE GREY etcpp.). Auch NON-STOP ist kein besonders guter Film, da er alles auf eine Karte setzt, die einer Zweitsichtung nicht standhalten kann. Ein Schauplatz und die Frage - wer ist der Täter, der Neeson im Flug erpresst und stündlich einen Passagier abmurkst? So ist der Film weniger Actionspektakel denn Thriller, der viele falschen Fährten legt und es erst zum Schluss krachen lässt. Zum einmal schauen geeignet, zu mehr leider nicht.

6/ 10
Make or Break Scene: Offensichtlich die Auflösung.
MVT: Neeson.


MOON TO (PROTÉGÉ) (HK, 2007, Derek Yee)

Das Gegenstück zu Johnnie To's exzellentem DRUG WAR - beide verfolgen zwar eine Undercoveroperation, doch während Tos Film als Procedural mit Action/Suspense am Fließband daherkommt, widmet sich Yee mehr den Auswirkungen des Drogenhandels, indem er Einzelschicksale beleuchtet . Dabei geht er sehr drastisch zu Werke, so dass - wie DRUG WAR - eine Art Anti-Drogen-Propaganda herauskommt - dagegen ist auch nichts einzuwenden. Daniel Wu gibt hier den Undercovercop, der das Vertrauen des Kartellchefs (Andy Lau) erlangt hat und ihn auffliegen lassen soll. Auch hier nimmt sich der Film viel Zeit für intime Momente und füllt seine Figuren aus, um Anteilnahme zu generieren. Louis Koo taucht auch ab und zu als Junkie auf, dabei jedoch stark an der Grenze zur Parodie wandelnd. Ansonsten ist der Film spannend erzählt und gut gespielt, was über die zuweilen etwas überdramatischen Momente hinwegsehen lässt.

6.5/ 10
Make or Break Scene: Die Razzia des Drogenlabors - eine Wahnsinnssequenz
MVT: Andy Lau - vllt. der beste HK-Schauspieler zur Zeit


HON ZIN (COLD WAR) (HK, 2012, Lok Man Leung, Kim-ching Luk)

Die Entführung einer Polizeieinheit untergräbt den Anspruch Hong Kongs Regierung als sicherste Stadt der Welt zu gelten und entfacht einen internen Machtkampf im Polizeiapparat zwischen Tony Leung Ka Fai und Aaron Kwok. COLD WAR ist ein astreiner Thriller, der nach und nach die Hintergründe eines Komplotts aufdeckt, ohne dem Zuschauer einen Wissensvorsprung zu gönnen. Die Actionszenen reißen mit, Kwok muss ich mir für weitere HK-Filmsichtungen vormerken.

7.5/ 10
Make or Break Scene: Die Folgen der missglückten Geldübergabe, die in einem Shootout auf offener Straße enden
MVT: Die pace des Films


RICCO (DER CLAN DER KILLER) (ITA/ SPA 1973, Tulio Demicheli)

Bislang der sleazigste 70er Euro Crime-Streifen, den ich kenne (und ich habe zuletzt doch so einiges gesehen :D ) - schon in den ersten zehn Minuten gibt's einen Shoot Out samt Hirnrausschuss (in Nahaufnahme), blanke Brüste und J & B! Dann taucht Chris Mitchum auf, der ausschaut, als sei er im falschen Film - mit Günter Netzer-Frisur und kindlich-strahlend - erscheint er wie ein Fremdkörper in einer Welt, die nur Gewalt, Habgier, Sex und Falschheit kennt. In einer der ersten Szenen trifft Ricco (Mitchum) seine Schwester plus Schwager (die 90% des Films mit Vögeln beschäftigt sind) an deren Tanke und dann kugeln die drei vor Freude irgendwann debil grinsend gemeinsam umschlungen über die Straße. Unglaublich. Mitchum beweist dann auch schnell, dass er doch im richtigen Film ist: bei einer Prügelei zeigt er Karatefähigkeiten und Barbara Bouchet (hier absolut unverschämt sexisitisch mit unzähligen TNA-Zooms eingeführt) hat er auch schnell in der Kiste. Antagonist Arthur Kennedy ist so fies wie Silva und Milian zusammen: im Säurepool landen die, die er nicht mag (wovon es zunehmend mehr gibt) und als sein Henchman seine "Frau" durchnimmt, nimmt er ihm das Gemächt, stopft es in dessen Maul und schickt ihn dann ins Säurebad (natürlich wird dies alles explizit gezeigt). Dagegen fällt das Finale dann leider etwas ab, wobei es immerhin ein überraschend düsteres Ende aufbietet, das im Endeffekt aber nur konsequent ist und dem Film gar ein wenig Anspruch verleiht.

7.5/ 10
Make or Break Scene: Bouchets Motorhaubentanz
MVT: Der Sleazefaktor.


SHOWDOWN IN LITTLE TOKYO (USA 1991, Mark L. Lester)

Als das Actionkino mit dem starken Mann in den letzten Zügen lag, haute Genrefachmann Lester nochmal diesen Kracher raus, der mit 75 Minuten Laufzeit kaum als Spielfilm durchgeht, sich dadurch aber auch aufs Wesentliche konzentrieren kann: Action. Davon gibt es dann auch reichlich und Dolph Lundgren überzeugt als obercooler Cop. Mit etxremstbreiten Schultern, die er unter eine extremstfeschen Lederjacke spazieren trägt haut er alles um sich herum kurz und klein. Selbst einen Brustdurchschuss und Samuraischwertschnitte quer über den Torso können ihn nicht stoppen. Nun ist der Film aber keine One Man Show, sondern mehr ein Buddy Movie. Mit Brandon Lee wurde dem schwedischen Schrank ein Sidekick zur Seite gestellt, der für höchsten Unterhaltungswert sorgt, weil er a) die homoerotische Tendenz dieses Subgenres persifliert ("You have the biggest dick I've ever seen on a man" sagt er einmal zu ihm) und b ) so unterirdisch schlecht spielt, dass seine dummen Sprüche schon wieder zu Schenkelklopfern werden. Tia Carrere als Action B-Film-Ikone der 90er (womit sie Vanity ablöste) taucht hier auch auf (inklusive fehlbesetztem Body Double) und muss mit ansehen, wie der Standard-Asiaten-Bad Guy der 80s/ 90s (Name entfallen, aber wer ihn einmal gesehen habe, wird ihn nicht vergessen) ihre Freundin enthauptet. So geizt Lester auch nicht an Brutalitäten, die schon COMMANDO-Qualitäten besitzen.

6/ 10
Make or Break Scene: Dolph macht es wie Action Jackson - als er überfahren werden soll, hüpft er einfach über das Gefährt
MVT: Lundgren, was für eine Kante


POSSESSED BY THE NIGHT (GEIßEL DER LUST) (USA, 1994, Fred Olen Ray)

Ein Film aus der 90s Direct-to-Video-B-Erotikthriller-Sparte, den ich auch nur wegen der Aufnahme in SilvaandGolds Jubiläumsausgabe geschaut habe (wofür es sich dann bei allem Frust gelohnt hat). Wenn Shannon Tweed als Hauptrolle verkauft wird, sie aber erst in der zweiten Hälfte auftaucht, sagt das einiges über den Rest der Cast aus. Immerhin spielt Chad - Filius vom Steve - McQueen mit und - leider nur für fünf Minuten - Henry Silva, der hier seine Liebe zu Bimbos hinausposaunt - herrlich. Der "plot" dreht sich um ein Einmachglas, in dem sich eine Kreatur in Form eines einäugigen großen Kothaufens befindet. Ein Schriftsteller (Ted Prior) erwirbt es zur Inspiration in einem Chinatown-Shop, stellt es auf seinen Schreibtisch, wo es für böse Taten der Hausbewohner sorgt, die in Mord- und Totschlag enden. Dazwischen passiert nicht viel - es kommt zu nicht enden wollenden Softsexszenen, Shannon Tweed macht viel Aerobic und ein Nebenplot um einen Geldeintreiber (McQueen) sowie den Verleger des Autors (Hey, it's Frank Sivero from GOODFELLAS!) macht keinen Sinn. Selbst als unfreiwillig komisches Filmchen taugt POSSESSED BY THE NIGHT nicht, so dass ich gerne den alten Spruch des Filmdienstes zitiere: Wir raten ab.

2/ 10
Make or Break Scene: Leider Break - zu Beginn schon eine gefühlt zehnminütige Softsexszene zwischen Prior und CONANS Sandahl Bergman :gaehn:
MVT: Henry Silva - sorgte für immerhin einen Hauch von Unterhaltung


EXIT (S 2006, Peter Lindmark)

Moderner Euro Crime aus Schweden mit dem ewig verlässlichen Mads Mikkelsen als unschuldig Gejagter. Sehr spannend und am Ende mit einer bitterbösen Überraschung aufwartend. Empfehlenswert!

7/ 10
Make or Break Scene: Die finale Erkenntnis
MVT: Mads Mikkelsen


DYUT MEG GAM (LIFE WITHOUT PRINCIPLE) (HK, 2011, Johnnie To)

Mein inzwischen 13. To-Film und bis auf den durchschnittlichen FULLTIME KILLER haben alle gefallen bis begeistert, so dass der Mann meine persönliche Entdeckung des Filmjahres 2014 markiert. Auch wenn er defintiv am besten im Crime Genre aufgehoben ist, erweist er sich als vielseitig interessierter Regisseur, der hier einen Film zur Weltwirtschaftskrise liefert und dabei ein düsteres Gesellschaftsbild zeichnet, indem er direkt Betroffene aus verschiedenen Schichten begleitet und ihre Schicksale in drei Handlungssträngen zusammenführt. Ching Wan Lau (immer eine Bank, um mal beim Topos des Films zu bleiben :immo: ) gibt die interessanteste Figur des Films, da sie im korrumpierten sozialen Umfeld noch am ehesten das titelgebende Lebensprinzip bewahrt. Insgesamt nicht der große Wurf, da es doch zu ein paar Längen kommt und ich mir die Erzählstruktur ein wenig innovativer gewünscht hätte, doch sehenswert ist auch dieser To-Film in jedem Fall.

6.5/ 10
Make or Break Scene: Das Vertragsgepräch in der Bankfiliale, das die Essenz des Films perfekt auf den Punkt bringt
MVT: Ching Wan Lau


YI NGOI (ACCIDENT) (HK; 2009, Pou-Soi Cheang)

Perfide: ein Team von Auftragskillern erledigt ihren Job in Form von perfekt durchgeplanten "Unfällen". Als eine dieser Operationen mit einem tödlichen Unfall für ein Teammitglied endet, wittert Teamchef Louis Koo eine Verschwörung... ACCIDENT erinnert oft an Coppolas THE CONVERSATION. So ist Koos Figur ähnlich emotionslos wie Harry Kaul und ganz auf seine technischen Fähigkeit, die seiner Profession dienen, fokussiert. Ein Mann der Tat, der keine Abweichungen duldet. Die wachsende Paranoia der Hauptfigur verbindet Regisseur Cheang mit einem spannenden plot, da er wie Coppola dem Zuschauer nur Fragmente der Wahrheit zukommen lässt und eine dichte Atmosphäre des Unbehagens kreiert, die in einem düsteren Finale kulminiert.

7.5/ 10
Make or Break Scene: Die "Auflösung" und ihre Folgen
MVT: Regisseur Cheang, der eine gelungene Hommage an das 70er Paranoiakino liefert


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Filme 2014


Top of the Lake 7
Heat 10
To live and die in L. A. 9
GoodFellas 8
The Gambler 7
Hannibal 4
The Insider 10
A Simple Plan 7
Nebraska 7
Her 5
Duel 9.5
Stoker 6.5
Changing Lanes 6.5
New World 7.5
The Runaway Jury 6.5
28 Days later 7
Inglourious Basterds 9
Pulp Fiction 8.5
Reservoir Dogs 8.5
Election 6.5
Election 2 7
All is lost 6
Get Carter 8
The Keep 4
Oldboy 6
Howling 6
The Hobbit: An unexpected Journey 8
Donnie Darko 8.5
The Hobbit: The Desolation of Smaug 7
The Swimmer 8
Secret Reunion 7
Der Killer von Wien 6
Don't torture a Duckling 6
Ali 6
Oasis of Fear 6
Narc 6.5
You kill me 4
The Suspicious Death of a Minor 5
Drug War 8.5
Confession of Murder 7
Sorcerer 8
Mark il Poliziotto 5.5
Exiled 8
Le Salaire de la peur 8.5
Mark il Poliziotto spara per primo 6
Four of the Apocalypse 5.5
PTU 7.5
The Mission 7.5
Vengeance 9
Breaking News 6
Running out of Time 7
Mad Detective 6
Flash Point 7
Fulltime Killer 5
Triangle 6
A Hero never dies 6
Special Silencers 3
American Hunter 6
Special ID 6
Spartan 7
Gang War in Milan 5
Games 4
Sherlock 1.1 7.5
Heist 7
Remo Williams 7
Sonderkommando ins Jenseits 4.5
Motorway 6
Sherlock 1.2 7
Infernal Affairs 8
The Departed 7.5
Pretty Poison 4
The Drowning Pool 7
Sherlock 1.3 7.5
Die blutigen Spiele der Reichen 6.5
Sherlock 2.1 7
Stray Dog 7
Theo gegen den Rest der Welt 7
Soldiers in the Army of God 4
21 Jump Street 6
True Detective 9
The Great Kidnapping 6
The Spanish Prisoner 7.5
Sherlock 2.2 7
Blood and Diamonds 6
Sherlock 2.3 8
Sherlock 3.1 7
Homicide 7
Dallas Buyers Club 5
Oleanna 7


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SOMETIMES A GREAT NOTION (SIE MÖCHTEN GIGANTEN SEIN) (Paul Newman, USA 1971)


Familienunternehmen Stamper, das groß in der Holzproduktion ist, erlebt sukzessive Ablehnung der örtlichen Bewohner, da es sich nicht an einem Streik beteiligen mag. Never give an inch - dieses Familienmotto wird speziell von Patriarch Henry (Henry Fonda) bis aufs Äußerste gelebt. Gestützt wird er dabei von Sohnemännern Richard Jaeckel und Paul Newman. Bald sieht er sich zudem mit der Rückkehr seines Sohnes konfrontiert, der nicht vollends hinter den Familienidealen steht. Die Dinge nehmen ihren Lauf...

Allerdings nicht so, wie es bei diesem Stoff zu erwarten wäre. So kommt es zwar zu dramatischen Ereignissen, die am Ende vielleicht auch zu großes Ausmaß annehmen, doch überrascht der Film speziell durch die Figur des "verlorenen Sohnes", der nicht als dramaturgisches Werkzeug benutzt wird, die Familie(nstrukturen) (auf) zu brechen. Im finalen Akt nimmt er eine bedeutende Rolle ein, die dann auch die Message des Films umkehrt. Getragen von wunderbaren Darstellern berührt SOMETIMES A GREAT NOTION und umschifft Klischees wie Rührseligkeit. In meiner nun schon fast ein Jahr umfassenden Newman-Schau ist dies seine erste Regiearbeit und auch wenn er diese erst im Laufe der Dreharbeiten übernommen hat, fällt sie beeindruckend aus.

Make-or-Break-Scene: Die Holzfallarbeiten - faszinierende Bilder vor schöner Naturkulisse, die Symbolik und Metaphorik schüren.

MVT: Das Darstellerensemble, die die hochdramatischen Szenen gekonnt zu händeln wissen.

Score: 7/ 10

Final Thoughts: Bei Newman bleibe ich am Ball.


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THE RAID 2: BERENDAL (Gareth Evans, IND/ USA 2014)


Aus Geldmangel konnte Evans diesen Film damals nicht drehen und hat dann einfach THE RAID vorgeschoben, der dann wieder BERENDAL realisierbar machte, der dann gleich mal zu einem RAID-Sequel gemacht wurde. Zwar schlägt der Film direkt den Bogen zum ersten Teil, doch vollzieht dann einen klaren Richtungswechsel: vom auf einen Schauplatz beschränkten Actiondauerspektakel zu einem epischen (Laufzeit stolze 150 Minuten!) Gangsterdrama, das in punkto Schauwerte vieles toppt, was im Genre zuvor gewesen ist. Evans' Art, Action zu choreographieren verleiht einem zunehmend auf extreme Schnittstakkatos reduziertes Genre einen angenehmen neuen Impuls verbunden mit der äußerst kinetischen Silat-Kampfkunst. Bei den RAID-Filmen sieht man tatsächlich, was passiert und Evans selbst betont, wie wichtig ihm das ist, denn, logisch: wenn eine Actionszene wochenlang einstudiert wird und das, was zu sehen ist, real entstanden ist (die Bluteffekte mal außen vor gelassen), dann soll das auch vor Augen geführt werden. WAS Evans in THE RAID 2 bietet ist ohne Übertreibung phänomenal. Die Brutalitäten - wenn das so gesagt werden darf - ebenso. Dabei bleibt es nicht bei Silat sondern auch zu ausufernden Actionszenen, wie einer Autoverfolgungsjagd, die gleich in den Pantheon düst. Wie einige Kamerafahrten hierbei zustande gekommen sind, bleibt mir ein Rätsel.
Groß sind aber nicht nur die Actionszenen selbst, sondern vor allem der Weg, wie sie afgebaut werden, wobei Evans stark auf auditive Impulse setzt. Der Score des Films, der ihn sehr stimmig und adrenalinfördernd mit Trent Reznors/ Atticus Ross' "Magnetic"-Remix abschließt, hämmert, pulsiert und treibt die (An)spannung zu einem Höhepunkt nach dem anderen. Gerne hätte ich den Film im Kino geschaut, wo er in seiner Wirkung nochmal um einiges potenziert wird, aber selbst im bescheidenen Heimkino gab es mehrmals Ansporn zum fistpumping. Ein weiterer großer Unterschied zu THE RAID ist der hier ersichtlich große Einfluss von Kubrick und Lynch auf Evans: viele lange Totalen, die die Symmetrie von großen Räumen, langen Korridoren und deren Ausstattung hervorheben. Passend dazu lässt Evans seine Charaktere nun auch deutlich markanter erscheinen und "fetischisiert" ihre Aktionen/ Spezialität aufs äußerste.
Dass THE RAID 2 dennoch nie in Gefilde des Comic(action)films abdriftet ist seiner Hauptfigur zu verdanken, die zwar wieder physisch übermenschliches leistet, dennoch nie überhöht wirkt, zumal sie einiges einstecken muss (bestes Beispiel die erste Gefängnisszene).
Kritik gab es am plot des Films, der eine Undercovergeschichte erzählt, die es so schon zigmal gegeben hat. Als Gerüst für die zahlreichen Actionsequenzen hat es für mich funktioniert und hätte es dieses nicht gegeben, wäre Evand wahrscheinlich dann dafür kritisiert worden - wenn ein Film so viel Hype wie THE RAID 2 aufbaut, dann muss die Internet-Community natürlich auch einen Gegenhype produzieren.
Jetzt ist noch ein dritter Teil angekündigt, bei dem gerüchteweise Tony Jaa mitwirken könnte. Das führt dann zum einzigen Kritikpunkt, den ich an THE RAID 2 adressieren kann: wie um alles in der Welt, soll diese Action bitteschön noch getoppt werden???

Make-or-Break-Scene: Schwierig, schwierig. Natürlich eine der vielen Actionszenen. Auf Grund der Abwechslung wähle ich die Autoszene, weil sie meinem Lieblingsactionelement die Krone aufsetzt.

MVT: Gareth Evans, da er beweist, WIE Actionsequenzen aussehen müssen.

Score: 9/ 10

Final Thoughts: Nach To's VENGEANCE der bisher beste Film meines Filmjahres 2014.


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Italo Euro Crime - Favoritenliste


Hab jetzt genug beisammen um eine vorläufige persönliche Bestenliste zusammenzustellen. Insgesamt bietet das Genre mir von Gurke bis Meisterwerk alles - trotz bestimmter immer wiederkehrenden Merkmalen (JB, fesche Musik, Autoverfolgungsjagden, Originalschauplätze, Modeverbrechen, Schweiß, Blut) gibt es qualitativ gravierende Unterschiede, da sich oftmals dann doch nur auf Schauwerte verlassen wird und dies dann gern auf Kosten eines koherenten plots. Auch die so wichtigen Leading Men variieren in ihren Darstellungen: dabei ist schauspielerisches Talent ohnehin weniger gefragt. Solange sie charismatisch sind und austeilen können, sind sie bereits als genretauglich befunden.
Ich habe mich versucht, auf den Euro Crime zu beschränken und Gialli, Horror etc. mit Crime-Elementen außen vor zu lassen, auch wenn das nicht immer einfach ist. Eine reine Poliziotti-Liste wollte mir jedenfalls nicht gelingen.

Spitzenwert:

01. COSA AVETE FATTO A SOLANGE? (Das Geheimnis der grünen Stecknadel) Massimo Dallamano, 1972
02. LA MALA ORDINA (Der Mafiaboss) Fernando di Leo, 1973
03. CANI ARRABBIATI (Rabid Dogs) Mario Bava, 1976
04. MILANO CALIBRO 9 (Milano Kaliber 9) Fernando di Leo, 1972
05. LA SCORTA (Die Eskorte) Ricky Tognazzi, 1993

Sehr gut

06. QUELLI DELLA CALIBRO 38 (Kaliber 38) Massimo Dallamano, 1976
07. IL GRANDE RACKET (Racket) Enzo G. Castellari, 1976
08. REVOLVER (Die perfekte Erpressung) Sergio Sollima, 1973
09. LA POLIZIA RINGRAZIA (Das Syndikat) Steno, 1972

Gut

10. LA CITTA SCONVOLTA (Auge um Auge) Fernando di Leo, 1975
11. UOMINI SI NASCE POLIZIOTTI SI MUORE (Zwei eiskalte Typen auf heißen Öfen) Ruggero Deodato, 1976
12. LA CITTA GIOCA D'AZZARDO (Hetzjagd ohne Gnade) Sergio Martino, 1975
13. IL CITTADINO SI RIBELLA (Ein Mann schlägt zurück) Enzo G. Castellari, 1974
14. ... A TUTTE LE AUTO DELLA POLIZIA (Calling all Policecars) Mario Caiano, 1975
15. LA POLIZIA CHIEDE AUITO (Der Tod trägt schwarzes Leder) Massimo Dallamano, 1974
16. LA VIA DELLA DROGA (Dealer Connection) Enzo G. Castellari, 1977

In Ordnung

17. QUELLI CONTANO (Die Rache des Paten) Andrea Bianchi, 1974
18. IL POLIZIOTTO E'MARCIO (Shoot first, die later) Fernando di Leo, 1974
19. ENIGMA ROSSO (Orgie des Todes) Alberto Negrin, 1978
20. LA RAGAZZA DAL PIGIAMO GIALLO (Ein Mann gegen die Mafia) Flavio Mogherini, 1977
21. NON SI SEVIZIA UN PAPERINO (Don't torture a Duckling) Lucio Fulci, 1972
22. IL GIUSTIZIERE SFIDA LA CITTA (Der Vernichter) Umberto Lenzi, 1975
23. I RAGAZZI DEL MASSACRO (Note 7) Fernando di Leo, 1969
24. PRONTO AD UCCIDERE (Tote pflastern seinen Weg) Franco Prosperi, 1976
25. MILANO ODIA: LA POLIZIA NON PUO SPARARE (Der Berserker) Umberto Lenzi, 1974
26. UN POSTO IDEALE PER UCCIDERE (Deadly Trap) Umberto Lenzi, 1971
27. VAI GORILLA (Gorilla) Tonino Valerii, 1975

Durchschnitt

28. ROMA VIOLENTA (Verdammte, heilige Stadt) Marino Girolami, 1975
29. PERCHE SI UCCIDE UN MAGISTRATO (Warum musste Staatsanwalt Traini sterben?) Damiano Damiani, 1975
30. MARK IL POLIZIOTTO SPARA PER PRIMO (Das Ultimatum läuft ab) Stelvio Massi, 1975
31. MARK IL PLIZIOTTO (Mark of the Cop) Stelvio Massi, 1975
32. ROMA A MANO ARMATA (Die Viper) Umberto Lenzi, 1976
33. CONFESSIONE DI UN COMMISSARIO (Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert) Damiano Damiani, 1971
34. NAPOLI SI RIBELLA (A Man called Magnum) Michele Massimo Tarantini, 1977
35. CITTA VIOLENTA (Brutale Stadt) Sergio Sollima, 1970
36. IL BOSS (Der Teufel führt Regie) Fernando di Leo, 1973
37. LA POLIZIA INCRIMINA LA LEGGE ASSOLVE (Tote Zeugen singen nicht) Enzo G. Castellari, 1973
38. LUCA IL CONTRABANDIERE (Contraband) Lucio Fulci, 1980
39. MILANO ROVENTE (Gang War in Milan) Umberto Lenzi, 1976

Mäßig

40. LA POLIZIA È SCONFITTA (Sonderkommando ins Jenseits) Domenico Paolella, 1977
41. CAMORRA (Camorra) Pasquale Squitieri, 1972
42. SQUADRA VIOLENTE (Gnadenlose Jagd) Stelvio Massi, 1974
43. IL CONTO È CHIUSO (In den Klauen der Mafia) Stelvio Massi, 1976
44. LA BANDA DEL GOBBO (Die Kröte) Umberto Lenzi, 1978

Gurke

45. IL GIORNO DEL COBRA (Der Tag der Cobra) Enzo G. Castellari, 1980
46. LA VITTIMA DESIGNATA (Der Todesengel) Maurizio Lucidi, 1971
47. I PADRONI DELLA CITTA (Rulers of the City) Fernando di Leo, 1976
48. IL TRUCIDO E LO SBIRRO (Das Schlitzohr und der Bulle) Stelvio Massi, 1976
49. LA BANDA DEL TRUCIDO (Die Gangster-Akademie) Stelvio Massi, 1977

Gurkensalat

50. SENZA RAGIONE (Blutrausch) Silvio Narizzano, 1973


Meine Liebsten Frontmänner

01. Fabio Testi
02. Franco Nero
03. Enrico Maria Salerno
04. Mario Adorf
05. Tomas Milian
06. Henry Silva
07. Marcelo Bozzuffi
08. Luc Merenda
09. Ray Lovelock
10. Marc Porel


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BIG BAD WOLVES (Aharon Keshales, Navot Papushado, ISR 2013)


Ein überaus fieser Kindermörder treibt im ruralen Israel sein Wesen: Polizist Micki (Lior Ashkenazi) hat auch schon einen Hauptverdächtigen an der Angel, den er gemeinsam mit dem Vater eines der Opfer "verhört"...

War ja einer der sogenannten "Geheimtipps" des letzten Filmjahres und er soll Quentin Tarantinos "Movie of the Year" darstellen. Ich bin erst durch meine Filmpodcasts drauf gestoßen und kann mich im Nachhinein dem Lob voll anschließen: einer der besten Filme von 2013! Aus Israel habe ich (so gut wie?) gar nichts gesehen, so dass mir die Darsteller vollends unbekannt waren, was bei der Abnahme der Rollenverkörperungen aber vorteilhaft sein kann. Ähnlich wie KYNODONTAS vor vier Jahren ist BIG BAD WOLVES ein Film, dessen Tonart einige Zuschauer arg verstören dürfte. Dem absoluten Gräuel werden immer wieder saukomische Situationen gegenübergestellt, was manchen ggf. zu Äußerungen wie schlechtem Geschmack verleiten könnte. Darf man ein hochsensibles Thema wie Kindesvergewaltigungen mit - zugegeben "tieftief"schwarzem - Humor anreichern? Das Ergebnis spricht für sich. Meines Erachtens schaffen die Regisseure diesen Spagat. Ich wurde oft an das Kino der Coens erinnert, da die Figuren auch hier zu absurden Handlungen und Motivationen neigen, allerdings niemals auf Kosten ihrer Glaubwürdigkeit. So bleibt man beim Thema wie es sich gehört ernst. Auch führen die Taten der Selbstjustizler zwar zu Komik, doch lässt sich zugleich darüber sinnieren, in wie weit ihre Vorgehensweise und ihr Handeln überhaupt zu legitimieren ist. Hierzu fügt das Drehbuch gegen Ende einige überraschende Wendungen ein, die für die Figuren wie für den Rezipienten neue Herangehensweisen ermöglichen.

Eingefügtes Bild

BIG BAD WOLVES ist so gut, weil er die Genres des Torture Porn und Serial Killer quasi auf den Kopf stellt, vermischt und etwas - zumindest für mich - nie dagwesenes kreiert, das gleichermaßen unterhält, wie fesselt und verstört. Handwerklich mit großen Momenten (TItelsequenz!!!) und keiner Scheu vor Schau(er)werten (dass die Opfer enthauptet wurden wird auch visuell bewiesen). Zudem lässt die Schlusseinstellung zahlreiche Spekulationen über die (Nicht)schuld des malträtierten Verdächtigen zu.
Spoiler

Make-or-Break-Scene: Die unfreiwillige Kollaboration der Polizei mit dem Opfervater, die sehr amüsant in einem Park beginnt.

MVT: Der Ton des Films, der nie aus dem Ruder läuft.

Score: 8/ 10

Final Thoughts: Sehr empfehlenswert, wenn auch bestimmt nicht jedermanns Sache.


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PRONTO AD UCCIDERE (TOTE PFLASTERN SEINEN WEG) (Franco Prosperi, ITA 1976)


Weil zwei Ganoven der Mamma den Hintern weggeballert haben lässt sich Cop Massimo Torlani (Ray "Die Zahnlücke" Lovelock) undercover in den Knast schleusen, um einen Drogenring zu zerschlagen. Aber natürlich auch, um die nun im Rollstuhl sitzende Mutter zu rächen...

Der Film versucht gar nicht erst, seinen Protagonisten charakterlich großartig auszustaffieren. Zwar wird dessen Motivation hier und da in Gesprächen mit seinem Polizeichef thematisiert und sich um etwas Ambivalenz hinsichtlich der Legitimation seiner zahlreichen Bluttaten bemüht, aber im Grunde genommen ist der Film ein astreiner Poliziotto, wie sie in den 70ern am Fließband produziert wurden: alle Zutaten drin, die das Genre einfordert und nach eineinhalb Stunden auch schon vorbei. Lovelock habe ich den Leading Man nie zugetraut, doch schafft er es - auch mit Hilfe von Dannebergs Synchro - den Film zu schultern und sich glaubwürdig die Bösen, die ihm über den Weg laufen, aus eben diesem zu schaffen. Damit seine schmalbrüstige Statur gar nicht erst Missverständnisse über seine Fähigkeiten aufkommen lässt, liefert sich Lovelock im Knast erstmal eine Keilerei mit einem Bud Spencer-Double, der anschließend Monate auf der Krankenstation verweilen muss. Die kampfszenen inszeniert Prosperi sehr derb, weil realistisch. Man keucht glatt mit jedem Einschlag mit. Und Lovelock kotzt sich nach seinem Fight wortwörtlich erstmal aus. Kurios wird es mit der Besetzung von Lovelocks Matratze, die von einer betagten Elke Sommer verkörpert wird - als "Mutter-Ersatz" vögelt sie den Helden, dessen Mama den Hintern ja nu nicht mehr hochbekommt. Grandios das Vorspiel zur Sexszene: Lovelock hat Sommer als Sekretärin eines Auftraggebers gerade erst kennengelernt, da ruft er auch schon wieder bei ihr an und will mit ihr ficken. Sie fühlt sich zwar geschmeichelt, doch der Chef hat es nicht gerne, wenn seine Sekretärin woanders bumsen geht. Gespräch beendet. Minuten später überrascht Sommer Lovelock dann im Hotelzimmer: im Spiegel entdeckt er sie neben einer großen Flasche J & B. Durch den Spiegel liest man auf dem Etikett aber B J - damals auch schon die gängige Abkürzung für Blowjob? Ich weiß es nicht, habe mich aber trotzdem weggeschmissen.

Neben solchen amüsanten Momenten kommt der Film zwar erst in der zweiten Hälfte voll in Fahrt, dann aber richtig! Auf Landstraßen jagt Lovelock auf dem Moped einem Laster hinterher, der ihn mehrmals von der Piste jagt und schließlich überrollt. Doch Lovelock hat sich dabei einfach am Unterboden festgekrallt und bekämpft die Trucker fortan direkt vor Ort. Eine wahnsinnige Stuntshow, die Anlass zu einigen Ohos gab. Überhaupt sind die Actionszenen allesamt sehr komptent umgesetzt und markieren auch das größte Plus des Films. Darüber hinaus verspricht der deutsche Titel nicht zu wenig, denn Lovelocks Figur nietet weitaus mehr Leute um, als sämtliche Ganoven, mit denen er zu tun hat. Prosperi scheut dabei vor Durchschüssen und Farbpäckcheneinsatz nicht zurück wodurch sein Film eines der härtesten Kaliber des Genres sein dürfte.

Zwar tauchen in Nebenrollen nur wenig bekannte Charakterköpfe auf, doch gibt sich Martin Balsam mal wieder die Ehre, der gemeinsam mit Joseph Cotten in den 70ern den Kontostand wohl am häufigsten durch Italienreisen aufpolierte. Da alternde US-Stars in diesen Filmen gerne als reiche Unterwelt-Schnösel besetzt werden, hat Balsam auch hier wenig zu tun und ist die meiste Zeit damit beschäftigt zu speisen oder in einem Sessel zu sitzen und Aufträge zu erteilen.

Plottechnisch versucht PRONTO AD UCCIDERE am Ende mit einer Art Twist zu überraschen, was aber eher zu Kopfkratzen denn zum Zungenschnalzen anregt. Dafür sorgt dann viel eher der von Lovelock höchstpersönlich geträllerte Titelsong und die vielen wunderschönen Ortschaften, an denen sich das Geschehen abspielt.

Make-or-Break-Scene: Die Stuntshow auf der Landstraße.

MVT: Zwar gemogelt, aber Thomas Danneberg, weil er Lovelock den letzten Schub zum nötigen Tough Guy liefert.

Score: 6.5/ 10

Final Thoughts: Erst durch die aktuelle gtmc-Folge geschaut, doch direkt wieder Lust auf mehr Genrekost bekommen.


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CASINO (Martin Scorsese, USA 1995)


In den 80er Jahren kontrolliert der Mob die Casinos in Las Vegas. Ihr Frontmann ist Buchmacher Ace Rothstein (Robert De Niro), dessen Professionalismus eine Extravaganz sowie die destruktive Ehe mit Sternchen Ginger (Sharon Stone) unterlaufen wird...

Als Vegas-Remake von GOODFELLAS wird CASINO oft betitelt und das nicht ganz zu unrecht. Viele Gesichter tauchen hier wieder auf und Joe Pesci spielt die Rolle des Tommy gleich nochmal. Mir gefällt der Film von mal zu mal weniger gut. Zwar kaschiert Scorsese die fast dreistündige Laufzeit mit enormen pacing, doch ist es zuviel Voice Over, Rocksongs und Repetition. Oftmals wirkt CASINO episodenhaft, es fehlt an Struktur. Der Ehekrieg zwischen De Niro und Stone lässt kalt, weil beide Seiten ziemliche Arschlöcher sind. Ohnehin porträtiert CASINO eine Gesellschaft, deren Untergang man herbeisehnt und der erst ganz zum Schluss eintritt. Dazwischen viel Intrige, Brutalitäten und ganz fiese Modeverbrechen. So what?! Habe ich am Ende gedacht und war drei Stunden meines Lebens ärmer.

Make-or-Break-Scene: Saul Bass' furiose Titelmontage.

MVT: Die Darstellung des Mob-Familienlebens hinter den Kulissen - so kommt es zu einigen sehr witzigen Momenten.

Score: 6/ 10

Final Thoughts: Lieber nochmal GOODFELLAS schauen.


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MANHUNTER (BLUTMOND) (Michael Mann, USA 1986)


Profiler Will Graham (William Petersen) ist dem Serienmörder "Tooth Fairy" (Tom Noonan) auf der Spur, der sich am großen Vorbild Hannibal Lector (Brian Cox) zu orientieren scheint...

Michael Mann's dritter Kinofilm, der ihn erneut ins Crime Genre führt und sich wie THIEF auf eine charismatische, starke Hauptfigur fokussiert, die diesmal aber auf der "richtigen" Seite des Gesetztes agiert. Dennoch passt Will Graham gut zu Mann's Charakteren, da sich auch Graham als Vollprofi durch die Handlung bewegt und von einer Obsession getrieben wird, die ihn zumindest an den Rand des Niedergangs führt. So entfremdet er sich von seiner Familie durch seinen Weg, sich so sehr in den Killer hineinzuversetzen, dass diese Empathie fast zur Selbstzerstörung führt. In einem bewegenden Gespräch mit seinem Filmsohn wird zumindest ansatzweise deutlich, was Graham durchleben muss. Wieder kreiert Mann einen essenziellen Dialog, der bei ihm stets an öffentlichen Orten stattfindet, als sollte nicht nur der Zuschauer, sondern auch die Umwelt der Filmfiguren an dem Offenbarungsakt teilhaben. Dieser Dialog bildet dann eben die Essenz der Geschichte, die der Film erzählt: die Erklärung der Motivation der Hauptfigur. Wie üblich, besetzt Mann auch Will Graham mit einem exzellten Darsteller, der leider nie zu dem Ruhm gelangte, den er verdient hätte. Petersen beherrschte diesen und Friedkins TO LIVE AND DIE IN L. A., die aber beide floppten, wodurch seine große Karriere verbaut wurde. Hier besticht er durch eine sehr zurückhaltende, brütende Performance, die durch viele subtile Nuancen gekennzeichnet ist, wodurch sein Seelenleben, seine Gedankengänge oftmals nur spekuliert werden können. Dadurch wird er der ideale Konterpart zu der Figur des Gejagten, dem Serienmörder Dollarhyde, den durch Tom Noonans markante Präsenz zwar eine unheimliche Aura umgibt, der aber genauso Anteilnahme erzeugen kann, wenn er sich durch eine Romanze zu erlösen scheint.

Im Kosmos um die Harris'sch Figur Hannibal Lector habe ich zwar erst zwei Filme gesehen, doch gefällt mir MANHUNTER wesentlich besser als der kommerziell und kritisch erfolgreichere SILENCE OF THE LAMBS, der sich deutlich an Mann's Film orientiert, aber eben niemals dessen Klasse erreicht. LAMBS sieht beliebig aus und verpasst es, bleibende Momente zu kreieren, von denen MANHUNTER zahlreiche zu bieten hat: etwa die Tiger-Szene, besagte Lebensbeichte Grahams, die doppelt dargestellte POV-Szene im Haus der Opfer, die Grahams Arbeitsweise versucht, bildlich erfahrbar zu machen und der größte Moment, als Hannibal Lector in Erscheinung tritt. Hopkins gewinnt den Oscar, weil er Lector sehr "showy" gibt - mit diabolischem Blick und einigen fiesen Bon Mots reißt er die Aufmerksamkeit auf sich und verkommt zum Monster-Mensch. Cox' subtil-bedrohliche Art, Lector darzustellen ist für mich deutlich wirkungsvoller. Seine Intonation ("Can I have your home numbah?" :angst: ), seine auffällig-überruhige Art und sein stechender Blick fesseln nicht nur sein Gegenüber Graham, der durch das nicht minder beeindruckende Spiel Petersens stets am Rande einer Panikattacke zu wandeln scheint. Ich habe MANHUNTER nie geliebt, da ich kein großer Freund des Serial Killer-Genres bin und mir Mann's straight Crime Dramas deutlich mehr liegen, doch respektiere ich dieses Werk sehr, da es archetypisch für ein bis dato lange wenig beachtetets Genre war und es sich formal wie darstellerisch reibungslos in Manns großartige Filmografie einreiht.

Make-or-Break-Scene: Die erste Szene am Strand, als Crawford (Dennis Farina) Graham zu rekrutieren versucht. Manns Inszenierung dieser Szene, vor allem durch die Positionierung der Kamera als Musterbeispiel für substanzielle Bildsprache.

MVT: William Petersen, der wie ein angezählter, grauer Wolf erscheint - sein Charisma droht die Leinwand zu sprengen.

Score: 8/ 10

Final Thoughts: Neben SE7EN mein liebster Beitrag zum Serienkillergenre.





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