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Short Cuts





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Blade Runner - The Directors Cut (Ridley Scott) 1982/1992



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Blade Runner - The Directors Cut


Der zweite Scott innerhalb unserer S/F Reihe.

Wie ich schon im Cine Club schrieb ist Blade Runner für mich einer DER Filme, die definitiv für die große Leinwand gemacht wurden. Allein, dass der Film ja fast ausschließlich NUR aus „Totalen“ besteht, prädestiniert ihn schon für das große Cineplex Erlebnis.
Ich selber habe den Film als er damals tatsächlich im DC nochmals in die Kinos kam, im Hochhaus-Lichtspiele, in der Spätvorstellung, in Hannover gesehen. Kann mich da noch sehr gut dran erinnern, nur war das defintiv später als ´92. Angefixt wurde ich damals durch eine Sat1-VHS-Aufzeichnung.

Die Kinoversion lies mich nicht mehr los und wie ich finde, jetzt wo es alle 4 Versionen zu bestaunen gibt, ist es schon erstaunlich, dass im Prinzip jede Version gerechtfertigt ist. Alle haben ihren Reiz und dennoch ist für mich der Directors Cut, der stimmigste.

Wie ich schon schrieb, verbinde ich mit Blade Runner einige Jahre und es ist der Film, den ich in den 90ern immer wieder gesehen habe. Meine letzte Betrachtung aller Versionen ist gar nicht so lange her, da ich mir erst letztes Jahr die BOX gekauft habe und den Film zum ersten Mal in Blue Ray Qualität sah, als Final Cut.

Über all die Jahre hat der Film nie nachgelassen, er blieb immer oben auf und das hat vor allem damit zu tun wie hier eine Formvollendung in Design, Sound und Licht erzeugt wird, die für mich der Inbegriff von ästhetischem Perfektionismus und Futurismus ist. Blade Runner hat es immer geschafft mich allein auf der Oberflächenebene zu kitzeln und sofort zu verschlingen.

Hinzu kommt, dass ich immer eine Schwäche für „Noir“ hatte und hier wird der „Noir“ in seiner Grundessenz und mit all seinen wunderbaren Klischees zum „Neo Noir“ hochstilisiert.
Überhaupt ist die Atmosphäre ein ganz klarer Hauptdarsteller des Films. Aber auch die Subtilität mit der Blade Runner von statten geht hat es in sich. Das fängt an bei den vielen verstreuten Hinweisen, die dann doch nicht beantwortet werden und hört mit einer Frage auf, die im Grunde den gesamten Plot in einem mehrdeutigem Licht erscheinen lässt.

„Ein Jammer das sie nicht leben wird, aber wer tut das schon“ ?

Genau, tut Deckard (Harrison Ford) das oder doch nicht ? „Wie kann ES nicht wissen, was es ist“ ? Warum hilft Roy (Rutger Hauer) seinem Peiniger in seinen letzten Lebenssekunden ?

Diese letzte Szene ist im Grunde so grandios, da sie den gesamten Film nochmals beleuchtet, ihn fokussiert. Das kurze Erschrecken und gleichsam befriedigende Nicken Deckards (Harrison Ford) darüber, dass seine Gedanken eventuell nicht wirklich sind ist einmal das gleichzeitige Erschrecken, dass er vielleicht auch ein Replikant sein könnte und es ist eine Reflektion darüber, was den Menschen zum Menschen macht und ihn vom Sklaven unterscheidet. Seine Erinnerungen und sein Handeln. Es ist diese Szene die man vielfach deuten kann, zutiefst humanistisch als auch pessimistisch.


Das Roy (Rutger Hauer) „William Blake“ zitierend sich wie in Frankenstein gegen seinen Schöpfer wendet, ihm die Seele in Form seiner Augen ausdrückt um zum Schluss in seinen letzten Sekunden Leben zu retten und „seine“ Erinnerungen mitzuteilen :

„I've seen things you people wouldn't believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I've watched C-beams glitter in the dark near the Tannhauser Gate. All those moments will be lost in time, like tears in rain. Time to die.“

zeugt von einer Verzweiflung, die ihn über seinen Jäger stellt. „More Human than Human“
Der Himmel öffnet sich zum einzigen Mal und man könnte meinen, dass seine Seele in Form der Taube davonfliegt.

Man könnte meinen, doch alles liegt im Gesicht von Harrison Ford, der seine Katharsis erst Minuten später erfahren wird.


Ja, Blade Runner ist und bleibt für mich ein rätselhafter und faszinierender Film.

Pures Eyecandy und der Film, den ich als ersten ausprobiert habe, als ich einen DVD Player mit HDMI Anschluss hatte. Nachdem ich den Film einmal auf Blue Ray gesehen habe, hat es mir fast die Netzhaut weggefetzt.
Insofern ist es dieser eine Film mit dem ich selber immerzu Upgrades betätige. Damals, dann auch letztendlich der Grund mir einen DVD Player zu kaufen (zusammen mit 2001 & Lawrence von Arabien & The Searchers)
Umso skeptischer steh ich dem Gegenüber was hierzu noch kommen mag. Neuesten Gerüchten zufolge soll Scott einer Fortsetzung nicht abgeneigt sein.

Um nochmal ganz kurz auf die Eingangs-Sequenz von Blade Runner zu kommen :

Ich meine, wie kann man cineastisches Ohnmachtsgefühl eindringlicher darstellen !?


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Dystopie Ridley Scott Rutger Hauer Sean Young Replikant Vangelis Künstliches Leben Neo Noir



Ich habe "Blade Runner" tatsächlich noch nicht ein einziges Mal in meinem Leben gesehen. Und das hat nichts, aber auch gar nichts mit Vorurteilen zu tun, schon gar nichts mit einer Abneigung gegen Science Fiction-Filme, so sie denn gut sind. Ich war bei meinem einzigen Versuch schlicht zu müde - und nach solchen Abbrüchen lässt man Filme oft liegen (vor allem, wenn sich ihre Regisseure nicht zu ihrem Vorteil entwickeln). Dein Eintrag und die Diskussion, die ihr euch in den Kurzkommentaren geboten habt, rütteln mich aber auf: Das Ding muss dran glauben! :cheers:
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Ach Zodiac, bei mir gibt es auch einige Filme außer dem Wes Anderson Film, den ich ja schon in Deinem Blog nannte, die ich angefangen habe um sie dann letztlich wieder auszumachen. Zum Beispiel erst neulich bei mir "Dr. Mabuse der Spieler." Es wird aber definitiv n dritten Anlauf geben. War wirklich immer viel zu müde für diesen langen Film.
Was Blade Runner angeht :
Tu das :)
Und dann bin ich gespannt ob Du auch schon nach den ersten Sekunden "weg" bist oder ob Du Dich in ihm verlierst ;)
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