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See you at the movies

Howie's Filmeindrücke

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BIG BAD WOLVES (Aharon Keshales, Navot Papushado, ISR 2013)


Ein überaus fieser Kindermörder treibt im ruralen Israel sein Wesen: Polizist Micki (Lior Ashkenazi) hat auch schon einen Hauptverdächtigen an der Angel, den er gemeinsam mit dem Vater eines der Opfer "verhört"...

War ja einer der sogenannten "Geheimtipps" des letzten Filmjahres und er soll Quentin Tarantinos "Movie of the Year" darstellen. Ich bin erst durch meine Filmpodcasts drauf gestoßen und kann mich im Nachhinein dem Lob voll anschließen: einer der besten Filme von 2013! Aus Israel habe ich (so gut wie?) gar nichts gesehen, so dass mir die Darsteller vollends unbekannt waren, was bei der Abnahme der Rollenverkörperungen aber vorteilhaft sein kann. Ähnlich wie KYNODONTAS vor vier Jahren ist BIG BAD WOLVES ein Film, dessen Tonart einige Zuschauer arg verstören dürfte. Dem absoluten Gräuel werden immer wieder saukomische Situationen gegenübergestellt, was manchen ggf. zu Äußerungen wie schlechtem Geschmack verleiten könnte. Darf man ein hochsensibles Thema wie Kindesvergewaltigungen mit - zugegeben "tieftief"schwarzem - Humor anreichern? Das Ergebnis spricht für sich. Meines Erachtens schaffen die Regisseure diesen Spagat. Ich wurde oft an das Kino der Coens erinnert, da die Figuren auch hier zu absurden Handlungen und Motivationen neigen, allerdings niemals auf Kosten ihrer Glaubwürdigkeit. So bleibt man beim Thema wie es sich gehört ernst. Auch führen die Taten der Selbstjustizler zwar zu Komik, doch lässt sich zugleich darüber sinnieren, in wie weit ihre Vorgehensweise und ihr Handeln überhaupt zu legitimieren ist. Hierzu fügt das Drehbuch gegen Ende einige überraschende Wendungen ein, die für die Figuren wie für den Rezipienten neue Herangehensweisen ermöglichen.

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BIG BAD WOLVES ist so gut, weil er die Genres des Torture Porn und Serial Killer quasi auf den Kopf stellt, vermischt und etwas - zumindest für mich - nie dagwesenes kreiert, das gleichermaßen unterhält, wie fesselt und verstört. Handwerklich mit großen Momenten (TItelsequenz!!!) und keiner Scheu vor Schau(er)werten (dass die Opfer enthauptet wurden wird auch visuell bewiesen). Zudem lässt die Schlusseinstellung zahlreiche Spekulationen über die (Nicht)schuld des malträtierten Verdächtigen zu.
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Make-or-Break-Scene: Die unfreiwillige Kollaboration der Polizei mit dem Opfervater, die sehr amüsant in einem Park beginnt.

MVT: Der Ton des Films, der nie aus dem Ruder läuft.

Score: 8/ 10

Final Thoughts: Sehr empfehlenswert, wenn auch bestimmt nicht jedermanns Sache.


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PRONTO AD UCCIDERE (TOTE PFLASTERN SEINEN WEG) (Franco Prosperi, ITA 1976)


Weil zwei Ganoven der Mamma den Hintern weggeballert haben lässt sich Cop Massimo Torlani (Ray "Die Zahnlücke" Lovelock) undercover in den Knast schleusen, um einen Drogenring zu zerschlagen. Aber natürlich auch, um die nun im Rollstuhl sitzende Mutter zu rächen...

Der Film versucht gar nicht erst, seinen Protagonisten charakterlich großartig auszustaffieren. Zwar wird dessen Motivation hier und da in Gesprächen mit seinem Polizeichef thematisiert und sich um etwas Ambivalenz hinsichtlich der Legitimation seiner zahlreichen Bluttaten bemüht, aber im Grunde genommen ist der Film ein astreiner Poliziotto, wie sie in den 70ern am Fließband produziert wurden: alle Zutaten drin, die das Genre einfordert und nach eineinhalb Stunden auch schon vorbei. Lovelock habe ich den Leading Man nie zugetraut, doch schafft er es - auch mit Hilfe von Dannebergs Synchro - den Film zu schultern und sich glaubwürdig die Bösen, die ihm über den Weg laufen, aus eben diesem zu schaffen. Damit seine schmalbrüstige Statur gar nicht erst Missverständnisse über seine Fähigkeiten aufkommen lässt, liefert sich Lovelock im Knast erstmal eine Keilerei mit einem Bud Spencer-Double, der anschließend Monate auf der Krankenstation verweilen muss. Die kampfszenen inszeniert Prosperi sehr derb, weil realistisch. Man keucht glatt mit jedem Einschlag mit. Und Lovelock kotzt sich nach seinem Fight wortwörtlich erstmal aus. Kurios wird es mit der Besetzung von Lovelocks Matratze, die von einer betagten Elke Sommer verkörpert wird - als "Mutter-Ersatz" vögelt sie den Helden, dessen Mama den Hintern ja nu nicht mehr hochbekommt. Grandios das Vorspiel zur Sexszene: Lovelock hat Sommer als Sekretärin eines Auftraggebers gerade erst kennengelernt, da ruft er auch schon wieder bei ihr an und will mit ihr ficken. Sie fühlt sich zwar geschmeichelt, doch der Chef hat es nicht gerne, wenn seine Sekretärin woanders bumsen geht. Gespräch beendet. Minuten später überrascht Sommer Lovelock dann im Hotelzimmer: im Spiegel entdeckt er sie neben einer großen Flasche J & B. Durch den Spiegel liest man auf dem Etikett aber B J - damals auch schon die gängige Abkürzung für Blowjob? Ich weiß es nicht, habe mich aber trotzdem weggeschmissen.

Neben solchen amüsanten Momenten kommt der Film zwar erst in der zweiten Hälfte voll in Fahrt, dann aber richtig! Auf Landstraßen jagt Lovelock auf dem Moped einem Laster hinterher, der ihn mehrmals von der Piste jagt und schließlich überrollt. Doch Lovelock hat sich dabei einfach am Unterboden festgekrallt und bekämpft die Trucker fortan direkt vor Ort. Eine wahnsinnige Stuntshow, die Anlass zu einigen Ohos gab. Überhaupt sind die Actionszenen allesamt sehr komptent umgesetzt und markieren auch das größte Plus des Films. Darüber hinaus verspricht der deutsche Titel nicht zu wenig, denn Lovelocks Figur nietet weitaus mehr Leute um, als sämtliche Ganoven, mit denen er zu tun hat. Prosperi scheut dabei vor Durchschüssen und Farbpäckcheneinsatz nicht zurück wodurch sein Film eines der härtesten Kaliber des Genres sein dürfte.

Zwar tauchen in Nebenrollen nur wenig bekannte Charakterköpfe auf, doch gibt sich Martin Balsam mal wieder die Ehre, der gemeinsam mit Joseph Cotten in den 70ern den Kontostand wohl am häufigsten durch Italienreisen aufpolierte. Da alternde US-Stars in diesen Filmen gerne als reiche Unterwelt-Schnösel besetzt werden, hat Balsam auch hier wenig zu tun und ist die meiste Zeit damit beschäftigt zu speisen oder in einem Sessel zu sitzen und Aufträge zu erteilen.

Plottechnisch versucht PRONTO AD UCCIDERE am Ende mit einer Art Twist zu überraschen, was aber eher zu Kopfkratzen denn zum Zungenschnalzen anregt. Dafür sorgt dann viel eher der von Lovelock höchstpersönlich geträllerte Titelsong und die vielen wunderschönen Ortschaften, an denen sich das Geschehen abspielt.

Make-or-Break-Scene: Die Stuntshow auf der Landstraße.

MVT: Zwar gemogelt, aber Thomas Danneberg, weil er Lovelock den letzten Schub zum nötigen Tough Guy liefert.

Score: 6.5/ 10

Final Thoughts: Erst durch die aktuelle gtmc-Folge geschaut, doch direkt wieder Lust auf mehr Genrekost bekommen.


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CASINO (Martin Scorsese, USA 1995)


In den 80er Jahren kontrolliert der Mob die Casinos in Las Vegas. Ihr Frontmann ist Buchmacher Ace Rothstein (Robert De Niro), dessen Professionalismus eine Extravaganz sowie die destruktive Ehe mit Sternchen Ginger (Sharon Stone) unterlaufen wird...

Als Vegas-Remake von GOODFELLAS wird CASINO oft betitelt und das nicht ganz zu unrecht. Viele Gesichter tauchen hier wieder auf und Joe Pesci spielt die Rolle des Tommy gleich nochmal. Mir gefällt der Film von mal zu mal weniger gut. Zwar kaschiert Scorsese die fast dreistündige Laufzeit mit enormen pacing, doch ist es zuviel Voice Over, Rocksongs und Repetition. Oftmals wirkt CASINO episodenhaft, es fehlt an Struktur. Der Ehekrieg zwischen De Niro und Stone lässt kalt, weil beide Seiten ziemliche Arschlöcher sind. Ohnehin porträtiert CASINO eine Gesellschaft, deren Untergang man herbeisehnt und der erst ganz zum Schluss eintritt. Dazwischen viel Intrige, Brutalitäten und ganz fiese Modeverbrechen. So what?! Habe ich am Ende gedacht und war drei Stunden meines Lebens ärmer.

Make-or-Break-Scene: Saul Bass' furiose Titelmontage.

MVT: Die Darstellung des Mob-Familienlebens hinter den Kulissen - so kommt es zu einigen sehr witzigen Momenten.

Score: 6/ 10

Final Thoughts: Lieber nochmal GOODFELLAS schauen.


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MANHUNTER (BLUTMOND) (Michael Mann, USA 1986)


Profiler Will Graham (William Petersen) ist dem Serienmörder "Tooth Fairy" (Tom Noonan) auf der Spur, der sich am großen Vorbild Hannibal Lector (Brian Cox) zu orientieren scheint...

Michael Mann's dritter Kinofilm, der ihn erneut ins Crime Genre führt und sich wie THIEF auf eine charismatische, starke Hauptfigur fokussiert, die diesmal aber auf der "richtigen" Seite des Gesetztes agiert. Dennoch passt Will Graham gut zu Mann's Charakteren, da sich auch Graham als Vollprofi durch die Handlung bewegt und von einer Obsession getrieben wird, die ihn zumindest an den Rand des Niedergangs führt. So entfremdet er sich von seiner Familie durch seinen Weg, sich so sehr in den Killer hineinzuversetzen, dass diese Empathie fast zur Selbstzerstörung führt. In einem bewegenden Gespräch mit seinem Filmsohn wird zumindest ansatzweise deutlich, was Graham durchleben muss. Wieder kreiert Mann einen essenziellen Dialog, der bei ihm stets an öffentlichen Orten stattfindet, als sollte nicht nur der Zuschauer, sondern auch die Umwelt der Filmfiguren an dem Offenbarungsakt teilhaben. Dieser Dialog bildet dann eben die Essenz der Geschichte, die der Film erzählt: die Erklärung der Motivation der Hauptfigur. Wie üblich, besetzt Mann auch Will Graham mit einem exzellten Darsteller, der leider nie zu dem Ruhm gelangte, den er verdient hätte. Petersen beherrschte diesen und Friedkins TO LIVE AND DIE IN L. A., die aber beide floppten, wodurch seine große Karriere verbaut wurde. Hier besticht er durch eine sehr zurückhaltende, brütende Performance, die durch viele subtile Nuancen gekennzeichnet ist, wodurch sein Seelenleben, seine Gedankengänge oftmals nur spekuliert werden können. Dadurch wird er der ideale Konterpart zu der Figur des Gejagten, dem Serienmörder Dollarhyde, den durch Tom Noonans markante Präsenz zwar eine unheimliche Aura umgibt, der aber genauso Anteilnahme erzeugen kann, wenn er sich durch eine Romanze zu erlösen scheint.

Im Kosmos um die Harris'sch Figur Hannibal Lector habe ich zwar erst zwei Filme gesehen, doch gefällt mir MANHUNTER wesentlich besser als der kommerziell und kritisch erfolgreichere SILENCE OF THE LAMBS, der sich deutlich an Mann's Film orientiert, aber eben niemals dessen Klasse erreicht. LAMBS sieht beliebig aus und verpasst es, bleibende Momente zu kreieren, von denen MANHUNTER zahlreiche zu bieten hat: etwa die Tiger-Szene, besagte Lebensbeichte Grahams, die doppelt dargestellte POV-Szene im Haus der Opfer, die Grahams Arbeitsweise versucht, bildlich erfahrbar zu machen und der größte Moment, als Hannibal Lector in Erscheinung tritt. Hopkins gewinnt den Oscar, weil er Lector sehr "showy" gibt - mit diabolischem Blick und einigen fiesen Bon Mots reißt er die Aufmerksamkeit auf sich und verkommt zum Monster-Mensch. Cox' subtil-bedrohliche Art, Lector darzustellen ist für mich deutlich wirkungsvoller. Seine Intonation ("Can I have your home numbah?" :angst: ), seine auffällig-überruhige Art und sein stechender Blick fesseln nicht nur sein Gegenüber Graham, der durch das nicht minder beeindruckende Spiel Petersens stets am Rande einer Panikattacke zu wandeln scheint. Ich habe MANHUNTER nie geliebt, da ich kein großer Freund des Serial Killer-Genres bin und mir Mann's straight Crime Dramas deutlich mehr liegen, doch respektiere ich dieses Werk sehr, da es archetypisch für ein bis dato lange wenig beachtetets Genre war und es sich formal wie darstellerisch reibungslos in Manns großartige Filmografie einreiht.

Make-or-Break-Scene: Die erste Szene am Strand, als Crawford (Dennis Farina) Graham zu rekrutieren versucht. Manns Inszenierung dieser Szene, vor allem durch die Positionierung der Kamera als Musterbeispiel für substanzielle Bildsprache.

MVT: William Petersen, der wie ein angezählter, grauer Wolf erscheint - sein Charisma droht die Leinwand zu sprengen.

Score: 8/ 10

Final Thoughts: Neben SE7EN mein liebster Beitrag zum Serienkillergenre.


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THIEF (DER EINZELGÄNGER) (Michael Mann, USA 1981)


Meisterdieb Frank (James Caan) lässt sich auf einen Deal mit einem Syndikat ein, was er bald bereuen wird...

THIEF markiert den ersten ganz großen Wurf von Regisseur Michael Mann, der wie kein anderer das Crime Genre beherrscht, da er die Balance zwischen Charakterstudie, Action und Dramatik wie kein anderer beherrscht und dabei stets um größtmögliche Authenzität der kriminellen Handlungen bemüht ist. Wie seine Protagonisten ist er ein Perfektionist, dessen Werke die Höchstmarke des Genres darstellen, die kein anderer Filmemacher auch nur ansatzweise erreicht (natürlich aus rein subjektiver Sichtweise ;) ). Aus seinem Oeuvre ist THIEF für mich der Film mit der interessantesten Hauptfigur: der von James Caan charismatisch dargestellte Frank ist durch einen absoluten Willen gekennzeichnet, sich zu nehmen, was er will - seine Raubzüge unterstreichen dies auch auf Bildebene, doch selbst die Romanze, die er schon in Knastjahren geplant hat zieht er knallhart durch. Seine Herzdame (Tuesday Weld :love: ) mag sich zu Beginn noch wehren, doch in einer magischen Szene, die Mann in HEAT nicht zufällig erneut als solche wiederholt, überzeugt Frank sie durch seine offene, direkte Art, die ihn zwar nicht unbedingt als Sympathisant, doch auch hochachtungsvoll als Man(n)'s Man manifestiert. Ich kann nur für mich sprechen, aber abzüglich der kriminellen Energie hat Franks Art etwas ansteckendes, beneidenswertes. Besonders interessant ist Frank im Kanon der Mannschen Figuren, die zwar allesamt von einer Obsession getrieben sind, welche sich aber durch grundverschiedene Facetten ihres jeweiligen Charakters unterschiedlich auf deren Leben auswirkt. Dieses endet zwar meist im Scheitern, doch wo Neal McCauley aus HEAT noch an seinen großen Prinzipien scheitert, weil er sie nicht einhalten kann, zieht THIEF'S Frank seine Linie knallhart durch, wodurch er zwar kein Lebensglück finden kann, aber immerhin sich selbst treu geblieben ist und sich als Prinizpienwächter bewiesen hat, so dass ihm zumindest seine Selbstachtung bleibt.

Als Genrekino ist THIEF makellos. Formal brilliant treibt Mann den Plot zügig voran und balanciert ruhige wie aufregende Momente aus. Er erzeugt Anteilnahme am Lebensweg seines Protagonisten, führt die Einbrüche dokumentarisch penibel vor und inszeniert die besten Shoot Outs der Filmgeschichte. Chicago ist zwar nicht L. A., doch findet Mann auch in seiner Heimatstadt genügend markante Locations, die in jedem seiner Filme eine Hauptrolle einnehmen: City Skylines der Nacht, moderne Architektur und das Spiel mit künstlichem Licht auf verregneten Straßen lassen die Bilder, die seine Filme durchziehen, wie eine Aneinanderreihung an Kunstwerken wirken, die man sich eine nach der anderen einrahmen und ins Wohnzimmer hängen möchte. Ebenfalls markant der Synthie-Score, dem Mann durch die Jahre treu geblieben ist und der eine traumhafte Atmosphäre kreiert. Höhepunkt Craig Safans Gitarrenspiel während der letzten Züge des finalen Shoot Outs - wenn Frank unter diesen Klängen von Dannen zieht kullern die Freudentränen über einen bewegenden Abschluss eines der besten Filme aller Zeiten. Jawohl.

Make-or-Break-Scene: Frank macht deutlich, dass er es ernst meint als er seine gestohlenes Juwelengeld wieder beschafft. Eine beeindruckende Einführung eines starken Charakters und ein frühes Zeichen dafür, was von dieser Figur zu erwarten ist - die sich über alle Umstände hinwegsetzen wird.

MVT: James Caan ist sehr sehr gut und gibt vielleicht eine meiner absoluten Lieblingsfiguren der Filmgeschichte, doch ist es Michael Mann, der hauptverantwortlich ist für den Erfolg von THIEF - sein erster Kinofilm legte die Messatte für seine Zukunft als Regisseur enorm hoch und doch übertraf er diese sogar noch.

Score: 10/ 10 (# 4 meiner Top 100)

Final Thoughts: Ein perfekter Film.


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L. A. TAKEDOWN (SHOWDOWN IN L. A.) (Michael Mann, USA 1989)


Ambitionierter L. A. - Cop Vincent Hanna (Scott Plank) jagt die Truppe um Criminal-Mastermind Patrick McLaren (Alex McArthur) und findet in ihm einen Seelenverwandten...

Michael Mann's TV-Version seines späteren Meisterwerks HEAT ist zwar nur fast halb so lang, beinhaltet bis auf das Finale aber alle wesentlichen Elemente des Remakes. Viele Dialoge wurden später eins-zu-eins übernommen wie auch die Rollen nahezu identisch sind. Nun habe ich HEAT zuerst gesehen, der dazu noch meinen absoluten Filmfavoriten markiert. Da ist L: A. TAKEDOWN für mich neben den Parallelen zu HEAT nur dadurch interessant, wie Mann aus einem kleinen Budget und mit TV-Darstellern das Möglichste herausholen kann. Leider sehr sehr wenig. Zwar ist er sichtlich um Hochglanzästhetik bemüht, doch vermag das sein Kameramann und das Vollbildformat kaum einzulösen. Auch Dov Hoenig, immerhin ebenfalls für den Schnitt von HEAT verantwortlich, enttäuscht durch eine oftmals einfallslose Montage, die den Film deutlich als TV-Produktion ausweist. Ich hatte immer das Gefühl einem Remake von HEAT in der Tradition der türkischen Blockbuster-Rip Offs der 70er und 80er beizuwohnen. Am deutlichsten wird dieses Gefühl durch die durchweg schlechten Darsteller, die teilweise optisch auch kaum voneinander zu unterscheiden sind. Besonders der später von Al Pacino dargestellte Cop Hanna - hier Scott Plank, macht dem C-Schauspielertum alle Ehre. Umso erfreuter bin ich, dass Mann aus dem guten Script später dann doch das Beste (wörtlich zu nehmen :D ) gemacht hat und zudem um einige Charaktere, Dramatik, Substanz und auch Suspense erweitert hat.

Make-or-Break-Scene: Das Finale, da es die einzige nennenswerte Abweichung vom Remake ist.

MVT: Das Script, das aber unter der filmischen Umsetzung deutlich leidet.

Score: 4/ 10

Final Thoughts: Lieber HEAT schauen.


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INSIDE LLEWYN DAVIS (Joel & Etahn Coen, USA/ UK/ FRA 2013)


Über das Scheitern des Folk Singers Llewyn Davis (Oscar Isaac) in der Greenwich Village-Szene der 60er Jahre...

Die "Troubled Man"-Trilogie wird mit diesem Film zu einer Quadrilogie, denn mit Llewyn Davis verschreiben sich die Coens abermals einem fehlhaften Individuum, das zum Scheitern verurteilt ist. Wieder wird diese Figur zwar nicht sympathisch dargestellt, doch leidet man irgendwo mit ob der Hingabe dieser zu ihrer Passion. Ich persönlich habe mit Musikgeschichte geschweigedenn der hier porträtierten Musikszene nicht viel am Hut und war doch angetan von den zahlreichen Folk Songs, deren Melancholie den steinigen Weg Davis' gut ergänzten. So ist auch der Ton des Films sehr ruhig und reflexiv gehalten, jedoch nicht ohne den Coen-typischen schwarzen Humor sowie einigen Metaphern und plottechnischen Raffinessen. INSIDE LLEWYN DAVIS ist kein Film, der sich anbiedert und passt eben mehr zu den erwähnten Companion Pieces der Coenschen Filmografie. In diesem Kanon würde ich ihn als am schwächsten einstufen, doch wachsen die Coen-Filme mit der Zeit, was ich mir in diesem Falle auch vorstellen kann.

Make-or-Break-Scene: Keine einzelne Szene, sondern die ganzen Deja-Vus, die sich durch den plot ziehen.

MVT: Die Coens, die bei aller Schwermut genug Humor einflechten, wodurch der Film unterhaltsam bleibt.

Score: 7/ 10

Final Thoghts: Von einem schwächeren Coen-Film zu sprechen ist noch immer Jammern auf hohem Niveau. ;)


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AMERICAN HUSTLE (David O. Russell, USA 2013)


Zwei Con Artists (Christian Bale und Amy Adams) werden vom FBI (Bradley Cooper) zur Zusammenarbeit gezwungen, um einen korrupten Politiker (Jeremy Renner) hochzunehmen...

Neben 12 YEARS A SLAVE der Oscar-Favorit und ich weiß nicht warum. Als großes Darstellerkino angelegt hat mich der Film maßlos enttäuscht, da er seine Figuren als Karikaturen verpulvert. Das aufwändige Production Design (das Geschehen ist vorrangig in den 70ern angesiedelt) wirkt ebenfalls völlig over-the-top wodurch AMERICAN HUSTLE als eine Art Persiflage von modernen "period pieces" durchgeht, aber wohl nicht als solche gedacht war. Als ätzender Kommentar zur US-amerikanischer Politik taugte der Film ebensowenig, da der plot von den erwähnten extrem schrill gezeichneten Charakteren überstrahlt wird und deren Konfrontationen dadurch auch keine Glaubwürdigkeit inne wohnt. Mehr Starpower (in Nebenrollen u. a. Jennifer Lawrence, Robert De Niro, Louis CK, Michael Pena) hatte letztes Jahr wohl kein Film aufzuweisen, doch dass dies kein Qualitätsmerkmal ist, beweist AMERICAN HUSTLE überdeutlich.

Make-or-Break-Scene: Jennifer Lawrence Psycho-Tanz zu "Live and let die" - bringt das Scheitern des Films auf den Punkt.

MVT: Christian Bale, der seiner Figur zumindest ein wenig Liebenswürdigkeit einhaucht und sich nicht völlig der Lächerlichkeit preisgibt.

Score: 4/ 10

Final Thoughts: Wenn Filme wie dieser Oscar-Nominierungen im zweistelligen Bereich sammeln, sagt das alles über den (Un)Sinn der Academy aus.


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ESCAPE PLAN (Mikael Hafström, USA 2013)


Ray Breslin (Stallone) arbeitet für den Knast-TÜV: er lässt sich geheim in Gefängnisse einschleusen, um zu beweisen, dass sie als solches nicht taugen. Denn er büchst zu einfach aus ihnen aus. Als ein Spezialauftrag eintrudelt, der ihn in eine Art Superknast führt, bekommt er dann doch seine Probleme. Mit ihm sitzt auch Herr Rottmayer, gespielt von: Arnold Schwarzenegger!!!

Vor 25 Jahren wäre ein Film mit Arnie und Sly eine Sensation gewesen. Im Jahre 2013 interessierte sich kaum noch jemand für die erste Zusammenarbeit der beiden Actionikonen. Dazu passt dann auch, dass man den Film im Gefängnisgenre ansiedelte, zur damaligen Zeit ein gern gesehener und viel genutzter Ort für Actionkracher. Hafströms Stil erhöht leider die Reminiszenzen an bessere Actionkinotage - wieso nicht einfach Mark L. Lester, Renny Harlin oder John McTiernan reaktivieren? Okay, bei letzterem wahrscheinlich etwas schwierig, aber so wäre vielleicht zumindest ein Nostalgiefest entstanden. Hafström verschreibt sich den Mechanismen des modernen Actionkinos und hält sein Publikum für strunzdumm, wie etliche Flashbacks zu kurz zurückliegenden Szenen beweisen. Doch am wichtigsten ist, wie Sly und Arnie harmonieren und wenigstens hier löst der Film teilweise das Versprechen seines Konzepts ein: die Chemie zwischen den beiden stimmt und sie vermöbeln sich sogar in einer Szene, wenn auch nicht mehr ganz so agil wie zu früheren Zeiten. Wer das größere Ego der beiden hat verdeutlicht ESCAPE PLAN nicht nur durch das "first billing" des Namen Stallone. Dieser spielt auch eindeutig die Hauptrolle und ist die handelnde Person des Films. Arnie gibt sich sehr passiv und hat durch seine Auszeit ggf. auch etwas an - wie es im Fußball so schön heißt - "Spritzigkeit" eingebüßt. Sein Bart passt da dann auch gut ins Bild. Umso schöner, dass er genau wie Sly leiden dürfen wie zu besten Tagen. Jeder kommt also dazu, sein Markenzeichen zu präsentieren: Sly mit seinen Fressenverrenkungen und Arnie mit seinem ösienglischen Gejaule, das in einer wunderbaren Szene, in der er auf deutsch (Synchro bei diesem Film also nicht nur wegen der "Danneberg"-Problematik sinnlos) Nietzsche zitiert, kulminiert. Ebenfalls ein netter Rückbezug auf das Actionkino der 80s ist die von Jim Caviezel völlig überhöht dargestellte Figur des sadistischen Gefängnisdirektors. Auch wenn der finale plot twist nicht wirklich überraschen konnte, bot er doch einen Weg, beiden Figuren einen netten Abgang zu bescheren und ihr Image zu erhalten. Gegen einen zweiten Versuch eines Sly-Arnie-Films hätte ich auch nichts einzuwenden.

Make-or-Break-Scene: Arnie spricht deutsch. Minutenlang. Es wurde mal Zeit. :D

MVT: Natürlich Schwarzenegger und Stallone, ohne deren Charisma ESCAPE PLAN in die Sektion "Direct-to-DVD" gehören würde.

Score: 6.5/ 10

Final Thoughts: Jetzt bitte den 90s-Action-B-Movie-Icons-Movie mit Seagal und JCVD drehen.


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THE MASTER (Paul Thomas Anderson, USA 2012)


Nach dem Kriegsdienst irrt Freddie (Joaquin Phoenix) durchs Leben und gerät an einen charismatischen Sektenführer (Philip Seymour Hoffman)...

Ein Film, zu dem ich zu keinem Zeitpunkt einen Zugang gefunden habe und mir PTA nach dem ebenfalls enttäuschenden THERE WILL BE BLOOD als Filmemacher etwas madig gemacht hat. Zu sperrig sind mir seine letzten Werke, deren Charaktere nicht greifbar sind und im Falle von Freddie auch einfach nur noch nerven. Zudem verpasst es PTA seinem Protagonisten irgendeine Enwicklung durchleben zu lassen. Er ist am Ende genau der nicht gesellschaftsfähige Säufer, der er zu Beginn war. Formal ist der Einstieg in den Film großartig und die Klänge von Jonny Greenwood erzeugen rasch eine bedrohliche Stimmung, die auch im Vorgängerfilm enstanden war. Phoenix' Spiel ist ebenfalls groß: Fäuste in den Seiten und stetig in gebeugter Haltung gibt er den Irren überzeugend. Da PTA seine Figur aber eben in dieser Haltung verharren lässt und die Hintergründe des Cause-Cults, dem Philip Seymour Hoffman vorsteht nicht interessieren und auch kein Kapital aus der Begegnung der beiden Charismatiker schlägt, fängt THE MASTER schnell an zu langweilen. Dass der Film über 2 Stunden lang ist, half da auch nicht gerade.

Make-or-Break-Scene: Der Einstieg fasziniert, doch verpasst es der Film dieses Versprechen auch einzulösen.

MVT: Die gesamte Darstellerriege, die PTA einmal mehr als erstklassigen Schauspielerregisseur manifestiert.

Score: 4/ 10

Final Thoughts: Respekt an die, die in diesem Film ein Meisterwerk erkennen wollen.