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Death Wish V - The Face of Death (1994)

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Was auch immer im mir bisher noch nicht bekannten vierten Teil DAS WEISSE IM AUGE geschah, es muss so entscheidend gewesen sein, dass Charles Bronson als Selbstjustizkiller Paul Kersey ins Zeugenschutzprogramm (!) gelangte, mit einer neuen Idendität ausgestattet wurde und seine Zelte wieder in New York, seinem alten Jagdrevier, aufschlug. Dieser Umstand schützt ihn allerdings nicht davor, indirekt wieder in handfeste Schwierigkeiten zu geraten, als seine Lebensgefährtin, die Modedesignerin Olivia Regent, von ihrem brutalen Ex-Mann, den irischen Gangster Tommy O'Shea und dessen Schergen angegangen und getötet wird.

Schon vom allerersten Moment, an dem Bronson über die Straßen schlendert, wird schlagartig deutlich, dass er in seiner damaligen Verfassung (aufgedunsenes Gesicht + Arthritis) einfach nicht mehr vor eine Kamera gehörte. Ihm war es anscheinend egal, solange die Zahl auf dem Scheck genügend Nullen enthielt. Cannon Films und Michael Winner verstanden es, wenn man den von Cannons Seite zwar nicht verbrochenen, aber absolut misslungenen zweiten Teil einmal außer Acht lässt, aus der ganz am Anfang ernsthaft erzählten Selbstjustizgeschichte, ab dem dritten Film aus der Reihe eine comichafte, schwerlich ernst zu nehmende, aber dafür sehr unterhaltsame Überzeichnung zu schaffen, die Bronsons Figur als Actionhelden abfeierte. Mit DEATH WISH V wollte man augenscheinlich zurück zu den Wurzeln. Doch unter der gerade einmal rudimentär vorhandenen Oberfläche, stinkt es ganz gewaltig nach amphibischer Urscheiße.

Der Film ist wie eine einzige Behauptung der angeblichen Fähigkeiten Bronsons mit möglichst wenig Körpereinsatz die fiese Mörderbande effektiv zur Strecke zu bringen. Kersey bedient sich nun nicht mehr des probaten Einsatzes einer Handfeuerwaffe, sondern vertraut auf vergiftete Cannoli oder ferngeteuerte Fußbälle mit Sprengstofffüllung. So kann man tumbe, an Lollys herumkauende Itaker oder verkappte Transvestiten kinderleicht ins Jenseits befördern. :doc: Das die Bande ohnehin nichts reisst, erkennt man daran, dass die später von O'Shea angeheuerten Schergen es sogar fertigbringen, mit ihren Maschinenpistolen aus drei Metern Entfernung Kersey zu verfehlen, der wie ein Flummi höchst artistisch und in Zeitlupe durch sein Haus springt. Irgendwie hat mich diese Szene an die Schießerei aus MATRIX erinnert, bei der die Hochhauslobby zu Klump geschossen wird. :))

Sogar Paradebösewicht Michael Parks ist bereits zu Beginn dank solcher Knallchargen wie dem fetten Mitarbeiter seiner Ex-Frau, der selbst im Angesicht schlimmster Folter zu keiner emotionalen Regung fähig zu sein scheint, auf verlorenen Posten. Hauptsache ist aber, dass das hohlphrasige Misstrauen in die Staatsgewalt allenthalben verbalisiert werden muss. Ein ganz und gar gräßlicher Film in fürchterlicher TV-Optik. In jeglicher Hinsicht und von Anfang bis Ende.

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